{"id":24236,"date":"2023-07-13T15:25:17","date_gmt":"2023-07-13T13:25:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24233-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:19","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:19","slug":"24233-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24233-01\/","title":{"rendered":"Umweltbildung im Spannungsfeld von Kunst und Natur: Skulpturenlandschaft Osnabr\u00fcck 2007"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Kunstprojekt Skulpturenlandschaft 2007\/2008 pr\u00e4sentierte orts- und themenspezifische Kunstwerke im Naturraum und wurde durch ein innovatives Vermittlungsprogramm begleitet. Kunst bildet und sensibilisiert. Sie f\u00fchrt \u00fcber einen emotionalen und sinnlichen Zugang zu ver\u00e4nderter Wahrnehmung und regt zum Denken an. Das Vermittlungsprogramm der Skulpturenlandschaft schlug eine Br\u00fccke zum Publikum; anders als bei kognitiven Diskursformen luden Artefakte im Naturraum mit ihren sinnlich wahrnehmbaren Bez\u00fcgen zur Umwelt zur aktiven, prozesshaften Auseinandersetzung ein.<br \/>\nZielgruppen waren Kinder und Jugendliche, Erwachsene mit unterschiedlichen Freizeit- und Bildungsinteressen, Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Die Betrachtung der Kunstwerke bildeten den Ausgangspunkt f\u00fcr eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Fragestellungen: <\/p>\n<p>\tNatur\/Umwelt (Ideal\/Sch\u00f6nheit der Natur, Klimawandel, Jahreszeiten\/ Kreislauf, Tektonik,<br \/>\n       Evolution und Genmanipulation\/Z\u00fcchtung etc.)<br \/>\n\tGesellschaft\/Soziales (Leben und Ver\u00e4nderung, Sicherheit, Paradies, Werbung, Kollektiv\/<br \/>\n       Individualit\u00e4t\/ Beziehungen zueinander und zur Natur, Intervention\/ Realit\u00e4t und Fiktion,<br \/>\n       Sinnessch\u00e4rfung etc.)<br \/>\n\tKunst (Kunst im \u00f6ffentlichen Raum, Skulptur, Plastik, Konzeptkunst, Pop-Art, Landart, Natur in<br \/>\n       der Kunst etc.)<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Bildungsprogramm umfasste F\u00fchrungen und Workshops, Vortr\u00e4ge und Diskussionsveranstaltungen unter der Leitung teilnehmender K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler sowie erfahrener Vermittler aus der Kunst- und Umweltp\u00e4dagogik. Methodisch orientierten sich alle \u00dcbungen an den ausgestellten Kunstwerken: In ausgedehnten Rundg\u00e4ngen wurden die ortspezifischen Arbeiten eingehend betrachtet und diskutiert, um f\u00fcr Natur- und Umweltwahrnehmung, wie sie den k\u00fcnstlerischen Arbeiten zugrunde liegen, zu sensibilisieren. <\/p>\n<p>Zielgruppenorientierte Angebote: F\u00fcr Schulen mussten Themen und Vermittlungsformen unterrichtsbegleitend und den jeweiligen Curricula angepasst gestaltet werden. Um au\u00dferschulische Angebote f\u00fcr Kinder und Jugendliche attraktiv zu machen, mussten besondere, altersspezifische Anreize geschaffen werden. Angebote f\u00fcr Erwachsenengruppen mussten so gestaltet werden, dass sie sowohl einem Bildungswert als auch Freizeitverhalten entsprechen konnten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Erfolg der Skulpturenlandschaft in Kennziffern, Zahlen und R\u00fcckmeldungen<\/p>\n<p>Insgesamt haben ca. 4.500 Besucher aktiv, d.h. die Kunstwerke wahrnehmend, an Aktionen des Kunstprojektes teilgenommen. Die Zahl beruht auf Sch\u00e4tzungen der Besucherzahlen am Hof M\u00fcnsterjohann, dem zentralen Informationsstandort in der N\u00e4he des Rubbenbruchsees.<\/p>\n<p>\t25.000 Besucher haben die Skulpturenlandschaft am Westerberg bis zum Rubbenbruchsee<br \/>\n       angesehen. (Sch\u00e4tzwert, der sich aus der Anzahl der in Umlauf befindlichen Flyer (20.000 Ex) und<br \/>\n       einem im Tourismus- und Eventbereich g\u00e4ngigen Multiplikator von 3 Lesern\/Nutzern je Flyer<br \/>\n       und einer vorsichtigen von 1,5 Lesern ergibt. Sch\u00e4tzungen der Heger Laischaft \u00fcber die<br \/>\n       Besucher von Heger Holz bzw. Rubbenbruchsee liegen bei jeweils 6.000 an sch\u00f6nen<br \/>\n       Wochenenden.<br \/>\n\tSch\u00e4tzungsweise 4500 Besucher haben Hof M\u00fcnsterjohann mit seinen drei Kunstwerken sowie<br \/>\n       das Hofcafe zu den \u00d6ffnungszeiten an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag aufgesucht.