{"id":24301,"date":"2023-07-13T15:25:26","date_gmt":"2023-07-13T13:25:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24452-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:28","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:28","slug":"24452-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24452-01\/","title":{"rendered":"Umwelt schonende Entlackung von Komponenten in Lackieranlagen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit dem Entwicklungsprojekt wird das Ziel verfolgt, eine industriereife Technologie f\u00fcr eine umweltvertr\u00e4gliche und wirtschaftliche Entlackung von Anlagenkomponenten in Lackieranlagen zu entwickeln. Die Komponenten werden einmalig mit einer antihaftenden Plasmabeschichtung ausgestattet und dann mit Wasserhochdruck im mittleren Druckbereich bis 500 bar entlackt. Basis f\u00fcr die Beschichtung ist PermaCLEANplas, eine von der FhG IFAM entwickelte Plasmabeschichtung. Der Einsatz dieser Technologien soll zu einem kompakten Entlackungssystem f\u00fchren, das auch mobil bei den Bedarftr\u00e4gern eingesetzt werden kann und bei dem m\u00f6glichst keine umweltrelevanten Schadstoffe anfallen. Da die PermaCLEANplas-Beschichtung bisher nur auf feuerverzinkten und absolut wei\u00dfrostfreien Substraten dau-erhaft aufgebracht werden kann und ihre antihaftende Wirkung nur bei Nasslacken funktioniert, ist eine Weiterentwicklung dieses Beschichtungsverfahrens mit dem Ziel erforderlich, es auf alle g\u00e4ngigen Substrate aufzubringen und dar\u00fcber hinaus die antihaftende Wirkung auch auf Pulverlacke auszudehnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Untersuchungsgebiet des Antragstellers umfasst in der ersten Phase die Erprobung und Optimierung einer Wasserhochdruck-Versuchsanlage f\u00fcr die automatische Entlackung von Anlagenkomponenten in einem geschlossenen Kreislaufsystem. Dabei ist das Entlackungsverfahren f\u00fcr alle industrieg\u00e4ngigen Nasslacke zu verifizieren und zu optimieren. Parallel erfolgt vom Projektpartner FhG IFAM die Ent-wicklung von kosteng\u00fcnstigen Vorbehandlungsverfahren f\u00fcr reale Anlagenkomponenten wie Gitterroste, Geh\u00e4nge, Abdeckbleche, L\u00fcfter u. a. m.  sowie die Weiterentwicklung des Beschichtungsprozesses im Hinblick auf eine ausreichend antihaftende Wirkung auch f\u00fcr pulverlackierte Komponenten. An diese Entwicklungsphase schlie\u00dft sich die Erprobung des f\u00fcr Pulverlacke modifizierten Beschichtungsverfahrens an, das insbesondere f\u00fcr die Entlackung von Geh\u00e4ngen von gro\u00dfer Bedeutung ist, das diese Komponenten das gr\u00f6\u00dfte, in der Industrie zu entlackende, Volumen ausmachen. Abschlie\u00dfend sind die Einsatzgrenzen der zu entwickelnden Entlackungstechnologie, deren Umweltvertr\u00e4glichkeit und die Wirt-schaftlichkeit des Verfahrens im Vergleich zu konventionellen chemischen und pyrolytischen Verfahren zu dokumentieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit PermaCLEANplas beschichtete Gitterroste, die mit wasser- oder l\u00f6semittelhaltigen Lacken kontaminiert sind, k\u00f6nnen sicher mit einer Wasserhochdruck-Anlage im mittleren Druckbereich entlacket wer-den. Die Lebensdauer der Antihaftbeschichtung ist mit 500 Zyklen nachgewiesen. Bei Anlagenkomponenten, wie Aussteller, die auch diverse Vorbehandlungsb\u00e4der durchlaufen, ist die Best\u00e4ndigkeit der PermaCLEANplas-Beschichtung noch nicht nachgewiesen. Vorraussetzung f\u00fcr die Haltbarkeit der Be-schichtung ist bei Bauteilen aus Stahl eine feuer- oder galvanisch verzinkte Oberfl\u00e4che. Alternative Vorbehandlungsverfahren haben sich als nicht  geeignet erwiesen. Bei Pulverbeschichtungen ist die Antihaftwirkung von PermaCLEANplas grunds\u00e4tzlich gegeben. Solche Teile lassen sich jedoch nur dann mit Wasserhochdruck entlacken, wenn sie integrierte Rei\u00dfkanten aufweisen, an denen das Wasser die Lackschicht aufbrechen kann. Die Anwendung ist deshalb nicht generell m\u00f6glich. Das geeignete Anla-genkonzept f\u00fcr Produktionsanlagen ist die station\u00e4re Durchlaufanlage mit geschlossenem Wasserkreis-lauf. Das Konzept der mobilen Entlackungsanlage hat sich als unwirtschaftlich erwiesen.