{"id":24306,"date":"2026-03-08T10:32:04","date_gmt":"2026-03-08T09:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24461-01\/"},"modified":"2026-03-08T10:32:05","modified_gmt":"2026-03-08T09:32:05","slug":"24461-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24461-01\/","title":{"rendered":"Grenz\u00fcbergreifende Vernetzung historisch wertvoller Parkanlagen (Deutsch-tschechisch-polnisches Gemeinschaftsprojekt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des grenz\u00fcbergreifenden Projektes ist die Bestandsaufnahme und wissenschaftliche Untersuchung aus-gew\u00e4hlter Anlagen der Gartenkunst in strukturschwachen Regionen der Grenzgebiete Polen, Tschechien und Deutschland, ihre Aufwertung und Einbindung in ein touristisches Konzept.<br \/>\nAls ein Ergebnis sollen Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung der Parkanlagen, ihrer Aufwertung und touristischer Erschlie\u00dfung getroffen werden und beispielhaft erste Pflegeeins\u00e4tze vorgenommen werden. Das Projekt m\u00f6chte nicht nur zur Verst\u00e4ndigung \u00fcber Grenzen hinweg beitragen, sondern aus dem hohen Bildungs- und Erholungspotential des gartenkulturellen Erbes Ansatzpunkte f\u00fcr einen nachhaltigen Kulturtourismus als regionalen Wirtschaftsfaktor entwickeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliedert sich in drei Bearbeitungsphasen:<br \/>\n1. Wissenschaftliche Analyse und Erarbeitung eines Zielkonzeptes f\u00fcr den Umgang mit ausgesuchten   Petzold-Anlagen<br \/>\n    Erforschung und Untersuchung einzelner Parkanlagen durch Gartenhistoriker und Landschafts\u00f6ko-<br \/>\n    logen unter Beteiligung gartendenkmalpflegerischer Institutionen in Polen und Tschechien<br \/>\n    (s. o.: Projektpartner).<br \/>\n2. Fortbildung in der praktischen Gartendenkmalpflege<br \/>\n    Im Rahmen des Projektes sind modellhafte polnisch-tschechisch-deutsche praktische Parkseminare<br \/>\n    und theoretische Seminare zu unterschiedlichen Problemstellungen der praktischen Gartendenkmal<br \/>\n    pflege in Verbindung mit Naturschutz und Landschaftspflege sowie im Hinblick auf den Umgang mit<br \/>\n    touristischem Potential geplant.<br \/>\n3. Kulturtouristisches Konzept<br \/>\n    Auf der Basis der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Bestandsaufnahme erfolgte eine<br \/>\n    Bewertung der M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Verkn\u00fcpfung von Petzold-Anlagen im Dreil\u00e4ndreck zu einer<br \/>\n    Reiseroute.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Res\u00fcmee l\u00e4sst sich hinsichtlich der aktuellen Bestandssituation in den Petzold-Parkanlagen nachfolgend aufgef\u00fchrte gleich gelagerte Problematik verdeutlichen:<br \/>\n\tNahezu alle Anlagen sind durch Auflassung und anthropogene Eingriffe gesch\u00e4digt,<br \/>\n\tDie langj\u00e4hrige Auflassung, bzw. die fehlende fachgerechte Pflege f\u00fchrte in den untersuchten Anlagen zum Verlust der Strukturen, wie Gestaltungselemente, Geh\u00f6lzbest\u00e4nde, Ausstattungen, teilweise auch der zentralen Baulichkeiten.<br \/>\n\tIn nahezu allen untersuchten Anlagen erfolgte keine der notwendigen, durch Petzold vorgesehenen Entwicklungen innerhalb der Geh\u00f6lzbest\u00e4nde, ebenfalls mit der Folge des Verlustes von wertvoller Substanz.<br \/>\n\tUmfassende Kenntnisse zum dendrologischen Bestand in den untersuchten Parkanlagen, bez\u00fcglich der von Petzold verwendeten Arten, Sorten, Formen fehlen f\u00fcr nahezu alle untersuchten Anlagen.<br \/>\nDie Genehmigungsphasen im Vorfeld erwiesen sich besonders in Polen und Tschechien als aufw\u00e4ndige und nicht unproblematische Vorg\u00e4nge. Nicht zuletzt aufgrund des Umweltaspektes. Die Parkanlagen der praktischen Seminare sind vollst\u00e4ndig oder in Teilen restriktiv naturschutzrechtlich gesch\u00fctzt bzw. grenzen unmittelbar an Schutzgebiete. Dabei wird dem Denkmalwert in keiner der Anlagen Priorit\u00e4t einger\u00e4umt. Hinzu kommen teilweise Einschr\u00e4nkungen durch die Forstwirtschaft, die eigentumsrechtlich z.B. in Kliczkow, nicht unwesentlich zu beteiligen war. <\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der grenz\u00fcbergreifenden kulturtouristischen Verbindung spezieller Petzold-Park-Touren f\u00fcr den allgemeinen Gartentourismus sind aufgrund der aktuellen Bestandssituation schwer vermittelbar. Die erhaltene Struktur der Anlagen ist f\u00fcr Fachpersonal oft kaum erkennbar.