{"id":24431,"date":"2023-07-13T15:20:33","date_gmt":"2023-07-13T13:20:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-82\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:34","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:34","slug":"17400-82","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-82\/","title":{"rendered":"Zweite Phase des Projektes AZ 17400\/56 Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Diensth\u00fctte der Bergwacht-Bereitschaft Penzberg am Rabenkopf auf 1.300 m \u00fc. NN"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Bergwachtbereitschaft Penzberg betreibt am Rabenkopf, zwischen Benediktbeuern und Kochel gelegen, eine Diensth\u00fctte. Das Dienstgebiet erstreckt sich auf das Areal zwischen der Benediktenwand und dem Jochberg. In den Jahren 1948\/49 wurde die H\u00fctte auf einem Sattel auf rund 1.300 m \u00fc. NN erbaut. Der Zugang erfolgt ausschlie\u00dflich \u00fcber steile Wanderwege.<br \/>\nZiel der angestrebten Ma\u00dfnahme war es, die Abwassersituation erheblich zu verbessern. Es sollte eine neue Toilettenanlage mit rein biologischer Aufarbeitung und Kl\u00e4rung der anfallenden Stoffe und Abw\u00e4sser erfolgen. Hier sollte das anfallende Gelb- und Grauwasser \u00fcber ein Kl\u00e4rbeet an der Nordseite der H\u00fctte verrieselt und gereinigt werden. Damit die Mikroorganismen bei ausreichender Temperatur auch im Winter arbeiten konnten, sollte der Toilettenanlage W\u00e4rme zugef\u00fchrt werden. Dies sollte \u00fcber eine neu zu installierende Photovoltaik-Anlage erfolgen, die einen eigenen Stromkreis versorgte. In dem neu zu schaffenden Technikraum sollte eine UV-Entkeimungsanlage installiert werden. Diese sollte in den Sommermonaten sicherstellen, dass das Trinkwasser keimfrei war. F\u00fcr die Schlafr\u00e4ume mussten Fluchtwege geschaffen werden. Zudem wurden in jeder Ebene der H\u00fctte miteinander vernetzte Rauchmelder installiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAbwasserableitung \/ Abwasserbehandlung \/ Kompostierung:<br \/>\nBau einer Abwasserableitung zu einer zentralen vor Frost gesch\u00fctzten Reinigungsanlage sowie der Bau einer Komposttoilette.<br \/>\nEnergieversorgung:<br \/>\nUm m\u00f6gliche Umweltsch\u00e4den durch auslaufenden Dieseltreibstoff zu verhindern, wurde die Fotovoltaikanlage erweitert, um auch im Winter bzw. bei schlechtem Wetter Strom verf\u00fcgbar zu haben.<br \/>\nTrinkwasserversorgung:<br \/>\nDie Aufbereitung des Quellwassers zu Trinkwasser geschieht \u00fcber ein mehrstufiges Filtersystem sowie eine UV-Entkeimung. In den Sommermonaten wird das ben\u00f6tigte Trinkwasser bei Bedarf vor Verzehr dieser Anlage zugef\u00fchrt und ist somit bedenkenlos genie\u00dfbar. In den Wintermonaten ist die gesamte Anlage au\u00dfer Betrieb und entsprechend frostsicher entleert. Das ben\u00f6tigte Wasser wird an der Brunnenanlage entnommen und anschlie\u00dfend am K\u00fcchenherd abgekocht.<br \/>\nBrand- und Personenschutz:<br \/>\nDurch die Installation entsprechender Feuermelder und eines Fluchtweges aus dem Schlafraum im ersten Stock war ein wirksamerer Brand- und Personenschutzes gegeben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Abwasserableitung \/ Abwasserbehandlung \/ Kompostierung:<br \/>\nMit ein Kernpunkt des Gesamtprojekts war die Verbesserung der Abwasserproblematik, die durch den Einbau der Sandfilteranlage erheblich verbessert wurde. Sechs mit Sand bef\u00fcllte Kunststoffbeh\u00e4lter die-nen als Abwasserreinigungsanlage. Die Sandbeh\u00e4lter sind mit Baustahlgewebe, das in den Fels verklebt wurde, gegen Abrutschen gesichert. Die Sandfilteranlage wurde zum Abschluss begr\u00fcnt. Die terrassenf\u00f6rmige Anordnung bleibt jedoch erhalten. Das anfallende Gelbwasser aus der Toilettenanlage wird mit dem produzierten Grauwasser verd\u00fcnnt \u00fcber einen Schwallbeschicker in den Sandfilter geleitet.<br \/>\nMit den durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen und den erreichten Ergebnissen konnte ein wesentlicher Beitrag zum aktiven Umweltschutz gesetzt werden.<br \/>\nDie neue Komposttoilette ist so ausgelegt, dass in acht Auffang-Containern die F\u00e4kalien mit Hilfe von Rindenmulch und effektiven Mikroorganismen verrotten k\u00f6nnen. Die n\u00f6tige Temperatur, die f\u00fcr die Verrottung im Winterhalbjahr n\u00f6tig ist, wird durch eine zus\u00e4tzliche, elektrische Heizung, die neben den Auffangbeh\u00e4ltern installiert ist, erreicht.<br \/>\nEnergieversorgung:<br \/>\nDie Energieversorgung besteht aus einem PV-Generator, bestehend aus acht Modulen \u00e0 165 Wp, die am S\u00fcddach mit 60\u00b0 aufgest\u00e4ndert sind. Die Module beladen \u00fcber einen Laderegler einen neuen Batte-rieblock. Die 12 St\u00fcck Blei-S\u00e4ureakkuzellen 2V 800 Ah = 24V 800 Ah, ausger\u00fcstet mit Rekombinatoren, sind nahezu wartungsfrei. Es ist nur die Kontrolle des S\u00e4urestandes erforderlich. Die Verbraucherseite der Elektroanlage wurde auf 230V AC umgestellt. Ein bidirektionaler Wechselrichter SMA Sunny-Island wandelt die 24 V Akkuspannung in ein Netz 230V AC um. Gleichzeitig kann er bei Betrieb des vorhandenen Dieselaggregats die Akkus laden. Er verf\u00fcgt \u00fcber ein intelligentes Batteriemanagement, das \u00fcber die Ladung des PV-Generators eine optimale Ladung des Akkus gew\u00e4hrleistet. Einen zus\u00e4tzlichen Ladebedarf bei zu geringer Solarleistung zeigt eine Kontrolllampe an. Der Generator kann dann manuell gestartet werden.