{"id":24243,"date":"2023-07-13T15:25:20","date_gmt":"2023-07-13T13:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24262-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:20","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:20","slug":"24262-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24262-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltiges Wirtschaften erfahren an Grundschulen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Vergleichende Studien aus den Bereichen P\u00e4dagogik und Entrepreneurship belegen immer wieder, dass deutsche Schulen im europ\u00e4ischen Vergleich zu wenig f\u00fcr den Erwerb von ersten wirtschaftlichen Kenntnissen und Erfahrungen im Primarbereich leisten. Au\u00dferdem gibt es auch noch ein starkes Defizit im Bereich der Bildung f\u00fcr Nachhaltigkeit (BNE) im Primarbereich. In Anlehnung an das neue Kerncurriculum Sachkunde an nieders\u00e4chsischen Grundschulen sollen Wege aufgezeigt werden, dieses Defizit zu beseitigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenSechs nieders\u00e4chsische Grundschulen werden gemeinsam mit dem Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen und den Universit\u00e4ten Hannover und Hildesheim in Kooperation mit Regionalen Umweltbildungszentren und Partnerunternehmen vor Ort Modellprojekte zum Projektthema auf Grundlage der Kerncurricula Sachkunde entwickeln. Zun\u00e4chst wird es darum gehen, in einem ersten Modul im Rahmen des Sachunterrichtes in der Schule den Kindern Grundlagen zum Thema Nachhaltigkeit unter Anwendung moderner Methoden zu vermitteln. Dann werden gemeinsam mit dem jeweiligen RUZ vor Ort handlungsorientiert Erkundungen zu nach dem Curriculum m\u00f6glichen Themen wie. z.B. Wald, Streuobstwiese oder regionale Landwirtschaft durchgef\u00fchrt. Dabei wird das Spannungsfeld der Nachhaltigkeit zwischen \u00d6konomie, \u00d6kologie und Soziales anschaulich verdeutlicht. Anschlie\u00dfend werden im Unterricht anhand zu erarbeitender Materialien z.B. f\u00fcr das Stationenlernen die Erkenntnisse der Exkursionen vertieft und gesichert. Nach der Erarbeitung der jeweiligen Themen werden zu diesen Themen Produktideen entwickelt, ein Konzept f\u00fcr Sch\u00fclerl\u00e4den an Grundschulen entwickelt und entsprechende L\u00e4den dauerhaft eingerichtet und m\u00f6glichst in Kooperation mit Lehrern, Eltern, Gro\u00dfeltern und Partnerunternehmen betrieben. Die Sch\u00fclerl\u00e4den sollen dabei eine kindgerechte, einfache betriebswirtschaftliche Struktur erhalten und angemessenes wirtschaftliches Handeln erm\u00f6glichen. Methodisch steht das handlungsorientierte, selbstst\u00e4ndige, situierte Lernen und Lehren im Mittelpunkt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Herangehensweise an die Vermittlung von BNE wurde unterschiedlich gew\u00e4hlt. Griffen einige Schulen die motivationsf\u00f6rdernde Wirkung des Verkaufens auf, um die anfallenden Probleme in ihrem Themenbereich zu bearbeiten, so w\u00e4hlten andere Schulen den Weg \u00fcber die Fachkenntnisse und Zusammenh\u00e4nge der Biotope, um die Ergebnisse anschlie\u00dfend in ihrer Produktauswahl und Produktionsweise zu ber\u00fccksichtigen. Die einzelnen Teilaspekte der Nachhaltigkeit wurden den Kindern deutlich gemacht und konnten von ihnen in ihrem Themengebiet gut nachvollzogen werden. Probleme ergaben sich beim vernetzten Denken und der Transferleistung in themenfremde Gebiete.<br \/>\nDie Projektschulen haben ihren Sch\u00fclerladen regelm\u00e4\u00dfig betrieben, wobei die Verkaufsaktivit\u00e4ten zwischen 14t\u00e4gig und drei bis viermal im Jahr schwankten. Es hat sich herausgestellt, dass besonders die Produktion zu zeitaufw\u00e4ndig ist, um sie nur w\u00e4hrend des Sachunterrichts durchzuf\u00fchren. So wird der Sch\u00fclerladen inzwischen an allen Schulen in einer AG betrieben. Die unterrichtliche Verkn\u00fcpfung mit dem Sachunterricht ist noch bei vier Schulen gegeben. Alle Projektschulen werden auch \u00fcber das Projektende hinaus den Sch\u00fclerladen betreiben. Vier der Schulen haben die Methode Sch\u00fclerladen bzw. BNE inzwischen in ihr Schulprofil bzw. Schulprogramm aufgenommen. Als einzige Ausnahme f\u00e4llt die GS Hoheellern auf, die den Sch\u00fclerladen in der bisherigen Form nicht fortf\u00fchren wird, da die betreuende Lehrkraft zu wenig Unterst\u00fctzung im eigenen Haus erf\u00e4hrt. Sie wird einzelne Aspekte im Sachunterricht ihrer Klasse behandeln und einen unregelm\u00e4\u00dfigen Verkauf mit ihren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern organisieren.