{"id":24187,"date":"2024-12-11T10:32:08","date_gmt":"2024-12-11T09:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24055-01\/"},"modified":"2024-12-11T10:32:08","modified_gmt":"2024-12-11T09:32:08","slug":"24055-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24055-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltiges modellhaftes Sanit\u00e4r- und Abwasserkonzept im dezentralen Raum am Beispiel des Dorfes Hosman\/Rum\u00e4nien (dt. Gemeinde Holzmengen\/Siebenb\u00fcrgen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die D\u00f6rfer Fofeldea und Hosman liegen in Rum\u00e4nien, Gemeinde Nocrich\/Siebenb\u00fcrgen, nord\u00f6stlich von Sibiu. Die Siedlungsstruktur ist ausgepr\u00e4gt l\u00e4ndlich mit etwa 250 bzw. 800 Einwohnern. Die Wasserversorgung erfolgt \u00fcber Hausbrunnen und mehrere \u00f6ffentliche Wasserstellen. Keine der Wasserstellen hat Trinkwasserqualit\u00e4t.<br \/>\nDas Abwasser wird unbehandelt versickert bzw. in die B\u00e4che abgeleitet. Als Toiletten werden Trockentoiletten in Form der klassischen Plumpsklos \u00fcber ungedichteten Erdgruben genutzt. Die Ausscheidungen gelangen in das Grundwasser.<br \/>\nGrundlage des Sanit\u00e4rkonzeptes ist die getrennte Erfassung, Behandlung und Verwertung der Abfall- und Abwasserteilstr\u00f6me mit dem Ziel der vollst\u00e4ndigen Verwertung und der R\u00fcckf\u00fchrung in den Naturkreislauf, entsprechend dem Prinzip ecosan &#8211; ecological sanitation und NASS &#8211; Neuartige Sanit\u00e4rsysteme.<br \/>\nZielsetzung war die Verbesserung der Sanit\u00e4rsituation durch 1. Trockentrenntoiletten (TTC) und<br \/>\n2. grundst\u00fccksbezogene Pflanzenkl\u00e4ranlagen zur Grauwasserbehandlung (PkaGW).<br \/>\nUm alle Beteiligten in die Lage zu versetzen, \u00fcber das Konzept entscheiden zu k\u00f6nnen, sollten in dem F\u00f6rderprojekt Beispielanlagen installiert werden. Ein positiver Abschluss dieses als Vorprojekt f\u00fcr ein Hauptprojekt geplanten Vorhabens war die Voraussetzung f\u00fcr die Verwirklichung des Konzeptes f\u00fcr eine gesamte Gemeinde im Hauptprojekt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tVorbereitung: Information, Antr\u00e4ge, Beispielstandorte, Wasserqualit\u00e4t, B\u00fcrgerbeteiligung, erste Einwohnerversammlung<br \/>\n2.\tBau und Installation: Errichten von Beispielanlagen, um das Verfahren zu demonstrieren, mit dem Ziel der Akzeptanzerh\u00f6hung in der Bev\u00f6lkerung<br \/>\n3.\tAuswertung: zweite Einwohnerversammlung, Diskussion &#8211; breite Akzeptanz wurde erreicht<br \/>\n4.\tVorbereitung: Hauptprojekt, Willenserkl\u00e4rungen B\u00fcrger\/Gemeinde, Kl\u00e4rung Verwertung F\u00e4kalien; Kl\u00e4rung der Genehmigungsf\u00e4higkeit, Zusammenstellung Antragsunterlagen; Suche nach einheimi-schen Lieferanten und Betrieben; Kl\u00e4rung Finanzbedarf, Festlegung der Gemeinde zur Installation dieses Systems<br \/>\n5.\tAbschluss: Abschlussbericht, Projektkontrolle, Endbericht<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In einem Treffen zum Auftakt des Projektes im Sommer 2008 wurde allen Projektpartnern das Vorhaben vorgestellt, das im Dorf Holzmengen geplant war. Auf Grund eines gleichzeitigen F\u00f6rderantrags der Gemeinde f\u00fcr eine zentrale Wasser- und Abwasserinvestition wurde das Projekt einvernehmlich in das kleinere Nachbardorf Fofeldea verlegt. Dadurch wurde das Projekt mit Verz\u00f6gerung fortgesetzt. Die erste. B\u00fcrgerversammlung fand im Fr\u00fchjahr 2009 in Fofeldea statt. Im Ergebnis waren spontan 8 &#8211; 10 B\u00fcrger (Haushalte) daran interessiert, Modellstandort zu werden. Nach Besichtigung der Standorte konnten in Fofeldea nur drei der zehn f\u00fcr die Installation von TTC, davon einer erg\u00e4nzt mit PkaGW, ausgew\u00e4hlt werden. Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren ver\u00e4nderte Positionen der Interessenten, baulicher oder sozio-\u00f6konomischer Art. Wiederholt standen Absichten f\u00fcr den Bau einer zentralen Infrastruktur (Wasser, Abwasser), jetzt in Fofeldea, im Raum. Ein weiterer Umzug des Projekts wurde von Projektleitung und -partnern abgelehnt. Das Projekt wurde in den Teil des Dorfes ohne zentrale Investitionsabsichten gelegt.