{"id":24521,"date":"2023-07-13T15:26:07","date_gmt":"2023-07-13T13:26:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25219-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:08","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:08","slug":"25219-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25219-01\/","title":{"rendered":"Umsetzung eines f\u00fcr mittelalterliche siebenb\u00fcrgische Kirchenburgen modellhaften Konservierungs- und Restaurierungskonzeptes am Beispiel der umweltgesch\u00e4digten Kirchenburg in Frauendorf (Rum\u00e4nien)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund der extrem hohen Umweltbelastung und langj\u00e4hrigem Russ &#8211; und Schadgaseintrag im Gebiet um Copsa Mica kam es in den vergangenen 60 Jahren zu erheblichen Sch\u00e4den an Baudenkmalen.<br \/>\nIm Rahmen dieses Vorhabens soll am Beispiel der Kirchenburg in Frauendorf ein Konzept zur Behebung dieser umweltbedingten Schadensph\u00e4nomene und dar\u00fcber hinaus ein Konzept zur umfassenden Restaurierung des komplexen Objekttypus Kirchenburg erarbeitet und umgesetzt werden. Die Herangehensweise, die gefundenen Sicherungs-, Restaurierungs- und Instandsetzungskonzepte sowie die Art der Ausf\u00fchrung der Restaurierungen sollen beispielgebend f\u00fcr andere Kirchenburgen in der Region sein.<br \/>\nZiel 1: Praktikables Restaurierungskonzept mit wissenschaftlichem Planungsansatz<br \/>\nZiel 2: Dynamischer Wissenspool<br \/>\nZiel 3: Sensibilisierung und Revitalisierung traditioneller Arbeitstechniken \/ denkmalpflegerisches Denken<br \/>\nZiel 4: Auswirkung der Umweltverschmutzung auf das Kulturgut Kirchenburg<br \/>\nZiel 5: Revitalisierung der Kirchenburg:<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUNTERSUCHUNG \/ MUSTER \/ PLANUNG \/ BEGLEITUNG DER MA\u00dfNAHMEN<br \/>\nI.    Vertiefung der Untersuchung \/ Methodenentwicklung z. Dekontaminierung \/ Muster und Tests<br \/>\nII.   Ma\u00dfnahmenplanung \/ Vorbereitung Vergabe \/ Vergabe<br \/>\nIII.  Objektbegleitung \/ Bau\u00fcberwachung<br \/>\nIV. Mit Kostenverfolgung \/ Terminplanung Zusammenstallung der Ausf\u00fchrungsdokumentation<br \/>\nV.  Abschlussbericht Phase 2<br \/>\nVI. Projekt\u00fcbergreifende Leistungen \/ Wissenspool \/ Fortbildung \/ Vortr\u00e4ge \/ \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Projektziele, die im Rahmen der vorangegangenen 1. Projektphase formuliert worden waren, haben einen gesamtheitlichen Ansatz verfolgt, der in erster Linie folgende Schwerpunkte beinhaltete:<br \/>\n\tUmweltaspekt<br \/>\n\tObjektspezifische restauratorische Ans\u00e4tze<br \/>\n\tDenkmalpflege<br \/>\n\tBelebung regionales Denkmal-Handwerk<br \/>\n\tEinbeziehung Gemeinde und Schule<br \/>\n\tModernisierung \/ Umnutzung durch G\u00e4stezimmer und Museum<br \/>\n\tNutzbarmachung der Erfahrungen f\u00fcr andere Projekte<\/p>\n<p>Der Anspruch des Projektes war sehr ambitioniert und aufgrund der unterschiedlichen F\u00f6rderrichtlinien der beteiligten Stiftungen und Institutionen erforderlich und aus damaliger Sicht w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>Leider hat die nicht Projektziel konforme Herangehensweise des urspr\u00fcnglichen Architekten f\u00fcr eine Z\u00e4sur im Projektverlauf im Jahre 2007 gef\u00fchrt. Dies hat zum einen zur Folge, dass der Projektfortschritt ca. sechs Monate unterbrochen war. Zum anderen hatte sich nach Einbeziehung des MET-Architekten Herrn H\u00fclsemann gezeigt, dass die Kostensch\u00e4tzung des rum\u00e4nischen Architekten aus der Projektphase 1 bei weitem zu optimistisch war.<br \/>\nDie baulichen Ziele mussten daher korrigiert werden, wurden aber im Wesentlichen im Sinne einer Revitalisierung der Kirchenburg durch die Schaffung von Museum und G\u00e4stezimmern erreicht. Hierbei sind die unterschiedlichen Herangehensweisen in Planung und Ausf\u00fchrung ablesbar:<br \/>\n\tInstandsetzungskonzept 1: Rekonstruktion mit nicht denkmalgerechten Materialien \/ Arbeitstechniken<br \/>\n\tInstandsetzungskonzept 2: Rekonstruktion mit denkmalgerechten Materialien \/ Arbeitstechniken<br \/>\n\tInstandsetzungskonzept 3: Restaurierung mit denkmalgerechten Materialien \/ Arbeitstechniken<br \/>\nIn Abstimmung mit den Projektbeteiligten und um einen Teil der geplanten Ma\u00dfnahmen in vollem Umfang abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen, wurden die restauratorischen Ziele zu Gunsten der baulichen Ziele erheblich reduziert. In erster Linie wurde an der Kapelle eine beispielhafte Ausf\u00fchrung der Restaurierung und Instandsetzung durchgef\u00fchrt. Weiterhin wurden umfangreiche Materialuntersuchungen und -tests vorgenommen, die in Form von perspektivischen und mit unterschiedlichen Zielstellungen konzipierten Musterfl\u00e4chen umgesetzt wurden.