{"id":24342,"date":"2024-11-27T10:38:15","date_gmt":"2024-11-27T09:38:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24562-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:19","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:19","slug":"24562-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24562-01\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcnlandbewirtschaftung und Landschaftspflege durch das Vollweidesystem mit Milchk\u00fchen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass: Ausgehend von den positiven Erfahrungen mit dem Low-Cost-System (Vollweidesystem) in Neuseeland, Irland, Holland, Schweiz und \u00d6sterreich soll diese nachhaltige Form der Gr\u00fcnlandnutzung zun\u00e4chst in ausgew\u00e4hlten Milchviehbetrieben in typischen Gr\u00fcnlandregionen (Mittelgebirge) initiiert und schlie\u00dflich in weitere Regionen Deutschlands \u00fcbertragen werden.<br \/>\nZielsetzung: Basierend auf dem Wissenszuwachs durch Praxiserfahrungen kann Milchviehbetrieben eine alternative Strategie f\u00fcr eine \u00f6konomisch tragf\u00e4hige und nachhaltige Gr\u00fcnlandnutzung angeboten werden. Dies wird zur Einkommenssicherung dieser Betriebe in typischen Gr\u00fcnlandregionen beitragen und gleichzeitig der Erhaltung der Kulturlandschaft dienen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen der Einf\u00fchrung des Vollweidesystems in vier Pionierbetrieben wurden die Leistungen und Kosten erfasst, um die betriebliche Entwicklung zu verfolgen. Parallel dazu wurden die erforderlichen Einrichtungen auf dem Gr\u00fcnland geschaffen werden. Zus\u00e4tzlich erfolgten j\u00e4hrlich Arbeitstagungen um die Betriebsleiter und Berater bei der Einf\u00fchrung des Systems Vollweide zu begleiten.<br \/>\nZu Beginn des Projektes werden auf den Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen der Betriebe die Pflanzengesellschaften mit allen Arten und Ertragsanteilen festgestellt. Bei Bedarf werden die M\u00e4ngel in der Qualit\u00e4t der Gr\u00fcnlandnarben durch geeignete Ma\u00dfnahmen behoben. Mit Hilfe der regelm\u00e4\u00dfigen Beprobung von Weidek\u00f6rben wurde der Gr\u00fcnlandertrag auf Weidefl\u00e4chen festgestellt und der Futterwert analysiert.<br \/>\nDurch die Erfassung der Menge und Qualit\u00e4t der erzeugten Milch unter Ber\u00fccksichtigung zus\u00e4tzlicher Futtermittel wurde der aus dem Weidegras erzeugte Anteil der Milch berechnet.  Als Datenquelle werden vor allem die Ergebnisse der Mengen- und Qualit\u00e4tskontrolle der Molkerei genutzt. Auswertungen zum N\u00e4hrstoffstatus und der Wirtschaftlichkeit des Vollweidesystems werden mit zwei Hochleistungsbetrieben mit \u00fcberwiegender Stallhaltung verglichen. Die \u00f6konomischen Auswertungen wurden auf Basis der Betriebszweigabrechnungen in allen Untersuchungsjahren durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Betriebe unterschieden sich deutlich in den Strategien der Gr\u00fcnlandbewirtschaftung. Bei optimalem Weidemanagement k\u00f6nnen bei stetigem Angebot von physiologisch jungem Futter w\u00e4hrend der ganzen Weidesaison durchgehend hohe Energiedichten erreicht werden. Die Produktionskosten f\u00fcr die Nettoenergie f\u00fcr die Erzeugung von Milch (MJ NEL) im Futter lagen bei Weideaufw\u00fcchsen um bis zu < 20% unter den Kosten f\u00fcr Grassilagen und waren auch wesentlich niedriger als f\u00fcr die Produktion von Mais-silage. Die Qualit\u00e4t der Grassilagen der Untersuchungsbetriebe war trotz gleicher Bedingungen starken Schwankungen unterlegen und vielfach gen\u00fcgte sie nicht den hohen Anforderungen in  der Milchviehf\u00fctterung. Da auch Vollweidesysteme au\u00dferhalb der Weideperiode und gelegentlich zur \u00dcberbr\u00fcckung von Futterengp\u00e4ssen im Sommer hochwertige Silagen ben\u00f6tigen, wurden die Kostenvorteile des Weidefutters zu Teil durch zu hohe Kosten f\u00fcr Energie aus Grassilage aufgehoben. Bei der Produktion von Futterkonserven besteht bei den Betrieben zum Teil Optimierungsbedarf. \n\nAuch bez\u00fcglich des Weidemanagements bestehen noch nicht ausgesch\u00f6pfte Potentiale. Die Grobfutterleistung konnte aber in allen