{"id":24532,"date":"2024-11-27T10:38:26","date_gmt":"2024-11-27T09:38:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25243-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:29","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:29","slug":"25243-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25243-01\/","title":{"rendered":"Die Nutzung \u00f6kologischer Potenziale von Buchenw\u00e4ldern f\u00fcr eine multifunktionale Bewirtschaftung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Stadtwald L\u00fcbeck hat 1994 sein Konzept der naturnahen Waldnutzung auf ca. 5.000 ha eingef\u00fchrt. Es basiert auf den Grund\u00fcberlegungen der Beschl\u00fcsse des Umweltgipfels in Rio de Janeiro (1992) und strebt an, dass Wirtschaftw\u00e4lder sich m\u00f6glichst weit an die an ihrem Standort m\u00f6gliche nat\u00fcrliche Waldgesellschaft ann\u00e4hern (Naturn\u00e4he), nur angemessene Leistungen erbringen m\u00fcssen (nat\u00fcrliches Ertragsniveau) und ihr \u00f6konomisches Ergebnis durch minimalen Input optimieren (Minimumprinzip). Da im Zuge der forstwirtschaftlichen Folgeinventur nun \u00f6kologische und \u00f6konomische Daten von 1994 und 2005 vorliegen und durch das Projekt verdichtet werden, ist es jetzt m\u00f6glich, eine bewertende Zustandsbeschreibung zwischen unterschiedlich lange unbewirtschafteten W\u00e4ldern und den Wirtschaftsw\u00e4ldern des Stadtwaldes L\u00fcbeck zu erstellen. Wesentliches Ziel des Vorhabens ist es, die Argumente daf\u00fcr zu erarbeiten, dass diese naturnahe Waldbewirtschaftung nicht nur \u00f6kologisch vorteilhaft ist, sondern mittel- und langfristig auch tendenziell \u00f6konomisch \u00fcberlegen sein kann. Dies ist auf Grund des wachsenden gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Druckes auf die Forstwirtschaft bei gleichzeitig steigenden Umwelt- und Klimabelastungen von wachsendem Interesse.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Projekt werden unterschiedlich lange nicht genutzte Buchenaltholzbest\u00e4nde (Rein- und Laubmischbest\u00e4nde) in den Referenzfl\u00e4chen Hevenbruch (175 ha, seit 1995 unbewirtschaftet) und Schattiner Zuschlag (50 ha, seit 110 Jahren unbewirtschaftet) mit nach dem L\u00fcbecker Modell naturnah bewirtschafteten, vergleichbaren Waldbest\u00e4nden hinsichtlich ihrer \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Potenziale untersucht. Dabei wird auf vorhandene Daten der Forstreinventur von 1994 und 2005 zur\u00fcckgegriffen und durch aktuelle Untersuchungen erg\u00e4nzt: Die vegetationskundlichen Untersuchungen umfassen H\u00f6here Pflanzen, Moose und Flechten in Vorkommen und Deckungsanteilen einschlie\u00dflich der Bewohner am lebenden Holz, Totholz und an Steinen. Dabei werden Vielfalt, Indikatorarten, Mikrohabitate und Altersklassen in Hinblick auf Seltenheit, Lebensraumzugeh\u00f6rigkeit und Gef\u00e4hrdung bewertet und zur Naturn\u00e4he in Beziehung gesetzt. Zus\u00e4tzlich werden lignicole Pilze (Urwaldzeiger, Kontinuit\u00e4tszeiger, Signalarten, short-cycle Mycorrhizaarten) sowie die Brutv\u00f6gel und Brutvogeldichte in den Waldstichproben erfasst. Vorhandene bodenkundliche Daten werden durch Untersuchungen zum Humusk\u00f6rper, zur Bodenverdichtung, zur Regenwurmfauna und dem pH-Wert erg\u00e4nztund zur Nutzungsintensit\u00e4t bzw. Nichtnutzung in Beziehung gesetzt. Ein