{"id":24541,"date":"2024-11-27T10:38:26","date_gmt":"2024-11-27T09:38:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25276-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:30","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:30","slug":"25276-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25276-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines operationalen Monitoring-Instrumentes f\u00fcr die Erfassung und Bewertung der Habitatqualit\u00e4t zu sch\u00fctzender Arten in Natura 2000-Gebieten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist es, zur Entwicklung eines aussagekr\u00e4ftigen Monitoringsystems zur Erfassung gro\u00dfr\u00e4umiger Habitatstrukturen und Bewertung ihrer Qualit\u00e4t im Kontext des Natura 2000-Programmes beizutragen.<br \/>\nZurzeit werden Methoden zur Beurteilung der Habitatqualit\u00e4t auf Landschaftsebene f\u00fcr zahlreiche faunis-tische Arten mit gro\u00dfen Raumanspr\u00fcchen erarbeitet. Nach wie vor l\u00e4sst sich in diesem Zusammenhang aber ein deutlicher Forschungsbedarf ausmachen, der zwei Kernaspekte des Monitorings umfasst:<br \/>\n(1)\tAns\u00e4tze f\u00fcr eine objektive und quantifizierbare Erfassung der gro\u00dfr\u00e4umigen Habitatstruktur liegen bisher nicht oder nur in unvollst\u00e4ndiger Form vor. So beschr\u00e4nkt sich die Erfassung bisher zumeist auf eine Beschreibung der Landschaftskomposition, d. h. der absoluten oder prozentualen Fl\u00e4chenanteile lebensraumrelevanter Landschaftselemente. Werden Strukturmerkmale zur Charakterisierung der Habitatqualit\u00e4t eingesetzt, sind diese meist nicht reproduzierbar definiert und werden nicht quantifiziert. Das Genannte steht dabei der fachlichen Forderung nach Habitatstrukturanalysen und standardisierten Monitoring-Komponenten entgegen.<br \/>\n(2)\tOffene methodische Fragen bestehen auch zur Bewertung der Habitatqualit\u00e4t. Dies bezieht sich sowohl auf die Identifizierung messbarer Merkmale, die Aussagen zur Habitatg\u00fcte erlauben, aber auch auf die Methodik zur Einstufung von Habitatelementen in G\u00fcteklassen. In besonderer Weise sind hier Kritikpunkte in Bezug auf wenig flexible Zustandsindikatoren, den Informationsverlust durch die angewandten Aggregationsverfahren, ungewichtete Bewertungskriterien und eine eingeschr\u00e4nkte r\u00e4umliche Differenzierung der Habitatg\u00fcte innerhalb von Schutzgebieten zu nennen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcber zwei zentrale methodische Ans\u00e4tze wird die Weiterentwicklung bestehender Monitoringans\u00e4tze angestrebt:<br \/>\n(1)\tDie Einbeziehung von Landschaftsstrukturma\u00dfen (Landscape Metrics) erlaubt die Ber\u00fccksichtigung von Merkmalen der Landschaftskonfiguration zur Beschreibung der r\u00e4umlichen Auspr\u00e4gung einzelner Habitatelemente sowie ihrer Lage zueinander und auf die Gesamtlandschaft bezogen. Im Monitoring spielt f\u00fcr die Frage, ob bestimmte Landschaftselemente dauerhaft von einer Art als Lebensraum genutzt werden k\u00f6nnen, die Landschaftskonfiguration oft eine mindestens ebenso wichti-ge Rolle wie die Landschaftskomposition. Landscape Metrics erm\u00f6glichen statt subjektiver oder rein gutachtlicher Beschreibungen der Landschaftsstruktur als objektive Kennzahlen deren quantitative und vergleichbare Erfassung. Landschaftsstrukturma\u00dfe im Natura 2000-Monitoring tragen zu einer Erweiterung der