{"id":24208,"date":"2023-07-13T15:25:14","date_gmt":"2023-07-13T13:25:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24138-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:15","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:15","slug":"24138-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24138-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Entwicklung eines integrierten Energieversorgungskonzeptes f\u00fcr einen gro\u00dfen Geb\u00e4udekomplex"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anhand dieser modellhaften Studie soll die systematische Herangehensweise bei der Planung energiesparender Bauweisen in kirchlichen Liegenschaften ausgearbeitet und dokumentiert werden. Diese Vorgehensweise soll erlauben, auch bei sp\u00e4teren, \u00e4hnlich gelagerten Bauaufgaben sehr schnell und zielgerichtet zu sachgerechten, sinnvollen L\u00f6sungen zu kommen.<br \/>\nF\u00fcr das vorliegende Projekt wird grundlegend und modellhaft nach besseren, integrierten L\u00f6sungen gesucht. Diese k\u00f6nnen auf weitere und \u00e4hnliche Geb\u00e4udekomplexe des Bistums Osnabr\u00fcck oder anderer Bist\u00fcmer \/ Tr\u00e4gerschaften \u00fcbertragen werden. Die L\u00f6sungen f\u00fchren zu einer Verringerung des Energieverbrauchs sowie zur Verwendung umweltfreundlicher Versorgungskonzepte und zu kulturschonenden Bauverfahren.<br \/>\nDie Ziele k\u00f6nnen unter dem Aspekt Bewahrung der Sch\u00f6pfung zusammengefasst werden, und sind gepr\u00e4gt durch Ressourcenschonung, Energieeinsparung, Energieeffizienzsteigerung, Verwendung<br \/>\nnachhaltiger und langlebiger Baustoffe und Bauweisen sowie Erhaltung historischer Bausubstanz.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErmittlung grunds\u00e4tzlicher Sanierungsbedarf, Erarbeitung Anforderungen an baulichen W\u00e4rmeschutz, Bestandsanalyse Bausubstanz und Technik, Thermografie, CO2-Messung, Simulation Temperaturverhalten Kirchengeb\u00e4ude, Blower Door Test Kirchengeb\u00e4ude, Messung von Brennerlaufzeiten und Heiz\u00f6lverbrauch, Auswertung der Messergebnisse, Ermittlung und Bewertung von D\u00e4mmma\u00dfnahmen, Erar-beitung von Konzepten zur W\u00e4rme- und K\u00e4lteversorgung, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung anhand Annuit\u00e4tenmethode, \u00d6kologische Bewertung der Energiekonzepte<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die vorliegende Studie zeigt eine grundlegende und modellhafte Vorgehensweise zur energetischen Sanierung kirchlicher Liegenschaften. Erster Schwerpunkt der Untersuchungen sind die bauphysikalischen Eigenschaften des Domgeb\u00e4udes. Wesentliche Erkenntnisse der Untersuchungen sind, dass L\u00fcftungsverluste eine untergeordnete Rolle spielen und Fensterfl\u00e4chen nur eine geringe Bedeutung bei den Transmissionsverlusten zukommt. Weiterhin ergab sowohl die Simulation wie auch die durchgef\u00fchrten Messungen, dass bei Unterbrechung des Heizbetriebs im Dom die Raumtemperatur in k\u00fcrzester Zeit stark abfiel auf das Temperaturniveau der kalten Wandoberfl\u00e4chen. Konsequenz daraus ist ein nahezu durchgehender Anlagenbetrieb mit reduzierter Heiz- und Luftleistung. Absenkungen w\u00e4hrend der Nacht m\u00fcssen sonst wegen der gro\u00dfen Speichermassen des historischen Geb\u00e4udes mit h\u00f6heren Heizleistungen tags\u00fcber wieder ausgeglichen werden. Ein energetischer Vorteil ist gegeben. Eine vergr\u00f6\u00dferte Anlage ist aber erforderlich. (Nur \u00fcbertragbar auf unged\u00e4mmte massive Kirchen)<br \/>\nDer zweite Schwerpunkt der Untersuchungen betrifft die bestehende W\u00e4rmeversorgung der Liegenschaft. Es wurde festgestellt, dass die Anlagen veraltet und \u00fcberdimensioniert sind.<br \/>\nUm den zuk\u00fcnftigen Energiebedarf f\u00fcr Beheizung und K\u00fchlung der Geb\u00e4ude zu reduzieren, wurden Ma\u00dfnahmen zur Geb\u00e4uded\u00e4mmung entwickelt und bauphysikalisch und wirtschaftlich bewertet.<br \/>\nAufbauend auf diese Untersuchungsergebnisse wurden dann Konzepte entwickelt zur Beheizung und K\u00fchlung der Geb\u00e4ude.<br \/>\nAuf Grund der unterschiedlichen Nutzungszeiten und der Nutzung der Tr\u00e4gheit eines massiven Kirchengeb\u00e4udes wurde eine Verbundl\u00f6sung zur W\u00e4rmeversorgung favorisiert. Dadurch kann die Spitzenleistung reduziert werden, und Investitionskosten k\u00f6nnen so gesenkt werden.