{"id":24159,"date":"2024-11-27T10:36:13","date_gmt":"2024-11-27T09:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-71\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:18","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:18","slug":"17400-71","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-71\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Neuen Traunsteiner H\u00fctte auf der Reiteralpe auf 1.560 m \u00fc. NN in den Berchtesgadener Alpen\/Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Abw\u00e4sser der Neuen Traunsteiner H\u00fctte wurden bis zum Projekt \u00fcber eine Dreikammergrube (Nutzinhalt 30 m\u00b3) mechanisch gereinigt und dann versickert. Diese Anlage entsprach nicht mehr dem Stand der Technik.<br \/>\nIn der vorangegangenen Planungsphase AZ 17400\/51 waren bereits die integralen Planungsleistungen f\u00fcr eine neue Abwasserentsorgungsanlage von der DBU gef\u00f6rdert worden.<br \/>\nZiel des Demonstrationsprojektes war es, die Abwasserreinigung dem Stand der Technik anzupassen. Dazu war eine biologische Hauptreinigungsstufe notwendig. Als Ablaufgrenzwerte wurden aus den geltenden Verordnungen f\u00fcr BSB5 40 mg\/l und f\u00fcr CSB 150 mg\/l ermittelt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAufgrund der Ergebnisse des Evaluierungsprojektes erfolgte eine Umplanung der Abwasserreinigung vom urspr\u00fcnglich geplanten Tropfk\u00f6rper zum bepflanzten Bodenfilter. Durch den geringen Energieaufwand des errichteten Bodenfilterk\u00f6rpers war die Errichtung einer eigenen Energieversorgung nicht notwendig. Weiter war kein Betriebsgeb\u00e4ude f\u00fcr die Tropfk\u00f6rper und somit keine Solaranlage f\u00fcr die Heizung des Betriebsgeb\u00e4udes erforderlich.<br \/>\nFolgende Anlage wurde ausgef\u00fchrt: Die K\u00fcchenabw\u00e4sser werden \u00fcber einen Fettabscheider geleitet und im Folgenden mit den anderen Abw\u00e4ssern zusammengef\u00fchrt. Zur Vorreinigung wurden 2 neue Kunststoff-Absetzbecken gesetzt, wobei eines zweigeteilt ist. Die bestehende 3-Kammer-Absetzanlage wird f\u00fcr die Abwasserreinigung nicht mehr ben\u00f6tigt und wird nunmehr als Regenauffangbecken verwendet. Als biologische Reinigungsstufe wurde ein bepflanzter Bodenk\u00f6rper ca. 60 m westlich der H\u00fctte errichtet. Die biologische Reinigungsstufe ist auf 65 Einwohnerwerte (EW60) dimensioniert und wurde daher mit einer Fl\u00e4che von 130 m\u00b2 ausgef\u00fchrt (2 m\u00b2\/EW). Die Beschickung erfolgt intermittierend \u00fcber eine Abwasserpumpe. Die biologisch gereinigten Abw\u00e4sser werden \u00fcber eine neu errichtete Sickerstrecke fl\u00e4chig in den Untergrund verbracht. In einem Betriebsgeb\u00e4ude, welches unmittelbar unterhalb der Dreikammergrube errichtet wurde, ist die Filtersackanlage zur Entw\u00e4sserung des Kl\u00e4rschlammes untergebracht. Der in der 3-Kammer Anlage anfallende Schlamm gelangt im freien Gef\u00e4lle in die Filtersackanlage. Dort wird er zuerst entw\u00e4ssert, anschlie\u00dfend mineralisiert und letztendlich auf die bewilligte Fl\u00e4che ausgebracht. Die geplanten Ma\u00dfnahmen wurden wasserrechtlich bewilligt (Bescheid des Landratsamts Berchtesgadener Land vom 22.04.2009) und dann zur Ausf\u00fchrung ausgeschrieben. Das Leistungsverzeichnis wurde an sechs Firmen verschickt, wovon drei ein Angebot legten. Im Zuge der Verhandlungen kristallisierte sich die Fa. Beto Gaderer Tiefbau GmbH aus St. Lorenz, Ober\u00f6sterreich, als Bestbieter heraus. Baubeginn war Mitte Juni 2009. Die Arbeiten konnten Anfang Oktober 2009 abgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr den Bereich der Reinigung und Entsorgung der Abw\u00e4sser konnte die Zielsetzung der vollbiologischen Reinigung voll und ganz realisiert werden. Zur urspr\u00fcnglichen Zielsetzung konnte dahingehend sogar eine Verbesserung erreicht werden, dass das gereinigte Abwasser nicht mehr punktuell beim bestehenden Sickerschacht in den Untergrund verbracht, sondern \u00fcber eine Sickerstrecke in einer L\u00e4nge von 25 m in den aktiven Bodenk\u00f6rper (Humusschicht) verrieselt wird und somit eine zus\u00e4tzliche Filterung und Reinigung erfolgt.