{"id":24185,"date":"2023-09-24T10:32:12","date_gmt":"2023-09-24T08:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24044-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:14","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:14","slug":"24044-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24044-01\/","title":{"rendered":"Teilfl\u00e4chenspezifische Grundd\u00fcngung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Bemessung der Grundd\u00fcngung landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4chen erfolgt gegenw\u00e4rtig auf der Grundlage periodisch durchgef\u00fchrter N\u00e4hrstoffuntersuchungen unter Ber\u00fccksichtigung der Bodenart und der Ertr\u00e4ge. F\u00fcr die Beprobung sind die Schl\u00e4ge in 5 &#8211; 10 ha gro\u00dfe Teilfl\u00e4chen zu unterteilen, doch wird die D\u00fcngung im Allgemeinen fl\u00e4cheneinheitlich durchgef\u00fchrt. Folglich lassen sich Bereiche mit N\u00e4hrstoff\u00fcbersch\u00fcssen wie auch N\u00e4hrstoffverarmung innerhalb eines Schlages nicht ausgleichen, wodurch vermeidbare N\u00e4hrstoffaustr\u00e4ge und ein ungerechtfertigter N\u00e4hrstoffeinsatz verursacht werden. Basierend auf den im 1 ha-Raster ermittelten N\u00e4hrstoffgehalten auf den Schl\u00e4gen eines 2000 ha-Betriebes sind der Einfluss unterschiedlicher Teilfl\u00e4chengr\u00f6\u00dfen bei der Beprobung und der D\u00fcngung auf die N\u00e4hrstoffbilanz und die Vereinheitlichung der N\u00e4hrstoffgehaltsklassen innerhalb der Schl\u00e4ge zu untersuchen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie praxis\u00fcbliche D\u00fcngungspraxis ist unter Verwendung der 1 ha-N\u00e4hrstoffgehalte zu simulieren und im Vergleich mit einer teilfl\u00e4chenspezifischen D\u00fcngung auf der Basis einer 1 ha-Beprobung zu bewerten. Zus\u00e4tzlich sind die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen einer teilfl\u00e4chenspezifischen D\u00fcngung abzusch\u00e4tzen. Auf Grund der erh\u00f6hten Aufwendungen bei einer 1 ha-Beprobung sind die M\u00f6glichkeiten einer gezielten Beprobung unter Verwendung von Ertragsdaten bzw. Daten der elektrischen Bodenleitf\u00e4higkeit zu beurteilen. Dazu m\u00fcssen auch diese Daten aufbereitet werden. Durch zus\u00e4tzliche Beprobungen sind der Einfluss der Verteilung der Bodenprobenahmepunkte und des Zeitpunktes der Bodenprobenahme auf die ermittelten N\u00e4hrstoffgehalte von 1 ha-Teilfl\u00e4chen zu ermitteln. Zuk\u00fcnftige on-the-go-Beprobungsverfahren errechnen die N\u00e4hrstoffverteilung aus Analysewerten, die in situ von einer erh\u00f6hten Anzahl von Einzelproben je Hektar ermittelt werden. Die auf diese Weise sich ergebende Verteilung ist mit der traditionell ermittelten zu vergleichen. Die Bearbeitung der einzelnen Teilaufgaben erfolgt mit den jeweils g\u00fcnstigsten Methoden der Geoinformatik.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bodenprobenahme, punkt- oder fl\u00e4chenbezogen, \u00fcbt einen Einfluss auf die ermittelten N\u00e4hrstoffgehalte aus. Die durchgef\u00fchrten Untersuchungen auf 1 ha-Probenahmefl\u00e4chen offenbarten vergleichsweise hohe Normalfehler der Probenahme\/Analyse im Ergebnis unterschiedlicher Probenahmevarianten. Dagegen war der Zeitpunkt der Probenahme von geringerer Bedeutung.<br \/>\nAus den ermittelten N\u00e4hrstoffgehalten sind f\u00fcr die D\u00fcngung Karten zu generieren. Mittels Interpolation lassen sich N\u00e4hrstoffgehalte an nicht beprobten Positionen unter Nutzung der N\u00e4hrstoffgehalte an bekannten Positionen sch\u00e4tzen. Eine Interpolation liefert jedoch nur dann zuverl\u00e4ssige Sch\u00e4tzungen, wenn die N\u00e4hrstoffgehalte r\u00e4umlich korreliert sind. In der Regel ist davon auszugehen, dass eine r\u00e4umliche Korrelation der N\u00e4hrstoffgehalte nur vorliegt, wenn kleinere Probenahmefl\u00e4chen als 1 ha gew\u00e4hlt wurden. Da dies in der Praxis kaum realisiert wird, sollte im Allgemeinen auf eine Interpolation zu Gunsten der Zuweisung der N\u00e4hrstoffgehalte zu den Probenahmefl\u00e4chen verzichtet werden.