<\/p>\n<p>Das untersuchte Entlackungsverfahren bietet den Betreibern von Lackieranlagen ein gro\u00dfes Rationalisierungspotential: Aufgrund der niedrigen Kosten f\u00fcr Entlackungsanlagen, des geringeren Energieein-satzes und der entfallenden externen Logistikkosten reduzieren  sich die Entlackungskosten f\u00fcr Gitteros-te  um 50 bis 70 %. In einem Lehrprojekt der Universit\u00e4t Bremen wurden die \u00d6kologiebilanzen f\u00fcr das entwickelte Entlackungssystems CLAUSwhd sowie f\u00fcr das  heute dominierende thermische Entlackungsverfahren (Pyrolyse) erstellt und die Ergebnisse verglichen. Danach ergibt sich, dass beim CLAUSwhd-Verfahren der<br \/>\n&#8211;\tEnergieverbrauch um den Faktor 6 bis 8<br \/>\n&#8211;\tder CO2-Aussto\u00df um den Faktor 3<br \/>\ngeringer ist als bei den heute \u00fcblichen pyrolytischen Verfahren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Entwicklungsarbeiten wurden in einer Reihe von Ver\u00f6ffentlichungen, in einem Vor-trag bei der DFO (Deutsche Forschungsgesellschaft f\u00fcr Oberfl\u00e4chenbehandlung e.V.) und auf dem Au-tomobiltag in Stuttgart vorgestellt:<br \/>\n5\/06\tBesser lackieren\tTitel: Mit neuer Antihaftbeschichtung Entlackungskosten<br \/>\n\t\t\t\tAutoren: Dr. Matthias Ott, Walter H\u00fcgle<br \/>\n6\/06\tbesser lackieren\tTitel: Effizient entlacken<br \/>\n\t\t\t\tAutor: Dr. Ott<br \/>\n8\/06\tJOT\t\t\tTitel: Antihaftbeschichtung erleichtert Entlackung<br \/>\n\t\t\t\tAutoren: Dr. Matthias Ott, Walter H\u00fcgle<br \/>\n9\/06\tMO\t\t\tTitel: Leichter entlacken<br \/>\n\t\t\t\tAutoren: Dr. Matthias Ott, Walter H\u00fcgle<br \/>\n11\/07\tDFO\t\t\tTitel: Beschichtung und Entlackung von Komponenten in Lackieranlagen<br \/>\n\t\t\t\tVortragender: Walter H\u00fcgle<br \/>\n12\/07\tbesser lackieren\tTitel: Antihaftbeschichtung spart Entlackungskosten<br \/>\n                          Autor: Walter H\u00fcgle<br \/>\n10\/2008 Automobiltag BW\tBegleitausstellung<br \/>\nDie Anwendung Inline-Entlackung wurde in Form einer Pressenotiz im Oktober 2008 in den Fachzeit-schriften JOT und MO ver\u00f6ffentlicht. Die Beschichtungs- und Entlackungstechnik ist in einem Firmen-prospekt unter der Marke CLAUSwhd dokumentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen der Entwicklungsarbeiten konnte nachgewiesen werden, dass Gitterroste, die im Lackier-prozess mit den heute gebr\u00e4uchlichen Nasslacksystemen kontaminiert wurden, problemlos mit Wasserhochdruck im Druckbereich 500 bar entlackt werden k\u00f6nnen, sofern die Gitterroste zuvor mit der Antihaftbeschichtung PermaCLEANPLAS versehen wurden. Die entwickelte Anlagentechnik ist kompakt, so dass Entlackungsanlagen auch dezentral, d.h. werksnah, eingesetzt werden k\u00f6nnen. Der erreichte Entwicklungsstand erlaubt die Umsetzung der Anlagentechnik als industriell einsetzbare Durchlaufanlagen. Das entwickelte Entlackungsverfahren hat das Potential die heute noch vorherrschenden chemischen und pyrolytischen Entlackungsverfahren abzul\u00f6sen mit dem Effekt, die Umweltbelastung signifikant zu reduzieren und die Kosten f\u00fcr die Entlackung deutlich zu reduzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit dem Entwicklungsprojekt wird das Ziel verfolgt, eine industriereife Technologie f\u00fcr eine umweltvertr\u00e4gliche und wirtschaftliche Entlackung von Anlagenkomponenten in Lackieranlagen zu entwickeln. Die Komponenten werden einmalig mit einer antihaftenden Plasmabeschichtung ausgestattet und dann mit Wasserhochdruck im mittleren Druckbereich bis 500 bar entlackt. 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