Bewertungsm\u00f6glichkeiten bei, da die Datengrundlage um zus\u00e4tzliche \u00f6kologisch aussagekr\u00e4ftige Eingangsgr\u00f6\u00dfen erg\u00e4nzt wird. Diese Erweiterung um die Komponente der Land-schaftskonfiguration bringt eine Konkretisierung raumbezogener Kriterien mit sich und definiert klare Messgr\u00f6\u00dfen. Die Verwendung von Fernerkundungsdaten in der Ableitung der Landscape Metrics erm\u00f6glicht die \u00f6kologisch bedeutsame Erfassung der Landschaftsstruktur auf multiplen Ma\u00dfstabsebenen und tr\u00e4gt wesentlich zur angestrebten Ableitung standardisierter Monitoringmodule bei.<br \/>\n(2)\tEin empirisches Habitatmodell wird f\u00fcr die verbesserte Einsch\u00e4tzung der Habitatqualit\u00e4t in Natura 2000-Gebieten eingesetzt. Die Modellintegration in Standardverfahren des Monitorings erm\u00f6glicht Aussagen zu den lokal einflussreichsten Habitatfaktoren, indem potenziell artrelevante Habitatg\u00fctekriterien als Prediktorvariablen in eine Bedeutungsreihenfolge gebracht werden. Auf diese Weise wird die Gewichtung der Habitatattribute in objektiver Weise f\u00fcr das jeweils konkrete Gebiet ermittelt. Auch l\u00e4sst sich die insbesondere f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Schutzgebiete wichtige explizite Ansprache der Habitatqualit\u00e4t nach Teilbereichen differenziert durch die Anwendung des Modells realisieren. \u00dcber detaillierte Habitateignungskarten werden die Bewertungsresultate anschaulich und fl\u00e4chendeckend dargestellt.<br \/>\nDie Entwicklung der erl\u00e4uterten methodischen Ans\u00e4tze erfolgt in Form einer Modellstudie anhand des EU-Vogelschutzgebietes V19 \u0082Unteres Eichsfeld f\u00fcr die Greifvogelart Rotmilan (Milvus milvus).<br \/>\nDas Arbeitsprogramm gliedert sich in folgende f\u00fcnf Phasen, wobei die Arbeitsschritte der Phasen 1-3 f\u00fcr zwei Erfassungs- und Bewertungszeitpunkte vorgenommen werden, um die Auswertung der Modellstudie und die konzeptionellen \u00dcberlegungen zur Integration der methodischen Projektans\u00e4tze in ein operationales Standard-Monitoring zu erm\u00f6glichen:<br \/>\n(1) Datenaufbereitung und Identifikation von Habitatpr\u00e4ferenzen<br \/>\nDen Ausgangspunkt s\u00e4mtlicher Analysen innerhalb des Vorhabens bildet eine fernerkundungsgest\u00fctzte Landnutzungsklassifizierung zum jeweiligen Monitoring-Zeitpunkt. Parallel erfolgt die Ermittlung von Habitatpr\u00e4ferenzen der Modellart aus Fachliteratur, Experteninterviews und GIS-Auswertungen. Diese werden im Rahmen statistischer Voranalysen auf ihre Bedeutung im konkreten Untersuchungsgebiet gepr\u00fcft.<br \/>\n(2) Habitatstrukturanalyse und Umsetzung der Artpr\u00e4ferenzen in quantifizierbare Habitatqualit\u00e4tskriterien<br \/>\n\u00dcber die Voranalysen als lokal relevant ermittelte Kennwerte der Landschaftsstruktur werden f\u00fcr das Gesamtgebiet mit Hilfe entsprechender Strukturanalyse-Software und ggf. Entwicklung eigener Indices bestimmt. Es schlie\u00dft sich der zentrale Schritt der Ableitung quantitativer Umweltvariablen an, die geeignet sind, die Pr\u00e4ferenzen der Zielart bez\u00fcglich der Struktureigenschaften sowie s\u00e4mtlichen weiteren artrelevanten Umweltcharakteristika aussagekr\u00e4ftig abzubilden. Die multiplen Ma\u00dfstabsebenen in Verbindung mit der angewandten objektbezogenen Analyseperspektive erlauben hierbei einerseits die Einbeziehung zahlreicher raumbezogener Kennwerte (z. B. Nachbarschaftsbeziehungen der Habitatelemente) und \u00fcber die Kombination verschiedener Umweltvariablen die Abbildung komplexer Habitatbed\u00fcrfnisse. Zum anderen f\u00fchrt erst diese objektorientierte Sichtweise auf die Landschaft zu einer Ann\u00e4he-rung an die Perzeption der Umwelt durch faunistische Arten mit gro\u00dfen Raumanspr\u00fcchen.