{"id":24434,"date":"2023-09-24T10:32:01","date_gmt":"2023-09-24T08:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20420-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:05","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:05","slug":"20420-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20420-01\/","title":{"rendered":"Erlebnisraum Wasser neu interpretiert &#8211; mit Fluss-Rangern und Drachenbooten den Rhein neu erleben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Konzept mit Hilfe selbstgebauter Drachenboote Natur- und Landschaftserfahrungen ad-ressatengerecht zu erschlie\u00dfen, entstand als Antwort auf stark wachsende Trends zu landschaftsbezogenen Sportaktivit\u00e4ten, die Natur sportiv-touristisch nutzen, aber inhaltlich ausblenden. Hier  dominieren immer noch die Ans\u00e4tze eines unbegriffenen Naturkonsums, reiner Wissensvermittlung oder einer additiven Umweltbildung. Auch in der tradierten Umweltbildung versucht man l\u00e4ngst \u00fcber emotionale, informative und zielgruppengerechte Methoden der Naturvermittlung tats\u00e4chliche Zug\u00e4nge zum Naturverh\u00e4ltnis von Naturbesuchern zu erreichen.<br \/>\nDas Projekt verfolgte die Absicht in gr\u00f6\u00dferem Umfang den Ansatz der Landschaftsinterpretation aus den US-Nationalparks auf den Sport(tourismus)bereich zu \u00fcbertragen. Es wendete ihn praktisch in der berufli-chen Bildung sowie als Bildungs- und Kommunikationskonzept im Freizeitbereich an, um durch zeitgem\u00e4\u00dfe und ansprechende Naturvermittlungsformen Besonderheiten der jeweiligen (Fluss)-Landschaft f\u00fcr ein Frei-zeitpublikum zu erschlie\u00dfen.<br \/>\nDas Konzept mit Hilfe selbstgebauter Drachenboote Natur- und Landschaftserfahrungen ad-ressatengerecht zu erschlie\u00dfen, entstand als Antwort auf stark wachsende Trends zu landschaftsbezogenen Sportaktivit\u00e4ten, die Natur sportiv-touristisch nutzen, aber inhaltlich ausblenden. Hier  dominieren immer noch die Ans\u00e4tze eines unbegriffenen Naturkonsums, reiner Wissensvermittlung oder einer additiven Umweltbildung. Auch in der tradierten Umweltbildung versucht man l\u00e4ngst \u00fcber emotionale, informative und zielgruppengerechte Methoden der Naturvermittlung tats\u00e4chliche Zug\u00e4nge zum Naturverh\u00e4ltnis von Naturbesuchern zu erreichen.<br \/>\nDas Projekt verfolgte die Absicht in gr\u00f6\u00dferem Umfang den Ansatz der Landschaftsinterpretation aus den US-Nationalparks auf den Sport(tourismus)bereich zu \u00fcbertragen. Es wendete ihn praktisch in der berufli-chen Bildung sowie als Bildungs- und Kommunikationskonzept im Freizeitbereich an, um durch zeitgem\u00e4\u00dfe und ansprechende Naturvermittlungsformen Besonderheiten der jeweiligen (Fluss)-Landschaft f\u00fcr ein Frei-zeitpublikum zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDazu wurde in einer Ausbildungswerkstatt ein Holzdrachenboot f\u00fcr 20 Personen konstruiert, gebaut und erprobt. Es wurde eine Drachenboot-Werft aufgebaut und die berufliche Ausbildung dauerhaft um das Lernfeld Bootsbau erweitert. Im Einzugsbereich des Rhein-Main-Ballungsraums (Umfeld von 30 km) wurden am Rhein drei Fluss-Stationen aufgebaut. Hier wurden \u00fcber bio-geographische Landschaftsanalysen sowie didaktische Analysen drei Drachenboot-Rundtouren nach den Kriterien der Landschaftsinterpretation entwickelt und erprobt. Die personale Sicherstellung erfolgte durch die Ausbildung eines  Pools von Bootsf\u00fchrern und Landschaftsinterpreten zugleich (Flussranger-Ausbildung). Ein \u00e4sthetisch-funktionaler Internet-Auftritt kommunizierte das Projekt von Anfang an.<br \/>\nInsgesamt ging es dem Projekt darum mit Hilfe von Bewegung eine \u00e4sthetische, \u00f6kologische und kulturelle Auseinandersetzung mit der Natur so zu f\u00f6rdern, dass eine Identifikation mit der Naturregion sowie etwaige Verhaltens\u00e4nderungen im eigenen Sport-Freizeitverhalten auch tats\u00e4chlich erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Dem Projekt ist es im Wesentlichen gelungen seine Ziele umzusetzen und praktisch zu erproben. Die er-zielten Ergebnisse erscheinen auf die berufliche Bildung, andere Flussgebiete und sportlich-touristische Angebotsformen \u00fcbertragbar.