{"id":24510,"date":"2025-06-26T10:32:08","date_gmt":"2025-06-26T08:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18662-03\/"},"modified":"2025-06-26T10:32:08","modified_gmt":"2025-06-26T08:32:08","slug":"18662-03","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18662-03\/","title":{"rendered":"Dritte Phase des Projektes: Untersuchung und Optimierung der Verwertung bzw. Beseitigung von Abf\u00e4llen aus der Abwasserbehandlung im Bereich alpiner H\u00fctten des Deutschen Alpenvereins"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der Abwasserreinigung auf Bergh\u00fctten f\u00e4llt Kl\u00e4rschlamm an, der aufgrund fehlender Entsorgungswege h\u00e4ufig vor Ort im H\u00fcttenumfeld aufgebracht wird. Das kann eine Ver\u00e4nderung der Vegetation bewirken, birgt ein \u00f6rtliches hygienisches Gef\u00e4hrdungspotenzial und kann in sensiblen Lagen die Qualit\u00e4t vorhandener Wasserressourcen beeintr\u00e4chtigen. Wegen dieser Vorbehalte und den versch\u00e4rften gesetzlichen Bedingungen wird die Entsorgung ins Tal immer h\u00e4ufiger angeordnet. Der Abtransport anfallender, unbehandelter Reststoffe w\u00fcrde viele H\u00fcttenbetreiber, aufgrund der fehlenden Transportwege, wirtschaftlich enorm belasten.<br \/>\nZiel dieses Projektes ist es, Verfahren zur Behandlung von Reststoffen auf Bergh\u00fctten zu entwickeln. Dar\u00fcber hinaus sollen generelle Empfehlungen f\u00fcr Behandlungsverfahren in alpinen Regionen ausgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Phase 1 wurden die notwendigen Randbedingungen (rechtliche Grundlagen, klimatische Bedingungen, H\u00fcttenmerkmale, usw.) kategorisiert. In Phase 2 wurden verschiedene Technologien zur Behandlung  von Reststoffen im Hochgebirge untersucht; es wurden bestehende Verfahren optimiert, neue Systeme entwickelt und versucht, ihre jeweiligen idealen Einsatzbedingungen herauszufinden. Dabei wurden weitergehende Fragen und neue L\u00f6sungsans\u00e4tze aufgeworfen. Um diese abschlie\u00dfend bewerten zu k\u00f6nnen, muss die Erprobung bestimmter Technologien fortf\u00fchrend untersucht werden, um dann generelle Empfehlungen f\u00fcr Behandlungsverfahren ausarbeiten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIm Rahmen dieser dritten Phase sollen folgende Verfahren untersucht werden: Solar-Komposter, Filtersackanlagen zur Entw\u00e4sserung von Prim\u00e4rschlamm, Pflanzenbeetanlagen mit Grasbepflanzung, Membrantechnologie. Die Untersuchungen der Behandlungsverfahren finden auf H\u00fctten des Deutschen Alpenvereines e.V. (DAV) statt. Die Leistungen der einzelnen Behandlungsverfahren sollen nicht nur hinsichtlich der Volumenreduzierung und dem Hygienisierungsgrad bewertet werden, sondern ebenso hinsichtlich der Schadstoffbelastung. F\u00fcr den Vergleich der Verfahren m\u00fcssen die jeweiligen \u00f6rtlichen Rahmenbedingungen zwingend ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der zweiten Projektphase wurden verschieden Verfahren zur Behandlung von Reststoffen im Hochgebirge untersucht und optimiert. Es wurden neue Verfahren entwickelt, Systeme miteinander verglichen und ihre jeweiligen idealen Einsatzbedingungen herausgefunden. Diese Arbeit wurde zum Teil in dieser dritten Phase weitergef\u00fchrt und abgeschlossen. Die untersuchten verfahren zeigen, dass eine Entw\u00e4sserung und Mineralisierung der Reststoffe m\u00f6glich ist und diese in ein transport- und ablagerungsf\u00e4higes Produkt \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Vor allem bei flie\u00dff\u00e4higen Kl\u00e4rschl\u00e4mmen kann eine deutliche Reduzierung des Volumens bis zu 90% erreicht werden; ebenso k\u00f6nnen faulf\u00e4hige organische Substanzen gemindert werden. Der pro H\u00fctte ermittelte Schlammanfall liegt zwischen 30 bis 65 gTS\/Ew, ist abh\u00e4ngig vom H\u00fcttenbetrieb und ist niedriger als bei kommunalen Anlagen.<br \/>\nAnhand der gewonnenen Erfahrungen konnten die Erkenntnisse \u00fcber die Behandlung von Reststoffen zusammengefasst werden. Als komprimiertes Ergebnis entstand ein Empfehlungsleitfaden. Dieser soll als hilfreiches Werkzeug f\u00fcr die Anwendung von Reststoffbehandlungs-Technologien f\u00fcr Betreiber von Schutzh\u00fctten, Planer und Beh\u00f6rden verstanden werden. Die Praxistauglichkeit des Leitfadens wurde von verschiedenen Experten fachlich begutachtet und abgesichert.