{"id":24223,"date":"2023-09-24T10:32:01","date_gmt":"2023-09-24T08:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-79\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:03","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:03","slug":"17400-79","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-79\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Ostpreu\u00dfenh\u00fctte auf \n1.630 m \u00fc. NN im Hochk\u00f6nigmassiv des Salzburger Kalkalpengebietes\/\u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Ver- und Entsorgung der Ostpreu\u00dfenh\u00fctte der DAV-Kategorie I (exponierte Lage) der DAV Sektion K\u00f6nigsberg entsprach bis zur Saison 2006 nicht mehr dem Stand der Technik. Da die H\u00fctte im Gebiet der Salzburger Kalkalpen liegt, konnten die Abw\u00e4sser sehr schnell und unkontrolliert ablaufen, dadurch erfolgte keine Selbstreinigung beim Abflie\u00dfen. Durch die fehlende Entkeimung wurden die Grenzwerte nicht eingehalten. Daher wurde von der Bezirkshauptmannschaft St. Johann eine Nachr\u00fcstung der Abwasserreinigung gefordert. Die DAV-Sektion K\u00f6nigsberg war daher gehalten, das Ver- und Entsorgungssystem der H\u00fctte zu \u00fcberarbeiten und die daf\u00fcr notwendigen Versorgungssysteme umbauen oder erneuern zu lassen. Der erste Schritt der durchzuf\u00fchrenden Planungsuntersuchung war, die verschiedenen L\u00f6sungsvarianten zu analysieren, zu pr\u00fcfen und gegeneinander abzuw\u00e4gen. Ziel der Untersuchung sollte die Darlegung der L\u00f6sungsvarianten sein, mit allen Vor- und Nachteilen, Bewertungen einschl. einer Handlungsempfehlung. Diese sollten hinsichtlich Inhalt, Form und Umfang dem allgemein anerkannten Stand des Handelns entsprechen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls m\u00f6gliche Varianten wurden im einzelnen untersucht:<br \/>\nA\tBelebungsanlage f\u00fcr biologische Abw\u00e4sserreinigung unter Verwendung der bestehenden Abwasserkl\u00e4rbeh\u00e4lter einschl. Energieversorgung,<br \/>\nB\tdezentrale Abwasserreinigungsanlage nach dem Tropfk\u00f6rperverfahren mit Energieversorgung durch<br \/>\n\tBlockheizkraftanlage (z. B. Konzept Siemens),<br \/>\nC\tAnschluss an das \u00f6ffentliche Ver- und Entsorgungsnetz der Gemeinde Werfen,<br \/>\nD\tmechanische Reinigung mit zweistufigem, bepflanzten Filterbeet f\u00fcr die Restwasserreinigung und \tmit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) f\u00fcr die Energieversorgung, das mit reinem Pflanzen\u00f6l<br \/>\nbetrieben wird,<br \/>\nE\tWirbel-Schwebebettsystem mit einem BHKW f\u00fcr die Energieversorgung,<br \/>\nF\tKombination Wirbelbettsystem und bepflanztes Filterbeet mit einem BHKW f\u00fcr die Energieversorgung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ostpreussenh\u00fctte wurde bis zur Saison 2006 \u00fcber zwei alte Dieselaggregate (Baujahr 1988, Generator 27,5 kVA, 22 kW) sowie \u00fcber zwei kleine Solarmodule mit elektrischer Energie versorgt. Gekocht, gebacken und gek\u00fchlt wurde mit Fl\u00fcssiggas. Die Beheizung des Geb\u00e4udes sowie die Warmwasseraufbereitung in der K\u00fcche erfolgte \u00fcber Holzheizungen. <\/p>\n<p>Die Realisierung der neuen Abwasserreinigungsanlage (mechanische Vorkl\u00e4rung und zwei bewachsene Bodenfilter als biologische Stufen) und der Ma\u00dfnahmen zur Volumenreduzierung des Kl\u00e4rschlamms (solarer Schlammtrockner) wurden anteilig vom Land Salzburg und vom Bund in \u00d6sterreich gef\u00f6rdert. Durch die Aufbereitung des Ablaufwassers der herk\u00f6mmlichen Dreikammer-Kl\u00e4ranlage \u00fcber die zweistufige Pflanzenfilterbeet-Anlage konnten die von den Beh\u00f6rden geforderten Ablaufwerte CSB, BSB, Mikrobiologie usw. voll erreicht werden. Dies wurde zahlenm\u00e4\u00dfig durch die offiziell geforderten j\u00e4hrlichen Untersuchungsberichte (2007 &#8211; 2009) belegt. Die Qualit\u00e4t des Wassers zur nat\u00fcrlichen Versickerung ist insbesondere von enormer Bedeutung aufgrund der Lage der Ostpreu\u00dfenh\u00fctte in einem geologisch sensiblen Bereich mit Karstuntergrund. \u00dcber die zus\u00e4tzliche Anwendung der Filtersackanlage zur mechanischen Vorkl\u00e4rung