{"id":24244,"date":"2023-07-13T15:24:49","date_gmt":"2023-07-13T13:24:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23656-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:50","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:50","slug":"23656-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23656-01\/","title":{"rendered":"Energieverbrauchskennwerte f\u00fcr Geb\u00e4ude in der Bundesrepublik Deutschland &#8211; Fortschreibung 2005"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Energieverbrauchskennwerte stellen ein wichtiges Hilfsmittel dort dar, wo bei der Bewirtschaftung gr\u00f6\u00dferer Geb\u00e4udebest\u00e4nde eine rationelle Energieverwendung, Kostensenkungen und eine Verringerung der Umweltbelastung erreicht werden sollen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind auch von Interesse bei der Umsetzung der Richtlinie 2002\/91\/EG zur Gesamteffizienz von Geb\u00e4uden. Im Rahmen dieser Arbeit sollen auf der Grundlage einer breiten empirischen Datenbasis aktuelle Energieverbrauchskennwerte von Geb\u00e4uden nach der Methode der VDI-Richtlinie 3807 Blatt 1 ermittelt werden. Zudem soll &#8211; \u00fcber die Aufnahme von Strukturmerkmalen &#8211; eine genauere Analyse von Verbrauchskennwerten dort erfolgen, wo innerhalb einer Geb\u00e4udeart Ausstattung und Nutzung sehr unterschiedlich sein k\u00f6nnen. F\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland fehlen immer noch f\u00fcr viele Geb\u00e4udearten und Anwendungen belastbare Daten \u00fcber Energieverbrauchskennwerte. F\u00fcr die Praxis ist die Kenntnis empirisch gewonnener Kennwerte von gro\u00dfer Bedeutung, um die eigenen Geb\u00e4udebest\u00e4nde in ihrem energetischen Verhalten<br \/>\nbeurteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcber den Rahmen der Projekte 1996 und 1999 hinausgehend ist eine Ausweitung der Untersuchung auf bislang nicht ber\u00fccksichtigte Verbraucher (z. B. Stra\u00dfenbeleuchtung, Kl\u00e4ranlagen, Hotels) vorgesehen. Zudem soll &#8211; \u00fcber die Aufnahme von Strukturmerkmalen &#8211; eine genauere Analyse von Verbrauchskennwerten dort erfolgen, wo innerhalb einer Geb\u00e4udeart Ausstattung und Nutzung sehr unterschiedlich sein k\u00f6nnen: Bei Verwaltungsgeb\u00e4uden z. B. sind die Stromverbrauchskennwerte in starkem Ma\u00dfe vom Um-fang der Ausstattung abh\u00e4ngig (klimatisierte Fl\u00e4che, Art der Klimatisierung, Zahl der EDV-Arbeitpl\u00e4tze, zentrale EDV, Kochk\u00fcche\/Aufw\u00e4rmk\u00fcche mit Gas\/Strom). Bewertungen \u00fcber Kennwerte sind hier teilweise nur bei genauerer Kenntnis der Ausstattung m\u00f6glich. Bei der Bewertung von Heizenergieverbrauchskennwerten sind ggf. die Verbr\u00e4uche f\u00fcr Prozessw\u00e4rme, Warmwasserbereitung und K\u00fchlzwecke durch geeignete Messungen oder Rechenverfahren zu isolieren. Ebenfalls ist der Einfluss besonderer Techniken der W\u00e4rmebereitstellung (W\u00e4rmepumpen, BHKW) zu ber\u00fccksichtigen. F\u00fcr die Bewertung von Was-serverbrauchskennwerten sind z. B. Au\u00dfenzapfstellen sowie Umfang von Regenwassernutzung und Brunnenwassereinsatz zu ber\u00fccksichtigen. Neu ist auch die vorgesehene mediale Aufbereitung der Daten in einer Weise, die Interessenten z. B. \u00fcber das Internet einen Zugriff auf die anonymisierte Datenbasis erm\u00f6glicht, um individuelle Fragestellungen entwickeln und l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Erweitert werden soll auch die Auswertung f\u00fcr die erhobenen Basisdaten. Hier sollen zus\u00e4tzliche statistische Verfahren zur Anwendung kommen, die z.B. \u00fcber die Bildung von Verteilungsfunktionen f\u00fcr linksschiefe Verteilungen eine weitergehende Interpretation der Daten erlauben, bzw. bei entsprechender Datenlage die Identifikation von Kenngr\u00f6\u00dfen (z. B. Modalwerte) \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glichen. Diese Verfahren sollen als Freeware Interessenten zur Verf\u00fcgung gestellt werden, die diese Verfahren z. B. auf eigene Liegenschaftsbe-st\u00e4nde anwenden wollen. Vorgesehen sind eine Datenaktualisierung, Erweiterung der Datenbasis auf 30.000 Objekte, verbesserte Datenbasis f\u00fcr Geb\u00e4udearten mit Kennwerten aus den Berichten 1996\/1999, neue Kennwerte f\u00fcr weitere Geb\u00e4udearten laut Bauwerkszuordnungskatalog, neue Kennwerte f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Sektor (z. B. Stra\u00dfenbeleuchtung, Kl\u00e4ranlagen), neue Kennwerte auch f\u00fcr Geb\u00e4udearten au\u00dferhalb des \u00f6ffentlichen Sektors (Hotels, Banken&#8230;), Teil-\/Bereichskennwerte mit Strukturdaten, Datenaufbereitung f\u00fcr den Zugriff auf die anonymisierte Datenbasis \u00fcber das Internet, Bereitstellung einer Abfragemaske, die den Interessenten den gezielten selektiven Zugriff auf die anonymisierte Datenbasis \u00fcber das Internet