<br \/>\nDie Veranstaltungen der RUZen fanden besonders bei den Kindern als au\u00dferschulischer, handlungsorientierter Lernstandort gro\u00dfen Zuspruch.<br \/>\nAus den Erfahrungen des Projektes l\u00e4sst sich ein tragf\u00e4higes Konzept ableiten, was idealtypisch eine Verbindung der Behandlung von BNE im Sachunterricht und einer ausgelagerten (in eine AG oder an externe Gruppen) Produktion und die Einrichtung eines Sch\u00fclerladens beinhaltet. Doch auch die alleinige Behandlung in einer Arbeitsgemeinschaft kann funktionieren, wenn man prim\u00e4r die Vermittlung von Gestaltungskompetenzen als Ziel vor Augen hat und eine langsame Entwicklung des Sch\u00fclerladens akzeptieren kann.<br \/>\nVon der Universit\u00e4t Hildesheim sind umfangreiche Materialien (ca. 190 Seiten) f\u00fcr den Einstieg projektrelevanter Themen im Sachunterricht entwickelt worden, die zusammen mit dem Handbuch im Peter Lang Verlag auf einer beigef\u00fcgten CD ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber die Aktivit\u00e4ten der einzelnen Schulen wurde die jeweilige Regionalpresse informiert. Die Projektleitung bem\u00fchte sich, \u00fcberregionale Medien f\u00fcr das Thema zu interessieren. Die erarbeiteten Projektmaterialien wurden im Rahmen von Fortbildungen allen nieders\u00e4chsischen RUZen erl\u00e4utert und zur Verf\u00fcgung gestellt und die MitarbeiterInnen der RUZe wurden angehalten, entsprechende Projekte in ihren Einrichtungen anzubieten. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren f\u00fcr nachhaltige Sch\u00fclerfirmen in Niedersachsen wurden laufend in die sich entwickelnde Konzeption eingewiesen. Die Universit\u00e4ten Hannover und Hildesheim haben im Rahmen ihrer Seminare das Thema aufgearbeitet und in die studentische Ausbildung einbezogen. Zum Projekt wurde ein Handbuch erstellt, das dauerhaft allen Interessierten auch nach Projektende zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass eine nachhaltige \u00f6konomische Grundbildung an Grundschulen m\u00f6glich ist, jedoch die Einrichtung und der Betrieb eines nachhaltig betriebenen Sch\u00fclerladens nicht allein w\u00e4hrend des Sachunterrichts stattfinden kann und auf Unterst\u00fctzung sowohl durch die Schule als auch au\u00dferschulischer Partner angewiesen ist. So muss zumindest die Produktion zu anderen Zeiten stattfinden (z.B. w\u00e4hrend Arbeitsgemeinschaftsstunden, in denen auch jahrgangs\u00fcbergreifend gearbeitet werden kann).<br \/>\nAuch gro\u00dfe Schulen in einem schwierigeren sozialen Umfeld k\u00f6nnen das entwickelte Konzept umsetzen, da der handlungsorientierte Ansatz allen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die M\u00f6glichkeit gibt, ihre St\u00e4rken einzubringen und von einander zu lernen.<br \/>\nEine Ausweitung auf ganz Niedersachsen wird abh\u00e4ngig sein von m\u00f6glichen, zu schaffenden Unterst\u00fctzungsstrukturen durch das MK. Die Projektleitung wird sich um entsprechende Unterst\u00fctzung durch das MK Niedersachsen bem\u00fchen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Vergleichende Studien aus den Bereichen P\u00e4dagogik und Entrepreneurship belegen immer wieder, dass deutsche Schulen im europ\u00e4ischen Vergleich zu wenig f\u00fcr den Erwerb von ersten wirtschaftlichen Kenntnissen und Erfahrungen im Primarbereich leisten. Au\u00dferdem gibt es auch noch ein starkes Defizit im Bereich der Bildung f\u00fcr Nachhaltigkeit (BNE) im Primarbereich. 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