Schwerpunkt des Projektes stellt neben der betriebswirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfung die Beschreibung und Bewertung des Waldwachstums hinsichtlich \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Parameter bei Nullnutzung und naturnaher Nutzung dar. Dazu wird die Differenzierung der B\u00e4ume in Hinblick auf Konkurrenzverh\u00e4ltnisse sowie der Produktion von Holzmasse und -qualit\u00e4t mit den vorhandenen Daten der Forstinventuren von 1994 und 2005 ausgewertet und durch Verbissgutachten erg\u00e4nzt. Bei der \u00f6konomischen Analyse wird eine betriebswirtschaftliche Auswertung (z. B. hinsichtlich der Betriebsliquidit\u00e4t) vorhandener ertragskundlicher Daten (Holzzuwachs, Aufwendungen, Ertr\u00e4ge und Reinertr\u00e4ge etc.) im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Waldbaumethoden vorgenommen. Dabei wird das Programm BWINPro 7.0 angewendet, um mit den gewonnenen ertragskundlichen Daten eine Simulation verschiedener waldbaulicher Strategien durchzuf\u00fchren. Wesentliche Einflussgr\u00f6\u00dfen (z. B. sortimentspezifische Holzpreise, Lohnkosten, Energiekosten) werden durch eine speziell entwickelte Software variabel auswertbar gemacht. Daraus sollen praxisorientierte Strategien zur Minimierung von Eingriffen bei gleichzeitiger Maximierung der betriebswirtschaftlichen Ertr\u00e4ge bei Wahrung der standortgerechten Biodiversit\u00e4t und anderer Natur- und Klimaschutzleistungen (CO2- Bindung, K\u00fchlfunktion) abgeleitet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Studie leistet im Teilprojekt Waldwachstum anhand detaillierter Analysen zur Wachstumsdynamik von Waldmeister-Buchenw\u00e4ldern (Galio odorati-Fagetum) einen Beitrag zur aktuellen Debatte um den Schutz und die Nutzung von Buchenw\u00e4ldern in Norddeutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Buchenpopulationen in Natur- und Wirtschaftsw\u00e4ldern verschiedene Wachstumsmechanismen entwickeln. Deutliche Unterschiede konnten bez\u00fcglich des Wachstumsrhythmus (Durchmesserzuwachs, H\u00f6henentwicklung und Baumarchitektur) nachgewiesen werden. F\u00fcr eine naturnahe Waldbewirtschaftung ist dieses Ergebnis sowohl aus \u00f6kologischen als auch aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden von Bedeutung. Mit dem Ziel der Eingriffsminimierung bei gleicher betrieblicher Wertsch\u00f6pfung werden Fragen der Eingriffsintensit\u00e4t, der Zielvorr\u00e4te und der Holzqualit\u00e4t anhand der untersuchten und der mit dem Waldwachstumssimulator BWINPro prognostizierten Bestandsentwicklungen diskutiert.<\/p>\n<p>Die Verbiss- und Verj\u00fcngungsuntersuchungen in  neun Forstorten anhand von Transekten belegen die drastische Einflussnahme des Wildes bei der Naturverj\u00fcngung. Nahezu die H\u00e4lfte der 28 Baumarten war an ihrer Hauptachse verbissen. &#8220;Durchgekommen&#8221; bzw. dem Verbiss entwachsen sind ca. 750 B\u00e4umchen\/ha, davon 39 % stark verbissene Bergahorne und 51 % wenig verbissene Buchen. Neun weitere Arten teilen sich die restlichen 10 % der Individuen. Von ihnen sind Faulbaum, Ilex, Holunder, Rotdorn und Vogelbeere\/Eberesche forstlich kaum von Bedeutung. Auf Esche, Hainbuche und Fichte entfallen je knapp 2 %, auf Kirsche 3 %. Die Baumarten sind demzufolge beim Wild unterschiedlich beliebt: Buche und Fichte unter den forstlich  bedeutenden Arten z. B. vergleichsweise wenig, Ulme, Esche, die Ahorne, Eberesche, Kirsche, Eiche jedoch besonders. Unter dem gegebenen Verbissdruck, insbesondere durch Rehwild, w\u00e4re lediglich ein Waldbau mit Buche und Fichte m\u00f6glich. Allerdings besteht die M\u00f6glichkeit der Einflussnahme durch die Art der Jagdverpachtung: Der Wildverbiss in den verpachteten W\u00e4ldern ist doppelt so h\u00e4ufig wie bei selbstbejagden (Regie-)Jagden.