{"id":24262,"date":"2023-09-24T10:32:14","date_gmt":"2023-09-24T08:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24323-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:15","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:15","slug":"24323-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24323-01\/","title":{"rendered":"Erlebnisausstellung Bodentiere-Bodenschutz als Verbindung zwischen Zoo und Museum Natur und Umwelt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bodenschutz ist in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der fachwissenschaftlichen Diskussionen gelangt. Dennoch ist es nicht gelungen, eine breite \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr dieses Thema zu interessieren und zu sensibilisieren. Hier gibt es einen gro\u00dfen Nachholbedarf gegen\u00fcber den klassischen Bereichen Wasser und Luft. Durch den Bau einer inhaltlich und gestalterisch attraktiven Ausstellung, die den Zoo Osnabr\u00fcck in Form einer H\u00f6hlenlandschaft mit dem benachbarten Naturkundemuseum verbindet, sollte der Gro\u00dfteil der ca. 750.000 j\u00e4hrlichen Zoobesucher in erlebnisorientierter Form an das Thema Boden und die bestehende Dauerausstellung unter.Welten des Museums herangef\u00fchrt werden. Weitere Ziele: Erlebnisorientierte Darstellung des Themas Boden durch eine informativ, medial und phantasievoll gestaltete Ausstellung im Verbindungstunnel zwischen Zoo und Museum, Aufhebung von r\u00e4umlichen Institutionengrenzen und Nutzung von Synergieeffekten, Erzielung eines weiteren Attraktivit\u00e4tsschubes f\u00fcr den Zoo durch neuartige Pr\u00e4sentationsformen und Vermittlungsmethoden, Erzielung eines h\u00f6heren Ma\u00dfes an Witterungsunabh\u00e4ngigkeit f\u00fcr die Zoobesucher durch die Verbindung mit dem Museum.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNoch vor Start des eigentlichen Projekts wurde wegen vieler offener Fragen eine Machbarkeitsstudie, gef\u00f6rdert von der DBU, durchgef\u00fchrt. Hieraus ergaben sich viele n\u00fctzliche und wichtige Vorabinformationen. Nach den eingegangenen Bewilligungsbescheiden des Hauptf\u00f6rderers DBU sowie der Komplement\u00e4rf\u00f6rderer Allianz Umweltstiftung und Nieders\u00e4chsische Lottostiftung konnte im April 2006 mit dem Projekt begonnen werden. Der Bau des Unterirdischen Zoos sollte dabei im Rahmen eines Projektmanagements mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Zoo, Museum und Stadt sowie der Ausstellungsmacherin Monika Weyer realisiert werden. Im ersten Schritt wurde ein Rohbau \u00e4hnlich einer Tiefgarage angelegt, der anschlie\u00dfend einem Stollenlabyrinth gleich verkleidet wurde. Die Gestaltung war besonders wichtig, da der Besucher das Gef\u00fchl haben sollte, unter der Erde zu sein, um ihn so f\u00fcr die dort lebende Tierwelt zu begeistern. Zeitgleich starteten die Tierbeschaffung sowie die \u00dcberlegungen zur Tierhaltung. Auch hier sollte durch einsehbare G\u00e4nge und H\u00f6hlen das Gef\u00fchl, zu Besuch bei den Tieren zu sein, verst\u00e4rkt werden. F\u00fcr das Informationssystem wurden Texte f\u00fcr Tafeln, H\u00f6rstationen und Computerterminals mit Touch-Screens erstellt. Abschlie\u00dfend wurde die sogenannte Maulwurfsh\u00f6hle konzipiert, ein von Ausstellungselementen dominierter Raum ohne Tierbesatz. Der Maulwurf sollte sp\u00e4ter einziehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der H\u00f6hlenlandschaft des Unterirdischen Zoos werden seit der Er\u00f6ffnung im M\u00e4rz 2009 verschiedene heimische und exotische Tierarten (Bodenbewohner) naturnah in ihren Gangsystemen, H\u00f6hlen und Nestern pr\u00e4sentiert. Mit multimedialen Inszenierungen und Ausstellungselementen wird der Besucher \u00fcber das Leben unter Tage informiert und gleichzeitig wird \u00fcber den Unterirdischen Zoo eine ideale \u00dcberleitung vom Zoo in das Museum und umgekehrt hergestellt. Die bauliche und inhaltliche Verbindung zwischen einem Zoo und einem Naturkundemuseum ist in Deutschland &#8211; im Gegensatz zu anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern &#8211; dabei ein Novum. Auch die Besucher waren begeistert (s.u.). Der Zoo Osnabr\u00fcck erlebte einen riesigen Besucheransturm. Dieser zeigte jedoch auch,  wo erste Anpassungen n\u00f6tig waren: Um den Besucherfluss auch an stark frequentierten Tagen zu optimieren, wurde beispielsweise vor dem unterirdischen Zoo ein Parkplatz f\u00fcr Buggys und Bollerwagen eingerichtet. Spezielle Servicekr\u00e4fte f\u00fcr den Unterirdischen Zoo, die prim\u00e4r die Besuchsberechtigung des oberirdischen Zoos pr\u00fcfen sollten (Museumsg\u00e4ste d\u00fcrfen mit ihrem Ticket den unterirdischen, aber nicht den oberirdischen Teil des Zoos besuchen), wurden instruiert, die Besucher auf das Lichtklima und die notwendige, ca. 30sek\u00fcndige Adaptionsphase aufmerksam zu machen. Um die Adaptionsphase im Eingangsbereich des unterirdischen Zoos zu verk\u00fcrzen, wurden weitere Grubenlampen zur