{"id":24348,"date":"2023-09-30T10:32:13","date_gmt":"2023-09-30T08:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24584-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:14","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:14","slug":"24584-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24584-01\/","title":{"rendered":"Energiesparendes Heizsystem und PV-Anlage f\u00fcr die Alte Neuendorfer Kirche"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die historisch wertvolle Alte Neuendorfer Kirche in Potsdam\/Babelsberg ist in langj\u00e4hriger m\u00fchevoller Arbeit wieder hergestellt worden. Sie wurde ab 2004 \u00fcber eine Gastherme und Propangas beheizt. Einem Energiekonzept folgend, wurde ein energiesparendes Heizsystem geplant. Dieses Heizsystem beinhaltet die Nutzung der Erdw\u00e4rme mittels einer elektrischen W\u00e4rmepumpe sowie gro\u00dfz\u00fcgige Wand- und Fu\u00dfbodenheizfl\u00e4chen. \u00dcberzeugend gute Leistungszahlen bzw. Jahresarbeitszahlen sollen den Innovationsgrad unter Beweis stellen. Au\u00dferdem ist die Installation einer Photovoltaikanlage in der N\u00e4he der Kirche vorgesehen, die den Fremdstrombedarf f\u00fcr die W\u00e4rmepumpe im Jahressaldo neutralisiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\t1. Arbeitsschritt: Installation der Wandfl\u00e4chenheizung. Dazu wurde der Innenputz an 6 der 8 Wandfl\u00e4chen bis zu einer H\u00f6he von 2,5 m und an 4 Fl\u00e4chen mit 4 x 0,7 m an der Empore entfernt, Kapillarrohrmatten angebracht und die Wandfl\u00e4chen erneut verputzt.<br \/>\n2.\tArbeitsschritt: Fu\u00dfbodenheizfl\u00e4che. Der Fu\u00dfboden sollte entsprechend den historischen Vorgaben erneuert werden, was eine logische Voraussetzung f\u00fcr die Anordnung einer Fu\u00dfbodenheizung bedeutete. Zuerst wurde das Pflaster schonend aufgenommen und zur Wiederverwendung bereitgelegt. Nach dem Entfernen des Kiespolsters wurden eine W\u00e4rmed\u00e4mmung und anschlie\u00dfend eine Sauberkeitsschicht eingebracht. Die geborgenen Pflastersteine wurden gewendet und wieder eingebaut. Damit wurde eine originalhistorisch attraktive Fl\u00e4che geschaffen, die zudem eine Temperierung erm\u00f6glicht.<br \/>\n3.\tArbeitsschritt: Errichtung eines Erdfl\u00e4chenabsorbers. In der Nachbarschaft zur Kirche sind noch die Streifenfundamente eines ehemaligen zweiten Kirchengeb\u00e4udes erhalten. Im Bereich dieser Fundamente wurde das Erdreich ausgehoben und teilweise in zwei Ebenen Kapillarrohrmatten als Erdabsorber verlegt. Die Erdabsorber wurden auf 2 Verteilern zusammengef\u00fchrt und von diesen \u00fcber zwei Sammelleitungen in die Sakristei zum Standort der W\u00e4rmepumpe verlegt.<br \/>\n4.\tArbeitsschrift: Installation W\u00e4rmepumpe. Zum Abschluss wurde eine W\u00e4rmepumpe installiert und die W\u00e4rmequelle und W\u00e4rmenutzungsanlage im November 2006 in Betrieb genommen. Ein W\u00e4rmemengenz\u00e4hler und ein Elektroz\u00e4her f\u00fcr die W\u00e4rmepumpe gew\u00e4hrleisteten eine exakte Auswertung der Anlageneffizienz. Der Stromz\u00e4hler wurde am 16.Februar 2007 installiert.<br \/>\n5.\tArbeitsschritt: Installation einer PV-Anlage<br \/>\nDie Realisierung einer PV-Anlage wurde vom Vorstand des F\u00f6rdervereins auf Grund der unsicheren Angebots- und F\u00f6rdersituation im Mai 2010 zur\u00fcckgezogen und somit versagt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die W\u00e4rmeversorgungsanlage als energiesparendes Heizsystem ist seit November 2006 in Betrieb. Die Betriebsweise war urspr\u00fcnglich so festgelegt, dass der Kirchenraum mit einer geringen Vorlauftemperatur bis 20 \u00b0C eine Grundheizung erh\u00e4lt. Vor Veranstaltungen bei strengen Winterbedingungen, sollte rechtzeitig (1 bis 2 Tage vorher) die Vorlauftemperatur erh\u00f6ht werden, um eine Raumtemperatur von mind. 16 \u00b0C zu erreichen. Diese Verfahrensweise wurde bis zum Jahr 2008 praktiziert und in dieser Zeit auch die prognostizierten Kennziffern erreicht bzw. \u00fcberboten, obwohl die Au\u00dfenw\u00e4nde im unteren Bereich extrem feucht und salzhaltig waren und alle Kirchfenster einfachverglast sind.