{"id":24155,"date":"2024-12-01T10:32:44","date_gmt":"2024-12-01T09:32:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23937-01\/"},"modified":"2024-12-01T10:32:45","modified_gmt":"2024-12-01T09:32:45","slug":"23937-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23937-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Parkpflegewerks als Grundlage f\u00fcr die modellhafte Wiederherstellung der historischen Parkanlage der Sommerresidenz Samuel von Brukenthals in Avrig\/Freck (Rum\u00e4nien) unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Zusammenarbeit von Denkmal- un[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Sommerresidenz von Baron Samuel von Brukenthal (1721-1803) ist der einzige in dieser Art erhaltene Barockpark Rum\u00e4niens, kulturhistorisch f\u00fcr ganz S\u00fcdosteuropa bedeutend. Neben der Parkanlage war die Anlage auch ein am Nutzen orientiertes landwirtschaftliches Gut. Durch unterlassene oder unsachgem\u00e4\u00dfe Pflege ist der Park heute verwildert. Die das Gel\u00e4nde durchziehenden Bachl\u00e4ufe und Weiher sind verlandet und verschmutzt. Die gro\u00dfartige Pflanzenvielfalt ist nicht mehr vorhanden. Andererseits haben sich auf vielf\u00e4ltige naturschutzw\u00fcrdige Biotope und Vegetationsstrukturen entwickelt, die in die historische Parkanlage integriert werden m\u00fcssen. Die Aspekte von Denkmalschutz und Naturschutz m\u00fcssen sorgf\u00e4ltig abgewogen und in Einklang gebracht werden. Eine weitere Aufgabe besteht darin, die ehemalige Nutzung der Sommer-residenz als landwirtschaftliches Gut wieder aufleben zu lassen und unter den innovativen Aspekten der \u00f6kologischen Landwirtschaft den Kulturpflanzenanbau in die Parkgestaltung zu integrieren.<br \/>\nZiel der ersten Phase ist es, durch fachliche Gutachten und durch die Erarbeitung eines Parkpflegewerks die Grundlage f\u00fcr die Sanierung und des \u00f6rtlichen Wasserhaushaltes zu schaffen. Der durch Kontaminierung, Verschlammung und Verlandung gef\u00e4hrdete Wasserhaushalt soll im Rahmen der Parkrestauration saniert werden. Durch die Schadstoffreduzierung bzw. Eliminierung der Schadstoffe im Grund- und Ober-fl\u00e4chenwasser wird ein entscheidender Beitrag zur Umweltentlastung innerhalb und au\u00dferhalb der Anlage geleistet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00a7\tErstellung eines Parkpflegewerks<br \/>\n       Das Parkpflegewerk gliedert sich in folgende Leistungsbausteine:<br \/>\n      Quellenforschung, Bestandsaufnahme und Bewertung, Pflege und Ma\u00dfnahmenkonzept, Detaill\u00f6sungen und Kostenberechnungen      f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Projekte, Koordination<br \/>\n\u00a7\tArch\u00e4logisches Gutachten<br \/>\n\u00a7\tHydrologisch \/ geologisches Gutachten<br \/>\n       Die Ergebnisse des Gutachtens sollen folgende Aussagen beinhalten:<br \/>\n       Grad der Wasserverschmutzung, Wasserhaushalt-Ursachen von Verlandung, Vern\u00e4ssung<br \/>\n\u00a7\tDringlichkeitsma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Leitkonzept f\u00fcr die Parkanlage wurde aus der wissenschaftlichen historischen Analyse und dem Vergleich mit Bestand und den heutigen Parkfunktionen Parks entwickelt. Die Ziele wurden in Sitzungen mit dem Kuratorium der Brukenthal-Stiftung und den Denkmalschutzbeh\u00f6rden diskutiert und abgestimmt.<br \/>\nOberziele:<br \/>\n1. denkmalgerechte Nutzung: Das wichtigste Ziel ist die Etablierung einer denkmalgerechten Nutzung, die die Geb\u00e4ude und die Parkanlage in authentischer Form in ihrem Fortbestand langfristig sichert.