{"id":24269,"date":"2025-06-25T10:32:23","date_gmt":"2025-06-25T08:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24339-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:25","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:25","slug":"24339-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24339-01\/","title":{"rendered":"Analyse der Eignung nachhaltiger Kapitalanlagen f\u00fcr die Verm\u00f6gensanlage von Stiftungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Projektes bestand in der Analyse der Eignung nachhaltiger Kapitalanlagen f\u00fcr die Verm\u00f6gensverwaltung von deutschen Stiftungen. Aus betriebswirtschaftlicher und speziell finanzwirtschaftlicher Sicht wurde untersucht, welche positiven und negativen Konsequenzen f\u00fcr Stiftungen entstehen k\u00f6nnen, wenn sie in der Verm\u00f6gensverwaltung verst\u00e4rkt nachhaltige Kapitalanlagen ber\u00fccksichtigen. Die Studie ber\u00fccksichtigt dabei die relevanten stiftungs- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen deutscher Stiftungen, um m\u00f6glichst praxisnahe Empfehlungen ableiten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Studie umfasst detaillierte empirische Analysen unter Verwendung finanzwirtschaftlicher Theorien und Modelle sowie statistischer und \u00f6konometrischer Methoden wie z. B. die Simulation dynamischer Anlagestrategien und deren Bewertung. Den Abschluss der Studie bilden Aussagen zu geeigneten Strategien f\u00fcr den Einsatz nachhaltiger Kapitalanlagen in der Verm\u00f6gensverwaltung von Stiftungen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAm Anfang des Projektes stand eine umfassende Untersuchung der Ziele und Rahmenbedingungen der Verm\u00f6gensanlage von Stiftungen. Danach wurde analysiert, inwieweit nachhaltige Kapitalanlagen zur Erreichung der Stiftungsziele prinzipiell beitragen k\u00f6nnen. Zur Beantwortung dieser Frage wurden die Aussagekraft von Nachhaltigkeitsratings sowie die Arbeitsweise der darauf spezialisierten Ratingagenturen untersucht. Daran schlie\u00dft sich eine ausf\u00fchrliche Analyse der Ertrags-Risiko-Eigenschaften von Nachhaltigen Kapitalanlagen an. Im letzten Projektteil werden realit\u00e4tsnahe Anlagestrategien von Stiftungen unter Verwendung nachhaltiger Kapitalanlagen simuliert und bewertet, wobei insbesondere die Unterschiede zur Anlage in konventionellen Kapitalanlagen quantitativ erfasst werden.<br \/>\n\u00dcbersicht zur Projektstruktur:<br \/>\n1.\tZiele und Rahmenbedingungen der Verm\u00f6gensanlage von Stiftungen und Einordnung der<br \/>\n       Anlagekategorie nachhaltiger Kapitalanlagen<br \/>\n2.\tBewertung von nachhaltigen Kapitalanlagen und Nachhaltigkeitsratings<br \/>\n3.\tVerm\u00f6gensanlage von Stiftungen mit nachhaltigen Kapitalanlagen: Analyse und Quantifizierung<br \/>\n       der Unterschiede zu konventionellen Kapitalanlagen<br \/>\n4.\tAbschlie\u00dfende Bewertung der Eignung nachhaltiger Kapitalanlagen f\u00fcr Stiftungen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die zentralen Ergebnisse der Studie sind in der Ver\u00f6ffentlichung Nachhaltige Kapitalanlagen f\u00fcr Stiftungen, Hrsg. H. Sch\u00e4fer und M. Schr\u00f6der, Nomos Verlag, Baden-Baden, 2009, ISBN: 978-3-8329-4250-2, dargestellt. Dieses Buch enth\u00e4lt alle Beitr\u00e4ge der Konferenz Nachhaltige Kapitalanlagen f\u00fcr Stiftungen: Aktuelle Entwicklungen, die am 11. April 2008 von der DBU, dem ZEW sowie der Universit\u00e4t Stuttgart gemeinsam veranstaltet wurde.