<br \/>\nDie Effizienz der Anlage im erstgenannten Nutzungsabschnitt war sehr gut! Der W\u00e4rmeverbrauch betrug in dieser Zeit ~ 28.000 kWh. Die Endenergie (W\u00e4rmepumpenstrom) war im 1. gemessenen Jahr von Februar 2007 &#8211; Januar 2008  5.100 kWh und die zugeh\u00f6rige Nutzungsenergie 28.400 kWh, die Arbeitszahl somit rd. 5,6!<br \/>\nDie W\u00e4rmequelle hatte mit -1,3 \u00b0C Soleeintritt und &#8211; 4,1\u00b0C Soleaustritt kurzzeitig ihre tiefsten Temperaturen. Der Temperaturhub der W\u00e4rmepumpe lag im Schnitt bei 25 K grunds\u00e4tzlich unter 30 K. <\/p>\n<p>Seit 2008 dient die Kirche als Standesamt und anderen anspruchsvollen Zwecken. Daraus ergeben sich h\u00f6here Raumlufttemperaturen, die im Extremfall mit der W\u00e4rmepumpe nicht realisierbar waren. Als Zwischenl\u00f6sung wird eine nachger\u00fcstete E-Heizpatrone mit 6 kW Leistung unterst\u00fctzend eingesetzt!<br \/>\nZudem wurde von M\u00e4rz &#8211; November 2008, auch im Sommer, mit extremen Fl\u00e4chentemperaturen, bis +40 \u00b0C, eine maximale Bauwerksentfeuchtung praktiziert. [Bild 14]<br \/>\nEine Anlagenoptimierung wurde im Jahr 2010 vorgenommen. Es wurde ein K\u00fchlmodul zur passiven K\u00fchlung eingebaut, das f\u00fcr angenehme Temperaturen bei hochsommerlicher Wetterlage sorgt und die Energieeffizienz der W\u00e4rmequelle verbessert!<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit erfolgt durch die Kirchennutzung und der resultierenden Mundpropaganda. Umfangreiche Publikationen durch Presse, Rundfunk und Fernsehen wurden bisher get\u00e4tigt. Allein die Erstellung der energiesparenden Heizung f\u00fchrte zu vielseitigen Presseberichten [Auszug aus Presse-publikationen].<br \/>\nDer F\u00f6rderverein erhielt im September 2009 durch das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg eine Anerkennung im Rahmen des Brandenburgischen Denkmalpreises 2009 [Bild 15].<br \/>\nDie Roland Schulze Baudenkmalpflege GmbH hat im November 2009 f\u00fcr die beispielhaften Leistungen bei der Sanierung und Restaurierung der Alten Neuendorfer Kirche den Bundespreis im Maurer- und Betonbauer-, Stuckateur- und Dachklempnerhandwerk erhalten [Bild 16].<br \/>\nDie Pr\u00e4sentation wird mit Veranstaltungen und \u00d6ffentlichkeitsarbeit in Funk und Fernsehen fortgesetzt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Allein die Abl\u00f6sung des teuren und energieintensiven Propangases, mit 100.000 kWh im Jahr 2006 durch Erdw\u00e4rme (Anteil Fremdenergie ~10.000 kWh) ist ein \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Erfolg. Der Fremdenergieanteil zur W\u00e4rmeversorgung war in den Folgejahren rd. 15.000 kWh\/Jahr.<br \/>\nDie Prim\u00e4renergieeinsparung betr\u00e4gt somit (110.000 &#8211; 40.000) kWh rd. 70.000 kWh. Nach fortgesetzter Trocknung der Au\u00dfenw\u00e4nde und durch den Effekt der neuerlichen K\u00fchlung wird eine weitere energetische und wirtschaftliche Verbesserung eintreten.<br \/>\nDie W\u00e4rmeversorgung mit rd. 45.000 kWh und rd. 15.000 kWh im Jahr erfolgt unter den gegebenen Bedingungen energieoptimiert und CO2-reduziert!<\/p>\n<p>Die f\u00f6rderf\u00e4higen Kosten reduzieren sich um 40.000 \u0080 (Wegfall der PV-Anlage) und f\u00fchren zur Verringerung der F\u00f6rdermittel auf  51.667 \u0080 (Verwendungsnachweis anliegend).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die historisch wertvolle Alte Neuendorfer Kirche in Potsdam\/Babelsberg ist in langj\u00e4hriger m\u00fchevoller Arbeit wieder hergestellt worden. 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