<\/p>\n<p>Die im Teilprojekt Botanik durchgef\u00fchrten Untersuchungen zur botanischen Artenvielfalt best\u00e4tigen andere Untersuchungen zu quantitativ h\u00f6heren Artenzahlen in bewirtschafteten im Vergleich zu unbewirtschafteten Buchenw\u00e4ldern. Qualitativ unterscheidet sich die Anzahl an Waldarten zwischen den bewirtschafteten und lange Zeit unbewirtschafteten Fl\u00e4chen nicht; der Anteil nicht waldtypischer Arten sowie die Deckung von Schlagflurarten sind in den Wirtschaftsw\u00e4ldern jedoch h\u00f6her. Der Anteil von stehendem Totholz wirkt sich positiv auf die Wiederansiedlung typischer Totholzarten aus. Epiphytengesellschaften zeigen eine hohe Belastung mit Stickstoffeintr\u00e4gen aus der Luft an. Diese Belastung wird sich langfristig negativ auf das Boden\u00f6kosystem auswirken. Auf Hainbuchen kommen vereinzelt noch seltene Flechten vor, die bereits auf Rotbuchen verschollen sind. Epiphytenreiche Hainbuchen k\u00f6nnen daher als Biotopb\u00e4ume einen wichtigen Beitrag zur Wiederausbreitung und -herstellung artenreicher, naturnaher Buchenwaldgemeinschaften leisten. <\/p>\n<p>Bei der Artenzusammensetzung und H\u00e4ufigkeit der lignicolen Pilzarten zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Bewirtschaftungsformen, die teilweise auch unabh\u00e4ngig vom Alter der Einzelbest\u00e4nde sind. Insbesondere die pilzlichen Naturn\u00e4hezeiger und Kontinuit\u00e4tszeiger nehmen auf den nicht mehr bewirtschafteten Fl\u00e4chen signifikant zu. Auf  grobes Totholz (St\u00e4mme, dicke \u00c4ste) spezialisierte Pilzarten werden in den nicht mehr bewirtschafteten Forstvarianten h\u00e4ufiger, w\u00e4hrend auf den bewirtschafteten Fl\u00e4chen lignicole Arten an D\u00fcnnholz (\u00c4stchen) und Stangenholz dominieren. Es zeigt sich, dass lignicole Pilze in diesem Fall eine gute Indikatorengruppe sind, da sie schon nach forstlich relativ kurzen Zeitr\u00e4umen (12, 50 Jahre) deutliche Ver\u00e4nderungen in der Artenzusammensetzung zeigen. Es konnte eine &#8220;kritische Totholzmenge&#8221; von ca. 25 cbm\/ha ermittelt werden, oberhalb der die pilzliche Bio-diversit\u00e4t und auch die Qualit\u00e4t des Artenspektrums stark zunehmen. Wenn von diesen > 25 cbm\/ha ein hoher Anteil (> 20 cbm\/ha) st\u00e4rker zersetzt ist (Zersetzungstufen 3 und 4), sind Totholz-Quantit\u00e4t und -Qualit\u00e4t optimal f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und die Recycling-Funktion der lignicolen Pilze im Wald\u00f6kosystem ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die Brutvogelkartierung ergab deutliche Unterschiede im Vogelarten-Inventar der untersuchten Waldfl\u00e4chen: Ausschlie\u00dflich im &#8220;jungen&#8221; Buchenwald (ca. 70-j\u00e4hrig) angetroffen wurden Heckenbraunelle, Rabenkr\u00e4he, Kleinspecht, Star und Misteldrossel. Deutlich h\u00e4ufiger als im 110-j\u00e4hrigen Buchenwald gefunden wurden au\u00dferdem Tannenmeise und