Betrieben innerhalb des Projektzeitraumes verbessert werden. Diese erlauben eine weitgehende Reduzierung des Kraftfuttereinsatzes oder sogar den vollst\u00e4ndigen Verzicht auf kostenintensives Milchleistungsfutter in der Weideperiode Das Ziel die Kraftfuttergaben zu reduzieren wurde in allen Vollweidebetrieben erreicht. Die Michleistung pro Kuh lag in den Vollweidesystemen erwartungsgem\u00e4\u00df bei drei Betrieben unter den Leistungen der Vergleichsbetriebe. Trotzdem ergeben sich dadurch in der Regel bezogen auf die Einheiten an ECM keine systembedingt h\u00f6heren Produktionskosten. Bezogen auf die vom Betrieb erbrachten Leistungen im Verh\u00e4ltnis zu den entstandenen Kosten stellte sich selbst der Vollweidebetrieb mit der geringsten individuellen Milchleistung (im Mittel ca. 6000 kg ECM pro Kuh und Jahr) wirtschaftlicher dar als die Betriebe mit ganzj\u00e4hriger Stallhaltung. Anhand eines  \u00f6kologisch wirtschaftenden Betriebes konnte au\u00dferdem gezeigt werden, dass auch in Vollweidebetrieben Leistungen im Bereich von 8000 kg ECM m\u00f6glich sind. Angesichts der im letzten Untersuchungsjahr sehr niedrigen Erzeugerpreise f\u00fcr Milch konnten weder die Vollweidebetriebe noch die Referenzbetriebe kostendeckend produzieren. Bei konsequenter Aussch\u00f6pfung weiterer Einsparungspotentiale im Bereich der Futterproduktion k\u00f6nnte eine Kostendeckung durch Vollweide auch bei niedrigen Milchpreisen erreicht werden. \n\nWirtschaftlich waren die Betriebe mit Vollweide (Stallhaltung nur  in den kalten Monaten) absolut kon-kurrenzf\u00e4hig zu Betrieben mit ganzj\u00e4hriger Stallhaltung (h\u00f6chstens gelegentlicher Weidegang und \u00fcberwiegend F\u00fctterung von Silagen und Milchleistungsfutter). Die Untersuchungen zeigen, dass Vollweidesysteme unter verschiedenen Rahmenbedingungen und mit unterschiedlichen unternehmerischen Konzepten nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnen auch in Regionen mit einem hohen Anteil an naturschutzrelevantem Gr\u00fcnland funktionieren und bieten sich f\u00fcr \u00f6kologisch wirtschaftende Betriebe an. Sie sind f\u00fcr Betriebe, die bez\u00fcglich der Investitionen einen Low-Input-Ansatz verfolgen, genauso geeignet wie Betriebe, die Hochtechnologie einsetzen. In diesem Zusammenhang kann vor allem die in einem Untersuchungsbetrieb in Deutschland erstmalig auf Weiden eingesetzte Technik der mobilen Automatischen Melksysteme genannt werden, die erhebliche arbeitswirtschaftliche Vorteile in der Milchproduktion erm\u00f6glicht und systemspezifische logistische Nachteile der Vollweide mit Milchk\u00fchen aufhebt.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nDie Ergebnisse des Projektes wurden in mehreren Vortr\u00e4gen auf nationalen und internationalen Tagungen vorgestellt und diskutiert (Rindervortragsveranstaltung der Fa. Schaumann in Eslohe-Reiste, 15.01.2009, Fachtagung Milch aus Weidegras erzeugen, Monschau-Rohren, 09.09.2009, Internationaler Weideworkshop 2010, 05. und 06.05.2010 in Monschau und Aachen, Sauerl\u00e4nder Gr\u00fcnlandtag, 30.07.2010, Meschede-Remblinghausen.  \nZus\u00e4tzlich wurden Ergebnisse in diversen Fachzeitschriften (Topagrar, DLZ) ver\u00f6ffentlicht. Allgemeine Verwendung fanden die Ergebnisse in den Beratungsunterlagen der Landwirtschaftskammer NRW sowie in den Vorlesungen der Fachhochschule S\u00fcdwestfalen.\n\n\nFazit\n\nVollweidesysteme k\u00f6nnen unter verschiedenen Rahmenbedingungen und mit unterschiedlichen unternehmerischen Konzepten nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich durchgef\u00fchrt werden. Detailfragen werden noch in weiteren Forschungsprojekten untersucht.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass: Ausgehend von den positiven Erfahrungen mit dem Low-Cost-System (Vollweidesystem) in Neuseeland, Irland, Holland, Schweiz und \u00d6sterreich soll diese nachhaltige Form der Gr\u00fcnlandnutzung zun\u00e4chst in ausgew\u00e4hlten Milchviehbetrieben in typischen Gr\u00fcnlandregionen (Mittelgebirge) initiiert und schlie\u00dflich in weitere Regionen Deutschlands \u00fcbertragen werden. 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