{"id":24206,"date":"2023-07-13T15:25:14","date_gmt":"2023-07-13T13:25:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24127-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:15","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:15","slug":"24127-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24127-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Hindernisbefeuerungskonzeptes zur Minimierung der Lichtemissionen an On- und Offshore-Windenergieparks und -anlagen &#8211; Studie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Windenergieanlagen (WEA) k\u00f6nnen unter bestimmten Bedingungen Verkehrshindernisse f\u00fcr den Luftverkehr und f\u00fcr den Seeverkehr darstellen. Als solche m\u00fcssen sie zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffs- und Luftverkehrs gekennzeichnet werden. Das Vorhaben HiWUS hat zum Ziel, die maximalen M\u00f6glichkeiten zur Vermeidung und Verminderung der Kennzeichnung darzustellen. Zus\u00e4tzlich sollen auf der Grundlage unab\u00e4nderlicher Regelungen Entw\u00fcrfe f\u00fcr Befeuerungsdesigns f\u00fcr die unterschiedlichen Bereiche entwickelt werden. Das Vorhaben soll dazu beitragen, durch eine maximale Reduzierung der als st\u00f6rend empfundenen Befeuerung die Akzeptanz dieser Technologie zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Phase wurde der Status Quo der aktuellen nationalen und internationalen Regelungen f\u00fcr die Bereiche Onshore-, Nearshore- und Offshore-Windenergieanlagen f\u00fcr den Luftverkehr und f\u00fcr den Seeverkehr erfasst. Bei dieser Erfassung geht es um die Befeuerung an sich und um die Anordnung der Feuer. Die zweite Phase hat die Feststellung des sich aus der Phase 1 ergebenden Handlungsbedarfs sowie die Feststellung der unab\u00e4nderlichen Vorgaben zum Ziel.<br \/>\nIn der dritten Phase wurden zus\u00e4tzliche technische M\u00f6glichkeiten zur Optimierung der Befeuerung unter Ber\u00fccksichtigung der Belange der Luft- und Schifffahrt untersucht.  Hierbei wurden folgende Verfahren ber\u00fccksichtigt:<br \/>\no die Schaltung der Befeuerung \u00fcber Erfassung der Umgebungshelligkeit und Sichtweite<br \/>\no die Schaltung der Befeuerung \u00fcber die Wahrnehmung von Luft- und Seefahrzeugen.<br \/>\nIn den Phasen 3.4 und 3.5 erfuhr die Radartechnologie als Wahrnehmungssystem von Luftfahrzeugen noch eine besondere Konzentration. In der vierten Phase fanden die Anliegen des Naturschutzes, insbesondere des Schutzes der Zugv\u00f6gel und Flederm\u00e4use ihren Einfluss. Diese Phase fand aufgrund ihrer Relevanz projektbegleitend \u00fcber die gesamte Vorhabensdauer statt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Durch die Studie wurde verdeutlicht, dass sehr unterschiedliche und zum Teil sehr komplexe Empfehlungen und Regelungen f\u00fcr die Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen in den einzelnen L\u00e4ndern vorliegen. Die mit Abstand umfangreichsten Regelungen f\u00fcr die Markierung und Befeuerung von WEA an Land existieren zurzeit in der Bundesrepublik Deutschland (siehe Kapitel 1.2).<br \/>\nAuch f\u00fcr die Kennzeichnung von Offshore-WEA zeigt sich kein einheitliches Bild, obwohl hier im Gegensatz zu Onshore-WEA bereits eine internationale Empfehlung vorliegt (siehe Kapitel 1.6).<br \/>\nIm Rahmen der Diskussionen \u00fcber die Zwischenergebnisse der Studie wurde best\u00e4tigt, dass eine Beeintr\u00e4chtigung der Anwohner durch die Tages- und Nachtkennzeichnung an WEA existiert. Da jedoch nicht eindeutig feststellbar war, welche Art der Kennzeichnung in welchem Ma\u00dfe als st\u00f6rend empfunden wird, wurde eine weitere Untersuchung dieses Bereichs als sinnvoll angesehen. Im Rahmen der HiWUS-Studie wurden daher eine Literaturstudie und eine Projektskizze f\u00fcr eine empirische Untersuchung erstellt (siehe Kapitel 2.2).