erm\u00f6glicht, neue statistische Verfahren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit einem Datenbestand von 166.618 Verbrauchsdaten von 144.970 Liegenschaften konnte das Ziel der Kennwerteuntersuchung, die Datenbasis zu erweitern, mehr als erreicht werden. F\u00fcr Nicht-Wohngeb\u00e4ude k\u00f6nnen Daten aus 175 Quellen mit insgesamt ca. 45.500 Verbrauchswerten der Medien W\u00e4rme, Strom und Wasser verwendet werden. Die Zahl der zur Verf\u00fcgung gestellten Datens\u00e4tze f\u00fcr Nicht-Wohngeb\u00e4ude hat sich damit im Vergleich zu 1999 verdoppelt. Mit der verbesserten Datenbasis konnten Kennwerte f\u00fcr weitere Geb\u00e4udearten laut Bauwerkszuordnungskatalog ermittelt werden. F\u00fcr Kennwerte von Geb\u00e4udearten au\u00dferhalb des \u00f6ffentlichen Sektors (Hotels und Gastst\u00e4tten, Wohnheime, Krankenh\u00e4user, B\u00e4der und Verkaufsst\u00e4tten) konnten in Zusammenarbeit mit Verb\u00e4nden und Fachorganisationen Datenerhebungen gestartet und teilweise auch schon ausgewertet werden. Daten f\u00fcr die Bildung von Teilkennwerten stehen aufgrund einer fehlenden Messinfrastruktur nur in sehr begrenztem Umfang zur Verf\u00fcgung. Hier musste auf  Daten aus abgeschlossenen und laufenden Forschungsprojekten und Ener-giekonzepten zur\u00fcckgegriffen werden. F\u00fcr die statistische Auswertung der Daten wurde wegen der bes-seren Anschaulichkeit und Transparenz mit klassifizierten H\u00e4ufigkeitsverteilungen der Verbrauchskennwerte gearbeitet. Das bislang verwendete Verfahren mit festen Klassenzahlen wurde um eine dynami-sche Komponente erweitert, bei dem die Modalwerte \u00fcber eine Variation der Klassenzahl ermittelt wur-den. Klassische statische Kenngr\u00f6\u00dfen wie arithmetischer Mittelwert, Median, Standardabweichung und unterer Quartalsmittelwert wurden ebenfalls ermittelt und dokumentiert. Als relevanter mittlerer Vergleichskennwert wurde der arithmetische Mittelwert nicht verwendet, weil dieser u.a. wegen der Ausrei\u00dfer zu \u00fcberh\u00f6hten Vergleichskennwerten f\u00fchrt. Parallel zur Datensammlung und -aufbereitung wurde ein Internetportal aufgebaut, um die Ergebnisse der Untersuchung Dritten zug\u00e4nglich zu machen (www.kennwerte-online.de). Dort k\u00f6nnen die H\u00e4ufigkeitsverteilungen und statistischen Kenngr\u00f6\u00dfen die-ser Untersuchung nach Geb\u00e4udearten differenziert aufgerufen und zu einem eigenen eingegebenen Liegenschaftsdatensatz in Bezug gesetzt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Untersuchung wird als Bericht ver\u00f6ffentlicht, der als Druckexemplar und als PDF Datei bei ages bestellt werden kann. Zus\u00e4tzlich sind die statistischen Kenndaten und H\u00e4ufigkeitsverteilungen als EXCEL Datei verf\u00fcgbar, die als Expertensystem den Nutzern individuelle Benchmarks erm\u00f6glicht. Zudem sind die Daten \u00fcber das ages-Benchmarkportal im Internet zug\u00e4nglich. Die Ergebnisse der Untersuchung werden zudem \u00fcber einen Presseverteiler, Fachartikel und Fachvortr\u00e4ge bekannt gemacht. Eine direkt Umsetzung ist f\u00fcr die VDI Richtlinie 3807 Blatt 2 vorgesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Steigende Energiepreise, politische Vorgaben und eine erh\u00f6hte Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber der Klimawirksamkeit von Energieums\u00e4tzen haben das Thema Energie in den beiden letzen Jahren wieder deutlich aufgewertet. Analysieren und Erschlie\u00dfen von Effizienzpotentialen wird nicht nur zunehmend zur Pflichtaufgabe, sondern auch zu einem attraktiven Gesch\u00e4ftsfeld. In diesem Umfeld besteht ein gro\u00dfes Interesse an einfachen Analyseverfahren und Daten f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Benchmarks. Ein ansonsten dem Ingenieur vorbehaltenes Thema wird gerade \u00fcber Kennzahlen auch anderen Fachdisziplinen f\u00fcr Bewertungen zug\u00e4nglich. Das ist gut, weil so Entscheidungstr\u00e4ger z. B. aus dem kaufm\u00e4nnischen Bereich leichter in den Umsetzungsprozess eingebunden werden k\u00f6nnen. Weiterhin fehlen empirische Daten f\u00fcr einfache Teilkennwerteverfahren. Die verf\u00fcgbaren Teilkennwerte elektrischer Energie sind mehrheitlich hochgerechnete Werte. Die n\u00e4her betrachteten Teilkennwerteverfahren sind f\u00fcr Grobanalysen zu komplex. Hier ist sicherlich noch Entwicklungsbedarf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Energieverbrauchskennwerte stellen ein wichtiges Hilfsmittel dort dar, wo bei der Bewirtschaftung gr\u00f6\u00dferer Geb\u00e4udebest\u00e4nde eine rationelle Energieverwendung, Kostensenkungen und eine Verringerung der Umweltbelastung erreicht werden sollen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind auch von Interesse bei der Umsetzung der Richtlinie 2002\/91\/EG zur Gesamteffizienz von Geb\u00e4uden. 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