<br \/>\nNach einer Vorbewertung, wurden folgende Systeml\u00f6sungen zur W\u00e4rmeversorgung weiterentwickelt:<br \/>\nzentrale oder dezentrale konventionelle Kesselanlagen, Gas- Absorptionsw\u00e4rmepumpe mit Spitzenlastkessel, Grundwasser- bzw. Erdw\u00e4rmenutzung, Holz- Pelletheizung mit und ohne Spitzenlast- Gaskessel, W\u00e4rme- K\u00e4lte- Verbund mit W\u00e4rmepumpe und Spitzenlastkessel.<br \/>\nEs zeigt sich dass der Preis f\u00fcr den haupts\u00e4chlich eingesetzten Brennstoff das Wirtschaftlichkeitsergebnis entscheidend beeinflusst. Daher erreicht die Variante Holzpelletkessel mit niedrigeren und seit Jahren fast gleichbleibenden Preisen gegen\u00fcber fossilen Energietr\u00e4gern das wirtschaftlichste Ergebnis. Hinsichtlich Umweltrelevanz, Nachhaltigkeit, Innovation und Integration. zeigt die Pelletheizung durch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe deutliche Vorteile. F\u00fcr eine Realisierung erweist sich jedoch die Feinstaubbelastung aus der Verbrennung von Holzpellets als entscheidender Nachteil f\u00fcr den Einsatz in St\u00e4dten und Ballungsgebieten. Daher kommt die Gas- Absorptionsw\u00e4rmepumpe mit Erdsonden und Spitzenlastkessel als Alternative mit guten Umweltkriterien jedoch hohen Investitionskosten in Frage. Die Sanierung der Technik geht einher mit der Geb\u00e4udesanierung und Reduzierung des W\u00e4rmebedarfs durch D\u00e4mmma\u00dfnahmen.<br \/>\nDie Vorgehensweise stellt sicher, dass die Kriterien \u00d6konomie, \u00d6kologie, Integration und Innovation bei der Entscheidungsfindung f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur Sanierung der Energieversorgung angemessen ber\u00fcck-sichtigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Domkapitel sieht folgende Ma\u00dfnahmen vor:<br \/>\n1.\tDie Studie soll in einschl\u00e4gigen wissenschaftlichen Fachbl\u00e4ttern ver\u00f6ffentlicht werden.<br \/>\n2.\tF\u00fcr die Kirchen wird eine Zusammenfassung in Form eines Ablaufschemas (Projektleitfaden) erstellt und mit der Studie an alle Bist\u00fcmer Deutschlands sowie alle Kirchengemeinden des Bistums Osnabr\u00fcck verteilt.<br \/>\n3.\tEin Folder DIN A4 stellt die wichtigsten Ergebnisse zusammen und wird im Forum am Dom ausgelegt.<br \/>\n4.\tDie Studie, die Zusammenfassung, der Projektleitfaden und der Folder werden auf der Homepage des Bistums zum Download bereitgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammengefasst sind folgende Erkenntnisse in Kurzform als Ergebnis dieser Studie hervorzuheben:<br \/>\n&#8211;\tMessungen an den bestehenden Anlagen haben gezeigt, dass die vorhandenen Anlagen viel zu gro\u00df ausgelegt waren und dadurch nicht optimal betrieben werden konnten.<br \/>\n&#8211;\tVor der Entscheidung \u00fcber Sanierungsma\u00dfnahmen ist daher eine gr\u00fcndliche Analyse der bestehenden Anlagen vorzunehmen.<br \/>\n&#8211;\tNutzerverhalten und Nutzeranforderungen sind zu hinterfragen.<br \/>\n&#8211;\tD\u00e4mmma\u00dfnahmen f\u00fchren einerseits zu Energieeinsparung, andererseits kann der Sanierungsaufwand bei W\u00e4rme- und K\u00e4lteanlagen durch den reduzierten Leistungsbedarf gesenkt werden.<br \/>\n&#8211;\tNur eine Gesamtkonzeption aus Analyse des Bestands, Bewertung von Nutzerverhalten und Auswahl geeigneter Verbundanlagenkonzepte bringt optimale Ergebnisse.<br \/>\n&#8211;\tDie Wirtschaftlichkeit von Anlagenkonzepten h\u00e4ngt im Wesentlichen vom Preis f\u00fcr den haupts\u00e4chlich eingesetzten Brennstoff ab. Hier haben Holzpelletheizungen Vorteile. Diese werden jedoch vor allem in innerst\u00e4dtischen Bereichen durch die h\u00f6here Feinstaubbelastung in Frage gestellt.<br \/>\n&#8211;\tF\u00fcr die vorliegende Liegenschaft wird unter Ber\u00fccksichtigung s\u00e4mtlicher Aspekte und einer kritischen Bewertung der Feinstaubbelastung die Installation einer W\u00e4rmepumpenl\u00f6sung mit W\u00e4rme-K\u00e4lte-Verbund vorgeschlagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anhand dieser modellhaften Studie soll die systematische Herangehensweise bei der Planung energiesparender Bauweisen in kirchlichen Liegenschaften ausgearbeitet und dokumentiert werden. Diese Vorgehensweise soll erlauben, auch bei sp\u00e4teren, \u00e4hnlich gelagerten Bauaufgaben sehr schnell und zielgerichtet zu sachgerechten, sinnvollen L\u00f6sungen zu kommen. 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