{"id":24473,"date":"2023-09-30T10:32:17","date_gmt":"2023-09-30T08:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25044-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:18","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:18","slug":"25044-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25044-01\/","title":{"rendered":"Energieoptimierte Generalsanierung einer Kindertagesst\u00e4tte mit Hilfe von Vakuumisolationspaneelen (VIP) und innovativen Latentw\u00e4rmespeichern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Stadt N\u00fcrnberg plante die Generalsanierung und den Umbau der Kindertagesst\u00e4tte in der Reutersbrunnenstra\u00dfe 40 in N\u00fcrnberg. Bei diesem Geb\u00e4ude gab es ein besonders gro\u00dfes Energieeinsparpotential.<br \/>\nIm Ergebnis der energetischen Sanierung sollten f\u00fcr das sanierte Geb\u00e4ude die Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2002\/2007 bez\u00fcglich des Prim\u00e4renergiebedarfs und des spezifischen Transmissionsw\u00e4rmeverlustes jeweils mindestens 30% bis 40% unter dem Niveau eines Neubaus liegen. Die tats\u00e4chlichen Verbrauchskennwerte f\u00fcr Heizung und Strom sollten gegen\u00fcber der Bestandsituation um mindestens 60% bis 70% reduziert werden. Die durch den Geb\u00e4udebetrieb verursachten energiebedingten CO2-Emissionen sollten dementsprechend ebenfalls wesentlich gegen\u00fcber der Bestandsituation reduziert und damit das Klima und die Umwelt entlastet werden. Die Funktionalit\u00e4t, die Behaglichkeit und der Komfort, sowohl in thermischer, als auch in akustischer und visueller Hinsicht, sollten f\u00fcr die Kinder und die Mitarbeiter umfassend verbessert werden.<br \/>\nInsgesamt sollte mit der Sanierung des Geb\u00e4udes gezeigt werden, dass es m\u00f6glich ist, auch unter sehr schwierigen Ausgangsbedingungen (Bestandsituation, ganzheitlicher Ansatz) eine energetisch anspruchsvolle Sanierung weit unter bauordnungsrechtlichem Neubauniveau umzusetzen und dabei alle Anforderungen von Funktion und Nutzung qualitativ anspruchsvoll zu realisieren.<br \/>\nDie M\u00f6glichkeiten der sinnvollen Integration erneuerbarer Energien, die Anwendung neuer Technologien und der Einsatz neuer Materialien sowie die dabei gemachten praktischen Erfahrungen und tats\u00e4chlichen Auswirkungen sollten beschrieben und bewertet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nNach Abschluss der Sanierung sollte mittels thermografischer Untersuchung und Blower-Door-Test die Ausf\u00fchrungsqualit\u00e4t der Geb\u00e4udeh\u00fclle \u00fcberpr\u00fcft werden. Eine umfassende messtechnische Begleitung sollte zur Betriebsoptimierung und zum Langzeitmonitoring (mindestens 3 Jahre) eingerichtet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie baulichen Planungen werden durch das Hochbauamt selbst durchgef\u00fchrt. Bereits in der Vorplanungsphase wurden vom Kommunalen Energiemanagement des Hochbauamtes (KEM), welches ein interdisziplin\u00e4r zusammengesetztes Planungsteam darstellt, gemeinsam mit den Architekten die Ziele formuliert und ein umfassender integraler Planungsprozess begonnen, in den ab der Entwurfsplanung ein externes TGA-Ingenieurb\u00fcro und ab der Ausf\u00fchrungsplanung zus\u00e4tzlich ein externes Bauphysikb\u00fcro einbezogen wurden. Zweite Phase ist die Bauphase und die dritte Phase das Monitoring durch KEM.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es ergaben sich nach anf\u00e4nglichen Problemen mit der Heizungshydraulik gute thermische Behaglichkeiten w\u00e4hrend der Winterzeit in den Gruppenr\u00e4umen bzw. in der Aula, die Raumlufttemperaturen lagen \u00fcberwiegend um die 23\u00b0C. Die Raumluftfeuchte pendelte in einem akzeptablen Bereich zwischen 29 und 41 % r. F.