{"id":24194,"date":"2023-09-24T10:32:12","date_gmt":"2023-09-24T08:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24082-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:14","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:14","slug":"24082-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24082-01\/","title":{"rendered":"Bankendialogprogramm"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Finanzinstitutionen tragen eine Mitverantwortung f\u00fcr die Nachhaltigkeit von Entwicklungsprozessen. \u00dcber internationale Bankeninitiativen wie die UNEP Financial Initiative oder die Equator Principles versuchen die wichtigsten international agierenden Player, dieser Verantwortung nachzukommen. Auch in Deutschland l\u00e4sst sich bei vielen Banken eine zunehmende Sensibilisierung f\u00fcr Umweltfragen konstatieren. Im Gegensatz zum internationalen Trend des systematischen Risikomanagements verf\u00fcgt noch keine der wichtigen deutschen Privatbanken bisher \u00fcber eine entsprechende \u00f6ffentliche Nachhaltigkeitspolicy. Mit dem Bankendialogprogramm will urgewald Bewegung in die deutsche Bankenlandschaft bringen und sie zur Verabschiedung modellhafter Nachhaltigkeitspolicies bewegen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenKernst\u00fcck des Dialogprogrammes bildeten drei Runde Tische zu folgenden Themen:<br \/>\n1.  Banken und Zellstoff (18.6.2007),<br \/>\n2. Auf dem Weg zu nachhaltigen Finanzierungsentscheidungen &#8211; neue Trends und Instrumente bei Banken (11.04.2008) und<br \/>\n3. Banken und der Biokraftstoffboom &#8211; Dialog \u00fcber Regeln f\u00fcr einen schwierigen Sektor (19.06.2009). <\/p>\n<p>F\u00fcr alle drei Veranstaltungen wurden Hintergrundmaterialien erarbeitet, die in einer Vorversion auf den Dialogveranstaltungen vorgestellt und &#8211; um Anregungen aus den Runden Tischen erg\u00e4nzt &#8211; im Nachhinein ver\u00f6ffentlicht wurden:<br \/>\nZu 1.: Banks, Pulp and People sowie die Webpage: www.pulpmillwatch.org<br \/>\nZu 2.: Neue Banken braucht das Land! Anregungen f\u00fcr eine \u00f6kologisch und sozial zukunftsf\u00e4hige Finanzindustrie<br \/>\nZu 3.: Banken und Biokraftstoffe &#8211; Empfehlungen f\u00fcr eine Modellpolicy<\/p>\n<p>Veranstaltungen und Hintergrundmaterialien dienten dem Zweck, Banken ganz konkret \u00fcber modellhaftes \u00f6kologisches Nachhaltigkeits- und Risikomanagement zu informieren, anhand von Fallbeispielen aus der Vergangenheit auf Probleme hinzuweisen und sowie konkrete Empfehlungen f\u00fcr vorbildliche Sektorstandards zu erarbeiten.<br \/>\nErg\u00e4nzend dazu fanden Beratungsgespr\u00e4che mit einzelnen Banken zu problematischen Finanzierungen als auch zur Erarbeitung von Sektorstandards und Nachhaltigkeitspolicies statt.<br \/>\nDie Ergebnisse der im Rahmen des DBU-Projektes entwickelten Vorstellungen zu einem modellhaften \u00f6kologischen Risikomanagement stellten wir abschlie\u00dfend auf unterschiedlichen Veranstaltungen einer breiteren \u00d6ffentlichkeit vor.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Versuch, Banken \u00fcber Runde Tische f\u00fcr Umweltthemen zu sensibilisieren, ist gelungen. An allen drei Veranstaltungen nahmen Vertreter\/innen aller f\u00fchrenden deutschen Gro\u00dfbanken teil, ab der zweiten Dialogveranstaltung gesellten sich auch die beiden Schweizer Gro\u00dfbanken hinzu. Gerade die Tatsache, dass auf den Dialogveranstaltungen andere Bankenvertreter\/innen zu Wort kamen, die modellhafte Umweltpolicies vorstellen konnten, lie\u00df Hemmschwellen f\u00fcr ein Engagement einzelner deutscher Banken in diesem Bereich sinken. Auch die Vortr\u00e4ge von Fach-NRO zu \u00f6kologischen Risiken bestimmter Investitionen wurden f\u00fcr bankeninterne Schulungen nachgefragt.<br \/>\nEin weiteres Projektziel, weitere NRO zu motivieren, sich mit der Rolle der heimischen Finanzindustrie kritisch zu besch\u00e4ftigen, ist erreicht worden, wie entsprechende Studien sowie das im Lauf des Programmes stetig anwachsende NRO-Interesse zeigt.