{"id":24533,"date":"2023-07-13T15:26:07","date_gmt":"2023-07-13T13:26:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25244-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:09","slug":"25244-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25244-01\/","title":{"rendered":"Aktionsplan Wei\u00dfstorch im Dichtezentrum Elbe &#8211; Vorstudie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das l\u00e4nder\u00fcbergreifende Biosph\u00e4renreservat Flusslandschaft Elbe ist eines der wichtigsten Schwerpunktgebiete f\u00fcr den Wei\u00dfstorchschutz in Deutschland. Der Wei\u00dfstorchbestand ist in Deutschland von \u00fcber 10.000 Paaren zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis 1991 auf unter 3.000 Paare gesunken. Seither hat sich der Bestand ein wenig erholt und derzeit auf ca. 4.000 Paare eingependelt. Der Bruterfolg des Wei\u00dfstorchs reicht jedoch gegenw\u00e4rtig nicht aus, um den Bestand langfristig zu sichern. Verantwortlich daf\u00fcr sind die erheblich verschlechterten Lebensbedingungen f\u00fcr den Wei\u00dfstorch in vielen Regionen Deutschlands. Selbst innerhalb des Biosph\u00e4renreservats Flusslandschaft Elbe wurden in den vergangenen Jahrzehnten gro\u00dfe Anteile ehemaliger Feuchtgr\u00fcnlandfl\u00e4chen durch Entw\u00e4sserungsma\u00dfnahmen, Nutzungsintensivierung und Umbruch zu Ackerland als Lebensraum entwertet.<br \/>\nIn den Elbauen bilden Amphibien sowohl f\u00fcr die Alt-, als auch f\u00fcr die Jungv\u00f6gel die wichtigste Nahrungsgrundlage. Insofern kommt der Verbesserung und Ausweitung von Laichhabitaten im Nahbereich br\u00fctender St\u00f6rche h\u00f6chste Bedeutung f\u00fcr den Schutz dieser Vogelart zu. Im Rahmen einer Vorstudie sollten neue L\u00f6sungswege aufgezeigt und untersucht werden, inwieweit es m\u00f6glich ist, durch eine gezielte Wasserr\u00fcckhaltung im Gr\u00fcnland zu einer st\u00e4rkeren Fl\u00e4chenwirkung bez\u00fcglich der Schaffung von zus\u00e4tzlichen Nahrungsfl\u00e4chen zu kommen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenWichtige Partner sind die regional t\u00e4tigen Gew\u00e4sserunterhaltungsverb\u00e4nde, die Unteren Naturschutzbeh\u00f6rden, die Unteren Wasserbeh\u00f6rden sowie die Biosph\u00e4renreservatsverwaltungen, die ehrenamtlich im Wei\u00dfstorchschutz T\u00e4tigen und nicht zuletzt die Naturschutzverb\u00e4nde, die vom Beginn an in die Planung einbezogen wurden. Nach Kl\u00e4rung der Eigentums- und Nutzungsverh\u00e4ltnisse konnten in enger Abstimmung mit den Projektpartnern standardisierte lokale Vorhabenspakete entwickelt werden, die anschlie\u00dfend Grundlage f\u00fcr die Arbeitsinhalte der umsetzungsorientierten Hauptphase des Projektes bilden. Dabei war es vorgesehen, pilotartig bereits einige Vorhaben umzusetzen, um praktische Erfahrungen f\u00fcr die vorgesehenen Ma\u00dfnahmen in der Hauptphase zu sammeln.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Eine wichtige Erfahrung der vorliegenden Studie war das gro\u00dfe Interesse vonseiten der Gew\u00e4sserunterhaltungsverb\u00e4nde an einer engen Zusammenarbeit zur Umsetzung der Projektziele. Die insgesamt 17 kontaktierten Verb\u00e4nde und die 4 Flussbereiche des LHW signalisierten alle gro\u00dfe Gespr\u00e4chsbereitschaft. Vielfach kam es zu mehreren Gespr\u00e4chsrunden und auch zu mehrst\u00fcndigen Bereisungen des jeweiligen Verbandsgebiets.<br \/>\nDes \u00d6fteren trat jedoch ein unterschiedlicher Blickwinkel in der Bewertung und Beurteilung der jeweiligen Situation zutage. Vorgeschlagene Wasserstandsanhebungen vonseiten der Verb\u00e4nde waren zumeist eher aus landwirtschaftlicher Sicht motiviert, ohne dass durch deren Umsetzung auch positive Effekte f\u00fcr den Naturschutz zu erreichen w\u00e4ren.