<br \/>\nW\u00e4hrend einer Informationsveranstaltung wurde Vertretern bayerischer und tiroler Beh\u00f6rden die Projektergebnisse vorgestellt und mit ihnen die Verwertungs- bzw. Entsorgungsoptionen von Reststoffen unter Einhaltung gesetzlicher Vorschriften diskutiert. W\u00e4hrend in Tirol die Ausbringung von Kl\u00e4rschl\u00e4mmen auf landwirtschaftlichen Grundfl\u00e4chen verboten ist, ist in Bayern aufgrund der Bindung an Bundesrecht die landwirtschaftliche Verwertung zul\u00e4ssig. Hinsichtlich der Inhaltsstoffe (Schwermetalle, organische Schadstoffe, usw.) besteht bei Reststoffen von Bergh\u00fctten ein geringeres Gef\u00e4hrdungspotenzial f\u00fcr Mensch, Tier und Boden als bei Kl\u00e4rschlamm aus kommunalen Kl\u00e4ranlagen. Als sinnvolle Sammel-Bezeichnung f\u00fcr die auf Bergh\u00fctten anfallenden Kl\u00e4rschl\u00e4mme, Siebr\u00fcckst\u00e4nde, Filtersackg\u00fcter, usw. empfiehlt sich deshalb Reststoffe aus der Abwasserreinigung. \u00dcber den Verbleib der Reststoffe sollte im Einzelfall auf Basis genereller, einheitlicher Zielvorgaben entschieden werden. Kriterien f\u00fcr derartige Entscheidungen sollten die Qualit\u00e4t der Reststoffe (Schwermetalle, hygienische Parameter, organische Schadstoffe), die Quantit\u00e4t der Reststoffe (Masse, Volumen, Trockensubstanzgehalt) und Besonderheiten, die sich aus der Lage der H\u00fctte (Untergrund, H\u00f6henlage, Erreichbarkeit, usw.) ergeben, sein. Folglich sollten Wasserrechtsbescheide m\u00f6glichst, unabh\u00e4ngig vom gew\u00e4hlten Behandlungsverfahren, Zielvorgaben f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Restproduktes enthalten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Projektes hielten mehrere Projektpartner Vortr\u00e4ge \u00fcber die Ergebnisse des Projektes und deren praktische Anwendung. Neben Veranstaltungen des Deutschen Alpenvereins (Hauptversammlung, Info-Tour) war dies das internationale DBU-Seminar in Benediktbeuern und siedlungswasserwirtschaftliche Fachveranstaltungen im In- und Ausland. Mehrere Ver\u00f6ffentlichungen sind bzw. werden in Fachzeitschriften publiziert, wie auszugsweise:<br \/>\nBecker, W.; Sch\u00f6n, M.; Wett, B.(2007): Solar-thermic sewage sludge treatment in extreme alpine environments. Water Science &#038; Technology, Vol.56, No.11, pp 1-9.<br \/>\nSch\u00f6nherr, Falk; Cyris, Thomas; G\u00fcnthert, F. Wolfgang (2008): Belange des Bodenschutzes &#8211; Schwermetalle in Abwasser-Reststoffen. WasserwirtschaftWassertechnik, 10\/2008, S.26-29.<br \/>\nBecker, W.; Sch\u00f6n, M.; Wett, B. (2008): Reststoffbehandlung und -entsorgung bei Kleinkl\u00e4ranlagen in Extremlagen. 2. \u00d6sterreichischer Kleinkl\u00e4ranlagentag, \u00d6WAV-Seminar. Wiener Mitteilungen, Band 210, ISBN 978-3-85234-102-6, Wien.<br \/>\nDie Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben sind auch auf den Internetseiten der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen ver\u00f6ffentlicht: http:\/\/www.unibw.de\/ifw\/swa\/Forschungsvorhaben\/reststoffbehandlung<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Technologien zur Behandlung von Reststoffen zur Reduzierung des Volumens, N\u00e4hrstoffen und pathogenen Keimen k\u00f6nnen dazu beitragen, Kosten zu sparen und Ressourcen zu schonen. Die Untersuchungen und die Dokumentation verschiedener -teilweise neu entwickelter- Technologien zeigt, dass mit diesen Techniken eine zielorientierte Behandlung m\u00f6glich ist und die Reststoffe in ein transport- bzw. ablagerungsf\u00e4higes Produkt \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nBei der Auswahl eines Verfahrens sollten neben technischen und wirtschaftlichen Kriterien besonders standortspezifische Einfl\u00fcsse und h\u00fcttentechnische Merkmale ber\u00fccksichtigt werden. Der erarbeitete Empfehlungsleitfaden ist ein hilfreiches Werkzeug f\u00fcr die Planung und die Bemessung zur Reststoffbehandlung im Gebirge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der Abwasserreinigung auf Bergh\u00fctten f\u00e4llt Kl\u00e4rschlamm an, der aufgrund fehlender Entsorgungswege h\u00e4ufig vor Ort im H\u00fcttenumfeld aufgebracht wird. 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