des Schlammabfalls in der Dreikammer-Kl\u00e4ranlage ergaben sich sehr positive Ans\u00e4tze, auch wenn einzelne Arbeiten (insbesondere Handling der Filters\u00e4cke) erheblichen manuellen Einsatz des H\u00fcttenbetreibers erfordert. <\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Elektroversorgung f\u00fchrte der Verbund aus Photovoltaik und reinem Pflanzen\u00f6l-BHKW zum einen zur Einsparung von Brennstoff und zum anderen zur Nutzung der Abw\u00e4rme f\u00fcr die Raumheizung und Warmwasserbereitung. Der letztgenannte Aspekt Abw\u00e4rme ist nachweislich f\u00fchlbar durch das deutlich verbesserte Raumklima in den Gastr\u00e4umen, P\u00e4chterr\u00e4umen sowie insbesondere in den Waschr\u00e4umen und eines Teils der Schlafr\u00e4ume (Zimmer im 1. OG). Die Einsparung von Brennstoff ist rein theoretisch gegeben und auch belegbar mit einer Ersparnis von ca. 15 &#8211; 20 % (bezogen auf die Ausgangssituation). Die praktische Nachvollziehbarkeit ist aber nicht eindeutig gegeben, da dies in erheblichem Ma\u00dfe vom Bewusstsein, Verst\u00e4ndnis und der Betriebsweise des H\u00fcttenp\u00e4chters abh\u00e4ngt. Aktuell zeigte sich dieser Umstand auf der Ostpreu\u00dfenh\u00fctte durch den bis Ende 2008 t\u00e4tigen H\u00fcttenwirt, der einen gewissen Schwerpunkt auf Rationalisierung und Komfort bei H\u00fcttenbetrieb und Speisenbereitung (z. B. Mikrowelleneinsatz) legte. Der seit Ende 2008 neue H\u00fcttenp\u00e4chter ist eher gepr\u00e4gt durch den Schwerpunkt auf gastronomisch hoher und abwechslungsreicher Speisenbereitung. Zudem ist das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Umwelt, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit klarer nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglich vorhandenen beiden Dieselaggregate sind komplett abgebaut und ins Tal verbracht worden. Dem Wunsch der Sektion in Abstimmung mit dem DAV Hauptverein, f\u00fcr den Notfall ein Dieselaggregat (Betrieb der Materialseilbahn) vorr\u00e4tig zu haben, konnte nicht entsprochen werden. Die Gefahr einer Verschmutzung der Oberfl\u00e4chen- und Grundwasserstr\u00f6me durch Diesel im sensiblen Karstgebiet wurde als zu gro\u00df erachtet. Die Verwendung von Diesel beschr\u00e4nkt sich auf sehr kleine Mengen zum An- und Abfahren des Pflanzen\u00f6l-BHKWs; dies ist technisch erforderlich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes wurden im Rahmen des 8. Internationalen Fachseminars Umweltgerechte Ver- und Entsorgungskonzepte f\u00fcr Berg- und Schutzh\u00fctten am 29. Februar bis 01. M\u00e4rz 2008 im ZUK Benediktbeuern gemeinsam von der DAV-Sektion K\u00f6nigsberg und dem Ingenieurb\u00fcro Michael Berger\/Garmisch-Partenkirchen pr\u00e4sentiert.<br \/>\nDas Demonstrationsprojekt ist im Tagungsband des ZUK auf den Seiten 100 &#8211; 116 ausf\u00fchrlich dargestellt.<br \/>\nDas am 11.08.2008 erschiene Begleitbuch Umwelttechnik f\u00fcr alpine Berg- und Schutzh\u00fctten der DBU zur F\u00f6rderinitiative enth\u00e4lt das H\u00fcttenportrait der Ostpreussenh\u00fctte auf den Seiten 261 ff.<br \/>\nDer Internet-Auftritt der Sektion ist nutzerfreundlich und ansprechend. Am Geb\u00e4ude wurde ein Schild mit Hinweis auf die gef\u00f6rderten umwelttechnischen Anlagen angebracht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen des Demonstrationsprojektes wurde die H\u00fctte erfolgreich auf regenerative Energietr\u00e4ger umgestellt. Die f\u00fcr die Ostpreu\u00dfenh\u00fctte insgesamt gesetzten Ziele &#8211; biologische Abwasseraufbereitung zur Einhaltung der Beh\u00f6rdenauflagen, umweltgerechte Elektroversorgung, Ersatz der vorhandenen Dieselaggregate &#8211; sind nachweislich durchweg erreicht worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Ver- und Entsorgung der Ostpreu\u00dfenh\u00fctte der DAV-Kategorie I (exponierte Lage) der DAV Sektion K\u00f6nigsberg entsprach bis zur Saison 2006 nicht mehr dem Stand der Technik. Da die H\u00fctte im Gebiet der Salzburger Kalkalpen liegt, konnten die Abw\u00e4sser sehr schnell und unkontrolliert ablaufen, dadurch erfolgte keine Selbstreinigung beim Abflie\u00dfen. 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