{"id":24502,"date":"2023-09-24T10:32:20","date_gmt":"2023-09-24T08:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25151-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:22","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:22","slug":"25151-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25151-01\/","title":{"rendered":"Otterbahnen nach Oberfranken &#8211; ein verbindliches Gew\u00e4ssernetz als Ausbreitungskorridor f\u00fcr den Fischotter zwischen Tschechien und Bayern f\u00fcr Mensch und Natur"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Eurasische Otter (Lutra lutra) geh\u00f6rt zu den bedrohten Arten in Europa. Durch das einst von Otter vollst\u00e4ndig besiedelte Europa klafft eine L\u00fccke, welche die Population in eine \u00f6stliche und eine westliche trennt. Diese L\u00fccke l\u00e4uft auch durch Deutschland. W\u00e4hrend sich der hoch bedrohte Fischotter aber im Norden Deutschlands wieder stetig ausbreitet, schreitet die Wiederbesiedlung im S\u00fcden sehr langsam voran. In Nordbayern belegen Nachweise eine vereinzelte Einwanderung in Oberfranken. Dem Otter werden bei der Ausbreitung viele Hindernisse in den Weg gelegt, wie z.B. das Fehlen intakter Gew\u00e4sserabschnitte oder der Stra\u00dfenverkehr. Ein weiteres Problem bei der Wiederbesiedlung ist seine Vorliebe f\u00fcr Fisch, welche ihn schon fr\u00fcher zum Feind der Fischwirtschaft gemacht hat.<br \/>\nDas Projektziel von Otterfranken ist deshalb die F\u00f6rderung der Otterpopulation in Oberfranken \u00fcber die Planung von Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes und zur Verminderung von Ausbreitungshindernissen, durch ein fr\u00fchzeitiges Entgegenwirken des Aufbrechens des Konfliktes Otter &#8211; Fischerei sowie durch die F\u00f6rderung der Zusammenarbeit und des Erfahrungsaustausches l\u00e4nder\u00fcbergreifend zwischen Deutschland und Tschechien. Hierdurch soll die Ausbreitung der Population in Richtung Westen unterst\u00fctzt werden, um damit langfristig die Wiedervernetzung der getrennten Otterpopulationen in Europa zu erreichen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm die Otterpopulation in Oberfranken zu f\u00f6rdern, erfolgte eine Bewertung oberfr\u00e4nkischer Gew\u00e4sser als Lebensraum f\u00fcr den Fischotter. F\u00fcr diese wurde ein Aktionsplan mit lebensraumverbessernden Ma\u00dfnahmen erarbeitet.<br \/>\nEine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr den Otter stellt der Stra\u00dfenverkehr in Oberfranken dar. Otter haben die Angewohnheit, Br\u00fccken \u00fcber Gew\u00e4ssern trockenen Fu\u00dfes durchqueren zu wollen, was beim Fehlen von Uferrandstreifen zu der oft t\u00f6dlich endenden \u00dcberquerung der Stra\u00dfe f\u00fchrt. Deshalb wurden im Projekt Gefahrenstellen kartiert und bewertet sowie ein Priorit\u00e4tenkatalog und ein Ma\u00dfnahmenplan zur Entsch\u00e4rfung der Barrieren erstellt.<br \/>\nIn Hinblick auf das Konfliktfeld Otter-Teichwirtschaft gibt es in Tschechien langj\u00e4hrige Erfahrung. Um von den Nachbarn zu lernen, arbeitete das Projekt eng mit dem tschechischen Otter Stiftungsfonds (COFF) und der Agentur f\u00fcr Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik (AOPK) zusammen. Mit diesen erfolgte auch die Plattformbildung zur F\u00f6rderung der Vernetzung der beiden L\u00e4nder. Gemeinsam mit den Fischereiverb\u00e4nden wurde das Konfliktfeld Otter-Fischerei in einem Arbeitskreis und mit Hilfe gemeinsamer Veranstaltungen und Informationsmaterial angegangen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als Hauptproblem der oberfr\u00e4nkischen Gew\u00e4sser stellte sich in vielen Bereichen die geringe Fischbiomasse heraus, gefolgt vom Faktor des \u00f6kologischen Zustandes der Gew\u00e4sser. Einer der Hauptfaktoren f\u00fcr den Fischotter ist das Vorhandensein von Fisch, von welchem er sich im Durchschnitt zu 80% (Studien aus Deutschland herangezogen) ern\u00e4hrt. Ein Fehlen des Fisches wird u.a. durch Defizite im Gew\u00e4sser und im Flussbereich ausgel\u00f6st, wie z.B. durch fehlende Durchg\u00e4ngigkeit und durch Strukturdefizite. Im Bereich Eger-R\u00f6slau k\u00f6nnte es durch Schwermetallbelastungen zur Beeintr\u00e4chtigung der Otterpopulation kommen.