<br \/>\n       Neben einem kulturinteressierten Publikum haben sich au\u00dferdem Spazierg\u00e4nger und<br \/>\n       besonders junge Familien eingefunden. Als gemeinsames Erlebnis der Ann\u00e4herung und<br \/>\n       Auseinandersetzung mit Kunst und Natur und einer Prise Abenteuer gab es unter den Kindern<br \/>\n       sowohl diejenigen, die mit Spa\u00df und Neugier teilgenommen haben, aber auch diejenigen, die<br \/>\n       erst durch h\u00e4ufigeres Damit-in-Ber\u00fchrung-kommen einen Zugang zu den Kunstwerken<br \/>\n       gefunden haben. H\u00e4ufig wurden diese Besuche als Anlass genommen, sich mit dem Folder<br \/>\n       auszustatten und alleine oder in Gruppen auf Entdeckertour durch die Skulpturenlandschaft zu<br \/>\n       gehen. Bemerkenswert viele j\u00fcngere Leute haben in kleinen Gruppen den Kunstparcours<br \/>\n       aufgesucht.<br \/>\n\tEs gab zahlreiche positive R\u00fcckmeldungen von Kulturtouristen in 2007, die sich sowohl die<br \/>\n       Documenta in Kassel, die Skulpturprojekte in M\u00fcnster, als auch die Skulpturenlandschaft in<br \/>\n       Osnabr\u00fcck angesehen haben.<br \/>\n\tAn den Wochenenden im Herbst wurden h\u00e4ufig Kennzeichen aus dem Ruhrgebiet, dem<br \/>\n       Norddeutschen Raum und den Niederlanden registriert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Fazit <\/p>\n<p>Das Projekt hat alle Bev\u00f6lkerungsschichten erreicht; hervorzuheben sind die Zielgruppe der 14-25 J\u00e4hrigen, der Perfect Agers (Menschen ab 50 J.) sowie der Mitb\u00fcrger aus anderen Kulturkreisen. An den unterschiedlichen Angeboten im Rahmenprogramm haben sowohl Kulturinteressierte als auch Naturverbundene, Freizeit- und Erholung suchende teilgenommen. <\/p>\n<p>Allgemein zeigte sich, dass es keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste gegen\u00fcber Gegenwartskunst gibt, im Gegenteil, es wurde als angenehm empfunden, n\u00e4her herantreten und ber\u00fchren zu k\u00f6nnen, auszuprobieren oder mitzugestalten. Allein die Aktivierung des Publikums zeigt den Kommunikationserfolg der Kunstwerke, der Skulpturenlandschaft und damit der Umweltbildung durch die thematische Ausrichtung.<\/p>\n<p>Es war zu beobachten, dass die Auseinandersetzung mit Umwelt- und Naturthemen im Rahmen des Vermittlungsprogramms \u00fcber den k\u00fcnstlerisch-\u00e4sthetischen Zugang gut angenommen wurde. Die Kunstwerke wurden als Intervention wahrgenommen, denn sie provozierten die Wahrnehmung von \u00e4sthetischen und politischen Konnotationen. Durch die niedrig schwellige Platzierung der Kunst im Naturraum wurden Barrieren schnell abgebaut. Die Menschen reagierten auf die Werke spontan und wurden vielfach aktiv, indem sie sie ber\u00fchrten und verschiedene Blickwinkel einnahmen.<\/p>\n<p>Kritisch ist zu bemerken, dass die Vermittlung des Kunstprojektes vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsdebatte die Kunstwerke zeitweilig instrumentalisiert erscheinen lie\u00df. Dies galt insbesondere, als die Vermittlungsarbeit in den Vordergrund ger\u00fcckt wurde. Insofern ist die Skulpturenlandschaft zeitweise auf dem schmalen Grat zwischen k\u00fcnstlerischer Integrit\u00e4t und Umweltbildungsanspruch gewandert.<\/p>\n<p>Die Skulpturenlandschaft wurde von freien K\u00fcnstlern initiiert und durchgef\u00fchrt. Sie hat von jeher den Anspruch vertreten, den k\u00fcnstlerischen Diskurs in den Mittelpunkt zu stellen, um von dort aus Themen der Nachhaltigkeit und Umweltbildung zu reflektieren. Die Vielzahl der Mitwirkenden bedingt, dass die Beurteilung der realisierten Workshops im Vergleich zu den Ank\u00fcndigungen vergleichsweise un\u00fcbersichtlich ausf\u00e4llt. Da kein Bewertungsraster vorgegeben war, kann eine Beurteilung (Evaluation) nur stichprobenartig erfolgen indem Eindr\u00fccke der Workshopleiter und Organisatoren weitergeben werden.<\/p>\n<p>Die Skulpturenlandschaft als Veranstaltung hat in erster Linie das Ziel verfolgt, anspruchsvolle Themen auf originelle Art und Weise einem breiten Publikum anzubieten. Abgesehen von organisatorischen Fehleinsch\u00e4tzungen und M\u00e4ngeln, die in der Unerfahrenheit der Verantwortlichen begr\u00fcndet sind, erweist sich das Projekt aus der Abschluss-Perspektive als voller Erfolg und verdient eine Weiterf\u00fchrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Kunstprojekt Skulpturenlandschaft 2007\/2008 pr\u00e4sentierte orts- und themenspezifische Kunstwerke im Naturraum und wurde durch ein innovatives Vermittlungsprogramm begleitet. Kunst bildet und sensibilisiert. Sie f\u00fchrt \u00fcber einen emotionalen und sinnlichen Zugang zu ver\u00e4nderter Wahrnehmung und regt zum Denken an. 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