Zilpzalp. &#8211; Ausschlie\u00dflich in &#8220;\u00e4lteren&#8221; Buchenw\u00e4ldern fanden sich Grauschn\u00e4pper, Habicht, Kolkrabe, Schwarzspecht, Trauerschn\u00e4pper, Weidenmeise und Zwergschn\u00e4pper. H\u00e4ufiger als im &#8220;jungen&#8221; kamen im &#8220;\u00e4lteren&#8221; Wald Gartenbauml\u00e4ufer, Mittelspecht, Kleiber und Waldkauz vor. Knapp die H\u00e4lfte (18) von insgesamt 39 erfassten Waldvogelarten scheint somit auf das Alter der untersuchten Waldbest\u00e4nde zu reagieren. Der Vergleich von \u00c4hnlichkeiten im Vogelinventar je zwei Untersuchungsfl\u00e4chen mit den S\u00d8RENSEN- bzw. RENKONEN-Indizes sowie die Zusammenfassung von \u00f6kologischen Gilden ergab indes keinen eindeutigen Trend, der parallel zum Gradient der Nutzungsintensit\u00e4t verl\u00e4uft. Ein solcher Trend konnte allerdings durch die Analyse der Naturn\u00e4he der registrierten Arten eindeutig festgestellt werden: Arten der Bewertungsstufen &#8220;reifer Wald&#8221; und &#8220;naturnaher Laubwald&#8221; (Hohltaube, Kernbei\u00dfer, Mittelspecht, Zwergschn\u00e4pper sowie Eichelh\u00e4her, Fitis, Gartengrasm\u00fccke, Kleinspecht, Waldlaubs\u00e4nger, Weidenmeise) wurden im Wirtschaftswald nur zuf\u00e4llig und in geringer Zahl gefunden. Sie sind im seit 12 Jahren nicht mehr genutzten Hevenbruch regelm\u00e4\u00dfig in geringer Zahl vertreten und im seit 50 und mehr Jahren nicht mehr genutzten Schattiner Zuschlag insgesamt mehr als doppelt so h\u00e4ufig wie im Hevenbruch. <\/p>\n<p>Im Bereich der Boden\u00f6kologie wurden die abiotischen Bodenparameter pH-Wert, Anteil der organischen Substanz im Mineralboden, H\u00f6he der Streuauflage und Eindringwiderstand und die biotischen Parameter Dichte und Arten der Regenw\u00fcrmer und deren Biomasse untersucht. Zus\u00e4tzlich wurden Daten der Standortkartierung und Daten zur Baumartenmischung aus der Kontrollstichprobe des Forstamtes L\u00fcbeck verwendet. Die pH-Werte liegen in allen untersuchten W\u00e4ldern im stark sauren Bereich (zwischen 4,7 und 2,5). Humusgehalt, H\u00f6he der Streuauflage und Bodendichte zeigen eine deutliche Abh\u00e4ngigkeit vom pH-Wert, ebenso wie die endog\u00e4ischen Regenw\u00fcrmer, die schon ab einem pH-Wert von 2,8 im Boden zu finden waren. Die Einteilung der Standortkartierung ergab, dass die untersuchten Nutzungsformen und Bestandstypen nicht uneingeschr\u00e4nkt vergleichbar sind. Es lassen sich aber auch nicht alle Ergebnisse mit unterschiedlichen Standorteigenschaften erkl\u00e4ren.<br \/>\nBoden\u00f6kologisch kann eine Verschlechterung durch die Nutzungsaufgabe nicht best\u00e4tigt werden. Im Bereich der pH-Werte, Humusgehalt, Streuauflage, Eindringwiderstand und Anzahl der endog\u00e4ischen Regenw\u00fcrmer stellt sich die am l\u00e4ngsten ungenutzte Variante am besten dar. Zus\u00e4tzlich l\u00e4sst sich eine Tendenz erkennen, bei der sich die Mischbest\u00e4nde mit der Zeit schneller zum Positiven ver\u00e4ndern als die Reinbest\u00e4nde. Verschiedene m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr diese Entwicklung werden diskutiert.