<br \/>\nGrenz\u00fcbergreifende Touren sind teilweise zu weitl\u00e4ufig &#8211; besonders der Anschluss an Tschechien ist aufgrund der Entfernungen kaum m\u00f6glich. Die touristische Infrastruktur ist teilweise noch unvollst\u00e4ndig, besonders in Polen gebietsspezifisch noch sehr verhalten.<br \/>\nDas grenz\u00fcbergreifende Projekt ist grunds\u00e4tzlich als Modellprojekt positiv und innovativ zu bewerten. Die Zusammenarbeit innerhalb der Gartendenkmalpflege in Europa zu f\u00f6rdern ist ein wichtiger Beitrag, besonders im Hinblick auf die Tatsache, dass sich ein Teil deutscher Garten-Geschichte heute in Polen und Tschechien befindet und seit 1989 intensive und gemeinsame Forschungsarbeit m\u00f6glich ist.<br \/>\nDer direkte Kontakt mit den Auftragnehmern in Tschechien gestaltete sich als unproblematisch, da  auf beiden Seiten die englische Sprache ausreichend beherrscht wurde. F\u00fcr die Kommunikation mit der polnischen Seite wurde f\u00fcr Besprechungen zumeist eine Dolmetscherin hinzugezogen. Insgesamt muss festgehalten werden, dass Sprachbarrieren ein nicht zu untersch\u00e4tzendes Hindernis bei der fl\u00fcssigen Bearbeitung eines internationalen Projektes sein k\u00f6nnen bzw. einen zus\u00e4tzlichen Zeitaufwand erfordern, das gilt ebenso f\u00fcr Auftr\u00e4ge und Korrespondenz.<br \/>\nDie ausschlie\u00dflich externe Vergabe der wissenschaftlichen Inhalte ist als nicht optimal anzusehen. Andererseits ist der Umfang der w\u00f6chentlichen Stundenzahl f\u00fcr Organisation und Koordination mit 20 und 16 Wochenstunden ungen\u00fcgend. Die Durchf\u00fchrung der Seminare, die Organisation mit Arbeitstreffen und Besprechungen, zumeist mehrsprachig, nehmen bereits eine hohe Stundenzahl in Anspruch.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Veranstaltungen und das Projekt wurden in der Fachpresse publiziert und in der regionalen Presse beworben. F\u00fcr jede Veranstaltung wurde ein spezielles, mehrsprachiges Faltblatt erarbeitet und breitenwirksam \u00fcber digitale und analoge Medien verbreitet.<br \/>\nIn allen Projektl\u00e4ndern erfolgte die Dokumentation der Parkpflegeseminare \u00fcber die regionale Presse und im Nachgang, bspw. in Dobrenice, durch Pr\u00e4sentationen im Rahmen einer TV-\u00dcbertragung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Bedeutung der Petzold-Anlagen bez\u00fcglich der kulturhistorischen Wertsch\u00e4tzung und insbesondere auch als wertvoller Teil der jeweils regionalen Natur- und Kulturlandschaft konnte in weiteren belegten Beispielen manifestiert werden.<br \/>\nAus gartendenkmalpflegerischer und kulturhistorischer Sicht ist bez\u00fcglich der M\u00f6glichkeit einer Inventarisierung, Dokumentation und Darstellung der Zeitpunkt des vollst\u00e4ndigen Verlustes einiger Anlagen bereits erreicht. F\u00fcr den Weiterbestand und Erhalt der Relikte ist der Zeitpunkt gut gew\u00e4hlt. Die Grundlage f\u00fcr eine vertiefende Forschungsarbeit und Umsetzung bilden die erzielten Projektergebnisse im Zusammenhang mit den vorliegenden Publikationen.<br \/>\nPolitisch tr\u00e4gt das Thema ohne Zweifel zu einer zeitgem\u00e4\u00dfen Diskussion \u00fcber Kunst und Kulturwerte unabh\u00e4ngig von Eigentumsfragen und \u00fcber Fachkreise hinaus bei und hilft bei einer Ann\u00e4herung in der sensiblen Fragestellung zum zuk\u00fcnftigen Umgang mit derartigen Anlagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des grenz\u00fcbergreifenden Projektes ist die Bestandsaufnahme und wissenschaftliche Untersuchung aus-gew\u00e4hlter Anlagen der Gartenkunst in strukturschwachen Regionen der Grenzgebiete Polen, Tschechien und Deutschland, ihre Aufwertung und Einbindung in ein touristisches Konzept. 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