<br \/>\nDurch die Feldversuche zur Schaltung der Befeuerung \u00fcber Radarsysteme wurde festgestellt, dass eine Erfassung aller Luftfahrzeuge m\u00f6glich ist (siehe Kapitel 3.4 und 3.5). In mehreren Tests an und um Windparks wurde die Schaltung \u00fcber den Empfang von Transpondersignalen und die Erfassung \u00fcber Prim\u00e4rradar erfolgreich durchgef\u00fchrt. Die Ergebnisse zeigen, dass weitere Forschungen in diesem Bereich sinnvoll sind.<br \/>\nDie im Rahmen der HIWUS-Studie durchgef\u00fchrte Literaturstudie zum Einfluss der Befeuerung auf V\u00f6gel und Flederm\u00e4use hat best\u00e4tigt, dass eine negative Einwirkung besteht. Auch wenn davon auszugehen ist, dass der Einsatz von blinkenden Feuern mit einer geringen Lichtintensit\u00e4t nicht so st\u00f6rend wirkt, erscheint eine weitere Untersuchung sinnvoll. Auch hier wurde wie in Phase 3 eine Projektskizze f\u00fcr eine empirische Untersuchung erstellt (siehe Kapitel 4.)<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber die Studie wurde in dem Verbandmagazin des Bundesverband WindEnergie e.V. (Neue Energie 08\/2007), im Fachmagazin Erneuerbare Energien (09\/2008) und im Unternehmensmagazin des Herstellers Enercon (Windblatt 02\/2008) berichtet. Auf gro\u00dfes Interesse ist auch die Vorstellung der HiWUS-Studie bei einem deutsch\/franz\u00f6sischen Erfahrungsaustausch im November 2007 in Paris gesto\u00dfen (siehe www.wind-eole.com\/de\/node\/508 ).<br \/>\nDie Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung am 20. Mai 2008 im Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt \u00f6ffentlich vorgestellt. Im Rahmen der Pr\u00e4sentation wurden die unterschiedlichen Befeuerungssysteme anhand eines Videos dargestellt. Am Vorabend der Veranstaltung im ZUK wurde einem Kreis von Vertretern aus Ministerien und Genehmigungsbeh\u00f6rden die M\u00f6glichkeit gegeben, sich unterschiedliche Befeuerungssysteme an einem Windpark im Emsland anzuschauen. Der Abschlussbericht wurde am 9. September 2008 auf der HusumWind vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Um die Akzeptanz f\u00fcr h\u00f6here WEA zu f\u00f6rdern, ist ein Interessenausgleich zwischen der Flugsicherung, der Seefahrt, des Naturschutzes und der Windbranche notwendig. Durch die Studie konnte gezeigt werden, dass es mit Einsatz neuer Techniken m\u00f6glich scheint, die Wirkungen von Markierungen und Befeuerungen an WEA zu minimieren, ohne dass die Sicherheit des Flugverkehrs und der Seefahrt gef\u00e4hrdet wird. Notwendig sind daf\u00fcr einheitliche Empfehlungs- und Regelungskataloge auf nationaler und internationaler Ebene. F\u00fcr die Erstellung solcher Regelwerke ist eine intensive Kommunikation zwischen Wirtschafts-, Ministerien- und Beh\u00f6rdenvertretern erforderlich. Die Windbranche ist dabei gefordert, weitere innovative Ideen zur Kennzeichnung zu entwickeln und diese in Fachkreisen vorzustellen. Um Komplikationen zu vermeiden, m\u00fcssen dabei rechzeitig die Anspr\u00fcche der Sicherheit des Flugverkehrs und der Seefahrt ber\u00fccksichtigt werden. Bei der Entwicklung neuer Systeme sollte ausreichend Zeit f\u00fcr Pilotphasen eingeplant werden. Bereits in einer fr\u00fchen Planungsphase sollten auch die Experten aus dem Naturschutzbereich einbezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Windenergieanlagen (WEA) k\u00f6nnen unter bestimmten Bedingungen Verkehrshindernisse f\u00fcr den Luftverkehr und f\u00fcr den Seeverkehr darstellen. Als solche m\u00fcssen sie zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffs- und Luftverkehrs gekennzeichnet werden. Das Vorhaben HiWUS hat zum Ziel, die maximalen M\u00f6glichkeiten zur Vermeidung und Verminderung der Kennzeichnung darzustellen. 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