{"id":24418,"date":"2023-07-13T15:25:51","date_gmt":"2023-07-13T13:25:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24824-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:53","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:53","slug":"24824-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24824-01\/","title":{"rendered":"Nutzungsorientierte, optimierte Lokaltemperierung von Kirchen &#8211; modellhafte Voruntersuchungen und Konzeptentwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Historische Bauten in massiger Bauweise und zum Teil gro\u00dfen Raumvolumina stellen eine besondere Herausforderung bei der Optimierung des Energieeintrages dar. Die rezente Nutzung dieser R\u00e4ume ist eine Grundlage ihrer Erhaltung und erfordert gleichzeitig aktive bauklimatische Ma\u00dfnahmen, um diese Nutzung zu erm\u00f6glichen. Eine zuk\u00fcnftige Nutzung ist ausschlie\u00dflich sinnvoll m\u00f6glich, wenn der aktuelle Energieeinsatz gemindert werden kann. Die Folgen eines gezielt geminderten Energieeintrages in einen umbauten Raum wie der Klosterkirche Marienstern mit historischer Innenausstattung sind nur \u00fcber Si-mulationen, die auf belastbaren Messdaten aufbauen, einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst werden die nutzungsbedingten Einfl\u00fcsse der Raumklimatik erfasst und der Energieeintrag quantifiziert. \u00dcber Messungen wird die aktuelle Bauklimatik im Kirchenraum erfasst. Die Ergebnisse der klimatischen Messungen gehen in eine Computersimulation ein, die die zuk\u00fcnftige Situation mit ge\u00e4ndertem Temperierungssystem und gemindertem Energieeintrag darstellen soll.<br \/>\nTeile eines m\u00f6glichen neuen Temperierungssystems werden in einem Muster in die Klosterkirche installiert und die Behaglichkeitskriterien f\u00fcr die Nutzer erfasst. \u00dcber die fr\u00fche Einbindung weiterer Experten auf dem Gebiet der Kirchentemperierung und Kunstgutgef\u00e4hrdung durch Klima werden vorhandene Ergebnisse anderer Forschungsprojekte bestm\u00f6glich mit eingebunden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der ersten Projektphase wurde der enge Zusammenhang zwischen der starken Verschw\u00e4rzung der Innenw\u00e4nde und dem Heizungssystem respektive dem Luftstr\u00f6mungsverhalten, dass durch die Beheizung wesentlich bestimmt wird, deutlich. In der Folge kam der Erfassung des Luftstr\u00f6mungsverhaltens eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zu. Die Kerzen konnten als ein m\u00f6glicher Partikeldonator ausgemacht werden und eine \u00c4nderung zu Kerzen h\u00f6herer G\u00fcte wurde veranlasst. Ein sinnvoll gestaltetes Messprogramm von Klimawerten an verschiedenen Raumpunkten, Behaglichkeitsmessungen und Rauchversuchten erm\u00f6glichen eine Beschreibung der Verh\u00e4ltnisse in der Klosterkirche. Die raumklimatischen Untersuchungen der Klosterkirche St. Marienstern hatten zur Aufgabe, die bestehende klimatische Situation im Kirchenschiff zu erfassen und zu bewerten. Gleichzeitig wurde der Einfluss der Beheizung, der Nutzer und des Au\u00dfenklimas auf den Kirchenraum beurteilt. Dazu erfolgten vier verschiedene messtechnische Untersuchungen. So wurde das Raumklima an unterschiedlichen Messbereichen des Kirchenschiffs erfasst. Diese Messbereiche waren: Au\u00dfenbereich, Messachse S\u00fcdwand &#8211; Gew\u00f6lbepfeiler &#8211; Nordwand und Messachse Gew\u00f6lbeunterseite &#8211; mittlere Raumh\u00f6he &#8211; Besucherbereich. Aus diesen Daten konnten dann f\u00fcr einen Jahreszyklus Aussagen \u00fcber die raumklimatischen Zust\u00e4nde in der Klosterkirche \u00fcber die Geb\u00e4udebreite und -h\u00f6he getroffen werden. Erg\u00e4nzt wurden die Untersuchungen durch Messungen der Luftstr\u00f6mungen und der Luftwechselrate des Raumes. F\u00fcr die Erarbeitung der Neukonzeption der Beheizung des Kirchenschiffs, war es au\u00dferdem wichtig das bestehende Behaglichkeitsgef\u00fchl der Nutzer zu erfassen. Dazu erfolgte eine Behaglichkeitsmessung an verschiedenen Sitzbereichen im Kirchenschiff. Es wurden verschiedene Strategien der Sicherung oder Verbesserung der Behaglichkeit mit den Schwestern als h\u00e4ufigste Nutzer und anderen Nutzergruppen diskutiert. Es wurden sowohl theoretische Modelle als auch provisorische Modellbauten erarbeitet, um mit den Nutzern die konservativen und modernen