<br \/>\nAls Kompromiss zwischen den Anliegen, die wahre N\u00e4hrstoffverteilung auf einem Schlag zu erkennen und die Kosten f\u00fcr die Probenahme\/Analyse zu begrenzen, wird die 1 ha-Probenahme angesehen. Ein indirektes Zeichen daf\u00fcr, dass auch die 1 ha-Probenahmefl\u00e4chen noch zu gro\u00df sind, ist die in Abh\u00e4ngigkeit von der Probenahmevariante sowie der Art der Erzeugung der Fl\u00e4chenkarten verursachte gro\u00dfe Variabilit\u00e4t der erzeugten Karten. Diese hat unterschiedliche D\u00fcngungsanweisungen zur Folge. Eine deutliche Reduzierung des Sch\u00e4tzfehlers wurde unter Nutzung der N\u00e4hrstoffgehalte einer Probenahme im 50 x 50 m-Raster erreicht.<br \/>\nEine Probenahme auf der Basis von Klassenfl\u00e4chen der elektrischen Bodenleitf\u00e4higkeit ist gleich oder besser als eine Probenahme auf der Basis von Rasterfl\u00e4chen, wenn jeweils die gleiche Gr\u00f6\u00dfe der Probenahmefl\u00e4che zu Grunde gelegt wird. Die unbekannte Beziehung zwischen den N\u00e4hrstoffgehalten und der elektrischen Bodenleitf\u00e4higkeit auf dem zu beprobenden Schlag erlaubt keine Vergr\u00f6\u00dferung der Probenahmefl\u00e4chen im Vergleich zur Rasterfl\u00e4chenbeprobung. Entscheidend f\u00fcr die G\u00fcte der Interpolation ist grunds\u00e4tzlich die Gr\u00f6\u00dfe der Probenahmefl\u00e4che und nicht die Art ihrer Ausgrenzung.<br \/>\nBezug nehmend auf ver\u00f6ffentlichte und eigene Untersuchungsergebnisse scheint es, dass bisher kein zus\u00e4tzliches Merkmal identifiziert werden konnte, das die Ermittlung der Verteilung der N\u00e4hrstoffgehalte generell unterst\u00fctzt. Ehe deshalb zus\u00e4tzliche Aufwendungen get\u00e4tigt werden, um ein zus\u00e4tzliches Merkmal aufzunehmen, sollte vielmehr unmittelbar die Probenahmedichte zur Erfassung der N\u00e4hrstoffgehalte erh\u00f6ht werden.<br \/>\nEiner Erh\u00f6hung der Probenahmedichte auf dem konventionellen Weg sind durch die steigenden Aufwendungen Grenzen gesetzt. In der n\u00e4heren Zukunft werden deshalb Bodensensoren, insbesondere elektrochemische Sensoren, zum Einsatz kommen. Die Entnahme von Einzelproben anstelle von Mischproben f\u00fcr die Analyse ist kein Hindernis f\u00fcr die Einf\u00fchrung der on-the-go-N\u00e4hrstofferfassung. In den eigenen Untersuchungen f\u00fchrten die N\u00e4hrstoffgehalte der im 25 m-Raster aufgenommenen Einzelproben (simulierte on-the-go-Variante) zu einer h\u00f6heren Sch\u00e4tzgenauigkeit als die N\u00e4hrstoffgehalte der konventionell aufgenommenen punktbezogenen Mischproben im 50 m-Raster.<br \/>\nDurch teilfl\u00e4chenspezifische D\u00fcngung auf der Grundlage gr\u00f6\u00dferer Teilfl\u00e4chen kann nicht vermieden werden, dass kleinr\u00e4umig trotzdem noch Fehld\u00fcngungen in Form von \u00dcberd\u00fcngung bzw. unterlassener D\u00fcngung auftreten. Der Anteil fehlged\u00fcngter Bereiche w\u00e4chst mit dem Anstieg der Teilfl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe, die der D\u00fcngung zu Grunde liegt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Teilergebnisse des Projektes wurden auf zwei internationalen Konferenzen und einer nationalen wissenschaftlichen Konferenz vorgetragen. Eine Pr\u00e4sentation des Projektes erfolgte auf dem DLG-Feldtag 2008. Die Abschlussveranstaltung des Projektes fand als Fachgespr\u00e4ch statt. Der Abschlussbericht wird in leicht ver\u00e4nderter Form in der Reihe Bornimer Agrartechnische Berichte ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt erm\u00f6glichte Aussagen zur teilfl\u00e4chenspezifischen Grundd\u00fcngung, die von \u00fcberregionalen Vereinen\/Gesellschaften, wie der VDLUFA oder der DLG, von einzelnen L\u00e4ndern oder Dienstleistungseinrichtungen bereits ver\u00f6ffentlicht worden waren, zahlenm\u00e4\u00dfig und bildhaft zu untersetzen oder auch zu korrigieren. Machbar wurde dies innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums, weil der Projektbetrieb \u00fcber im Verlauf eines Jahrzehnts gespeicherte betriebliche Daten verf\u00fcgte, die er ohne Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr das Projekt zur Verf\u00fcgung stellte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Bemessung der Grundd\u00fcngung landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4chen erfolgt gegenw\u00e4rtig auf der Grundlage periodisch durchgef\u00fchrter N\u00e4hrstoffuntersuchungen unter Ber\u00fccksichtigung der Bodenart und der Ertr\u00e4ge. F\u00fcr die Beprobung sind die Schl\u00e4ge in 5 &#8211; 10 ha gro\u00dfe Teilfl\u00e4chen zu unterteilen, doch wird die D\u00fcngung im Allgemeinen fl\u00e4cheneinheitlich durchgef\u00fchrt. 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