<br \/>\n(3) Habitatqualit\u00e4tsbewertung mit dem empirischen Modell der ENFA<br \/>\nF\u00fcr die Modellierung der Habitatg\u00fcte ist im Projekt das Verfahren der Ecological-Niche Factor Analysis (ENFA) ist vorgesehen. Die \u00f6kologische Interpretation der durch die ENFA abgeleiteten Faktoren stellt mit der Analyse der Beitr\u00e4ge der urspr\u00fcnglichen Habitatqualit\u00e4tskriterien an den Faktoren (Faktorladungen) einen Kernaspekt des Vorhabens dar. Als graphisches Hauptprodukt der Modellierung werden Habitateignungskarten abgeleitet. Die Modellvalidierung umfasst interne \u00dcberpr\u00fcfungen der Modellg\u00fcte ebenso wie terrestrische Evaluierungen und Vergleiche mit Habitatqualit\u00e4tsbewertungen bestehender Monitoring-Verfahren.<br \/>\n(4) Auswertung des Modellarten-Monitorings<br \/>\nEine Sensitivit\u00e4tsanalyse der vorgeschlagenen Methodik soll Pr\u00fcfungen der Genauigkeit, Konsistenz und Vergleichbarkeit der Auswertungen beinhalten. Auch erfolgt in dieser Projektphase die konkrete Ver\u00e4nderungsanalyse der Habitatqualit\u00e4t f\u00fcr die Zielart zwischen zwei Monitoringzeitpunkten, um Handlungsbedarf zur Habitaterhaltung und -verbesserung nach Teilbereichen des untersuchten Gebietes differenziert abzuleiten.<br \/>\n(5) Integration in Standard-Monitoring und weitergehende Einsatzm\u00f6glichkeiten<br \/>\nDie Komplementarit\u00e4t als Voraussetzung der Integration der entwickelten Verfahrensvorschl\u00e4ge in das bisherige Natura 2000-Monitoring sowie die m\u00f6glichen Synergie-Effekte zwischen den Ans\u00e4tzen werden \u00fcberpr\u00fcft bzw. ermittelt. Praktikable und operationale Verfahrensmodule und ein die entwickelten Handlungsschritte strukturiert aufbereitendes Handbuch (Manual) werden als Grundlage einer standardisierten Einbeziehung der Projektans\u00e4tze in bestehende Monitoring-Ans\u00e4tze ausgearbeitet. Die \u00dcbertragbarkeit des methodischen Vorgehens auf unterschiedliche Arten(gruppen) bildet in diesem Kontext einen entscheidenden Aspekt. Das Potential der Projektmethodik f\u00fcr weitere naturschutzfachliche Anwendungen wie Gef\u00e4hrdungsanalysen und Vertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen im Vorfeld geplanter Projekte wird \u00fcber Simulationsstudien \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse nach den Monaten 25-36 der Projektlaufzeit sowie der kostenneutralen Verl\u00e4ngerung um 4 weitere Monate umfassen als zentrale Elemente die Produkte der Phasen III-V des Vorhabens. Als Endprodukte aus der Komplettierung der Projektphase III sind im Wesentlichen die Habitatqualit\u00e4tskarte des besten Modells f\u00fcr den Monitoring-Zeitpunkt 2008 sowie die Interpretation der abgeleiteten Bedeutungsrangfolge der in das entsprechende Modell einbezogenen Umweltvariablen zu nennen. Zahlreiche Zwischenergebnisse auf dem Weg zur Ableitung dieser Produkte wurden dabei analog zur Monitoring-Saison 2003 erstellt.