Strategien zur Beheizung und Behaglichkeit zu er\u00f6rtern. Auf der Basis der raumklimatischen Messdaten wurden Computersimulationen des Innenklimas zur Bestimmung des Heizungssystems durchgef\u00fchrt und ausgewertet. Erste technische Rahmenbedingungen f\u00fcr eine Konzeption und Dimensionierung der neuen Raumheizung sind mit diesen Untersuchungen festgelegt. Die Zuf\u00fchrung eines Teiles der W\u00e4rme sehr nah am Nutzer zur Reduzierung der mittleren Raumlufttemperatur erscheint sinnvoll. Zus\u00e4tzlich muss aber auch daf\u00fcr gesorgt werden, dass W\u00e4rme an den bauphysikalisch kritischen Bereichen der Au\u00dfenw\u00e4nde zugef\u00fchrt wird. Zum einen sollte m\u00f6glichen Feuchtesch\u00e4den vorgebeugt werden, zum anderen ist es notwendig, die W\u00e4rme nicht punktuell oder zentral sondern weit verteilt einzubringen. Dies soll einem ung\u00fcnstigen Raumluftstr\u00f6mungsverhalten entgegenwirken.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die lokale Presse wurde \u00fcber den Projektverlauf und die Expertentreffen informiert. Durch die fr\u00fche Einbindung weiterer Experten in das Projekt wurde das Projekt als solches, die modellhafte Vorgehensweise f\u00fcr die Voruntersuchungen und die Ergebnisse der Messungen in der Fachwelt bekannt gemacht. Mehrere Informationstexte Fachver\u00f6ffentlichungen wurden vorbereitet und kommen 2009 heraus (bsp. Denkmalschutz Informationen herausgegeben vom Deutschen Nationalkomitee f\u00fcr Denkmalschutz; Jahrbuch 2008 des Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege, erscheint voraussichtlich Mai 2009; Seminar Bauklimatik im Bestand: Kirchenheizung an der Denkmalakademie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am 8. Mai 2009)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In dem Projekt wurde modellhaft aufgezeigt, wie mit einem \u00fcberschaubaren Aufwand in einem gro\u00dfen Denkmalgeb\u00e4ude das Bauklima erfasst und die speziellen Probleme und Charakteristiken aufgezeigt werden k\u00f6nnen. Ein gezielt geplantes Messprogramm kann die Bestandssituation problemorientiert abbilden. Innenraumklimasimulationen mit moderner Software k\u00f6nnen zur Bestimmung des Heizsystems und der Regelstrategie eingesetzt werden. Im Spannungsfeld von Nutzung und Kosten, von Erhaltung und Pflege bleibt der Einbau jeder Heizung in ein Denkmal eine schwierige Aufgabe. Sowohl f\u00fcr spezielle Gestaltung einer nachhaltigen Beheizungsanlage in der Klosterkirche als auch allgemein f\u00fcr das Wissen und den problemorientierten Umgang mit den Fragestellungen des Klimas in historischen Bauten hat das Vorhaben wichtige Ergebnisse erarbeitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Historische Bauten in massiger Bauweise und zum Teil gro\u00dfen Raumvolumina stellen eine besondere Herausforderung bei der Optimierung des Energieeintrages dar. Die rezente Nutzung dieser R\u00e4ume ist eine Grundlage ihrer Erhaltung und erfordert gleichzeitig aktive bauklimatische Ma\u00dfnahmen, um diese Nutzung zu erm\u00f6glichen. Eine zuk\u00fcnftige Nutzung ist ausschlie\u00dflich sinnvoll m\u00f6glich, wenn der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,51,68,52,53],"class_list":["post-24418","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-sachsen","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"24824\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-24824.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"27.900,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Kloster St. Marienstern\nZisterzienserinnen-Abtei","dbu_projektdatenbank_strasse":"Cisinskistr. 35","dbu_projektdatenbank_plz_str":"01920","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Panschwitz-Kuckau","dbu_projektdatenbank_p_von":"2007-06-14 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2008-12-13 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"035796\/9930","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Sachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"117","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-24824.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24418\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37421,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24418\/revisions\/37421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}