<br \/>\nIm Sommer 2011 konnte eine noch zufriedenstellende Behaglichkeit erreicht werden. Im Juli und August 2011 wurden z. T. Temperaturspitzen von 28\u00b0C gemessen. Hier spielt allerdings das L\u00fcftungs- und Verschattungsverhalten der Nutzer eine wesentliche Rolle.<br \/>\nDie gemessenen CO2-Konzentrationen lagen bei Aula EG und Garderobe\/Flur OG unter dem Grenzwert von 1.400 ppm (mit L\u00fcftungsanlagenbetrieb). Problematischer erscheinen die Gruppenr\u00e4ume, da hier nur \u00fcber Fenster gel\u00fcftet werden kann und hier bei Vollbelegung CO2-Spitzen bis 1.800 ppm auftraten.<br \/>\nWichtige Korrekturen sind am Heizungssystem erforderlich, um die Solar-\/Latentanlage effizienter einzu-binden und zuk\u00fcnftig h\u00f6here (solare) W\u00e4rmegewinne zu erzielen.<br \/>\nDie Energiebilanz ergibt einen Prim\u00e4renergiewert \u00fcber alle Medien (W\u00e4rme, Strom) von 186 bzw. 194 kWh\/m\u00b2a im ersten bzw. zweiten Betriebsjahr; als Zielanforderung waren 148 kWh\/m\u00b2a geplant. Vor der Sanierung betrug der Wert noch sehr hohe 355 kWh\/m\u00b2a.<br \/>\nDie energiebedingten CO2-Emissionen liegen mit 50 bzw. 52 t\/a leicht \u00fcber dem Planungsziel von 39 t\/a und deutlich unter dem Ausgangszustand von 91 t\/a.<br \/>\nDer witterungsbereinigte Heizenergieverbrauch belief sich vor der Sanierung auf 339 MWh\/a (264 kWh\/m\u00b2a). Au\u00dferdem wurden 31,5 MWh\/a Strom verbraucht (25 kWh\/(m\u00b2a). Die genannten Verbrauchswerte wurden aus dem Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2007 ermittelt.<br \/>\nNach der Generalsanierung ging der Heizenergieverbrauch im ersten Betriebsjahr (Zeitraum 15.09.2010 bis 30.09.2011) auf 139,5 MWh\/a (107,73 kWh\/m2a), im zweiten hochgerechneten Betriebsjahr auf 147,1 MWh\/a (113,56 kWh\/m2a) deutlich zur\u00fcck. Das reale Sanierungsziel waren 79 kWh\/m\u00b2a.<br \/>\nDer Stromverbrauch stieg im ersten Betriebsjahr auf 33,5 MWh\/a (26 kWh\/m2a), im zweiten Betriebsjahr auf 34,6 MWh\/a (27 kWh\/m2a) leicht an. Ziel waren hier 22 kWh\/m\u00b2a.<br \/>\nDie aktuellen Mehrverbr\u00e4uche zeigen die Notwendigkeit einer weiteren Monitoringphase.<br \/>\nDie Mehrkosten f\u00fcr die energetisch verbesserte Sanierungsausf\u00fchrung betrugen ca. 115.000 EUR, dies entspricht ca. 4,6 %. Die statische Wirtschaftlichkeitsberechnung ergibt eine Amortisationszeit dieser Mehrkosten gegen\u00fcber der Standardvariante nach EnEV 2007 von 6 Jahren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vorstellung des Projekts bei einschl\u00e4gigen Kongressen und Tagungen, z. B. Energietag der Bayerischen Ingenieurekammer Bau in N\u00fcrnberg und Passau 2008, Institut f\u00fcr St\u00e4dtebau und Energie Berlin 2008, Kongress der kommunalen Energiebeauftragten DiFu Goslar 21.\/22.03.2011, Tagung Energieeffizienz in Brandenburger Kommunen 21.06.2011, Tagung Bayerische Landesbank &#8211; Kommunales Energiemanagement und energetische Geb\u00e4udesanierung 16.05.2012.<br \/>\nErstellung einer Brosch\u00fcre\/Projektinfo (Reihe des Kommunalen Energiemanagements N\u00fcrnberg), Verteilung an alle Projektbeteiligten (in Vorbereitung), Infotafel im Geb\u00e4ude (in Vorbereitung).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das in den ersten beiden Betriebsjahren von KEM in Zusammenarbeit mit dem Nutzerpersonal durchgef\u00fchrte Monitoring konnte zeigen, dass sich das geplante Sanierungskonzept im Wesentlichen bew\u00e4hrt hat. Das Geb\u00e4ude wird von allen Nutzern sehr gut angenommen. Es ergaben sich \u00fcberwiegend hohe Behaglichkeiten und Raumluftqualit\u00e4ten. Punktabzug gibt es jedoch f\u00fcr die Heizungstechnik. Die Energieverbr\u00e4uche von W\u00e4rme und Strom und damit auch die prim\u00e4renergetische Bewertung der KiTa sind zwar noch h\u00f6her als die urspr\u00fcnglichen Zielwerte, aber deutlich geringer als bei einer EnEV-Standardbauweise.