{"id":24274,"date":"2024-11-27T10:38:15","date_gmt":"2024-11-27T09:38:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24351-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:15","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:15","slug":"24351-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24351-01\/","title":{"rendered":"Kriterienmatrix zur stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Nutzung nachwachsender Rohstoffe werden kontrovers diskutiert. Dies gilt sowohl f\u00fcr die Optionen zur energetischen als auch zur stofflichen Nutzung, da f\u00fcr viele Produkte auch fossile Energierohstoffe als Ausgangsmaterial dienen. Die Bandbreite der diskutierten Meinungen reicht z. B. in der chemischen Industrie von einer v\u00f6lligen Ablehnung nachwachsender Rohstoffe als Grundstoffe bspw. f\u00fcr die Herstellung bestimmter chemischer Rohprodukte bis zu \u00dcberlegungen zu der so genannten green refinery. Eine vergleichbare Bandbreite gibt es auch in anderen Branchen, in denen sowohl nachwachsende als auch fossile Rohstoffe eingesetzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nUm diese z. T. sehr emotional gef\u00fchrte Diskussion zu versachlichen ist es das Ziel des Projektes, die M\u00f6glichkeiten und Grenzen eines Einsatzes nachwachsender Rohstoffe in Bezug auf die vorhandenen Potenziale, die existierenden Nutzungspfade und die zu bedienenden M\u00e4rkte zu untersuchen und im Hinblick auf die \u00d6koeffizienz zu bewerten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZiel des Arbeitspaketes 1 Potenziale und Mengen ist es, die Potenziale unterschiedlichster nachwachsender Rohstoffe deutschland-, europa- und weltweit in unterschiedlichen Szenarien f\u00fcr unterschiedliche Zeitpunkte (z. B. 2010, 2020, 2030) zu erheben und zu diskutieren. Dazu wird eine synoptische Zusammenfassung des bestehenden Wissens erarbeitet, das ggf. erg\u00e4nzt bzw. angepasst wird.<br \/>\nOrganische Stoffe k\u00f6nnen auf sehr unterschiedlichen technischen Wegen nutzbar gemacht werden. In Arbeitspaket 2 Nutzungspfade, Nutzungskonkurrenzen und M\u00e4rkte sollen die wichtigsten Konversionspfade pr\u00e4sentiert, systematisiert und analysiert werden.<br \/>\nIm Ergebnis der Arbeitspakete 1 und 2 liegen Informationen vor, welche Biomassemengen unter welchen Randbedingungen mit welchen Konversionspfaden zu welchen Produkten umgewandelt werden k\u00f6nnen. Um aus der Vielzahl der technischen M\u00f6glichkeiten die Optionen zu identifizieren, die weiter entwickelt werden sollen, m\u00fcssen diese Pfade unter \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Aspekten (d. h. unter \u00d6koeffizienzgesichtspunkten) untersucht werden. Aus Zeit- und Kostengr\u00fcnden werden nur Pfade, die f\u00fcr die identifizierten Potenziale und die vorhandenen M\u00e4rkte repr\u00e4sentativ sind, untersucht. Dabei wird auf existente Analysen aufgebaut, die u. U. an die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse anzupassen sind.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die weltweiten technischen Biomassepotenziale stellen die Obergrenze der verf\u00fcgbaren Rohstoffe &#8211; sowohl f\u00fcr die stoffliche als auch f\u00fcr die energetische Nutzung dar. Sie umfassen R\u00fcckst\u00e4nde, Nebenprodukte und Abf\u00e4lle sowie Energiepflanzen, die auf landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen produziert werden.<br \/>\nR\u00fcckst\u00e4nde, Nebenprodukte und Abf\u00e4lle entstehen in der Land- und Forstwirtschaft, der Lebensmittel- und Holzverarbeitung wie auch am Ende der Nutzungskette (Abfallwirtschaft). Sie sind in ihrem Umfang mit 30 bis 90 EJ\/a energiewirtschaftlich relevant und nur moderaten Ver\u00e4nderungen unterworfen. Damit sollte das aktuelle Potenzial auch in den kommenden Jahren auf vergleichbarem Niveau verf\u00fcgbar sein.<br \/>\nDie M\u00f6glichkeiten einer Energiepflanzenproduktion werden durch die  verf\u00fcgbaren Anbaufl\u00e4chen bestimmt. Grunds\u00e4tzlich verf\u00fcgbar sind hier die Fl\u00e4chen, die nicht zur Nahrungsmittelproduktion ben\u00f6tigt werden. Damit ist f\u00fcr die Entwicklung des technischen Energiepflanzenpotenzials die Frage entscheidend, wie sich der Fl\u00e4chenbedarf f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion entwickelt und welche weiteren zus\u00e4tzlichen Fl\u00e4chenanspr\u00fcche k\u00fcnftig an die landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen gestellt werden. Hier sind vielf\u00e4ltige, teilweise miteinander r\u00fcckgekoppelte und gegenl\u00e4ufig wirkende Einflussfaktoren zu verzeichnen. Unter ung\u00fcnstigen Bedingungen ist im Jahr 2050 das Biomassepotenzial aus Energiepflanzen nur eher gering, w\u00e4hrend bei g\u00fcnstiger Entwicklung ein Potenzial in der seri\u00f6sen Gr\u00f6\u00dfenordnung von 260 bis 530 EJ\/a erwartet werden kann.