<br \/>\nAus der Komplettierung der Projektphase IV, der Auswertung des Modellarten-Monitorings, ging als Hauptergebnis zum einen die Ver\u00e4nderungskarte zur Habitatqualit\u00e4t in der Entwicklung zwischen 2003 und 2008 hervor, welche die Zu- bzw. Abnahme der Habitatg\u00fcte f\u00fcr jede Landschaftszelle anzeigt. Weiterhin wurde die zugeh\u00f6rige tabellarische Fl\u00e4chen\u00e4nderungsstatistik erzeugt, aus der die Verschiebungen in den Fl\u00e4chensummen der einzelnen Habitateignungsklassen deutlich wurden.<br \/>\nAus der abschlie\u00dfenden Phase V, die in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern sowie unterst\u00fctzt durch Beitr\u00e4ge aus dem Abschluss-Workshop des Vorhabens und Projektpr\u00e4sentationen im Bun-desamt f\u00fcr Naturschutz und an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, bearbeitet wurde, gingen zum einen Einsch\u00e4tzungen zur Integrierbarkeit der entwickelten Projektkonzepte in das bestehende Standard-Monitoring hervor. Hierbei wurde Aspekten der Komplementarit\u00e4t, Praktikabilit\u00e4t und \u00dcbertragbarkeit besonderes Augenmerk gegeben.<br \/>\nAls weiteres Hauptprodukt dieser Phase lie\u00df sich eine Handlungsanweisung in Form eines Manuals ableiten, in dem die Arbeitsschritte zur Durchf\u00fchrung der Erfassung und Bewertung der Habitatg\u00fcte nach dem Projektverfahren in chronologischer Reihenfolge aufgef\u00fchrt sind.<br \/>\nIm dritten Projektjahr mit der Komplettierung der Phasen III und IV sowie der Phase V galt es, die folgenden Teilziele zu erreichen:<br \/>\n\tAuswertung des Modellarten-Monitorings (mit Pr\u00fcfung der Sensitivit\u00e4t der Methode f\u00fcr Ver\u00e4nderungserfassungen und der Vergleichbarkeit ableitbarer Habitatbewertungen);<br \/>\n\tEmpfehlungen zur Integration der Projektans\u00e4tze in ein operationales Standard-Monitoring; hierzu Ableitung konkreter Arbeitsschritte in Form eines Handbuchs (Manual);<br \/>\n\tEinsch\u00e4tzung der Umsetzbarkeit als Erg\u00e4nzung innerhalb eines Standard-Monitoringkonzeptes f\u00fcr Natura 2000-Gebiete; Vergleich der Resultate aus der aktuellen Monitoring-Praxis mit denen des neu entwickelten Verfahrens;<br \/>\n\t\u00dcberpr\u00fcfung der \u00dcbertragbarkeit der Ans\u00e4tze auf andere Arten und auf das fl\u00e4chendeckende Moni-toring (allg. \u00dcberwachung, Art. 11 FFH-RL);<br \/>\n\t\u00dcberpr\u00fcfung der Einsetzbarkeit der Verfahrensans\u00e4tze (a) zur Erkennung von Entwicklungstrends der Habitatqualit\u00e4t, (b) zur Erstellung von Gef\u00e4hrdungsanalysen sowie (c) im Rahmen von Vertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen in Natura 2000-Gebieten \u00fcber Szenarienbewertungen.<br \/>\nDie Ausf\u00fchrungen zu Methodik und Arbeitsschritten (vgl. Kap. 3) sowie die Darstellung der erzielten Re-sultate (vgl. Kap. 4) zeigen an, dass die genannten Teilziele im dritten Jahr der Projektbearbeitung er-reicht werden konnten.<br \/>\nDie einzige Ausnahme betrifft die im letzten Teilziel enthaltene geplante Szenarienentwicklung. Im Verlauf des Projektes wurde deutlich, dass eine Analyse alternativer Szenarien &#8211; sollten sie ebenso sorgf\u00e4ltig entwickelt werden wie die zwei betrachteten Monitoring-Zeitpunkte &#8211; im zeitlichen Rahmen des Vorhabens nicht zu leisten war.