<br \/>\nDie Anforderungen der EnEV 2007 an einen Altbau werden um 68 %, an einen Neubau um 55 % unterschritten. Selbst die Anforderungen der EnEV 2009 an einen Altbau werden noch um 26 % unterschritten. Nur die Anforderungen an einen Neubau nach EnEV 2009 werden um etwa 3 % \u00fcberschritten.<br \/>\nF\u00fcr eine weitere Senkung der Verbr\u00e4uche in Richtung der gesetzten Ziele ist die Monitoringphase noch mind. ein Jahr weiter zu betreiben, um die noch m\u00f6glichen Optimierungsma\u00dfnahmen umsetzen zu k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt auch der lange \u00fcberf\u00e4llige Umbau der Solar-\/Latenteinbindung als zentrales Element.<br \/>\nDas Sanierungskonzept war hinsichtlich des W\u00e4rmeschutzes die richtige L\u00f6sung. Aber auch f\u00fcr den anlagentechnischen Teil waren die konzipierten Ma\u00dfnahmen geeignet, eine hohe Energieeffizienz zu erreichen. Dass die anspruchsvollen Ziele im Verbrauch und insbesondere bei der Funktion der Solar-\/ Latentanlage nicht in dem Ma\u00dfe, wie gewollt, erf\u00fcllt wurden, liegt weniger an der Technologie als an der nicht in allen Punkten zufriedenstellenden Umsetzung von Seiten Planungsb\u00fcro bzw. Heizungsfirma.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Stadt N\u00fcrnberg plante die Generalsanierung und den Umbau der Kindertagesst\u00e4tte in der Reutersbrunnenstra\u00dfe 40 in N\u00fcrnberg. Bei diesem Geb\u00e4ude gab es ein besonders gro\u00dfes Energieeinsparpotential. Im Ergebnis der energetischen Sanierung sollten f\u00fcr das sanierte Geb\u00e4ude die Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2002\/2007 bez\u00fcglich des Prim\u00e4renergiebedarfs und des spezifischen Transmissionsw\u00e4rmeverlustes jeweils mindestens [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[57,47,2425,51,52,53],"class_list":["post-24473","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-bayern","tag-klimaschutz","tag-kulturgueter","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"25044\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-25044.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"124.908,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Stadt N\u00fcrnberg\nHochbauamt\nKommunales Energiemanagement","dbu_projektdatenbank_strasse":"Marientorgraben 11","dbu_projektdatenbank_plz_str":"90402","dbu_projektdatenbank_ort_str":"N\u00fcrnberg","dbu_projektdatenbank_p_von":"2007-04-17 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2012-04-30 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"5 Jahre","dbu_projektdatenbank_telefon":"0911\/231-1981","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Bayern","dbu_projektdatenbank_foerderber":"119","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-25044.pdf, DBU-Abschlussbericht-AZ-25044_Anhang 10.pdf, DBU-Abschlussbericht-AZ-25044_Anhang 1-5_Grundrisse.pdf, DBU-Abschlussbericht-AZ-25044_Anhang 6_Z\u00e4hler\u00fcbersicht.pdf, DBU-Abschlussbericht-AZ-25044_Anhang 7_Pumpenliste.pdf, DBU-Abschlussbericht-AZ-25044_Anhang 8_Ger\u00e4te-an-Steckdosen.pdf, DBU-Abschlussbericht-AZ-25044_Anhang 9_Schema Heizung-Solar.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24473\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37476,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24473\/revisions\/37476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}