{"id":24217,"date":"2024-11-27T10:38:08","date_gmt":"2024-11-27T09:38:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24163-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:11","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:11","slug":"24163-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24163-01\/","title":{"rendered":"Einrichtung einer Umweltausstellung im Informationszentrum Nationalpark Kellerwald-Edersee"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im 2004 ausgewiesenen Nationalpark Kellerwald-Edersee soll ein au\u00dfergew\u00f6hnliches und innovatives Nationalpark-Informationszentrum entstehen, das auf emotionale Weise \u00fcber den Nationalpark informiert und dabei die Vermittlung einer Wildnis von morgen in den Vordergrund stellt. Mithilfe eines Sinnekinos und einer Erlebnisausstellung sollen den Besuchern die Besonderheiten des Nationalparks gezeigt und der Nationalparkgedanke vermittelt werden. Die Ausstellung soll zum naturvertr\u00e4glichen Verhalten anre-gen, die regionalwirtschaftlichen Chancen eines Nationalparks aufzeigen und Bez\u00fcge zu globalen Aspek-ten herstellen. Das Infozentrum soll das Herzst\u00fcck der Informations- und Bildungsarbeit des Nationalparks werden. Ebenso soll es ein Begegnungszentrum der Region werden, das neben der Ausstellung mithilfe eines Begleitprogramms aus Vortr\u00e4gen, F\u00fchrungen und vielen anderen Veranstaltungen sowie einem gastronomischen Bereich Besucher anzieht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wurden die Eckpfeiler des Umweltbildungskonzepts f\u00fcr das Informationszentrum ausgearbeitet. Auf dieser Basis wurden die Grundz\u00fcge des Ausstellungskonzepts erarbeitet, ein Betriebs- und Wirt-schaftlichkeitskonzept erstellt und die architektonische Entwurfsplanung an die Anforderungen des Aus-stellungs- und Betriebskonzepts angepasst. Nach Durchf\u00fchrung eines Wettbewerbs wurde der Auftrag f\u00fcr die Konzeption und Herstellung einer Erlebnisausstellung vergeben. In Zusammenarbeit mit dem Na-tionalparkamt wird von dieser ein didaktisches und inhaltliches Feinkonzept erarbeitet, anhand dessen die Ausstellungsst\u00fccke hergestellt und mit Inhalten gef\u00fcllt werden, die sowohl auf den internationalen Fokus der Nationalparke als auch auf den hiesigen Nationalpark und dessen Umfeld abgestimmt sind. Im Rahmen einer formativen Evaluation wird im Prozess des Entstehens \u00fcberpr\u00fcft, ob die Ausstellung verst\u00e4ndlich ist und Besucher anspricht. Die Projektlaufzeit ist in zwei Phasen aufgeteilt; nach der ersten wird ein ausf\u00fchrlicher Zwischenbericht vorgelegt. Ein Beirat wird w\u00e4hrend der gesamten Projektlaufzeit beratend zur Seite stehen. Das Zentrum und dessen Veranstaltungsprogramm werden sinnvoll in das bereits bestehende Veranstaltungsprogramm und die Aufgaben der Informations- und Bildungsarbeit des Nationalparks eingebunden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am 18. Januar 2008 wurde das NationalparkZentrum Kellerwald durch den Ministerpr\u00e4sidenten des Lan-des Hessen er\u00f6ffnet. Unter dem Motto Raum f\u00fcr Wildnis und Menschen erlebten in den ersten sechs Monaten \u00fcber 30.000 Besucher aller Bev\u00f6lkerungs- und Altersschichten das multimediale Erlebniszent-rum.<br \/>\nDie Ausstellung gliedert sich in drei Bereiche: zu Beginn wird der Besucher durch eine emotionale Einstimmung mit den Lebensr\u00e4umen des Nationalparks vertraut gemacht. Im zweiten Teil k\u00f6nnen sich die Besucher an verschiedenen interaktiven Exponaten auf spielerische Art Informationen abrufen. Am Ende des Ausstellungsbesuchs steht als Highlight das 4D-Sinnekino.<br \/>\nDurch die enge und gute, sowie offene Zusammenarbeit zwischen Nationalparkamt, Ausstellungsfirma, Evaluationsagentur und wissenschaftlichem Projektbeirat gelang es, trotz kurzer Planungs- und Realisierungszeit schon vor Er\u00f6ffnung eine hohe Besucher- und Benutzerfreundlichkeit herzustellen, ohne wissenschaftliche Genauigkeit und Informationstiefe zu vernachl\u00e4ssigen. Herauszuheben ist die w\u00e4hrend des Realisierungsprozesses durchgef\u00fchrte formative Evaluation der Ausstellung. Mithilfe der einzelnen Evaluationsbausteine Expertenevaluation (Leiter anderer Zentren und Projektbeirat), Evaluation eines Prototyps (das Exponat SchatzSpeicher) sowie einer