<br \/>\nEinzelne Banken konnten \u00fcberzeugt werden, den Weg f\u00fcr mehr Umweltstandards zu beschreiten. Bei der Erarbeitung von Policies griffen sie dabei alle auch auf unsere und teilweise auch andere NRO-Expertise zur\u00fcck. Konkret erarbeiteten folgende Banken im Projektzeitraum folgende Policies:<br \/>\nWestLB:\t       Grunds\u00e4tze f\u00fcr Umwelt und Soziales<br \/>\n\t\t       Policy zu Klima (derzeit in Erarbeitung)<br \/>\n\t\t       Policy zu Biokraftstoffen (noch in Erarbeitung)<br \/>\nHypoVereinsbank: Policy zu Atomkraft<br \/>\n\t\t       Policy zu Waffen<br \/>\n\t\t       Policy zu Bergbau (noch in Erarbeitung)<br \/>\nCommerzbank:      Policy zu Waffen<\/p>\n<p>Ein weiteres Novum im Ringen um mehr Umweltschutz zwischen Banken und NRO ist, dass auch Gespr\u00e4che zu problematischen Finanzierungen und\/oder Kunden in gr\u00f6\u00dferer Runde m\u00f6glich und nicht mehr lapidar mit dem Verweis auf das Gesch\u00e4ftsgeheimnis abgelehnt werden. Ein Indiz daf\u00fcr, dass beide Seiten sich als Verhandlungspartner zunehmend ernst nehmen.<\/p>\n<p>Bei aller Zufriedenheit \u00fcber das bisher Erreichte muss jedoch einschr\u00e4nkend hinzugef\u00fcgt werden, dass das Gros deutscher Banken bisher noch keine Policies verankert  oder diese bisher noch nicht ver\u00f6ffentlicht hat. Sie stehen jedoch vermehrt unter \u00f6ffentlichem Rechtfertigungsdruck, da sie sich aufgrund der Finanzkrise keine weiteren Imagesch\u00e4den leisten k\u00f6nnen. Die Finanzkrise bietet sich dabei nun als zus\u00e4tzliche Chance, Ver\u00e4nderungen f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit durchzusetzen, da auch Bankenvorst\u00e4nde auf der dringenden Suche nach positiven Profilierungsm\u00f6glichkeiten sind.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der urgewald-Bankenratgeber Neue Banken braucht das Land! Anregungen f\u00fcr eine \u00f6kologisch und sozial zukunftsf\u00e4hige Finanzindustrie fasst die zentralen Ergebnisse und Empfehlungen des Dialogprogrammes zusammen. Die Ergebnisse dieser Studie stellten wir auf unterschiedlichen Veranstaltungen einer breiteren \u00d6ffentlichkeit vor. Besondere H\u00f6hepunkte bildeten dabei eine DGB-Fachtagung (Freiwillig in die Krise &#8211; reguliert wieder raus aus der Krise) im M\u00e4rz 2009 in Berlin sowie der McPlanet-Kongress (organisiert von BUND, Greenpeace, ATTAC, EED und Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung) im April 2009, ebenfalls in Berlin.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Weg, bei Banken ein nachhaltiges \u00f6kologisches Risikomanagement zu verankern, ist m\u00fchevoll und steinig. Jedoch haben wir es durch dieses Dialogprogramm geschafft, einzelne Banken zu \u00fcberzeugen, ihr \u00f6kologisches Risikomanagement zu verbessern. Endlich sind auch einzelne deutsche Banken bereit, klare Richtlinien f\u00fcr mehr Umweltschutz zu verankern. Damit ist das zentrale Ziel des Dialogprogramms erreicht worden. Noch ist unklar, inwieweit und wie schnell eine umfangreiche Implementierung dieser neuen Umweltrichtlinien in die Praxis gelingt und ob sich im Angesicht der Finanz- und Imagekrise auch andere Banken zunehmend gen\u00f6tigt sehen, den Vorreitern in diesem Bereich zu folgen. Es ist daher dringend erforderlich, die Bem\u00fchungen der Banken in diesem Bereich in Zukunft weiter kritisch zu begleiten, um erreichte Erfolge zu konsolidieren und bei den Nachz\u00fcglern Handlungsdruck aufrechtzuerhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Finanzinstitutionen tragen eine Mitverantwortung f\u00fcr die Nachhaltigkeit von Entwicklungsprozessen. \u00dcber internationale Bankeninitiativen wie die UNEP Financial Initiative oder die Equator Principles versuchen die wichtigsten international agierenden Player, dieser Verantwortung nachzukommen. 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