{"id":24479,"date":"2023-09-21T10:32:05","date_gmt":"2023-09-21T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21216-02\/"},"modified":"2023-09-21T10:32:08","modified_gmt":"2023-09-21T08:32:08","slug":"21216-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21216-02\/","title":{"rendered":"Bauklimatische, messtechnisch validierte Geb\u00e4udesimulation und Ausarbeitung eines Regelwerkes zur energetisch und umwelttechnisch optimierten Sanierung am Beispiel eines Baudenkmals in G\u00f6rlitz (2. Phase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Sanierung des barocken Geb\u00e4udes in G\u00f6rlitz zeigt unter Beachtung der gestalterischen und denkmalpflegerischen Belange vorbildhaft das m\u00f6gliche Einsparpotential im Bereich des Prim\u00e4renergie-, Trink- und Abwasserverbrauchs theoretisch und praktisch. Die vorhandenen Ergebnisse sollen als Grundlage f\u00fcr die Sanierung gleichartiger Objekte aufgearbeitet werden. Ziel ist eine langfristige detaillierte Untersuchung und eine pr\u00e4zise hygrothermische Simulation des Geb\u00e4udes einschlie\u00dflich Anlagentechnik mit vorhandener und zu entwickelnder Software.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlage f\u00fcr das Forschungsprojekt bildet die vorangegangene vorbildhafte Sanierung. Zur Reduzierung der Transmissionsw\u00e4rmeverluste kamen eine kapillaraktive diffusionsoffene Innend\u00e4mmung, ein W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsystem unter Beibehaltung des Erscheinungsbildes, eine Dachd\u00e4mmung aus Hanf und spezielle hochw\u00e4rmed\u00e4mmende Fenster zur Anwendung. Bei der Anlagentechnik wurde eine Zu- und Abluftanlage mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung, ein Schichten- und ein Pufferspeicher, eine Solaranlage, ein Kaminheizkessel, eine Grauwassernutzungsanlage und mehrere Abwasserw\u00e4rmenutzungen installiert. Durch die Installation einer umfangreichen Messtechnik und einer ausgefeilten Regelungstechnik ist eine messtechnische Erfassung und Regelung aller f\u00fcr den Betrieb des Bauwerks wesentlichen Komponenten m\u00f6glich. F\u00fcr die hygrothermischen Berechnungen werden die Materialparameter der historischen Baustoffe und der eingesetzten modernen Baustoffe und die tats\u00e4chlichen anlagetechnischen Kennziffern bestimmt. Bei den eingesetzten Baukonstruktionen werden die Dauerhaftigkeit und die Zuverl\u00e4ssigkeit anhand der Messwerte und der hygrothermischen instation\u00e4ren Simulationsrechnungen bewertet.<br \/>\nDie Beurteilung der anlagetechnischen Komponenten und die Optimierung des Geb\u00e4udemanagements erfolgt auf der Grundlage der vorangegangenen Messungen. Bei der Geb\u00e4udesimulation werden die Ergebnisse der baulichen und anlagetechnischen Simulationsrechnungen und der Messungen zusammengef\u00fchrt. Die besonderen Merkmale des Geb\u00e4udes Handwerk 15, das stellvertretend f\u00fcr historische Geb\u00e4ude vor 1900 steht, werden herausgearbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die anlagentechnische Ausstattung wurde auf dem neuesten Stand gehalten. Mit der Installation von weit \u00fcber 300 Sensoren und 50 Ausgangszust\u00e4nden ist eine messtechnische Erfassung aller f\u00fcr den Betrieb des Bauwerks wesentlichen bauphysikalischen und haustechnischen Komponenten f\u00fcr die hygrothermische Geb\u00e4udesimulation m\u00f6glich. In dem Geb\u00e4ude sind 12 Messstrecken (Temperatur-\/Feuchtef\u00fchler in der Konstruktion, W\u00e4rmestrommmessplatten usw.) in den Bauteilen vorhanden. Insbesondere durch die getrennte Erfassung der haustechnischen Anlagen (Heizung, Solaranlage, L\u00fcftung, W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung, Erdw\u00e4rme, Grauwassernutzungsanlage und Hilfsenergien) sowie des Nutzerverhaltens (Raumklima, Energie- und Wasserverbrauch, Fenster\u00f6ffnungen) ist eine getrennte Bewertung der baulich konstruktiven Ma\u00dfnahmen und installierter Geb\u00e4udetechnik, ihrer Ausnutzungsm\u00f6glichkeiten und des Effizienzgrades m\u00f6glich.<br \/>\nBei diesem historischen Geb\u00e4ude liegen mit den umfangreichen Materialkennwertbestimmungen alle wesentlichen Materialkennwerte f\u00fcr die hygrothermischen Bauteil &#8211; und Geb\u00e4udesimulation vor.