<br \/>\nDie Installation der TTC in den H\u00e4usern und der Bau der PkaGW erfolgten in einem konzentrierten Zeitraum Sommer\/Herbst 2009. Die Bewohner f\u00fchrten die geplanten und notwendigen Eigenleistungen an zwei Standorten gut, an den zwei weiteren nur erheblich eingeschr\u00e4nkt durch. Um die Funktion zu gew\u00e4hrleisten, wurden die offenen Arbeiten durch regionale Handwerker erledigt. Normale Schwierigkeiten zu Beginn der Benutzung oder im technischen Betrieb wurden \u00fcberwunden, die Bewohner der Modellstandorte waren zufrieden und wollten das System TTC + PkaGW dauerhaft nutzen. Teilweise wurden die alten Gruben-Latrinen parallel benutzt.<br \/>\nIm Sommer\/Herbst 2010 wurden am Tag der offenen Toilette und in der zweiten B\u00fcrgerversammlung \u00fcber das  Projekt informiert, Erfahrungen ausgetauscht sowie die Meinungen von Politikern und B\u00fcrgern eingeholt. Beinahe alle zur Versammlung Anwesenden, etwa 50 % der Haushalte Fofeldeas, bekundeten Interesse an diesem Sanit\u00e4rsystem f\u00fcr ihr Grundst\u00fcck und haben sich eindeutig f\u00fcr die Fortsetzung des Projektes (Hauptprojekt) ausgesprochen. Auch der B\u00fcrgermeister vertrat diese Position und brachte seine Hoffnungen in das Projekt zum Ausdruck. Eine \u00e4hnliche, sehr positive Position des Landrates unterst\u00fctzt das Ergebnis insgesamt. Mit den praktischen Erfahrungen und dem Votum der B\u00fcrger im Hintergrund erfolgte ein Beschluss im Gemeinderat von Nocrich, in dem TTCs und PkaGWs f\u00fcr Fofeldea als vorrangige und damit auch politische Zielstellung erkl\u00e4rt wurden. Erg\u00e4nzend dazu wurden die Versorgung mit Trinkwasser und die Nutzung der Stoffstr\u00f6me als Aufgaben definiert.<br \/>\nMit den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden bestand und besteht Einigkeit \u00fcber den Pilotcharakter des Projektes und des Hauptprojektes und dass die Ziele in Fofeldea erreicht werden k\u00f6nnen. Eine verbindliche schriftliche Stellungnahme der Beh\u00f6rden zum Hauptprojekt konnte nicht erreicht werden, wobei Defizite in der Kommunikation und die komplexe fachliche und rechtliche Fragestellung als Gr\u00fcnde gesehen werden.<br \/>\nInsgesamt muss ein  h\u00f6herer Grad an Verbindlichkeit der Beteiligten erreicht werden &#8211; durch eine enge Kooperation mit der Gemeinde, dem Landkreis und den Beh\u00f6rden &#8211; und durch eine finanzielle Beteiligung am Hauptprojekt mit rum\u00e4nischen Anteilen.<br \/>\nDie Akzeptanz moderner Trockentrenntoiletten in der Bev\u00f6lkerung Fofeldeas und dar\u00fcber hinaus wurde als wichtigste Grundlage und Ziel dieses Projektes erreicht; die grundlegende fachlich-politische Arbeit wurde geleistet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Gemeinde und Beh\u00f6rden wurden regelm\u00e4\u00dfig informiert und eine aktive Zusammenarbeit angeregt. Im Verlaufe des Projekts wurden mit Ver\u00f6ffentlichungen im Ort, in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen und einem breiten Verteiler via Post bzw. E-Mail an B\u00fcrger, R\u00e4te \/ Politiker \/ Beh\u00f6rden in Gemeinde und Kreis sowie Initiativen der Region \u00fcber das Projekt \u00f6ffentlich informiert. Bei den B\u00fcrgerversammlungen wurden Pr\u00e4sentationen als Informationen zum Projekt und komplexe Zusammenh\u00e4nge einfach und verst\u00e4ndlich dargestellt.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus ist das Projekt u. a. in den Artikeln der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Alles flie\u00dft &#8211; in den Kreislauf zur\u00fcck, 10.07.2011), in den Deutsch Rum\u00e4nischen Heften (Insel des Gelingens, 02\/2011) und mit Informationstafeln bei verschiedenen Messebeteiligungen pr\u00e4sentiert worden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde in seiner geplanten Stufe als Vorprojekt erfolgreich realisiert. Die gesetzten Ziele zur modellhaften Einf\u00fchrung von neuartiger Sanit\u00e4rtechnik zur Verbesserung der Umweltsituation, bezogen auf den Umgang mit F\u00e4kalien- und Grauwasser im Dorf Fofeldea, wurden erreicht. Ein Folgeprojekt wird durch den erheblich gr\u00f6\u00dferen Umfang einen hohen umweltrelevanten Effekt haben. Mit den Ma\u00dfnahmen zur Sicherung lokaler Trinkwasserressourcen und der Wertsch\u00f6pfung aus anfallenden Stoffstr\u00f6men werden langfristig Umwelt- und Naturschutz sowie eine nachhaltige Regionalentwicklung bef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die D\u00f6rfer Fofeldea und Hosman liegen in Rum\u00e4nien, Gemeinde Nocrich\/Siebenb\u00fcrgen, nord\u00f6stlich von Sibiu. Die Siedlungsstruktur ist ausgepr\u00e4gt l\u00e4ndlich mit etwa 250 bzw. 800 Einwohnern. Die Wasserversorgung erfolgt \u00fcber Hausbrunnen und mehrere \u00f6ffentliche Wasserstellen. 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