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist ein denkmalgerechtes und substanzerhaltendes Bauen in Rum\u00e4nien problematisch. Eine wichtige Voraussetzung hierf\u00fcr ist der Wille s\u00e4mtlicher Projektpartner und -beteiligter. Der einheimische Architekt war nicht Willens oder nicht in der Lage diesem Projektziel zu folgen.<br \/>\nDie Erfahrung aus dem Projekt zeigt, dass es grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich ist, mit einem Generalunternehmer zu arbeiten. Dies hat zur Konsequenz, dass der Planungs- und Betreuungsaufwand \u00fcberschaubar ist. Hierbei besteht aber die Gefahr, dass die Ausf\u00fchrungsqualit\u00e4t den Anforderungen in keiner Weise entspricht. <\/p>\n<p>Nach der Neuausrichtung des Projektes wurde nach der Strategie des MET gearbeitet. Die Projektziele konnten auf diese Weise in hohem Ma\u00dfe erreicht werden. Deutlich wurde aber auch, dass der Selbstorganisationsgrad der Ausf\u00fchrungsfirmen limitiert ist, die Baumaterialien von der Projektleitung beschafft werden mussten und ein sehr hoher Koordinationsaufwand bestand. Viele Produzenten \/ Lieferanten von angepassten \/ traditionellen Materialien geh\u00f6ren dem informellen Sektor an, k\u00f6nnen keine pr\u00fcfbare Rechnung verfassen und arbeiten mit begrenzter Zuverl\u00e4ssigkeit. Aufgrund der Kleinteiligkeit und Menge von Rechnungen, Belegen unterschiedlicher Art wurde ein enormer Buchhaltungsaufwand verursacht, der die personellen Ressourcen des BKM bisweilen \u00fcberforderte. Hinzu kam eine nicht zu untersch\u00e4tzende Unklarheit und Rechtsunsicherheit in der Genehmigungspraxis.<br \/>\nDie letztgenannten Sachverhalte f\u00fchrten im Wesentlichen dazu, dass Frau Lemnitz vor Ort als auch ProDenkmal einen Gro\u00dfteil des verf\u00fcgbaren Zeitbudgets anstelle von inhaltlichen und fachspezifischen Themen organisatorischen und koordinierenden Fragestellungen widmen mussten. Aus diesem Grunde w\u00fcrde man f\u00fcr die Konzeptionierung eines Projektes mit vergleichbaren Rahmenbedingungen einen Projektmanager einplanen, der von Vornherein f\u00fcr Projektbuchhaltung, Organisation und Koordination vorgesehen ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tEinweihungsfest am 02.05.2009<br \/>\n&#8211;\tBeitr\u00e4ge in der Hermannst\u00e4dter Zeitung, Hermannstadt<br \/>\n&#8211;\tBeitr\u00e4ge in der Siebenb\u00fcrgisch-S\u00e4chsischen-Zeitung, M\u00fcnchen<br \/>\n&#8211;\tinternationale Fachtagung zum Thema Restaurierung von Baudenkmalen in Siebenb\u00fcrgen<br \/>\n       unter dem Aspekt von Umwelt- und Klimaeinfl\u00fcssen am 3.\/4.06.2009<br \/>\n&#8211;\tTafel zur Bauma\u00dfnahme und den F\u00f6rdermittelgebern in der Kirchenburg Frauendorf<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Trotz der Schwierigkeiten zu Beginn der Phase 2 und die damit zusammenh\u00e4ngende notwendige Neukoordinierung, konnte das Projekt auf neue F\u00fc\u00dfe gestellt und die Ausf\u00fchrung umfangreicher Arbeiten gew\u00e4hrleistet werden. Auch wenn diese zum derzeitigen Zeitpunkt nicht vollst\u00e4ndig abgeschlossen sind, k\u00f6nnen die praktischen Arbeiten, aufgrund der abgeschlossenen Planung und guten Vorbereitung aller Beteiligten, durch das Bezirkskonsistorium weitergef\u00fchrt und beendet werden. Die Beantragung weiterer notwendiger finanzieller Mittel ist ebenfalls auf den Weg gebracht und muss durch das Bezirkskonsistorium weiter verfolgt werden. Ein Antrag auf EU- Unterst\u00fctzung sollte u.a. gestellt werden. Dieser Antrag ist formuliert und die daf\u00fcr notwendige Machbarkeitsstudie erstellt.<\/p>\n<p>Zudem ergibt sich auch aus anderer Warte eine positive Zukunftsperspektive f\u00fcr die Kirchenburg Frauendorf. Der Industriestandortes Copsa Mica, der lange Jahre f\u00fcr die Kontamination von B\u00f6den, Vegetation und Bauwerken verantwortlich war, hat im Fr\u00fchjahr 2009 seine Produktion eingestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund der extrem hohen Umweltbelastung und langj\u00e4hrigem Russ &#8211; und Schadgaseintrag im Gebiet um Copsa Mica kam es in den vergangenen 60 Jahren zu erheblichen Sch\u00e4den an Baudenkmalen. 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