{"id":24465,"date":"2024-11-27T10:38:26","date_gmt":"2024-11-27T09:38:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24997-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:27","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:27","slug":"24997-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24997-01\/","title":{"rendered":"Optimierung der Trockenmassebildung von Winterzwischenfr\u00fcchten und der Nmin-Absenkung \u00fcber Winter vor Mais zur Biogasnutzung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Es sollen die Winterzwischenfr\u00fcchte ausfindig gemacht werden, die \u00fcber Winter viel mineralischen Stickstoff aus dem Boden aufnehmen, die Nmin-Mengen im Boden stark absenken und hohe Trockenmasse-Ertr\u00e4ge f\u00fcr die Biogasnutzung liefern. Die Summe der Trockenmasse aus den Winterzwischenfr\u00fcchten und dem nachgebauten Mais soll Anhaltspunkte daf\u00fcr liefern, welche Kombination f\u00fcr die Biogasnutzung Erfolg versprechend ist. In diese Bewertung ist die \u00f6kologische Leistung, insbesondere die Absenkung der Nmin-Mengen im Boden durch die Winterzwischenfrucht, mit einzubeziehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Standort f\u00fcr die Experimente dienen konventionell bewirtschaftete Fl\u00e4chen des Versuchsgutes Reinshof der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen. Folgende 34 + 5 = 39 Pr\u00fcfglieder werden angelegt: Gr\u00e4ser (4 Sorten), Roggen (4 Sorten), Gerste (4 Sorten), Triticale, Raps (4 Sorten), R\u00fcbsen, Markstammkohl, Wegwarte, Spitzwegerich, Ackerbohne, Erbse, Zottelwicke, Steinklee, Rotklee, Inkarnatklee, Wickroggen, Ackerbohne + Erbse, Raps + Wegwarte, Triticale + Spitzwegerich, Landsberger Gemenge, Schwarzbrache. Die Winterzwischenfr\u00fcchte werden im Mai der Versuchsjahre geerntet, Mais (Sorte Atletico) wird nachgebaut. Der Mais bleibt unged\u00fcngt, um die spezifischen Vorfruchteffekte der Winterzwischenfr\u00fcchte herauszuarbeiten. 5 Pr\u00fcfglieder werden noch einmal angelegt: Weidelgras, Roggen, Raps, Erbse und Landberger Gemenge. Auf diesen Fl\u00e4chen werden nach der Ernte der Winterzwischenfr\u00fcchte und vor dem Legen des Maises 50 m3 G\u00e4rsubstrat aus der Biogasanlage Relliehausen der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen ausgebracht. Dies entspricht mehr der landbaulichen Praxis und soll den verschiedenen positiven Wirkungen der G\u00e4rsubstrate, z.B. N\u00e4hrstoffwirkung, Humusreproduktion, F\u00f6rderung der Bodenmikroorganismen, Rechnung tragen. Die Nmin-Bestimmungen (NO3-N + NH4-N) werden mit Hilfe der luftsegmentierten Durchflussanalyse vorgenommen. Die Bodenwassergehalte werden mehrfach, insbesondere auch vor der Maissaat, bestimmt. Der in der Sprossmasse der Winterzwischenfr\u00fcchte aufgenommene Stickstoff wird zusammen mit der gebildeten oberirdischen Trockenmasse und dem C-Gehalt erfasst (Elementaranalyse). Das Wurzelwachstum der Winterzwischenfr\u00fcchte wird vor Einsetzen der Bodenerw\u00e4rmung im zeitigen Fr\u00fchjahr und zum Zeitpunkt der Zwischenfruchternte im Mai abgesch\u00e4tzt (Bohrkernmethode). Es sind 2 Versuchsjahre, jeweils mit den Winterzwischenfr\u00fcchten und dem Mais, vorgesehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Auswertung der Versuchsergebnisse hat ergeben, dass die angebauten Winterzwischenfr\u00fcchte die an sie gestellten Anforderungen hinsichtlich (a) der Nmin-Absenkung im Boden \u00fcber Winter, (b) der Lieferung hoher Trockenmasse- und Methanertr\u00e4ge und (c) einer g\u00fcnstigen Vorfruchtwirkung auf den nachgebauten Energiemais, durchaus unterschiedlich zu erf\u00fcllen verm\u00f6gen. Die Futtergr\u00e4ser und Kreuzbl\u00fctler, aber auch die kleink\u00f6rnigen Leguminosen, Inkarnatklee und Zottelwicke, konnten die Nmin-Werte im Winter deutlich abzusenken. Die Wintergetreide-Varianten sowie die gro\u00dfk\u00f6rnigen Leguminosen Winterackerbohnen und Wintererbsen waren nicht geeignet, die Nmin-Werte im Winter merklich zu reduzieren. Die Wintergetreide-Varianten, Landsberger Gemenge und Wickroggen, mit etwas Abstrichen auch Inkarnatklee, waren in der Lage, hohe Trockenmasse- und Methanertr\u00e4ge hervorzubringen. Nach Schwarzbrache oder nach dem Anbau von Leguminosen wurden die h\u00f6chsten Maisertr\u00e4ge erzielt (Mais unged\u00fcngt). Die Maisertr\u00e4ge waren am geringsten, wenn Mais den Kr\u00e4utern oder den Weidelgras-Varianten folgte (Mais unged\u00fcngt). &#8211; Der Feldaufgang des Maises verlief nach Schwarzbrache etwas z\u00fcgiger als nach den Winterzwischenfr\u00fcchten. Dies hing vermutlich mit den Anfang Juni in den Zwischenfruchtparzellen leicht geringeren Bodenwassergehalten