<br \/>\nBesonders g\u00fcnstige Verh\u00e4ltnisse bestanden dort, wo seitens der Verb\u00e4nde bereits Vorplanungen f\u00fcr eine effektivere Wasserr\u00fcckhaltung bzw. die Gew\u00e4sserrenaturierungen bestanden (z. B. in Brandenburg: Unterhaltungsverband Prignitz).<br \/>\nVon gro\u00dfer Projektrelevanz ist die Tatsache, dass die Gew\u00e4sserunterhaltungsverb\u00e4nde im Allgemeinen \u00fcber hervorragende pers\u00f6nliche Kontakte zu den Genehmigungsbeh\u00f6rden verf\u00fcgen. Auf der Ebene der Unteren Wasserbeh\u00f6rden k\u00f6nnen dadurch Planungsabl\u00e4ufe beschleunigt oder gar reduziert werden.<br \/>\nBesonders hervorzuheben ist auch das Engagement der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rden in Stendal und Wittenberg. Hier wurden grundlegende Voraussetzungen f\u00fcr die Umsetzung von Pilotvorhaben und f\u00fcr weitere Ma\u00dfnahmeplanungen geschaffen.<br \/>\nDie fl\u00e4chendeckende Digitalisierung der Storchennester in den Landkreisen des Projektgebietes erm\u00f6glicht eine detaillierte Darstellung der wichtigsten Nahrungsfl\u00e4chen und Aussagen \u00fcber das jeweils vorhandene Nahrungspotential der St\u00f6rche. Erstmals lassen sich umfassende und zuk\u00fcnftig nutzbare Aussagen \u00fcber den Bereich der gr\u00f6\u00dften Storchendichte treffen.<br \/>\nDie umgesetzten Pilotprojekte sind in besonderer Weise beispielgebend. Es ist ein herausragendes Ergebnis, dass bereits durch diese Vorstudie 6 Pilotprojekte verwirklicht wurden und ihre Wirkung entfalten. Einzigartig ist auch die gro\u00dfe Verschiedenartigkeit der Ma\u00dfnahmen. Das betrifft zum einen die bauliche Umsetzung sowie die unterschiedlichen Landschaftsr\u00e4ume und Fl\u00e4chen auf denen die Projekte realisiert wurden. Weitere 62 Ma\u00dfnahmen wurden f\u00fcr eine Realisierung in der Hauptphase erfasst und planerisch vorbereitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben den Veranstaltungen, die im Rahmen des Projektes stattfanden, wurden die Ziele auf 4 verschiedenen Fachveranstaltungen pr\u00e4sentiert. Dar\u00fcber hinaus wurde das Projekt in mehreren Presseartikeln und in einem Symposiumsband vorgestellt.<br \/>\nWeitere Ver\u00f6ffentlichungen sind geplant, so zum Beispiel im Zusammenhang mit zwei Pilotprojekten, deren Auswirkungen insbesondere nach Elbehochw\u00e4ssern durch R\u00fcckhalt des Wassers in der Aue zur Geltung kommen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die bisherige Vorgehensweise hat sich hervorragend bew\u00e4hrt. Wie vorgesehen, konnten die Gew\u00e4sserunterhaltungsverb\u00e4nde, regionale Beh\u00f6rden, Biosph\u00e4renreservatsverwaltungen, aber auch Naturschutzverb\u00e4nde als wichtige Partner f\u00fcr das Vorhaben gewonnen werden. Ebenso wurde das Vorhaben von den Wei\u00dfstorchbetreuern sehr begr\u00fc\u00dft, die die Notwendigkeit der Verbesserung der Nahrungssituation der St\u00f6rche seit langem betonen. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Entwicklung des gesamtdeutschen Storchenbestandes.<\/p>\n<p>Eine Weiterf\u00fchrung des Projekts in der Hauptphase mit vielseitigen Umsetzungsma\u00dfnahmen zur Biotopaufwertung ist sehr zu empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das l\u00e4nder\u00fcbergreifende Biosph\u00e4renreservat Flusslandschaft Elbe ist eines der wichtigsten Schwerpunktgebiete f\u00fcr den Wei\u00dfstorchschutz in Deutschland. Der Wei\u00dfstorchbestand ist in Deutschland von \u00fcber 10.000 Paaren zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis 1991 auf unter 3.000 Paare gesunken. 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