{"id":24428,"date":"2023-07-14T10:34:33","date_gmt":"2023-07-14T08:34:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24862-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:34:35","modified_gmt":"2023-07-14T08:34:35","slug":"24862-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24862-01\/","title":{"rendered":"Qualifizierungsma\u00dfnahme f\u00fcr ukrainische Entscheidungstr\u00e4ger in der Wasserwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die bestehenden Umweltprobleme der Wasserqualit\u00e4t in der Ukraine resultieren ma\u00dfgeblich aus der Wasserver- und Abwasserentsorgung in den St\u00e4dten und Gemeinden. Hauptursache sind die unzureichenden Kapazit\u00e4ten zur Wasseraufbereitung sowie der schlechte Zustand des Kanalnetzes und der technischen Anlagen. Mit der gezielten Schulung von Entscheidungstr\u00e4gern der ukrainischen Wasserwirtschaft sollte das Bewusstsein f\u00fcr einen \u00f6kologischen und effizienten Umgang mit der Ressource Wasser gest\u00e4rkt und ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Wasserwirtschaft geleistet werden. Die Vermittlung innovativer und ressourcenschonender Konzepte des Wassermanagements und die Weitergabe insbesondere ostdeutscher Erfahrungen des Transformationsprozesses soll die Verbes-serung des \u00f6kologischen Zustandes der Trinkwasserversorgungsquellen, der Trinkwasserqualit\u00e4t und der gesamten Umweltsituation unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGegenstand des Vorhabens war der Einsatz von 7 Entscheidungstr\u00e4gern der ukrainischen Wasser- und Abwasserwirtschaft als Hospitanten in einem kommunalen Versorgungsunternehmen in Deutschland. W\u00e4hrend dieses 3-4-w\u00f6chigen Aufenthaltes diskutierten die Teilnehmer mit Hilfe der Projekttr\u00e4ger L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr die \u00f6kologische L\u00f6sung ihrer spezifischen wasser- bzw. abwasserwirtschaftlichen Problems in ihrer Kommune. Nach einem spezifischen Auswahlverfahren der Teilnehmer wurde in der Ukraine ein thematischer Workshop zur Vorbereitung des Aufenthaltes und zur Formulierung konkreter Aufgabenstellungen durchgef\u00fchrt. In einem Abschlussworkshop wurden die Ergebnisse der Teilnehmer und des Projektes ausgewertet und weiterf\u00fchrende konkrete Pl\u00e4ne f\u00fcr erste Ma\u00dfnahmen entwickelt. Ein aus den Projektergebnissen zweisprachig erarbeiteter Ergebnisbericht erleichtert den weiteren Austausch und die Fortf\u00fchrung des Wissenstransfers mit anderen Kommunen. Die Projektpartner erg\u00e4nzten sich bei der Konzipierung, Organisation und fachlichen Betreuung der Teilnehmer.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des Projektes stand der Aufenthalt der ukrainischen Experten in Deutschland und die intensive Auseinandersetzung mit den wirtschaftlichen und technischen Problemfeldern beim Betrieb kommunaler Wasserunternehmen. <\/p>\n<p>Die Auswahl der Fachthemen, die sich an den W\u00fcnschen der ukrainischen Seite orientierte und durch relevante Themen unsererseits erg\u00e4nzt wurde, ist auf gro\u00dfes Interesse gesto\u00dfen. Der Bereich Wasserversorgung konnte im Projektverlauf nur in Teilen dargestellt werden. Mit der Vorstellung theoretischer und praktischer L\u00f6sungen vor allem abwassertechnischer Probleme und der Betrachtung konzeptioneller, betriebswirtschaftlicher und finanzieller Aspekte konnten die entscheidenden Bereiche beim Betrieb eines kommunalen Unternehmens abgebildet werden. So erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in die Prozesse und die Prozesssteuerung in einem ostdeutschen Abwasserentsorger. Jeder einzelne von ihnen identifizierte konkrete Ansatzpunkte, die bei der Modernisierung seines Unternehmens ber\u00fccksichtigt bzw. angewandt werden k\u00f6nnen oder die er gern im weiteren Austausch vertiefen m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Es hat sich  auch