<br \/>\nDie Messungen wurden Anfang Oktober 05 begonnen und dauern bis heute an. Am Anfang waren noch nicht alle geb\u00e4udetechnischen Anlagen installiert. Die Messungen f\u00fchrten zu folgenden Ergebnissen:<br \/>\n\tOhne kontrollierte Wohnungsl\u00fcftung &#8211; die L\u00fcftungsanlage war bis zum Sommer 2009 noch nicht im Betrieb &#8211; wurde in den Wohnr\u00e4umen eine Luftfeuchte von \u00fcber 70 % gemessen. Der Einsatz der Zu- und Abluftanlage ist notwendig.<br \/>\n\tBis auf den Hilfsenergieverbrauch f\u00fcr die Heizanlagen bzgl. des Prim\u00e4renergieverbrauchs wurde fast der Nullemissionsgeb\u00e4udestandard erreicht, denn es werden keine konventionellen Energien eingesetzt.<br \/>\n\tMit dem Verbrauch f\u00fcr Geb\u00e4udeheizung und Trinkwassererw\u00e4rmung von 25 kWh\/(m\u00b2 a) konnte nahezu der Passivhausstandard erreicht werden.<br \/>\nAusgehend von den praktischen Erfahrungen dieser energetischen Sanierung, den Ergebnissen der Messungen und der Bauteil- und Geb\u00e4udesimulation wurde ein Sanierungsszenario mit einzelnen Sanierungsstufen mit einen Ingenieurplanungswerkzeug f\u00fcr historische Geb\u00e4ude entworfen.<br \/>\nAls Ausgangsbasis f\u00fcr eine anschlie\u00dfende Dissertationsarbeit steht ein hochged\u00e4mmtes Demonstrationsgeb\u00e4ude mit Passivhausstandard (90 % Energieeinsparung) einschlie\u00dflich eines voll betriebsf\u00e4higen Langzeitmonitoringsystems zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nInnerhalb des Projektzeitraumes hat ein Umdenken von strikter Ablehnung zu Forderung und F\u00f6rderung energetischer Sanierung von Baudenkmalen stattgefunden. Im Freistaat Sachsen hat dieses Modellprojekt ma\u00dfgebend dazu beigetragen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine breite \u00d6ffentlichkeit wurde durch die Besichtigungen des Testgeb\u00e4udes, Vortr\u00e4ge auf regionalen, nationalen und internationalen Tagungen sowie durch Ver\u00f6ffentlichungen auf verschiedenen Fachebenen erreicht. Das Geb\u00e4ude wurde gern von interessierten Bauherren und Planern als praktisches Anschauungsobjekt einer vorbildhaften energetischen Sanierung vor Ort besichtigt. So konnte im Dezember 2007 das Forschungsvorhaben Herrn Dr. Takeshi Ishizaki (National Institute for Cultural Properties, Tokio) vor Ort vorgestellt werden. Mit Vortr\u00e4gen (z. B. 12. Bauklimatischen Symposium in Dresden, 12. und 14. internationale Passivhaustagung) wurde die Sanierung des Geb\u00e4udes Handwerk 15 einem Fachpublikum vorgestellt. In der Fachzeitschrift Bauphysik, im Mauerwerkskalender, der Zeitschrift Berliner Impulse erschienen Fachartikel. In den Regionalzeitungen wurde \u00fcber das Pilotprojekt mehrfach berichtet.<br \/>\nAuch in der Politik wurde das Modell- und Forschungsvorhaben mit Interesse verfolgt. Hinter dem Projekt stehen eine Vielzahl von Firmen und Beh\u00f6rden, die das Projekt fachlich und finanziell weit \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df unterst\u00fctzten. Das Geb\u00e4udeprojekt wurde als Praxisbeispiel innerhalb der Lehrt\u00e4tigkeit f\u00fcr Belegarbeiten der Hochschule Zittau\/ G\u00f6rlitz (FH), der TU Dresden genutzt. Dabei konnten sich Studenten \u00fcber thermische Sanierungen von Altbauten vor Ort informieren.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit sehr viel pers\u00f6nlichem Engagement, den richtigen Partnern und zielstrebigem Handeln ist es ohne weiteres m\u00f6glich, zuk\u00fcnftige Anforderungen an den Klimaschutz und Energieeffizienz auch mit einer moderaten W\u00e4rmed\u00e4mmung unter Beibehaltung des historischen Erscheinungsbildes an den denkmalgesch\u00fctzten Fassaden zu erreichen. Die Herangehensweise und die umgesetzten Ma\u00dfnahmen sind beispielgebend f\u00fcr \u00e4hnliche Objekte. Die Anforderungen der Denkmalpflege und die Belange des Umwelt- und Klimaschutzes konnten bei dieser Sanierung in Einklang gebracht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Sanierung des barocken Geb\u00e4udes in G\u00f6rlitz zeigt unter Beachtung der gestalterischen und denkmalpflegerischen Belange vorbildhaft das m\u00f6gliche Einsparpotential im Bereich des Prim\u00e4renergie-, Trink- und Abwasserverbrauchs theoretisch und praktisch. Die vorhandenen Ergebnisse sollen als Grundlage f\u00fcr die Sanierung gleichartiger Objekte aufgearbeitet werden. 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