{"id":24357,"date":"2023-09-24T10:32:18","date_gmt":"2023-09-24T08:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24613-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:18","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:18","slug":"24613-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24613-01\/","title":{"rendered":"Zukunft selber bauen &#8211; Jugendliche erlernen \u00f6kologisches Bauen in Theorie und Praxis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel ist die Standortverlagerung der \u00d6koschule im Markkleeberger agra-Park von der Stadtgrenze in Zentrumsn\u00e4he. J\u00e4hrlich nutzen 8.000 Kinder und Jugendliche die bisherige Bildungsst\u00e4tte, deren Schulungsr\u00e4ume baulich verfallen sind. Der Neubau selbst ist ein umweltp\u00e4dagogisches Projekt, bei dem 20 benachteiligte Jugendliche mittels der konkreten Bauma\u00dfnahme das \u00f6kologische Bauen in Theorie und Praxis erlernen. Das geplante Geb\u00e4ude entspricht als 160 m\u00b2 gro\u00dfes Strohballenhaus konsequent den \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Anforderungen f\u00fcr ein Bauwerk des 21. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDurch die Standortverlagerung in Rathausn\u00e4he soll die \u00d6koschule als Lern- und Erlebnisfeld mit ihren Umweltbildungsangeboten ab 2009 das Stadtbild pr\u00e4gend auch Kinder im Vorschulalter und Erwachsene in deren allt\u00e4glichen Lern- und Lebenssituationen erreichen. Der Bau des einfach konstruierten Hauses fast vollst\u00e4ndig aus den \u00f6kologischen Baustoffen Holz, Stroh und Lehm soll innerhalb von 12 Monaten \u00fcberwiegend durch 20 langzeitarbeitslose Jugendliche in Kooperation mit regionalen Handwerksbetrieben erfolgen, was nach der \u00f6kologischen die soziale Zielstellung des Vorhabens ist. Die vermittelten Kenntnisse und F\u00e4higkeiten im \u00f6kologischen Bauen sollen diese Jugendlichen f\u00fcr Umwelt und Natur in Verbindung mit traditionellem Handwerk begeistern und dazu deren Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz erh\u00f6hen. Auch nach Fertigstellung wird das Haus als Lernobjekt \u00f6kologischen Bauens und Denkens mit entsprechenden Bildungsangeboten f\u00fcr Sch\u00fcler und Teilnehmer des Freiwilligen \u00f6kologischen Jahres im Sinne von Berufsvorbereitung, Berufsorientierung und Naturerfahrung dienen. Neben der \u00f6kologischen und sozialen Komponente steht die \u00f6konomische Zielsetzung f\u00fcr ein Bauwerk des 21. Jahrhunderts durch niedrige Baukosten und erheblich reduzierte Folgekosten im Betrieb des Objekts. Die Au\u00dferbetriebnahme der alten \u00d6koschule wird die Umwelt entlasten.<br \/>\nDie Arbeitsteilung erfolgt zwischen der Stadt Markkleeberg (Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer, Zuwendungsempf\u00e4nger, Bauherr und Auftraggeber), dem Kultur- und Umweltzentrum e.V. (anerkannte Umweltbildungseinrichtung, Tr\u00e4ger der \u00d6koschule) dem Architekturb\u00fcro Markurt aus Leipzig f\u00fcr die besondere Begleitung des Selbstbauprojekts und dem Verein Hilfe zur Sozialen Integration e.V. als Tr\u00e4ger der Jugendbildungsma\u00dfnahme.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Vom 02. Juni 2008 bis zum 30. April 2009 errichteten 16 langzeitarbeitslose Jugendliche der Altersklasse U 25 das Strohballenhaus und erlernten das \u00f6kologische Bauen w\u00e4hrend aller Errichtungsabschnitte intensiv in Theorie und Praxis mit Unterst\u00fctzung regionaler Handwerksbetriebe. Der Verein Hilfen zur Sozialen Integration e.V. als Tr\u00e4ger der Personalseite des Projekts hatte die Jugendgruppe in Zusammenarbeit mit der Agentur f\u00fcr Arbeit zusammengestellt und begleitete die Jugendbildungsma\u00dfnahme handwerklich durch Fachanleiter sowie Sozialp\u00e4dagogen, die jeden Jugendlichen ganzheitlich betreuten. Die vereinfachte Baukonstruktion erlaubte den Praxiseinsatz der Jugendlichen in fast allen Gewerken, jedoch war Firmenleistung in st\u00e4rkerem Umfang erforderlich, als es die Planungen vorsahen; die Hauptgr\u00fcnde hierf\u00fcr lagen in baufachlichen, arbeitsschutz- und wettbewerbsrechtlichen Auflagen des Bauordnungsamtes, der Arbeitsagentur und der Handwerkskammer.