{"id":24425,"date":"2024-11-27T10:38:21","date_gmt":"2024-11-27T09:38:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24856-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:25","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:25","slug":"24856-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24856-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer schnell trocknenden Industrietinte auf Basis nachwachsender Rohstoffe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die industrielle Kennzeichnung von Produkten und Produktverpackungen erfolgt sehr h\u00e4ufig \u00fcber den ber\u00fchrungslosen Tintenstrahldruck. Die daf\u00fcr verwendeten Tinten bestehen im Allgemeinen aus L\u00f6semitteln, Bindemitteln, Farbstoffen und Additiven. Davon besteht der weitaus gr\u00f6\u00dfte Anteil aus Methanol- oder 2-Butanon-L\u00f6semittelsystemen oder Gemischen aus beiden und stellt damit ein hohes Gef\u00e4hrdungs- und Risikopotenzial f\u00fcr Mensch und Umwelt dar. Ziel dieser Entwicklung soll es daher sein, eine schnell trocknende Tinte f\u00fcr den industriellen Einsatz aus unbedenklichen Inhaltsstoffen zu formulieren und sie f\u00fcr verschiedenste Anwendungsfelder nahezu vollst\u00e4ndig aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach einer erweiterten Roh- und Einsatzstoffrecherche werden verschiedene Formulierungen hergestellt, um das Zusammenspiel der Einsatzstoffe und ihre gegenseitige Einflussnahme bestimmen zu k\u00f6nnen. Diese Untersuchungen werden dann in einen Tintenprototyp m\u00fcnden, der eine Lauff\u00e4higkeit in einem industriellen Druckger\u00e4t aufweist und zur Bedruckung eines Kunststoffuntergrundes geeignet ist. Anhand dieses Prototyps erfolgen Untersuchungen und Einstellungen der visuellen Eigenschaften, Substrateigenschaften, Haltbarkeit und Best\u00e4ndigkeit sowie die Lauff\u00e4higkeit in weiteren Druckger\u00e4te-Typen. Daraus resultieren die folgenden sieben Arbeitspakete:<br \/>\n&#8211;\tRecherche, Entwicklung und Test von neuen Einsatzstoffen<br \/>\n&#8211;\tErstellung eines Tintenprototyps f\u00fcr einen Ger\u00e4tetyp und einen Untergrund<br \/>\n&#8211;\tUntersuchung und Optimierung der Best\u00e4ndigkeiten<br \/>\n&#8211;\tLangzeituntersuchungen zur Haltbarkeit und Best\u00e4ndigkeit<br \/>\n&#8211;\tOptimierung der visuellen Eigenschaften<br \/>\n&#8211;\tErweiterung auf andere Ger\u00e4tetypen<br \/>\n&#8211;\tErweiterung auf andere Untergr\u00fcnde (Kunststoffe, Metalle, beschichtete Pappen und Papiere, Glas, Stein, Kautschuk, Gummi)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Grundlage aller im Rahmen des Entwicklungsprojektes entstandenen Tinten sind Pigmentpr\u00e4parationen, die in einem speziellen Mahlprozess in eine stabile Suspension ohne jegliche Sedimentationsneigung \u00fcberf\u00fchrt werden. Auf dieser Basis ist zun\u00e4chst eine Tintengrundformulierung f\u00fcr ein industrielles Drucksystem entstanden, die zum einen schon recht universell auf vielen Untergr\u00fcnden eingesetzt werden kann, zum anderen aber auch als Ausgangspunkt f\u00fcr weitere Formulierungen verwendet wird. Je nach Anwendungsfall, d.h. in Abh\u00e4ngigkeit vom verwendeten Drucksystem und der zu bedruckenden Oberfl\u00e4che werden nach einem Baukastenprinzip die unterschiedlichen Tinten anwendungsspezifisch formuliert. Hier stehen Parameter wie Haftung, Trocknungszeit, Farbst\u00e4rke und Randsch\u00e4rfe im Vordergrund. Neben den vorgenannten Druckeigenschaften spielt auch die Eignung in einer m\u00f6glichst gro\u00dfen Zahl verschiedener Druckger\u00e4ten eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr eine erfolgreiche Vermarktung. <\/p>\n<p>Au\u00dfer den Formulierungen f\u00fcr viele weitere Continuous Inkjet- und DoD-Systeme sind dar\u00fcber hinaus auch Produkte f\u00fcr andere Systeme und Anwendungen, wie beispielsweise die Rollcodierung, entstanden. Hier konnten neben den erwarteten Resultaten auf Papier und Karton auch ordentliche Ergebnisse f\u00fcr eine Reihe von nichtsaugenden Untergr\u00fcnden, wie beispielsweise beschichteten Metallen und einigen Kunststoffen, erzielt werden. Besonders zu bemerken ist, dass durch den Einsatz von Farbpigmenten eine deutlich h\u00f6here Lichtechtheit (7!) der Tinte sowie eine bessere thermische Best\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber konventionellen Formulierungen erreicht werden konnte.