gezeigt, dass bestimmte L\u00f6sungen aufgrund der bestehenden gesetzlichen Regelungen in der Ukraine nicht anwendbar sind. Die ukrainischen Teilnehmer haben dies intensiv abgewogen und ausgewertet, und beabsichtigen in den entsprechenden Gremien auf eine \u00c4nderung der Vorschriften hinzuwirken. Dies bezieht sich insbesondere auf teilweise unangemessene Normen f\u00fcr Indirekteinleiter. <\/p>\n<p>Den Teilnehmern wurde anhand der \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Stadtentw\u00e4sserung Dresden und vor allem auch anhand ihrer Ergebnisse noch deutlicher, dass f\u00fcr eine \u00c4nderung der Einstellung der Bev\u00f6lkerung und der Industrie im Umgang mit der Ressource Wasser, eine zielgerichtete \u00d6ffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Baustein ist. Mit ihr kann die Akzeptanz der Wasserunternehmen bei den Kunden und in diesem Zusammenhang auch ihre Zahlungsbereitschaft verbessert werden.<\/p>\n<p>Auch das im Vergleich zu ukrainischen Unternehmen andere F\u00fchrungsprinzip hat einen Eindruck hinterlassen. Unsere G\u00e4ste konnten sich \u00fcberzeugen, welchen Einfluss vorhandene Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse auf die Leistungsf\u00e4higkeit und das Engagement der Mitarbeiter im Unternehmen haben und wie sie zu einer Verbesserung der Arbeitsergebnisse beitragen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Neben der Schaffung gegenseitigen Vertrauens und der Bildung eines Netzwerkes zum st\u00e4rkeren Austausch zwischen ukrainischen und deutschen Experten konnte auch vermittelt werden, wie wichtig fachlicher Austausch und der Wettbewerb unter den ukrainischen Wasserunternehmen ist. Wir hoffen im Anschluss an dieses Projekt weiter zur Intensivierung der  fachlichen Arbeit in der Ukraine beitragen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Die im Rahmen des Projektes gewonnenen Erkenntnisse, sowie ihre Ber\u00fccksichtigung und Umsetzung bei Modernisierungsma\u00dfnahmen in der Ukraine werden langfristig zu einer Verbesserung der kommunalen Infrastruktur im Bereich Wasserwirtschaft beitragen und einen positiven Einfluss auf die Nutzung und den Zustand der Wasserressourcen haben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse werden in Form des zweisprachigen Projektberichtes, der zugleich einen Leitfaden f\u00fcr die Gestaltung \u00e4hnlicher Vorhaben darstellt, verbreitet. Die Projektpartner nutzen hierbei Verbreitungsm\u00f6glichkeiten im Rahmen von Fachmessen (AQUA 2008, IFAT u.a.) sowie innerhalb von Branchenvereinigungen (z.B. German Water Partnership). Es werden zus\u00e4tzlich Artikel f\u00fcr die Fachpresse vorbereitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend war das Projekt f\u00fcr alle Projektpartner zwar organisatorisch fordernd, konnte jedoch mit und dank der gro\u00dfen Begeisterung aller Beteiligten mit gro\u00dfem Erfolg durchgef\u00fchrt werden. Im Rahmen des Projektes konnten fachliche und pers\u00f6nliche Beziehungen aufgebaut werden, die \u00fcber das Projektende hinaus fortbestehen. Ferner wurden wichtige Erfahrungen f\u00fcr die weitere Gestaltung des Know-How-Transfers zwischen Deutschland und der Ukraine gewonnen, der auch f\u00fcr die deutsche Umwelttechnik exportf\u00f6rdernd wirken wird. Diese Erfahrungen sollen nunmehr in Folgeprojekten vertieft werden. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Konzeption eines Schulungszentrums f\u00fcr die ukrainische Wasser- und Abwasserwirtschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die bestehenden Umweltprobleme der Wasserqualit\u00e4t in der Ukraine resultieren ma\u00dfgeblich aus der Wasserver- und Abwasserentsorgung in den St\u00e4dten und Gemeinden. Hauptursache sind die unzureichenden Kapazit\u00e4ten zur Wasseraufbereitung sowie der schlechte Zustand des Kanalnetzes und der technischen Anlagen. 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