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich problematisch ist die bei einer verst\u00e4rkten Biomassenutzung zu erwartende Ausweitung der Ackerfl\u00e4chen z. B. auch in Regenwaldzonen, daher ist bei einer verst\u00e4rkten Biomassenutzung die Entwicklung von Produktionsstandards unausweichlich. Aktivit\u00e4ten hierzu werden gegenw\u00e4rtig auf unterschiedlichen nationalen, europ\u00e4ischen und internationalen Ebenen initialisiert.<br \/>\nUm die gegebenen Potenziale auch tats\u00e4chlich nutzen zu k\u00f6nnen, bedarf es geeigneter Technologien. Gegenw\u00e4rtig befinden sich diese jedoch in vielen Bereichen noch in Forschung und Entwicklung. Dies gilt es auf gro\u00dfer Bandbreite voranzutreiben.<br \/>\nNeben den technischen und \u00f6konomischen Kriterien sind auch die unterschiedlichen Umwelteffekte der unterschiedlichen Optionen zum Einsatz nachwachsender Rohstoffe in Betracht zu ziehen. Hier k\u00f6nnen mit der Kombination von nachwachsenden Rohstoffen mit klassischer chemischer Produktion und\/oder fossilen Produkten Umwelt- und Kostenvorteile erzielt werden. Auch fermentative Prozesse k\u00f6nnen hier Vorteile haben. Die Pflanzenextraktion schneidet h\u00e4ufig deutlich schlechter ab.<br \/>\nSt\u00e4rkehaltige Produkte sowie Baustoffe und Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen k\u00f6nnen teilweise zu \u00e4hnliche Kosten bereitgestellt werden, wie die fossilen Alternativen. Jedoch kann besonders bei den Werkstoffen durch die teilweise schlechten Eigenschaften der nachwachsenden Rohstoffe die Um-weltbelastung h\u00f6her sein.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Studie bzw. ihre Ergebnisse wurden auf verschiedenen Workshops, Seminaren und Konferenzen pr\u00e4sentiert. Ferner wird die Studie in Buchform von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Erich Schmidt Verlag herausgegeben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die erarbeitete Studie macht deutlich, dass die Potenziale zum Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowohl im energetischen als auch im stofflichen Bereich durchaus signifikant und relevant sind und in der Zukunft tendenziell noch zunehmen werden &#8211; wobei das Ausma\u00df der Potenzial-Zunahme von der Ent-wicklung einiger in der Studie benannter Faktoren abh\u00e4ngen wird. Ferner wurde gezeigt, dass die notwendigen Technologien, die zu einer wirtschaftlich darstellbaren Nutzung der Potenziale notwendig sind, teils schon vorhanden, teils aber erst im Stadium der Forschung &#038; Entwicklung sind. Last but not least wurde festgestellt, dass nicht alle Nutzungsoptionen nachwachsender Rohstoffe zwingend Umweltvorteile haben m\u00fcssen, dass aber doch die meisten Optionen aus Umweltsicht vorteilhaft sein k\u00f6nnen &#8211; falls die geeigneten Technologien eingesetzt werden.<br \/>\nUm die potenziellen technischen, \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Vorteile nachwachsender Rohstoffe m\u00f6glichst weitgehend realisieren zu k\u00f6nnen, ist noch erheblicher Forschungsbedarf notwendig. Auf dem Feld der Technologie sind neben Effizienzsteigerungen vor allem stofflich-energetische Nutzungskaska-den zu entwickeln, die auch mit \u00f6konomisch und \u00f6kologisch vorteilhaften Effekten einhergehen d\u00fcrften.<br \/>\nSchlie\u00dflich werden vor einer st\u00e4rkeren Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu stofflichen oder energetischen Zwecken auch Fragen der Nutzungskonkurrenzen n\u00e4her zu durchleuchten sein: So ist zwar normativ das Primat der Nahrungsmittel-Bereitstellung nicht in Frage zu stellen, gleichwohl sind aber noch die Einfl\u00fcsse der NawaRo-Nutzung z. B. auf die internationalen Nahrungsmittelpreise zu untersuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Nutzung nachwachsender Rohstoffe werden kontrovers diskutiert. 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