Optimierung des Lichtklimas in diesem Bereich installiert. Zudem konnte schnell erkannt werden, dass die in Erdh\u00f6hlen integrierten H\u00f6rstationen f\u00fcr Kinder nicht genutzt wurden, da sie nicht hinreichend ausgeleuchtet waren. Hier konnte durch eine dezente Beleuchtung schnell eine bessere Akzeptanz erzielt werden. Zudem entschloss man sich dazu, bei sehr starkem Besuch den Unterirdischen Zoo zeitweise zu schlie\u00dfen, um den Besuchern auch an Spitzentagen trotzdem einen Wohlf\u00fchleffekt beim Besuch zu vermitteln. Die Servicekr\u00e4fte steuern diesen Prozess mit dem Hinweis, dass dadurch f\u00fcr alle Besucher bessere Tiererlebnisse bei besserer Luftqualit\u00e4t garantiert werden. Um die Meinungen der Besucher herauszufinden sowie um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die gesteckten Ziele erreicht wurden, wurde im Sp\u00e4tsommer eine Evaluation durchgef\u00fchrt. Insgesamt bewerteten 85% der Besucher den Unterirdischen Zoo mit der Schulnote 1 oder 2; 94% der Befragten fanden ihn au\u00dfergew\u00f6hnlich, 93% sagten, es mache Spa\u00df, die Tiere zu entdecken und finden den Unterirdischen Zoo informativ. Als H\u00f6hepunkt werden die pr\u00e4sentierten Tiere (62%), die Gestaltung (21%) und die Vermittlung (20%) genannt. Allerdings gab es von 41% der Befragten auch Kritik wie schlechte Orientierung (34%), Enge, Andrang und Luftqualit\u00e4t (32%) und das ged\u00e4mpfte Licht (25%). In der ruhigen Winterzeit werden die Ergebnisse nun weiter diskutiert und m\u00f6gliche Verbesserungen angegangen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am 26. M\u00e4rz 2009 wurde der Unterirdische Zoo im Beisein von \u00fcber 300 geladenen G\u00e4sten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung er\u00f6ffnet. Aufgrund gezielter Pressearbeit vorab (Making-of-Stories) sowie aufgrund der einmaligen Idee, war das mediale Interesse riesengro\u00df. Die Er\u00f6ffnung wurde von \u00fcber 30 Journalisten von insgesamt 21 Medien besucht. Regionale wie auch \u00fcberregionale Zeitungen berichteten, darunter Welt, Bild (Region M\u00fcnster), Hamburger Abendblatt, Berliner Morgenpost, TAZ, Th\u00fcringer Allgemeine, Weser-Kurier oder Hannoversche Allgemeine. Ein besonderes Highlight war die Kinderzeitung der Neuen Osnabr\u00fccker Zeitung, die die neuen unterirdischen Stars von Osnabr\u00fcck vorstellte. Auch zahlreiche Fernsehsender, H\u00f6rfunkjournalisten und Presseagenturen berichteten. Selbst im Londoner Guardian und in der New York Times fand die neue Osnabr\u00fccker Attraktion, der Underground Zoo redaktionelle Ber\u00fccksichtigung. Ein nachtr\u00e4gliches Highlight war die Ver\u00f6ffentlichung im AIR-Berlin Magazin, das in allen Air-Berlin Fl\u00fcgen an jedem Sitz ausliegt. Noch heute treffen regelm\u00e4\u00dfig Presseanfragen ein, um \u00fcber den Unterirdischen Zoo und seine besondere Tierwelt zu berichten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit 750.000 Besuchern geh\u00f6rte der Zoo bereits vor Er\u00f6ffnung des Unterirdischen Zoos zu den meist frequentierten Freizeiteinrichtungen der Region. Doch nicht zuletzt aufgrund des gro\u00dfen Medieninteresses, aber auch aufgrund einer intensiven, \u00fcberregionalen Werbekampagne, erfuhr der Osnabr\u00fccker Zoo 2009 ein bis dahin noch nicht gekanntes Publikumsinteresse. Unmittelbar nach Er\u00f6ffnung des Unterirdischen Zoos schnellten die Besuchszahlen in bislang unbekannte H\u00f6hen. Im April und Juni konnten die Spitzenwerte aus den jeweils besucherst\u00e4rksten Jahren um knapp 40 Prozent gesteigert werden. Insgesamt konnte im Jahr 2009 mit \u00fcber 850.000 Besuchern ein eindrucksvoller neuer Besuchsrekord verzeichnet werden. Ohne die Unterst\u00fctzung der DBU sowie der Komplement\u00e4rf\u00f6rderer Allianz Umweltstiftung und Nieders\u00e4chsische Lottostiftung w\u00e4re die Realisierung des Unterirdischen Zoos nicht m\u00f6glich gewesen. Die beeindruckende Presse- und Besucherresonanz nach der Er\u00f6ffnung und die positiven Ergebnisse der summativen Evaluation zeigen deutlich, dass nicht nur die Ziele der Projektpartner, des Zoos Osnabr\u00fcck und des Naturkundemuseum, sondern auch die Ziele der F\u00f6rderer erreicht werden konnten. Trotzdem wird das Projektteam, das die Idee des Unterirdischen Zoos so \u00fcberzeugend umgesetzt hat, die Ausstellung im Rahmen eines dauerhaften Optimierungsprozesses weiter entwickeln. Das ist man sowohl den F\u00f6rderern, als auch den Besuchern gegen\u00fcber schuldig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bodenschutz ist in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der fachwissenschaftlichen Diskussionen gelangt. Dennoch ist es nicht gelungen, eine breite \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr dieses Thema zu interessieren und zu sensibilisieren. Hier gibt es einen gro\u00dfen Nachholbedarf gegen\u00fcber den klassischen Bereichen Wasser und Luft. 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