<br \/>\nWeiter konnte durch die Errichtung eines bepflanzten Bodenfilters und die Ausn\u00fctzung der nat\u00fcrlichen Gef\u00e4llesituationen (Ablauf im freien Gef\u00e4lle zur Filtersackanlage, Errichtung des bepflanzten Bodenfilters in einer Gel\u00e4ndemulde etwa. 3 m unter GOK des Pumpschachtes) der Energieverbrauch f\u00fcr die Abwassersammlung und Abwasserreinigung minimiert werden. Der Fettabscheider verbraucht keine Energie, die Beschickerpumpe zum Pflanzenbeet mit einer Leistung von 0,6 kW weist einen durchschnittlichen Tagesverbrauch von 0,15 kW\/h pro Tag (0,15 x 100 Tage = Jahresverbrauch von 15 kW\/h pro Jahr) auf.<\/p>\n<p>Die Ablaufgrenzwerte lt. Verordnung f\u00fcr BSB5  40 mg\/l und f\u00fcr CSB 150 mg\/l werden eingehalten. Durch die Verwendung von Leka Bl\u00e4htongranulat (spezifisches Gewicht von ca. 0,4) als Bodenk\u00f6rper in der Pflanzenkl\u00e4ranlage konnte der Hubschraubertransport gegen\u00fcber Sand (spezifisches Gewicht von etwa 1,7) auf 1\/5 reduziert werden.<\/p>\n<p>Die Schlammlinie wurde sehr wartungsfreundlich mittels Filtersackanlage geplant und organisiert. Der Prim\u00e4rschlamm aus der 3-Kammer Faulanlage wird mittels Kanalrohre im freien Gef\u00e4lle 1- bis 2-mal pro Jahr zur Filtersackanlage geleitet. Der Schlamm entw\u00e4ssert in den Filters\u00e4cken, das abtropfende Filtratwasser wird mittels Tauchpumpe in die 1. bzw. 2. Kammer der mechanischen Stufe zur\u00fcckgepumpt. Die S\u00e4cke verbleiben 1 Jahr in der Filtersackanlage, wo der Schlamm getrocknet und mineralisiert wird. Der H\u00fcttenwirt kann mit dem Klein-LKW direkt zur Filtersackanlage zufahren, die Filters\u00e4cke aufladen und zur rund 50 m entfernten bewilligten Ausbringungsstelle verfrachten. Der Energieaufwand der Filtersack-anlage bel\u00e4uft sich auf etwa 1 kW\/h pro Jahr f\u00fcr die R\u00fcckf\u00fchrung der Sickerw\u00e4sser aus den Filters\u00e4cken in die 3-Kammer-Absetzanlage.<\/p>\n<p>Aus \u00f6kologischer Sicht (Reinigung der Abw\u00e4sser und des Kl\u00e4rschlammes), aus \u00f6konomischer Sicht (geringer Energieverbrauch) und aus Sicht der Wartung und des Betriebs (geringer Wartungsaufwand durch den H\u00fcttenwirt bzw. dem Haustechniker Herr Schneeweiss) entspricht die errichtete Abwasseranlage den Zielsetzungen und kann f\u00fcr H\u00fctten mit einem \u00e4hnlichen Charakter empfohlen werden.<\/p>\n<p>Die Anlage wird mit voller Zufriedenheit des H\u00fcttenwirtes und H\u00fcttenwartes betrieben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Schutzh\u00fctten und deren Umweltschutzprojekte stehen besonders in der Aufmerksamkeit des \u00f6ffentlichen Interesses. Besonders bei Schutzh\u00fctten mit hohem Bekanntheitsgrad und zahlreichen naturbegeisterten Besuchern ist ein gro\u00dfer Multiplikatoreffekt gegeben.<\/p>\n<p>Das Demonstrationsprojekt wurde und wird durch mehrere Plattformen bzw. Informationen und pers\u00f6nlichen Kontakt der Wirtsleute und G\u00e4ste vorgestellt und bekannt gemacht. Dem Projekt der Abwasserbe-handlung wurde ein ausf\u00fchrlicher Bericht in den Jahresmitteilungen der Sektion Traunstein gewidmet. Weiter wurde das Projekt in Benediktbeuern und bei der Solartagung von Grammar Solar auf der Neuen Traunsteiner H\u00fctte pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Projektziele in vollem Umfang erreicht wurden.<br \/>\nZudem wurde eine Reduktion der Betriebskosten erzielt. Wie geplant ist ein automatischer Betrieb der Abwasserreinigung m\u00f6glich; der Energieaufwand ist so gering, dass keine zus\u00e4tzlichen Fotovoltaikfl\u00e4chen erforderlich sind. F\u00fcr die Schlammtrocknung ist keine Beheizung notwendig, womit diese ohne Energieaufwand betrieben werden kann.<\/p>\n<p>Die gesamte Abwasserreinigung und Entsorgung inklusive Schlammlinie stellt sich &#8211; damit wurde das urspr\u00fcngliche Projektziel erreicht &#8211; als sehr wartungsfreundlich heraus. Eine zus\u00e4tzliche Kosteneinsparung gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen Antragstellung konnte bei der Realisierung durch optimale Abstimmung der Planung zu den r\u00e4umlichen Gegebenheiten, durch die Gewichtseinsparung beim Bodenfilter und durch die Einsparung des Energieaufwandes erreicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Abw\u00e4sser der Neuen Traunsteiner H\u00fctte wurden bis zum Projekt \u00fcber eine Dreikammergrube (Nutzinhalt 30 m\u00b3) mechanisch gereinigt und dann versickert. Diese Anlage entsprach nicht mehr dem Stand der Technik. 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