<br \/>\nDies lag darin begr\u00fcndet, dass der aufw\u00e4ndigste Teil der Projektmethodik in der pr\u00e4zisen Ableitung der Landnutzungskarte besteht, welche wiederum den Ausgangspunkt f\u00fcr die weiteren Arbeitsschritte im Zuge der Modellierung bildet. Dieser Aufwand verringert sich im Verlauf einer Monitoring-Zeitreihe bereits w\u00e4hrend des ersten Folgedurchganges (vgl. Kap. 4.3.2.). F\u00fcr die Entwicklung von Szenarien, wie sie sich im Fall der Umsetzung von Projekten mit starken Eingriffen in die Landschaft darstellen k\u00f6nnen, h\u00e4tte sich jedoch ein hoher Aufwand ergeben, diese Eingriffe \u00fcber deutliche Ver\u00e4nderungen der Landnutzung ad\u00e4quat abzubilden und f\u00fcr zahlreiche Varianten den gesamten Modellierungsprozess, wie er im Modulhandbuch (vgl. Kap. 4.3.3.) beschrieben ist, wiederholt zu vollziehen. Daher konnte dieser Aspekt des o. g. Teilzieles nicht erreicht werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Verlauf des dritten Projektjahres und insbesondere beg\u00fcnstigt durch die gew\u00e4hrte kostenneutrale Laufzeitverl\u00e4ngerung des Vorhabens (01.01.-30.04.2011) konnten etliche Aktivit\u00e4ten im Bereich der \u00d6ffentlichkeitsarbeit vollzogen werden.<br \/>\nDurch die Tatsache, dass die Ergebnisse beider Monitoring-Zeitpunkte aufbereitet vorlagen, lie\u00dfen sich die Projektinhalte interessierten Fachleuten vorstellen und Diskussionen insbesondere zur Integrierbarkeit (von Teilen) der Projektans\u00e4tze in das bestehende Standard-Monitoring f\u00fchren.<br \/>\nKernpunkt der \u00d6ffentlichkeitsarbeit war der am 28.04.2011 in der Abteilung f\u00fcr Waldinventur und Fernerkundung der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen vom Projektbearbeiter veranstaltete Abschluss-Workshop des Vorhabens. Zu diesem waren Vertreter der Naturschutzverwaltungen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene eingeladen. Dar\u00fcber hinaus waren das B\u00fcro f\u00fcr Faunistische Untersuchungen Brunken sowie die Kreis-gruppe des Bundes f\u00fcr Naturschutz in G\u00f6ttingen e.V. als Kooperationspartner innerhalb des Projektes vertreten. Erg\u00e4nzt wurde der Teilnehmerkreis durch VertreterInnen aus der Abteilung f\u00fcr Naturschutzbiologie (Fakult\u00e4t f\u00fcr Biologie) sowie der Abteilung f\u00fcr Naturschutz und Landschaftspflege (Fakult\u00e4t f\u00fcr Forstwissenschaften und Wald\u00f6kologie) der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen.<br \/>\nNach einer Begr\u00fc\u00dfung durch Prof. Dr. Christoph Kleinn als Leiter der Abteilung f\u00fcr Waldinventur und Fernerkundung wurden in zwei Vortragsteilen durch den Projektbearbeiter Hintergr\u00fcnde und Ziele des Vorhabens sowie dessen konzeptionelle Ans\u00e4tze vorgestellt. Im Anschluss konnten durch Vertreter der Staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsens (Herr Knut Sandk\u00fchler) sowie des B\u00fcros f\u00fcr Faunistische Untersuchungen Brunken (Herr Dipl.-Biol. Gerd Brunken) die Zielart Rotmilan als priorit\u00e4re Brutvogelart Niedersachsens sowie ihre spezielle Entwicklung im Projektgebiet \u0082Unteres Eichsfeld beleuchtet werden.<br \/>\nDie Konzeptumsetzung, die Resultate und R\u00fcckschl\u00fcsse aus der Fallstudie zum Rotmilan wurden durch den Projektbearbeiter vorgestellt. Der Vortragsteil wurde abgerundet durch Information aus einer Studie der Abteilung f\u00fcr Naturschutzbiologie zum Nahrungserwerb des Rotmilans im Projektgebiet und angren-zenden Landschaftsbereichen (Dr. Eckhard Gottschalk).