<br \/>\nUnsere Studie zeigt, dass nachhaltige Kapitalanlagen stiftungs- und steuerrechtlich gesehen zul\u00e4ssige Anlagekategorien f\u00fcr Stiftungen darstellen, deren Einsatz dazu f\u00fchren kann, dass Stiftungen m\u00f6gliche Konflikte zwischen Stiftungszielen und der Verm\u00f6gensanlage vermeiden. In begrenztem Umfang kann sogar eine Steigerung des Zielerreichungsgrades der Stiftungsziele m\u00f6glich sein, beispielsweise durch Anlage in Mikrofinanzprodukten. Bez\u00fcglich der Auswahl nachhaltiger Kapitalanlagen ist die unterschiedliche Vorgehensweise von Ratingagenturen zu beachten. Eine Stiftung sollte am besten ihre eigenen Kriterien zur Auswahl nachhaltiger Kapitalanlagen definieren und danach die geeigneten Anlageobjekte gezielt ausw\u00e4hlen.<br \/>\nEine Stiftung kann in der Regel davon ausgehen, dass die Entscheidung f\u00fcr nachhaltige Kapitalanlagen keinen (!) Preis in Form einer geringeren, risikoadjustierten Performance zu zahlen hat.<br \/>\nF\u00fcr die Bewertung von Anlagestrategien ist es entscheidend, ob eine Stiftung die Erhaltung des nominalen oder des realen Verm\u00f6gens als Nebenbedingung der Verm\u00f6gensanlage definiert. Im Falle der Erhaltung des nominalen Verm\u00f6gens ist eine Struktur des Portfolios vorzuziehen, die geldmarktorientert ist. Bei Anlage in Anleihen und Aktien ist eine sehr geringe Aktienquote optimal. Im Falle der Ausrichtung der Nebenbedingung auf den Erhalt des realen Verm\u00f6gens ist eine hohe Aktienquote von bis zu 100% optimal auf Basis historischer Simulationen.<br \/>\nDer Einsatz von Absicherungsma\u00dfnahmen kann sich sehr vorteilhaft auf die risikoadjustierte Performance der Kapitalanlagen von Stiftungen auswirken. Eine besonders einfache Strategie besteht darin, am Anfang des Jahres den gesamten Aktienanteil des Portfolios mittels Putoptionen abzusichern, deren Laufzeit genau ein Jahr betr\u00e4gt. Am Ende des Jahres ist damit das Anfangsverm\u00f6gen abz\u00fcglich der Pr\u00e4mie der Putoption garantiert. Eine solche sehr einfache Vorgehensweise bietet die Gew\u00e4hr, einerseits vom langfristig aufw\u00e4rts gerichteten Trend von Aktien zu profitieren und andererseits das Verlustpotenzial stark einzugrenzen. Diese Absicherungsmethode ist einfach umzusetzen und f\u00fchrt zu nur geringen Portfolioumschichtungen. Andere Ma\u00dfnahme wie etwa eine Wertsicherungsstrategie oder der Einsatz der Constant Proportion Portfolio Insurance f\u00fchren hingegen zu ung\u00fcnstigeren Ergebnissen hinsichtlich der risikoadjustierten Performance.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die wesentlichen Ergebnisse der Studie wurden in der Konferenz Nachhaltige Kapitalanlagen f\u00fcr Stiftungen: Aktuelle Entwicklungen, die am 11. April 2008 von der DBU, dem ZEW sowie der Universit\u00e4t Stuttgart gemeinsam in Osnabr\u00fcck veranstaltet wurde, vorgestellt. Alle Teilnehmer haben inzwischen die oben erw\u00e4hnte Ver\u00f6ffentlichung der Konferenzbeitr\u00e4ge erhalten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nachhaltige Kapitalanlagen stellen f\u00fcr deutsche Stiftungen geeignete Anlagem\u00f6glichkeiten dar, die zu einer Vermeidung von m\u00f6glichen Konflikten zwischen Stiftungszielen und Verm\u00f6gensanlage f\u00fchren k\u00f6nnen. Da sich die risikoadjustierte Performance im Durchschnitt nicht von derjenigen konventioneller Anlagen unterscheidet, zahlt eine Stiftung keinen Preis in Form geringerer Verm\u00f6gensertr\u00e4ge. Eine gewisse Einschr\u00e4nkung ergibt sich f\u00fcr die M\u00f6glichkeit der Portfoliosicherung mittels Putoptionen, da es zumindest derzeit noch keine Putoptionen auf nachhaltige Aktienindizes gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Projektes bestand in der Analyse der Eignung nachhaltiger Kapitalanlagen f\u00fcr die Verm\u00f6gensverwaltung von deutschen Stiftungen. Aus betriebswirtschaftlicher und speziell finanzwirtschaftlicher Sicht wurde untersucht, welche positiven und negativen Konsequenzen f\u00fcr Stiftungen entstehen k\u00f6nnen, wenn sie in der Verm\u00f6gensverwaltung verst\u00e4rkt nachhaltige Kapitalanlagen ber\u00fccksichtigen. 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