<br \/>\nDurch die Kartierung von 333 Kreuzungsbauwerken entlang von oberfr\u00e4nkischen Gew\u00e4ssern 1. und 2. Ordnung stellte sich heraus, dass etwa die H\u00e4lfte schlecht durchg\u00e4ngig f\u00fcr Wildtiere ist. Dies liegt an den fehlenden Uferstreifen unter den Br\u00fccken, welche ein Passieren unter der Br\u00fccke trockenen Fu\u00dfes unm\u00f6glich machen. Verschiedene Varianten der nachtr\u00e4glichen Einbringung von Bermen (nachtr\u00e4glich einbaubare Uferstreifen) werden vorgestellt sowie flankierende Ma\u00dfnahmen zur Erh\u00f6hung der Annahme solcher Ma\u00dfnahmen durch Wildtiere.<br \/>\nIm Hinblick auf das Konfliktfeld Otter-Fischerei und speziell f\u00fcr die Teichwirtschaft wurde in Oberfranken durch das Projekt eine gute Gespr\u00e4chsbasis gefunden. Durch die Bildung einer Arbeitsgruppe mit den Interessensvertretern, die Durchf\u00fchrung von gemeinsamen Veranstaltungen und durch eine abgestimmte gezielte Informationsarbeit konnte ein Aufbrechen des Konfliktfeldes vermieden werden. Der Wissenstransfer von Ost nach West  war in diesem Bereich sehr hilfreich. Die Beratung der tschechischen Kollegen bei den Problemstellungen Otter und Fischerei unterst\u00fctze ma\u00dfgeblich beim Aufbau der Konfliktmanagementarbeit in Bayern.<br \/>\nDie F\u00f6rderung der Vernetzung und des Erfahrungsaustausches zwischen Bayern und Tschechien \u00fcber die Landesgrenzen hinweg ist durch die enge Zusammenarbeit mit den tschechischen Kooperationspartnern erfolgreich verlaufen. Die gemeinsam durchgef\u00fchrten Tagungen fanden viel Zuspruch sowohl bei Beh\u00f6rden als auch bei Nichtregierungsorganisationen in beiden L\u00e4ndern. Die Veranstaltungen wurden neben dem fachlichen Austausch als Plattform zur Vernetzung untereinander genutzt. Auch die weiteren Tools wie die Ausstellung und der Flyer fanden in Tschechien au\u00dferordentlichen Zuspruch.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Projekt wurde auf eine breit angelegte \u00d6ffentlichkeitsarbeit gesetzt. Neben einer Projektwebsite und einem Flyer wurde eine Wanderausstellung und Newsletter erstellt. Die Einbeziehung der Presse erfolgte durch mehrere Medien (TV Beitr\u00e4ge, Radiobeitr\u00e4ge und Printmedien). Das Projekt war auf Gro\u00dfveranstaltungen mit einem Otterpavillion vertreten und f\u00fchrte Tagungen, kleine Informationsveranstaltungen und Vortragsabende durch.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes werden auf Fachtagungen vorgestellt. Die Ma\u00dfnahmenplanungen wurden benutzerfreundlich aufbereitet als elektronisches Handbuch ver\u00f6ffentlicht, um eine m\u00f6glichst hohe Anwendungsquote bei der Zielgruppe zu erreichen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend konnte durch die Umsetzung des Projektes Otterfranken f\u00fcr den Otter in Oberfranken ein gutes St\u00fcck Wegstrecke geplant und auch vorbereitet werden. Durch eine zuk\u00fcnftige Umsetzung der Ma\u00dfnahmenpl\u00e4ne wird sich die Situation der Gew\u00e4sser, der Fischfauna und dadurch letztendlich der Otterpopulation in Oberfranken verbessern. Hierdurch wird sich der Fischotter in Oberfranken besser etablieren k\u00f6nnen, um langfristig eine Verbreitung Richtung Westen Deutschlands zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Eurasische Otter (Lutra lutra) geh\u00f6rt zu den bedrohten Arten in Europa. 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