<\/p>\n<p>Zum Projektende sind verschiedene Tintenformulierungen aus Nachwachsenden Rohstoffen entstanden, die anwendungspezifisch formuliert und unter der Marke Gr\u00fcneTinte auf dem Markt angeboten werden. Die Verwendung nach LFGB und die Lichtechtheit von 7 wurden von unabh\u00e4ngigen Instituten best\u00e4tigt. Mit dem offiziellen Ende des Projektes zum Januar 2010 werden die Schwerpunkte der weiteren Aktivit\u00e4ten auf einem Upscaling der erforderlichen Prozesse, einer Weiterf\u00fchrung der Langzeituntersuchungen und der Einf\u00fchrung eines Umweltmanagementsystems liegen. <\/p>\n<p>Mit diesem Projekt ist es uns nicht nur gelungen, eine ganze Reihe von Tintenformulierungen aus nachwachsenden Rohstoffen f\u00fcr industrielle Anwendungen hervorzubringen, sondern auch den Markt f\u00fcr die Verf\u00fcgbarkeit solcher Produkte zu sensibilisieren. Unter der Marke Gr\u00fcneTinte werden diese Tinten f\u00fcr die unterschiedlichsten Einsatzbereiche angeboten und ggf. auf die Applikation (Ger\u00e4t\/Oberfl\u00e4che) modifiziert. Schon jetzt stehen f\u00fcr eine Vielzahl von Drucksystemen Tintenformulierungen f\u00fcr bestimmte Oberfl\u00e4chen zur Verf\u00fcgungen, weitere befinden sich noch im Test, andere werden kundenspezifisch angepasst. <\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend sei noch erw\u00e4hnt, dass durch dieses Projekt ein Arbeitsplatz f\u00fcr das Gebiet Naturstoffchemie geschaffen werden konnte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch eine Pressemitteilung der DBU wurden bereits im Januar 2009 eine Reihe von Berichten in unterschiedlichen Medien ausgel\u00f6st und damit verschiedene Interessenten auf das gef\u00f6rderte Entwicklungsprojekt aufmerksam. Bereits seit Ende 2009 werden die Projektergebnisse m\u00f6glichen Anwendern zielgruppenorientiert vorgestellt. Ein Fachbereich in der Zeitschrift Verpackungsrundschau ist geplant. F\u00fcr alle Produkte, die aus diesem Projekt hervorgegangen sind und noch hervorgehen werden, wurde die Marke Gr\u00fcneTinte kreiert und alle Informationen in farbigen Brosch\u00fcren f\u00fcr den Anwender zusammengestellt. Im Internet sind diese Informationen unter www.gr\u00fcnetinte.de abrufbar.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen des Entwicklungsprojektes entwickelten Tintenformulierungen stellen nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Tintensystemen dar, sondern heben sich dar\u00fcber hinaus mit hohen Best\u00e4ndigkeiten, insbesondere einer hervorragenden Lichtechtheit (7!) von anderen Tintenprodukten ab. Da bei diesen Entwicklungen ausschlie\u00dflich regenerative oder mineralische Quellen zum Einsatz kommen, stellen diese neuen Tinten der Marke Gr\u00fcneTinte einen Meilenstein in der Entwicklung von Tinten, insbesondere Industrietinten dar. Die prometho GmbH verf\u00fcgt damit als erster Tintenhersteller \u00fcber ein umfangreiches Sortiment von Tinten, die den Zielen einer nachhaltig zukunftsvertr\u00e4glichen Entwicklung sehr nahe kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die industrielle Kennzeichnung von Produkten und Produktverpackungen erfolgt sehr h\u00e4ufig \u00fcber den ber\u00fchrungslosen Tintenstrahldruck. Die daf\u00fcr verwendeten Tinten bestehen im Allgemeinen aus L\u00f6semitteln, Bindemitteln, Farbstoffen und Additiven. 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