{"id":24322,"date":"2023-09-24T10:32:14","date_gmt":"2023-09-24T08:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24515-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:17","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:17","slug":"24515-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24515-01\/","title":{"rendered":"Neubau des Schulzentrums Mitte in Nordhorn in einem dem Passivhausstandard angen\u00e4herten Energiestandard unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Raumluftqualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Es fehlen in den Schulalltag umsetzbare Normen und Richtlinien zur Innenraumlufthygiene in Schulgeb\u00e4uden. Der Handlungsbedarf ist in der Fachwelt in den letzten Jahren zunehmend angezeigt worden. Mit diversen Studien wurde nachgewiesen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Leistungsf\u00e4higkeit, Reaktionsverm\u00f6gen und Aufmerksamkeit und Luftqualit\u00e4t besteht.<\/p>\n<p>Das Hochbauamt hat im o.g. Bauvorhaben den Versuch unternommen, exemplarisch f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Schulbauten der Stadt Nordhorn ein kosten- und ressourceng\u00fcnstiges Konzept zu entwickeln, welches dem ausgef\u00fchrten Sachverhalt Rechnung tr\u00e4gt. Ein solches Referenzgeb\u00e4ude f\u00fcr Nordhorn kann ebenfalls bundesweit relevant werden.<\/p>\n<p>Vorraussetzung hierf\u00fcr ist es jedoch, dass die von spezialisierten Planern erarbeitete Ausf\u00fchrungsplanung \u00fcber Zusatzuntersuchungen, Simulationen und Messungen differenzierter \u00fcberpr\u00fcft wird und die Ergebnisse ausf\u00fchrlich dokumentiert werden.<br \/>\nZiel ist es, in einem zweigeteilten Verfahren allgemeine Planungsreferenzen (Leitfaden) f\u00fcr Schulgeb\u00e4ude mit dauerhaft sichergestellter Innenraumlufthygiene unter Ber\u00fccksichtigung der Investitions- und Unterhaltungskosten und eines realistischen Nutzerprofils zu erlangen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenProjektphase 1: Im ersten Projektteil sollen zun\u00e4chst Referenzen zum Planungs- und Realisierungsverfahren erarbeitet und dokumentiert werden, die als Beschlussvorlage f\u00fcr die Freigabe zur Ausf\u00fchrung dienen.<br \/>\nProjektphase 2: Im zweiten Teil soll die Evaluation in der Nutzung \u00fcber 2 Jahre erfolgen. Ziel der Evaluierung ist, die Luftqualit\u00e4t und den Aufwand zur Lufterneuerung mit seinem Energiebedarf f\u00fcr W\u00e4rme und Antrieb zu ermitteln und weiterhin den Anlagenbetrieb bez\u00fcglich dieser Parameter zu optimieren. Dies bedeutet Luftmengen und Luftaustausch im Schulbetrieb zu variieren, in seinen Auswirkungen zu dokumentieren und gegebenenfalls den Stundenpl\u00e4nen anzupassen. Dabei werden Strategien im Rahmen einer begleitenden Simulation entwickelt, mit der Anlage umgesetzt und mittels Messwerten dokumentiert.<br \/>\nWeitere Evaluierungsaspekte sind der sommerliche W\u00e4rmeschutz und der Anlagenbau. Dazu sollen Nachtl\u00fcftung und notwendiger Energiebedarf im Hinblick auf \u00dcberhitzung und Innenraumklima untersucht werden, sowie Regelungsstrategien f\u00fcr diese Aspekte optimiert werden. Zu kl\u00e4ren ist weiterhin inwieweit oder ob im Sommer w\u00e4hrend des Unterrichts auf eine maschinelle L\u00fcftung verzichtet werden kann.