Evaluationswoche mit 90 Teilnehmern aus der lokalen Bev\u00f6lkerung etwa f\u00fcnf Wochen vor Er\u00f6ffnung war es m\u00f6glich, auf Expertenerfahrungen zur\u00fcckzugreifen und Besucherw\u00fcnsche zu ber\u00fccksichtigen. Die Ergebnisse der Evaluationswoche wurden, so fern m\u00f6glich, direkt umgesetzt. Neben der Herstellung einer weitestm\u00f6glichen Besucherfreundlichkeit ist der Marketingeffekt der Evaluationswoche im direkten Umfeld des NationalparkZentrums von gro\u00dfer Be-deutung. Deren positive Wirkung ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die lokale Bev\u00f6lkerung in die Fertigstellung der Ausstellung mit einbezogen wurde und gleichzeitig das NationalparkZentrum vor Er\u00f6ffnung besuchen konnte.<br \/>\nWildnis und die weltweite Nationalparkidee Natur Natur sein lassen stehen bei Ausstellung und beglei-tender Bildungsarbeit im Mittelpunkt. Die Besucher werden aufgefordert, eigene Wildnisvorstellungen zu reflektieren. Ausgehend von der Auffassung, dass Nationalparke Geschenke an die Menschheit sind, werden psychotopische Effekte von Wildnisgebieten in der Bildungsarbeit aufgegriffen. Im Rahmen von F\u00fchrungen wird mit den Gruppen, insbesondere mit Schulklassen, intensiv \u00fcber Wildnisvorstellungen und individuelle Bedeutungen von Wildnis diskutiert. Vorstellungen von Wildnis vor und nach dem Ausstellungsbesuch werden verglichen und mit Schulklassen visualisiert. F\u00fcr Schulklassen wurden dar\u00fcber hin-aus klassenstufenspezifische Frageb\u00f6gen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten entwickelt.<br \/>\nAuch das Veranstaltungsprogramm vermittelt vielf\u00e4ltige Zug\u00e4nge zum Thema Wildnis. Unter dem Stich-wort Wildniskultur werden Ann\u00e4herungen an das Thema Wildnis durch Musik, Literatur und Kunst erm\u00f6glicht. Lagerfeuerabende und Diskussionsforen geben der Auseinandersetzung mit Wildnis Raum. Ziel ist, sowohl das Bildungs- als auch das Veranstaltungsprogramm auszubauen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Entstehung des NationalparkZentrums wurde von der Lokalpresse sowie hessischem Funk und Fernsehen intensiv begleitet, sodass eine regelm\u00e4\u00dfige Berichterstattung erfolgte. Im Juni 2007 war das Nationalparkamt mit dem Projekt NationalparkZentrum Kellerwald auf der Woche der Umwelt in Berlin vertreten. Nach Fertigstellung des Hauses \u00f6ffnete das Zentrum vor Einbau der Ausstellung mit einem Baustellenfest seine T\u00fcren f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit, zur Er\u00f6ffnung fand ein Tag der offenen T\u00fcr statt. Flyer, Brosch\u00fcren, Internetseite und Plakat informieren umfangreich \u00fcber das Angebot des NationalparkZentrums. Besondere Aktivit\u00e4ten wie beispielsweise eine Promotiontour unterst\u00fctzen die \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Hauses.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit einer innovativen Ausstellung, die viele Informationen bietet und Spa\u00df macht, werden ungew\u00f6hnliche Einblicke in die werdende Wildnis des Nationalparks Kellerwald-Edersee m\u00f6glich. Durch eine Mischung aus fantasievoller Inszenierung und High Tech werden die Botschaften des Nationalparks emotional, spielerisch und kreativ vermittelt. Die Ausstellung zeigt weiterhin die globale Bedeutung des Nationalparks Kellerwald-Edersee.<br \/>\nDas begleitende zielgruppenspezifische Bildungsprogramm erm\u00f6glicht eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Wildnis. Unterst\u00fctzt durch die regionale Ausrichtung der Gastronomie und des Shops werden Bez\u00fcge zwischen Nationalpark und Region anschaulich vernetzt. Nach einem halben Jahr hat sich das NationalparkZentrum als Besuchermagnet etabliert und zum integralen Bestandteil der Bildungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Nationalparks entwickelt. Die hohe Qualit\u00e4t von Ausstellung und Bil-dungsarbeit soll nun erhalten und gesteigert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im 2004 ausgewiesenen Nationalpark Kellerwald-Edersee soll ein au\u00dfergew\u00f6hnliches und innovatives Nationalpark-Informationszentrum entstehen, das auf emotionale Weise \u00fcber den Nationalpark informiert und dabei die Vermittlung einer Wildnis von morgen in den Vordergrund stellt. 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