<br \/>\nAuf der Basis der Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Teilprojekte und Erfahrungen aus den Folgeinventuren werden im Teilprojekt &#8220;Waldbauliche Schlussfolgerungen&#8221; Konsequenzen f\u00fcr das L\u00fcbecker Waldbaukonzept auf der Basis des Wachstums und der Entwicklung in Naturw\u00e4ldern (Referenzfl\u00e4chen) mit einer m\u00f6glichst weitreichenden Eingriffsminimierung aufgezeigt. Sie umfassen die Baumartenwahl, die Pflegestufen und deren waldbauliche Behandlung, die Zielvorr\u00e4te, das Biotopholz und die Erschlie\u00dfung.<br \/>\nIm Teilprojekt &#8220;Betriebswirtschaftliche Bewertung&#8221; werden zun\u00e4chst die Bestandswerte f\u00fcr Buche und Eiche nach der Waldwertrechnung NRW f\u00fcr den L\u00fcbecker Wirtschaftwald und den Referenzfl\u00e4chen errechnet und bewertet. Des Weiteren wird am Beispiel der Referenzfl\u00e4che Schattiner Zuschlag eine \u00f6konomische Analyse vorgenommen, die der hypothetischen Frage nachgeht, ob diese Variante des Minimumprinzips (> 50 Jahre Nullnutzung) wirtschaftlich erfolgreich ist. Insbesondere werden jedoch die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Teilprojekte im Rahmen einer Synopsis in Hinblick auf ihre betriebswirtschaftlichen Folgerungen analysiert. Dabei ergaben die \u00f6konomischen Vergleiche zwischen Referenzfl\u00e4chen und Wirtschaftswald, dass Qualit\u00e4t und Wertsch\u00f6pfung der Referenzfl\u00e4chen keine Verschlechterung, unter aktuellen Marktbedingungen eher eine Verbesserung gegen\u00fcber einer Bewirtschaftung nach L\u00fcbecker Konzept erfahren. F\u00fcr die Verbesserung (Rationalisierung) der Betriebsf\u00fchrung im L\u00fcbecker Stadtwald werden zahlreiche Erkenntnisse gewonnen. Diese sind zum Beispiel:<br \/>\nDie Extensivierung\/Minimierung soll noch verst\u00e4rkt werden, z. B. in der Waldpflege (Halbierung der Anzahl der Durchforstungen), dem Erschlie\u00dfungssystem (Verdopplung des Wegeabstandes). Holzvorr\u00e4te sollen von heute 475 Vfm\/ha auf 600 Vfm\/ha angereichert werden. Die Holzernte soll zu etwa 80 % der Masse auf die Ernte-Phase nach Erreichen des Zieldurchmessers (Buchen: 65 cm BHD) konzentriert werden. Ohne die Informationen aus den \u00f6rtlichen Inventuren, verbunden mit entsprechenden Interpretationen und Vergleichen zu unbewirtschafteten Referenzfl\u00e4chen, sind keine realistischen Erkenntnisse f\u00fcr betriebswirtschaftlich lohnende Rationalisierungen und Konzeptanpassungen m\u00f6glich. Die detaillierten Analysen des \u00d6kosystems Wald haben zu operationalen Erkenntnissen f\u00fcr die Betriebsf\u00fchrung gef\u00fchrt. Diese erm\u00f6glichen weitere Kosteneinsparungen (Extensivierung) und geben Sicherheit im Hinblick auf eine qualitativ hochwertige Produktion und Anreicherung von marktf\u00e4higem Holz. Hinsichtlich der nicht-marktf\u00e4higen Leistungen erf\u00fcllt das L\u00fcbecker Konzept in hohem Ma\u00dfe die Anforderungen aus der Convention on Biological Diversity (CBD), den Verpflichtungen aus dem &#8220;Naturerbe Buchenw\u00e4lder&#8221; in Deutschland, dem Mindeststandard f\u00fcr &#8220;Gute Fachliche Praxis&#8221;, den Zertifizierungssystemen von &#8220;Naturland e.V.&#8221; und Forest Stewardship Council (FSC), an Speicherung des klima-relevanten CO2, an Anpassung an eine bevorstehende Klima\u00e4nderung und an naturorientierte (&#8220;Wildnis&#8221;) Erholung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Abschlussworkshop: 2. September 2008 in Ritzerau, Kreis Herzogtum Lauenburg<\/p>\n<p>\u00d6ffentliche Veranstaltung der Akademie f\u00fcr Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (AfNU) am 23.