zusammen. Sp\u00e4ter in der Vegetationszeit des Maises konnten keine Unterschiede im Bodenwassergehalt mehr festgestellt werden. &#8211; Die Anbauw\u00fcrdigkeit der untersuchten Winterzwischenfr\u00fcchte wurde mit dem neu entwickelten Index IRA abgebildet. In IRA geht die Nmin-Absenkung \u00fcber Winter, der Methan-Fl\u00e4chenertrag der Winterzwischenfr\u00fcchte sowie der Mais-Trockenmasseertrag ein. Nach Ma\u00dfgabe des IRA-Wertes sind das Landsberger Gemenge (IRA = +1,11), der Wickroggen (IRA = +1,11) und der Inkarnatklee (IRA = +0,98) die Winterzwischenfr\u00fcchte, die insgesamt am anbauw\u00fcrdigsten erscheinen. Dagegen erwiesen sich die Wintererbsen (IRA = -0,84) und die Winterackerbohnen (IRA = -0,98) sowie einige Getreidearten einschlie\u00dflich Triticale (IRA = -0,87) als am wenigsten anbauw\u00fcrdig. Die relative Vorz\u00fcglichkeit von Landsberger Gemenge und Wickroggen ergab sich auf Grund der g\u00fcnstigen Werte hinsichtlich der Nmin-Absenkung und des Methan-Fl\u00e4chenertrages. Allerdings war der Vorfruchtwert bei diesen beiden Varianten leicht negativ. Demgegen\u00fcber zeigte Inkarnatklee bei allen drei Teilindizes positive Werte. Die z.T. stark negativen IRA-Werte bei den Wintergetreidearten und -sorten beruhten auf schlechten Nmin-Werten und unterduchschnittlichen Vorfruchteffekten. Die g\u00fcnstigen Methan-Fl\u00e4chenertr\u00e4ge konnten diesen Nachteil nicht ausgleichen. Wintererbsen und Winterackerbohnen konnten die negativen Werte beim Teilindex Nmin und beim Teilindex Methan-Fl\u00e4chenertrag auch durch hohe Vorfruchteffekte f\u00fcr den Mais nicht kompensieren. &#8211; Bei G\u00e4rrestd\u00fcngung waren die Maisertr\u00e4ge nach Deutschem Weidelgras mit 122 dt TM\/ha am geringsten und nach den Wintererbsen am h\u00f6chsten (162 dt TM\/ha). Gerade umgekehrt waren die d\u00fcngungsbedingten Zuw\u00e4chse beim Maisertrag nach dem Deutschen Weidelgras mit 66 dt TM\/ha am gr\u00f6\u00dften und nach den Wintererbsen am kleinsten (26 dt\/ha). Dies unterst\u00fctzt die These, wonach es in den Weidelgrasparzellen zu einer Stickstoffimmobilisierung gekommen ist, die durch die D\u00fcngung zum Mais teilweise wieder aufgehoben werden konnte. Zum anderen d\u00fcrfte die D\u00fcngung nach den Wintererbsen beim Mais zu einem N\u00e4hrstoff-Luxuskonsum gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Versuchsfl\u00e4chen waren Gegenstand der pflanzenbaulichen \u00dcbungen f\u00fcr Studierende der Agrarwissenschaften. Pr\u00e4sentationen der Fl\u00e4chen gab es in kleinem und gr\u00f6\u00dferem Rahmen, z.B. Feldbegehung am 23. Juni 2009; ein reges Interesse kam von Seiten der KWS Saat AG in Einbeck (Dr. Walter Schmidt). \u00dcber Versuchsergebnisse wurde im Rahmen der 51. und 52. Jahrestagung der Gesellschaft f\u00fcr Pflanzenbauwissenschaften (G\u00f6ttingen 2008, Halle 2009) berichtet. Am 3. Februar 2010 trug der Bearbeiter (Dipl.-Ing.agr. Christian Menke) \u00fcber seine Untersuchungen im Rahmen des Carl-Sprengel-Kolloquiums an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Agrarwissenschaften in G\u00f6ttingen vor. Ein sehr deutliches Interesse an den Ergebnissen signalisierte die Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft in Jena (Dr. Armin Vetter).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Anbaueignung der gepr\u00fcften 33 Winterzwischenfrucht-Varianten erwies sich als sehr unterschiedlich. Mit der Anwendung des neuen IRA-Indexes ist ein Werkzeug verf\u00fcgbar, um die Tauglichkeit von Winterzwischenfr\u00fcchten einschlie\u00dflich der Effekte auf den nachfolgenden Mais zu quantifizieren. Das (nach IRA) eher schwache Abschneiden der in der landbaulichen Praxis verbreitet angebauten Wintergetreidearten einschlie\u00dflich Triticale war so nicht erwartet worden, ist aber auf Grund der schlechten Leistungen sowohl hinsichtlich der Nmin-Absenkung als auch des Vorfruchtwertes eindeutig zu erkl\u00e4ren. Landsberger Gemenge und Wickroggen erscheinen (nach IRA) als sehr g\u00fcnstige Winterzwischenfr\u00fcchte. &#8211; Auf Grund der vergleichsweise starken Ber\u00fccksichtigung der Nmin-Absenkung \u00fcber Winter durch die Zwischenfr\u00fcchte sind die Untersuchungen nicht nur relevant f\u00fcr den Energiepflanzenanbau zur Biogasgewinnung, sondern auch f\u00fcr die Auflagen seitens der Europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Es sollen die Winterzwischenfr\u00fcchte ausfindig gemacht werden, die \u00fcber Winter viel mineralischen Stickstoff aus dem Boden aufnehmen, die Nmin-Mengen im Boden stark absenken und hohe Trockenmasse-Ertr\u00e4ge f\u00fcr die Biogasnutzung liefern. 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