<br \/>\nAnschlie\u00dfend konnten in einer gemeinsamen Diskussionsrunde Aspekte der Praktikabilit\u00e4t und Umsetzbarkeit der im Projekt erarbeiteten konzeptionellen Ans\u00e4tze in der Monitoring-Praxis erwogen werden. Hierbei zeigte sich Interesse seitens der durch die Staatliche Vogelschutzwarte vertretenen Landesbeh\u00f6rde, die Projektans\u00e4tze in anderen Untersuchungsgebieten des Landes Niedersachsen zur Anwendung kommen zu lassen. Die Agenda des Workshops findet sich in Anhang 3 dieses Berichtes.<br \/>\nDer Projektbearbeiter konnte durch zwei weitere Vortr\u00e4ge der \u00d6ffentlichkeit die Inhalte des projektes vermitteln. Zum einen ging es hierbei um eine Pr\u00e4sentation am Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN)in Bonn. Das BfN konnte aus zeitlichen Gr\u00fcnden nicht beim Abschluss-Workshop des Vorhabens in G\u00f6ttingen vertreten sein, lud jedoch den Bearbeiter seinerseits zu einer Projektvorstellung ein. In deren Rahmen konnten die Konzepte, Resultate und Schlussfolgerungen aus dem Vorhaben vorgestellt und Fragen der Integrierbarkeit der methodischen Ans\u00e4tze &#8211; insbesondere der fernerkundungsbasierten Erfassung der Landschaft und ihrer Habitatstrukturen &#8211; diskutiert werden. Es zeigte sich hierbei u. a., dass der Erfassung von Habitatstrukturen mittels des auf Fernerkundungsdaten aufbauenden Ansatzes Potential zugemessen wird. Dahingegen ist bez\u00fcglich des Aspektes der Modellierung der Habitatqualit\u00e4t offensichtlich noch \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten, da dieses &#8211; f\u00fcr gro\u00dfe Gebiete aus Sicht des Bearbeiters unabdingbare &#8211; Vorgehen inhaltlich noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig unbekannt ist. Weitere Forschungsprojekte, idealerweise in sehr enger Abstimmung mit den zust\u00e4ndigen Fachbeh\u00f6rden k\u00f6nnten hier f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz der Methodik sorgen. Au\u00dferdem bestand im Rahmen eines Seminars der Abteilung f\u00fcr \u00d6kosystemmodellierung der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen die M\u00f6glichkeit, das hochschulinterne Umfeld von den Inhalten des Projektes in Kenntnis zu setzen.<br \/>\nNach dem Abschluss des Vorhabens sind zudem Publikationen zu den Projektinhalten in Fachzeitschriften geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Als Fazit f\u00fcr das dritte Projektjahr und den Abschluss des Vorhabens l\u00e4sst sich festhalten, dass sich die Ausarbeitung und Entwicklung der methodischen Ans\u00e4tze zur Erfassung und Bewertung der Habitatqualit\u00e4t f\u00fcr Arten mit Aktionsr\u00e4umen auf Landschaftsebene als zielf\u00fchrend erwiesen haben.<br \/>\nDie zentralen Ansatzpunkte des Projektes konnten in ihrer Relevanz f\u00fcr aussagekr\u00e4ftige Monitoring-Ergebnisse best\u00e4tigt werden. Als geeignete Erg\u00e4nzung zu den bisherigen Feldaufnahmen im Monitoring zeigte sich die fernerkundungsbasierte Methodik der Erfassung von Habitatstrukturen f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Untersuchungsgebiete. Insbesondere die Verwendung hochaufgel\u00f6ster Luftbilder und Satellitenszenen erscheint hier als vielversprechender Ansatz, um in der Kombination mit den terrestrischen Aufnahmen zu einer umfassenderen Ber\u00fccksichtigung relevanter Habitatelemente und beeintr\u00e4chtigender Strukturen zu gelangen. Werden bez\u00fcglich der Bereitstellung entsprechender Bilddatens\u00e4tze Synergien zwischen den Fachverwaltungen genutzt, stellen speziell digitale Luftbilder ein Medium hohen Potentials f\u00fcr das Monitoring dar.