<br \/>\nDie konzipierte Anlage ist bewusst mit geringem technischen Aufwand realisiert worden, um die Kosten gering halten zu k\u00f6nnen. Die Art der Auslegung und Umsetzung der Aufgabe ist daher kritisch zu pr\u00fcfen und einer Bewertung zu unterziehen, um f\u00fcr k\u00fcnftige Planungen bessere Vorgaben machen zu k\u00f6nnen und Einfluss auf die Empfehlungen (z.B. Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV), Hinweise zur Planung und Ausf\u00fchrung von raumlufttechnischen Anlagen in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden) nehmen zu k\u00f6nnen. Dazu werden auch Untersuchungen zur L\u00fcftungseffektivit\u00e4t insbesondere bei reduzierten Luftmengen vorgesehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Simulationsunterst\u00fctzt wurden die technischen und baulichen Anlagen mit den jeweiligen Abh\u00e4ngigkeiten und Wirkungsweise bzgl. verschiedener Ausf\u00fchrungsstandards gegen\u00fcber gestellt und differenzierte Kostenberechnungen zur \u00f6konomischen Bewertung aufgelistet. Verglichen wurden die Planungen des Geb\u00e4udes im Standard EnEV, Standard EnEV mit L\u00fcftung und Passivhausstandard.<\/p>\n<p>Auffallend ist, dass der wesentliche Investitionskostenunterschied zwischen den Varianten mit und ohne L\u00fcftungsanlage besteht. Die vergleichsweise sehr geringen Zusatzkosten, die bei einer weiterf\u00fchrenden Anhebung auf Passivhausstandard entstehen, k\u00f6nnen vernachl\u00e4ssigt werden. Unter Ber\u00fccksichtigung der Auswirkungen auf die Betriebskosten wurde aufgezeigt, dass in jedem Fall eine Kopplung von mechanischer L\u00fcftung und Verbesserung des Energiestandards auf Passivhausstandard zu empfehlen ist. <\/p>\n<p>In den Diskussionen konnte nicht nur nachgewiesen werden, dass ein Passivhausstandard zum Mindestkostenindex BKI realisiert werden kann, sondern auch, dass die Zusatzma\u00dfnahmen bzgl. des EnEV-Standards nach 10 &#8211; 15 Jahren aufgrund reduzierter Unterhaltskosten wieder ausgeglichen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bereits die durchgef\u00fchrten Simulationen zu Luft- und Raumqualit\u00e4t, Heizung und Energiebedarf und Sommerlichem Komfort haben gezeigt, dass sowohl Heizung und L\u00fcftung, als auch Ma\u00dfnahmen zum Sonnenschutz und sommerlichem W\u00e4rmeschutz nicht unabh\u00e4ngig von einander gesehen werden k\u00f6nnen, sondern vielmehr sich beeinflussen. Gerade in energetisch optimierten Geb\u00e4uden spielt die exakte Abstimmung eine wesentliche Rolle. Diese Einflussgr\u00f6\u00dfen konnten im durchgef\u00fchrten Monitoringverfahren registriert, dokumentiert und nachgeregelt werden. Eine solche Einregelung des Geb\u00e4udes und Anpassung auf die speziellen Nutzeranforderungen sollte in jedem energieoptimiertem Geb\u00e4ude durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das rege Interesse an dem Projekt zeigt die Notwendigkeit bzw. den Bedarf an Referenzprojekten mit Aussagen zu den Wechselwirkungen von Energieeffizienz, Innenraumlufthygiene, Komfort (z.B. sommerlicher W\u00e4rmeschutz) sowie Herstellungs- und Betriebskosten. \u00dcber die vielf\u00e4ltigen stadtinternen Vortr\u00e4ge und F\u00fchrungen zu und in dem Projekt gab es die folgenden \u00dcberregionalen Pr\u00e4sentationen:<\/p>\n<p>1.