\/24 M\u00e4rz 2009: Ist die Heutige Buchenwaldbewirtschaftung noch zeitgem\u00e4\u00df? Dokumentation siehe http:\/\/www.schleswig-holstein.de\/AFNU\/DE\/Service\/Dokumentationen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das durchgef\u00fchrte Projekt erfolgte auf der Basis von zwei Folgeinventuren des Stadtwaldes L\u00fcbeck in dem f\u00fcr naturwissenschaftliche Untersuchungen sehr engen Zeitrahmen von einem Jahr. Die Ergebnisse zeigen dennoch, dass es grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich ist, mit Hilfe des hier gew\u00e4hlten Untersuchungsdesigns Erkenntnisse zu gewinnen, die sowohl dem Naturschutz im Wirtschaftwald als auch den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen dienen und zu deren Optimierung beitragen k\u00f6nnen. Sie verdeutlichen aber auch, dass es unerl\u00e4sslich ist, auch in Zukunft durch ein ausreichendes Monitoring valide Daten im Wald zu erheben, die eine derartige Auswertung erm\u00f6glichen. Das Projekt wurde auf der Grundlage des L\u00fcbecker Konzeptes auf n\u00e4hrstoffreichen B\u00f6den mit einer \u00fcberdurchschnittlichen Baumversorgung durchgef\u00fchrt. Die \u00dcbertragbarkeit der Ergebnisse auf weitere Nutzungsvarianten und insbesondere auf weniger gut versorgte Standorte sollte daher in einem weitergehenden Forschungsprojekt \u00fcberpr\u00fcft werden. Auch zeigte sich, dass einige Indikatorsysteme besser geeignet sind als andere und zuk\u00fcnftig f\u00fcr eine einfachere Ansprache von \u00f6ksystemaren Zusammenh\u00e4ngen genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Stadtwald L\u00fcbeck hat 1994 sein Konzept der naturnahen Waldnutzung auf ca. 5.000 ha eingef\u00fchrt. Es basiert auf den Grund\u00fcberlegungen der Beschl\u00fcsse des Umweltgipfels in Rio de Janeiro (1992) und strebt an, dass Wirtschaftw\u00e4lder sich m\u00f6glichst weit an die an ihrem Standort m\u00f6gliche nat\u00fcrliche Waldgesellschaft ann\u00e4hern (Naturn\u00e4he), nur angemessene Leistungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2422,50,70],"class_list":["post-24532","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-landnutzung","tag-naturschutz","tag-schleswig-holstein"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"25243\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"","dbu_projektdatenbank_bsumme":"125.000,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Landesamt f\u00fcr Natur und Umwelt\ndes Landes Schleswig-Holstein","dbu_projektdatenbank_strasse":"Hamburger Chaussee 25","dbu_projektdatenbank_plz_str":"24220","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Flintbek","dbu_projektdatenbank_p_von":"2007-04-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2009-07-03 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 3 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"04347\/704-363","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Schleswig-Holstein","dbu_projektdatenbank_foerderber":"126","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-25243.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24532","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24532\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37535,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24532\/revisions\/37535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}