<br \/>\nBerufliche Bildung und Bootsbau<br \/>\nDer Holzbootsbau konnte im Sinne eines handlungs- und lernfeldorientierten Lernens mit den Anforderun-gen der Berufsausbildung verkn\u00fcpft werden. Die projektorientierte Erarbeitung eines nutzbaren und ge-sellschaftlich sinnvollen Produktes konnte den Beteiligten zukunftsf\u00e4hige Schl\u00fcsselkompetenzen sowie eine hohe Motivation vermitteln. Der Bootsbau aus einheimischen H\u00f6lzern und die Erfahrungen aus dem Projekt bleiben Bestandteil der Berufsausbildung im Trainings- und Ausbildungszentrum (taz). Sie sind \u00fcbertragbar auf andere Tr\u00e4ger und Einsatzgebiete der schulischen und beruflichen Bildung.<br \/>\nFluss-Interpretation<br \/>\nIm Bereich der Landschaftsinterpretation konnte das Thema der Fluss-Interpretation dauerhaft inhaltlich und praktisch erprobt werden. Hier war einerseits die Wahl des geeigneten Bootstyps f\u00fcr 12 -20 Personen bedeutsam. Dadurch konnte nach wenigen Minuten (im Gegensatz zu Kajak-Canadier-Konzepten) Hand-lungs- und Konzentrationsf\u00e4higkeit der Besucher auf den Naturraum Fluss von Anfang an sichergestellt werden. Andrerseits zeigte sich die St\u00e4rke des Drachenboot-Konzeptes gegen\u00fcber landorientierten Ans\u00e4t-zen (Rundg\u00e4nge, Auen-Spazierg\u00e4nge etc.) durch hohe Teamf\u00e4higkeit im Boot von Anfang an, emotionale Begeisterung und Staunen \u00fcber die ungewohnte Sichtweise der Wasserwelten. Es wurden insgesamt 52 Drachenboot-Touren mit \u00fcber 900 TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Zielgruppen erprobt. Land-schaftsinterpretation als eine Form \u00fcberraschender Anst\u00f6\u00dfe auf der Grundlage von Fakten, Konfrontation mit unerwarteten Enth\u00fcllungen und der Entwicklung von sog. Aha-Effekten bei Bootstouren erwies sich dabei als geeignete Methode um Kurzzeit-Besucher f\u00fcr Gew\u00e4sser und ihre Umwelt zu interessieren. Die \u00dcbertragung auf Konzepte mit Gro\u00dfbooten und inhaltlich ausgebildeten Begleitern im Sport-Tourismus-Bereich erscheint \u00fcberf\u00e4llig.<br \/>\nFlussranger-Ausbildung<br \/>\nMit der Ausbildung des Flussrangers als Landschaftsinterpret und sportlichem Bootsf\u00fchrer zugleich wur-de eine modellhafte Neuerung gegen\u00fcber dem bisherigen \u00dcbungsleiter \/ Tourenbegleiter umgesetzt. Der Flussranger verfolgt integrativ vom Boot aus neue, fachliche Qualit\u00e4ts-Standards f\u00fcr Methoden der Natur-vermittlung am Wasser und setzt diese inhaltlich und motorisch um. Dieser Ausbildungstyp bietet sich an als eine sinnhafte Erg\u00e4nzung der bisherigen Ausbildungs-Strukturen in Sport und Tourismus.<br \/>\nDauerhafte Strukturen f\u00fcr Flusstouren in Ballungsgebieten<br \/>\nMit den Fluss-Stationen Inselrhein, Trebur und K\u00fchkopf konnte im Ballungsgebiet Rhein-Main eine dauer-hafte, naturvertr\u00e4gliche Angebots-Struktur f\u00fcr Schulen, Familien, Vereine, Betriebe geschaffen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch ein attraktives Produkt und bewusste Einbindung der Medien konnten die Ziele des Projekts einer breiten \u00d6ffentlichkeit vermittelt werden. Es wurde in allen Schritten \u00fcber einen Internet-Auftritt kommuni-ziert. Im Pressebereich berichteten die regionalen Medien mehrfach \u00fcber das Projekt. Im Internet ist es Thema zahlreicher Einrichtungen: von Klassenfahrten-Magazin \u00fcber ErlebnisWissen bis Goethe-Institut. Neben eigenen Werbema\u00dfnahmen wie Flyern, Plakaten, Info-Tafeln und Drachenboot-Werbefahrten, sorgten vor allem 5 Fernsehbeitr\u00e4ge (ZDF, HR, SWR) f\u00fcr einen hohen Bekanntheitsgrad. Im Ergebnis ist dadurch das dauerhafte Angebot von thematischen Drachenboot-Touren im Rhein-Main-Gebiet \u00fcber den Projektzeitraum hinaus gesichert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Dem Projekt ist es im Wesentlichen gelungen die im F\u00f6rderantrag formulierten Ziele umzusetzen und praktisch zu erproben. Unabh\u00e4ngig davon hat es modellhafte Neuerungen entwickelt, die auf die berufli-che Bildung, andere Flussgebiete und sportlich-touristische Angebotsformen \u00fcbertragbar erscheinen. Das Projekt entwickelte eine praktische Alternative zu bestehenden Wassersport-Trends, die durch Bootstyp, Methode und pers\u00f6nliche Anleitung naturvertr\u00e4glich, steuerungsf\u00e4hig, modern und faszinierend zugleich ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Konzept mit Hilfe selbstgebauter Drachenboote Natur- und Landschaftserfahrungen ad-ressatengerecht zu erschlie\u00dfen, entstand als Antwort auf stark wachsende Trends zu landschaftsbezogenen Sportaktivit\u00e4ten, die Natur sportiv-touristisch nutzen, aber inhaltlich ausblenden. Hier dominieren immer noch die Ans\u00e4tze eines unbegriffenen Naturkonsums, reiner Wissensvermittlung oder einer additiven Umweltbildung. 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