\tBeitrag zur 11. Internationale Passivhaustagung in Bregenz am 13. Und 14.04.2007<br \/>\n2.\tVortrag auf dem 2e internationale Passiefhuis Congress in Amsterdam am 02.04.2008<br \/>\n3.\tErfahrungsaustausch FOS \/ BOS Erding am 15.04.2008<br \/>\n4.\tBesichtigung des Schulgeb\u00e4udes durch Vertreter der Stadt Osnabr\u00fcck am 06.08.2008<br \/>\n5.\tVortrag auf der 12. Eckernf\u00f6rder Fachtagung Geb\u00e4ude energetisch optimieren &#8211; Energieeffiziente Sanierung in Eckernf\u00f6rde am 07.11.2008<br \/>\n6.\tBesichtigung des Schulgeb\u00e4udes durch die Stiftung Passief Huis Holland sowie Vertreter der Gemeinde s-Hertogenbosch und der Wohnungsbaugenossenschaft BrabantWonen am 04.03.2009<br \/>\n7.\tFachreferat auf der 13. Internationalen Passivhaustagung in Frankfurt am Main in der Arbeitsgruppe Mehrwert Passivhaus &#8211; Nutzerkomfort und Wirtschaftlichkeit am 17. und 18.04.2009<br \/>\n8.\tVorstellung des Geb\u00e4udes am Tag der Architektur in Nordhorn am 28.06.2009<br \/>\n9.\tVortrag bei der ENNW (Energie Netzwerk Nordwest) in Oldenburg am 08.12.2009,<br \/>\n        Veranstaltungstitel: Bauen im Passivhausstandard<br \/>\n10.\tVortrag bei der VHW (Bundesverband f\u00fcr Wohnen und Stadtentwicklung e.V.) in Hannover am 02.06.2010,<br \/>\n        Veranstaltungstitel: Perspektiven der Passivhausbauweise &#8211; Erfahrungen bei Neubau und Modernisierung von Schulen und<br \/>\n        Turnhallen<br \/>\n11.\tVortrag bei der DBU: in Osnabr\u00fcck am 28.09.2010; Veranstaltungstitel: Schulbau im Kontext von \u00d6konomie und \u00d6kologie<br \/>\n12.\tVortrag an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal &#8211; Fachbereich Architektur &#8211; btga, Lehrstuhl Prof. Dr. Ing. K. Voss Schulbaustandard am 27.10.2010<br \/>\n13.\tVortrag auf dem Kongress der Geb\u00e4udeEffizienz in Frankfurt am Main am 09.11.2010<br \/>\nKongresstitel: Geb\u00e4udeEffizienz &#8211; Die \u00f6konomische Qualit\u00e4t innovativer Geb\u00e4udeautomation und Services<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Passivhaus Schulzentrum Nordhorn hat seine Zielwerte erreicht, sowohl der Energiebedarf als auch die Luftqualit\u00e4t liegen im konzipierten Bereich bzw. \u00fcbertreffen sogar die Zielwerte. <\/p>\n<p>F\u00fcr k\u00fcnftige Planungen ist die weitergehende Diskussion bez\u00fcglich Luftqualit\u00e4t und CO2-Grenzwerte zu verfolgen. Insbesondere der Aspekt der Leistungssteigerung durch gute Luft muss einer Untersuchung unterzogen werden, wo die Grenzwerte anzusetzen sind. <\/p>\n<p>Die realisierte L\u00f6sung erzeugte eine hohe Zufriedenheit und zeigt, dass die Integration einer L\u00fcftungsanlage bereits die wesentlichen Investitionen f\u00fcr ein Passivhaus umfasst und deshalb anzustreben ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Es fehlen in den Schulalltag umsetzbare Normen und Richtlinien zur Innenraumlufthygiene in Schulgeb\u00e4uden. Der Handlungsbedarf ist in der Fachwelt in den letzten Jahren zunehmend angezeigt worden. Mit diversen Studien wurde nachgewiesen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Leistungsf\u00e4higkeit, Reaktionsverm\u00f6gen und Aufmerksamkeit und Luftqualit\u00e4t besteht. Das Hochbauamt hat im o.g. 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