<br \/>\nIm Ergebnis bot die Arbeitsagentur allen 16 Jugendlichen einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle an, weil die wesentlich verbesserte Pers\u00f6nlichkeitsstruktur der Ma\u00dfnahmeteilnehmer zum sozialen Ziel der Erlangung der Ausbildungsreife f\u00fchrte. Die intensive Heranf\u00fchrung der Teilnehmer an die parallel unter freiem Himmel sowie improvisierten Raumbedingungen stets fortgef\u00fchrte Umweltbildungsarbeit des Kultur- und Umweltzentrums e.V. und schlie\u00dflich die Arbeitsbedingungen beim Bauen in Hitze, K\u00e4lte, Wind und Wetter haben die Beziehung der Teilnehmer f\u00fcr Natur und Umwelt geweckt, entwickelt und gest\u00e4rkt.<br \/>\nDie \u00f6kologischen Zielstellungen wurden erreicht; das Geb\u00e4ude entstand unter fast ausschlie\u00dflicher Verwendung \u00f6kologischer Baustoffe aus \u00fcberwiegend regionaler Herkunft, die alte und bauf\u00e4llige \u00d6koschule wurde au\u00dfer Betrieb genommen und die Standortverlagerung der Bildungseinrichtung von der Stadtgrenze in Zentrumsn\u00e4he gelang.<br \/>\nAm 05. Juni 2009 wurde die neue \u00d6koschule als Geb\u00e4ude von der Stadtverwaltung Markkleeberg feierlich an den Kultur- und Umweltzentrum e.V. \u00fcbergeben, der als Tr\u00e4ger den Betrieb der Umweltbildungsst\u00e4tte f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Erwachsene am 01. Juli 2009 er\u00f6ffnete. Seither sind pro Monat etwa 1000 Nutzer der umweltp\u00e4dagogischen Unterrichtsangebote und Veranstaltungen nachweisbar.<br \/>\nZeitgleich begann die Gestaltung der Au\u00dfenanlagen mit thematischer Bepflanzung unter fachlicher Anleitung des Kultur- und Umweltzentrums e.V., die Arbeitsagentur bewilligte hierzu 5 langzeitarbeitslose Menschen ohne fachliche Vorbildung in einer Arbeitsgelegenheit. Zum 30. September als dem geplanten Projektende sind diese Arbeiten weitgehend abgeschlossen.<br \/>\nDie \u00f6konomischen Ziele wurden im Blick auf die tats\u00e4chlichen Baukosten nicht erreicht, die kalkulierten Vorgaben haben sich etwa verdoppelt. Urs\u00e4chlich sind ein erh\u00f6hter Erschlie\u00dfungsaufwand im Parkbereich, Auflagen der Baubeh\u00f6rde durch die Bewertung des Vorhabens gem\u00e4\u00df Schulbaurichtlinie, materialbedingter Zusatzaufwand bei der Konstruktion und allgemeine Baupreissteigerungen.<br \/>\nVorab kaum planbar war vor allem das Verh\u00e4ltnis m\u00f6glicher und statthafter Eigenleistung der Jugendlichen, der \u00dcbernahme von Fachanleitungen durch den Tr\u00e4gerverein und der sich daraus ergebende Bedarf an Fremdleistungen durch Handwerksbetriebe. Dagegen zeichnet sich ab, dass sich die Betriebskosten des Hauses und damit sein Ressourcenverbrauch auf sehr niedrigem Niveau bewegen, wenn hierbei von den Unterhaltskosten der Abwassermembranfilteranlage abgesehen wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben zahlreichen Presseberichten, einigen Fernsehbeitr\u00e4gen und regelm\u00e4\u00dfigen Baustellenf\u00fchrungen wurde das Projekt mittels Ausstellungselementen auf dem Leipziger Hauptbahnhof und Markkleeberger Stadtfesten beworben. Alle Projektphasen und -teilnehmer wurden gefilmt und das Material zu einem Dokumentarfilm verarbeitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Umweltbildung und \u00f6kologisches Bauen sind unter Beachtung der Kriterien der Nachhaltigkeit kombinierbar. Das umgesetzte Vorhaben ist grunds\u00e4tzlich im In- und Ausland \u00fcbertragbar, \u00fcberall gibt es arbeitslose Menschen, Bedarf an \u00f6ffentlichen R\u00e4umen, \u00f6kologische Baustoffe, wie Holz, Lehm und Stroh. \u00d6ffentliche Geb\u00e4ude sind einfach konstruierbar. Der \u00f6rtliche Erschlie\u00dfungsaufwand ist stark kostenrelevant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel ist die Standortverlagerung der \u00d6koschule im Markkleeberger agra-Park von der Stadtgrenze in Zentrumsn\u00e4he. J\u00e4hrlich nutzen 8.000 Kinder und Jugendliche die bisherige Bildungsst\u00e4tte, deren Schulungsr\u00e4ume baulich verfallen sind. 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