<br \/>\nBrand- und Personenschutz:<br \/>\nIm Brandfall w\u00e4re eine Flucht \u00fcber diese Treppe aus dem Schlafraum in den Bereitschaftsraum wahrscheinlich nicht mehr m\u00f6glich. Deswegen musste das Fenster auf der Nord-West-Seite zu einer kleinen T\u00fcre umgebaut und eine quasi Zugbr\u00fccke zum einen Meter entfernt liegenden Dach des Technikraums installiert werden. Zudem wurden auf jeder Ebene der H\u00fctte, einschlie\u00dflich des Technik- und Aggregatraumes, miteinander vernetzte Brandmelder installiert.<br \/>\nDie gro\u00dfz\u00fcgige Auslegung der Generatormodule f\u00fcr die Herbst- und Wintermonate erlaubt im Sommer den Betrieb von elektrischen Ger\u00e4ten, wie Kreiss\u00e4ge oder Holzspalter. Dadurch entf\u00e4llt der regelm\u00e4\u00dfige Betrieb des Dieselstromerzeugers und verringert damit die Brandgefahr. Weiterhin wurde der gesamte Innenraum, in dem sich das Aggregat befindet, mit feuerfestem Material verkleidet. Ein m\u00f6glicher Brandherd wurde somit aus dem Hauptgeb\u00e4ude mit Aufenthalts- und Schlafr\u00e4umen separiert. Das ganzheitliche Konzept erlaubte auch einen Abbau der nunmehr \u00fcberfl\u00fcssigen Gasinstallation, da kurzzeitiges Erhitzen von Wasser k\u00fcnftig mit einem fest installierten Wasserkocher m\u00f6glich ist.<br \/>\nTrinkwasserversorgung:<br \/>\nDazu wurde die Wasserleitung hinter der Technikh\u00fctte mit einem absperrbaren Abzweig versehen. Das einflie\u00dfende Trinkwasser wird zun\u00e4chst durch zwei Vorfilter gereinigt. Die Porengr\u00f6\u00dfe des Filters entspricht einem ?m. Dadurch sollen Tr\u00fcbstoffe oder gr\u00f6\u00dfere Zellen zur\u00fcckgehalten werden. Danach wird das Wasser an einem UV-Strahler vorbeigeleitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Gesamtpprojekt wurde von der Planung \u00fcber die Durchf\u00fchrung bis zum Einsatz dokumentiert. Der Projektbericht wurde auf der Webpage der Bergwacht eingestellt; dort wurde u. a. auf die Seiten der DBU, das Landesamt f\u00fcr Wasserwirtschaft und der Partner verweisen. Mit Berichten in diversen lokalen Zeitungen, einer Einweihungsfeier mit F\u00fchrungen und Erl\u00e4uterungen aller Bauma\u00dfnahmen sowie Diskussionen mit interessierten Personen wurde das Bauvorhaben einem gr\u00f6\u00dferen Publikum zug\u00e4nglich gemacht. Das am 11.08.2008 erschiene Begleitbuch Umwelttechnik f\u00fcr alpine Berg- und Schutzh\u00fctten der DBU\/ZUK gGmbH zur F\u00f6rderinitiative enth\u00e4lt das H\u00fcttenportrait und den H\u00fcttensteckbrief der Rabenkopfh\u00fctte auf den Seiten 237 ff.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Umsetzung der einzelnen Bauvorhaben f\u00fchrte zur wesentlichen Verbesserung der Umweltma\u00dfnah-men im Bereich der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung, der Energieversorgung und des Brand- und Personenschutzes. Durch eine entsprechende Planung wurde das Projekt architektonisch in die Landschaft eingebettet und dient als Anschauobjekt f\u00fcr \u00e4hnliche Objekte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Bergwachtbereitschaft Penzberg betreibt am Rabenkopf, zwischen Benediktbeuern und Kochel gelegen, eine Diensth\u00fctte. Das Dienstgebiet erstreckt sich auf das Areal zwischen der Benediktenwand und dem Jochberg. In den Jahren 1948\/49 wurde die H\u00fctte auf einem Sattel auf rund 1.300 m \u00fc. NN erbaut. Der Zugang erfolgt ausschlie\u00dflich \u00fcber steile Wanderwege. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[57,47,51,52,53],"class_list":["post-24431","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-bayern","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"17400\/82","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"17400-82.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"26.604,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Bergwachtbereitschaft Penzberg","dbu_projektdatenbank_strasse":"Alte T\u00f6lzer Str. 8","dbu_projektdatenbank_plz_str":"83673","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Bichl","dbu_projektdatenbank_p_von":"2006-07-24 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2008-02-02 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"08041-8007-9229","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Bayern","dbu_projektdatenbank_foerderber":"77","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24431\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37434,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24431\/revisions\/37434"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}