{"id":24447,"date":"2023-09-24T10:32:20","date_gmt":"2023-09-24T08:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24913-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:20","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:20","slug":"24913-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24913-01\/","title":{"rendered":"Sanierung von Altenheimen als ganzheitliche integrale Planungsaufgabe in Abstimmung mit Betriebsabl\u00e4ufen, Geb\u00e4udeplanung, Haustechnik und Nutzerbed\u00fcrfnissen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Haus Franziskus wurde als Altenheim der Pfr\u00fcndespitalstiftung Ochsenfurt 1972 erbaut. Es ist in den technischen Einrichtungen weitgehend verbraucht und entspricht in seiner Konzeption aufgrund des strukturellen Wandels vom Wohn zum Pflegeheim nicht mehr den heutigen Anforderungen. Nachdem in den Jahren 1998 bis 2002 Ma\u00dfnahmen in Teilbereichen durchgef\u00fchrt wurden, jedoch ohne ganzheitliche Betrachtungen anzustellen, sollen neue Wege beschritten werden:<\/p>\n<p>Ziel ist eine ganzheitliche Sanierung, die eine optimierte, musterg\u00fcltige und Wert erhaltende Gesamtl\u00f6sung darstellt: Im Rahmen der Planung werden die Umweltvertr\u00e4glichkeit von Baustoffen, Energie- und Rohstoffverbr\u00e4uche sowie Betriebsabl\u00e4ufe mit dem Ziel betrachtet, CO2-Emissionen sowie Brennstoff- und Wasserverbrauch zu reduzieren. Die Wohn- und Lebensbedingungen der Bewohner sollen verbessert und die Arbeitsbedingungen des Personals erleichtert werden.<\/p>\n<p>Die j\u00e4hrlichen Betriebs- und Instandhaltungskosten in H\u00f6he von derzeit ca. 273.000 \u0080 sollen durch bauliche Ma\u00dfnahmen und rationelle Energieverwendung deutlich gesenkt werden. Gegen\u00fcber dem derzeitigen Bestand besteht ein Einsparpotential von ca. 100.000 \u0080 pro Jahr.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDurch eine Untersuchung der Betriebsabl\u00e4ufe, der rechtlichen Anforderungen und der sozialen Bed\u00fcrfnisse sollen im engen Dialog mit Betreiber und Bewohnern M\u00f6glichkeiten gefunden werden, das Wohnumfeld f\u00fcr die Bewohner lebenswerter zu gestalten, dadurch die Attraktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen und gleichzeitig die Betriebsabl\u00e4ufe zu optimieren und damit Ressourcen sparender und wirtschaftlicher zu gestalten. Mit einer energetischen Untersuchung von Geb\u00e4udeh\u00fclle und Energietechnik sollen die Einsparpotentiale am Energieverbrauch festgestellt werden und anhand einer Lebenszyklusanalyse dauerhafte L\u00f6sungen ausgearbeitet werden. Die m\u00f6glichen Synergien zwischen Stromverbrauch, K\u00fchlleistung f\u00fcr K\u00fchlr\u00e4ume der K\u00fcche, Warmwasserbereitstellung und Heizung sollen durch ein umfassendes Energiemanagement genutzt werden. Die Erkenntnisse sollen in eine integrierte Planung eingearbeitet und anschlie\u00dfend umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die vorhandene Dokumentation liefert unzureichende Informationen. Die Dokumentation und die Raumstruktur wurden erfasst, katalogisiert und digitalisiert. Gleichzeitig wurde die spezielle Problematik der gesetzlichen Vorgaben f\u00fcr Altenheime erhoben und der Brandschutz in die Vorplanung eingearbeitet. Auch die sehr gro\u00dfen Verbr\u00e4uche von Wasser, Strom und Gas wurden ermittelt und zugeordnet.