<br \/>\nAuch die explizite Ansprache der Landschaftskonfiguration, d. h. der r\u00e4umlichen Habitatstruktur, wurde in ihrer Bedeutung best\u00e4tigt. So zeigte sich die Anordnung hochwertiger Fl\u00e4chen f\u00fcr den Nahrungserwerb als bedeutsam f\u00fcr die Bruthabitatqualit\u00e4t des Rotmilans. Der methodische Weg zur Ableitung der Strukturmetriken und ihre Einbindung in ein statistisches Habitatmodell konnten anhand der auf Landschaftsebene aktiven Zielart erprobt werden.<br \/>\nDie Einbindung eines Habitatmodells f\u00fcr die Bewertung der Lebensraumqualit\u00e4t konnte in der Projekt-Fallstudie erfolgreich getestet werden. F\u00fcr gro\u00dfr\u00e4umige Habitate stellen multivariate empirische Modelle eine geeignete M\u00f6glichkeit zur fl\u00e4chendeckenden Einsch\u00e4tzung der Lebensraumg\u00fcte dar. Das Modell f\u00fchrte zu plausiblen Resultaten, wobei die Akzeptanz eines derartigen statistischen Ansatzes \u00fcber weitere Beispielanwendungen auf andere Arten gest\u00e4rkt werden muss. Auch kommt der m\u00f6glichst einfachen Ausgestaltung der jeweiligen Modelle vor diesem Hintergrund gro\u00dfe Bedeutung zu. In der Projekt-Fallstudie zeigte sich, dass die Identifizierung eines Kern-Sets an Umweltvariablen \u00fcber mehrere Monitoring-Zeitpunkte hinweg speziell f\u00fcr Agrarlandschaften mit hoher Nutzungsdynamik angestrebt werden sollte, um die f\u00fcr die Habitatwahl bedeutsamsten Umweltkenngr\u00f6\u00dfen zu ermitteln.<br \/>\nEs zeigte sich im Rahmen der beispielhaften Methodenumsetzung auf die Zielart Rotmilan, dass die Konzepte sich technisch umsetzen lie\u00dfen, was f\u00fcr die Frage nach der Praktikabilit\u00e4t von besonderer Bedeutung ist. Auch wurde klar, dass die wiederholte Anwendung des Verfahrens im Zuge von Folgeaufnahmen zu einer deutlichen Reduktion des Arbeitsaufwandes f\u00fchrt. Dieser Aspekt spielt vor dem Hintergrund der angestrebten Integrierbarkeit der Konzepte in das bestehende (terrestrische) Standard-Monitoring eine wichtige Rolle. Die Komplementarit\u00e4t terrestrischer und fernerkundungsgest\u00fctzter Ver-fahrensans\u00e4tze ist nach den Projekterfahrungen positiv zu beurteilen. Die umfangreichen Feldbeg\u00e4nge innerhalb des Vorhabens mit gleichzeitigem Input der Kooperationspartner, die langj\u00e4hrige Erfahrung mit dem bestehenden Monitoring haben, f\u00fchrten zu dieser Einsch\u00e4tzung.<br \/>\nDie weitere Erprobung der methodischen Ans\u00e4tze und fortgesetzte Diskussion mit Vertretern der mit der Umsetzung des Monitorings betrauten Fachbeh\u00f6rden sollte angestrebt werden. Hierbei ist sowohl im Sinne einer \u00dcberpr\u00fcfung der Konzepte an die Anwendung auf die bisherige Zielart Rotmilan in anderen Untersuchungsgebieten, weiterhin mit Blick auf die Weiterentwicklung jedoch auch an die Anwendung auf weitere Arten zu denken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist es, zur Entwicklung eines aussagekr\u00e4ftigen Monitoringsystems zur Erfassung gro\u00dfr\u00e4umiger Habitatstrukturen und Bewertung ihrer Qualit\u00e4t im Kontext des Natura 2000-Programmes beizutragen. Zurzeit werden Methoden zur Beurteilung der Habitatqualit\u00e4t auf Landschaftsebene f\u00fcr zahlreiche faunis-tische Arten mit gro\u00dfen Raumanspr\u00fcchen erarbeitet. 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