<\/p>\n<p>Diese Untersuchung vergleicht die Vor- und Nachteile unterschiedlich gef\u00fchrter Heime sowie am konkreten Beispiel die Chancen und Grenzen der Einflussnahme durch eine bauliche Optimierung. Das Architekturb\u00fcro betrachtete dabei nicht nur gestalterische Aspekte sondern stimmte gemeinsam mit dem Nutzer Betriebsabl\u00e4ufe, Geb\u00e4udeplanung, Haustechnik und Nutzerbed\u00fcrfnisse im Vorfeld ab. Es wurden Partner aus der privaten Altenpflege zur Beratung mit eingebunden und folgende Bereiche betrachtet:<br \/>\no\tGeb\u00e4udebestandserfassung durch \u00f6rtliches Aufma\u00df als Bestandswerkplan, mit Fotodokumentation und Raumbuch, Schadensermittlung und baulicher Problemerfassung.<br \/>\no\tErfassung und Analyse der derzeitigen Betriebsabl\u00e4ufe sowie deren Optimierung in Orientierung an einem neu gebauten privaten Altenpflegeheim.<br \/>\no\tUntersuchung der baulichen Ver\u00e4nderungsm\u00f6glichkeiten, um m\u00f6glichst die Wirtschaftlichkeit eines privaten Altenheim-Neubaus zu erreichen.<br \/>\no\tUntersuchung und detaillierte Aufschl\u00fcsselung der bisherigen Betriebskosten mit besonderer Schwerpunktsetzung auf Personal-, Energie- und Wasserkosten. Vergleich mit einem Neubau.<br \/>\no\tUntersuchung und Erarbeitung von Haustechnikkonzepten zur Verbesserung der Nutzungsqualit\u00e4t, der Senkung von k\u00fcnftigen Energie, Wasser- und Reinigungskosten.<br \/>\no\tBer\u00fccksichtigung zuk\u00fcnftiger Pflegekonzepte und der Variabilit\u00e4t der Zimmernutzung.<\/p>\n<p>Zu mehreren Sanierungsvarianten wurden Investitions- und Betriebskosten nach DIN 276 \u00fcber einen Zeitraum von 30 Jahren untersucht und gegen\u00fcbergestellt:<br \/>\no\tStandard-Sanierung nach rechtlichen Mindestanforderungen f\u00fcr eine Sanierung<br \/>\no\tOptimierte Sanierung mit effizienter Energietechnik bei den vorh. Konditionen<br \/>\no\twie vorstehend jedoch mit Sonderkonditionen von kommunaler Seite<br \/>\no\tOptimierte Sanierung mit effizienter Energietechnik ohne Tilgungszuschuss durch KfW<\/p>\n<p>Die Investitionssummen liegen bei Variante 1 bei gesch\u00e4tzt 6.810.000 \u0080, f\u00fcr Variante 2, 3 und 4 bei 7.070.000 \u0080. Der Mehraufwand f\u00fcr umweltrelevante Ma\u00dfnahmen liegt bei ca. 260.000 Euro. Er hat einen Anteil von ~ 4 % an der Gesamtaufwendung (Kostengruppe 200 bis 700) bzw. von unter 6 % an den Kostengruppen 300 + 400.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden vom Kooperationspartner, dem Architekturb\u00fcro Haase, anl\u00e4sslich verschiedener Pr\u00e4sentationen der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Alten- und Pflegeheime gewinnen in der Zukunft eine immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung: Der Betreuungsbedarf steigt einerseits aufgrund der h\u00f6heren Lebenserwartung, andererseits durch l\u00e4ngere Betreuungszeiten. Die Zahl der zu sanierenden Alten- und Pflegeheime nimmt ebenso zu. Hierbei \u00e4ndern sich jedoch die Anforderungen an die zuk\u00fcnftigen Aufgaben dieser Geb\u00e4ude. <\/p>\n<p>Die vorliegende Arbeit ersetzt keine Leistung einer projektbezogenen Planung, sondern ist eine Grundlage zum Aufzeigen sinnvoller L\u00f6sungswege im Rahmen eine integrale Planung. Sie stellt eine methodische Vorgehensweise vor, den Bestand zu ermitteln, vorhandene Potentiale zu bewerten und Sanierungsm\u00f6glichkeiten aufzuzeigen. Dabei wurden bauliche, technische und konzeptionelle Aspekte ber\u00fccksichtigt und miteinander vernetzt.<\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend der Projektlaufzeit wurde das Altenheim Haus Franziskus in 2009 an das Kommunalunternehmen Senioreneinrichtungen des Landkreises W\u00fcrzburg gGmbH \u00fcbergeben. Es ist ein Neubau auf dem Grundst\u00fcck vorgesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Haus Franziskus wurde als Altenheim der Pfr\u00fcndespitalstiftung Ochsenfurt 1972 erbaut. 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