<br \/>\n2. Zeuge der Geschichte: Die historische Parkanlage soll als Gesamtkunstwerk und als Zeugnis der Geschichte mit ihren Entwicklungsphasen erhalten, wiederhergestellt und fachgerecht gepflegt werden.<br \/>\n3. Gartenanlage um 1803: Der sp\u00e4tbarocken Entstehungsphase unter Brukenthal kommt kunsthisto-risch die h\u00f6chste Bedeutung zu. Das Zusammenwirken von formalen und landschaftlichen Gartenbereichen soll, um die Authentizit\u00e4t des Kulturdenkmals zu erhalten, bewahrt und ausgebaut werden.<br \/>\n4. Leitidee das Versailles Rum\u00e4niens: Die Sommerresidenz ist als das Versailles Rum\u00e4niens zu entwickeln und als einzigartiges historisches Erbe f\u00fcr Kultur, Tourismus und Freizeitangebote nutzbar zu machen.<br \/>\n5. Symbiose von Denkmal- und Naturschutz\/Feuchtgebiet: Die durch mangelnde Pflege entstandenen vielf\u00e4ltigen naturschutzw\u00fcrdigen Biotope und Vegetationsstrukturen sind in die nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten artifiziell gestaltete Parkanlage zu integrieren.<br \/>\n6. Sanierung des Wasserhaushalts: Der Wasserhaushalt muss f\u00fcr eine landwirtschaftliche und garten-bauliche Nutzung saniert werden. Die Wasserspiele in Form von Font\u00e4nen, Kan\u00e4len, Brunnen, Wasser-fall und Teichen sind wieder zu bestimmenden Elementen des Parks auszugestalten.<br \/>\n7. \u00f6kologische Landwirtschaft: Die ehemalige Funktion der Sommerresidenz als landwirtschaftliches Gut soll unter den innovativen, nachhaltigen Aspekten einer \u00f6kologischen Landbewirtschaftung im Sinne Brukenthals wieder belebt werden. Der Holl\u00e4ndische Garten soll wieder der Anzucht von Gem\u00fcse und exotischem Obst sowie als Sichtungsgarten dienen.<br \/>\n8. Entwicklung der Gesamtregion: F\u00fcr die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Gesamtregion stellt die Anlage ein Schl\u00fcsselprojekt dar und soll als Pilotprojekt bez\u00fcglich des Zusammenwirkens von Denkmal- und Naturschutz wirken.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die modellhaften Projektergebnisse werden in der national zug\u00e4nglich Datenbank des Hornemann Institut Hildesheim www.hornemann-institut.de (Zentrum f\u00fcr die Erhaltung des Weltkulturerbes) aufbereitet. Eine Publikation zum Parksanierungskonzept befindet sich in Vorbereitung. Sinnvoll erscheint es auch, die \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu intensivieren und die Garten- und Parkanlage bei einem breiteren Publikum aber auch potentiellen Nutzern  bekannt zu machen. Im Jahr 2007 (Kulturhauptstadt Sibiu, EU-Beitritt) in Hermannstadt (und Freck) k\u00f6nnte z. B. eine Ausstellung zur Geschichte der Anlage und den Arbeitsergebnis-sen durchgef\u00fchrt werden, die von einem kleinen Fachsymposium begleitet werden sollte. Tagung und Ausstellung sollten durch einen Tagungs- und Ausstellungsband dokumentiert werden, welcher dann in die \u00d6ffentlichkeit ausstrahlen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das vorliegende Parksanierungskonzept stellt einen Meilenstein f\u00fcr die Entwicklung der Frecker Garten- und Parkanlagen dar. Einerseits ist damit eine gute Planungsgrundlage erarbeitet worden, andererseits werden zahlreiche Entwicklungsbausteine vorgestellt, die sich in Abh\u00e4ngigkeit von der zuk\u00fcnftigen Nut-zung schrittweise realisieren lie\u00dfen.<br \/>\nSolange Aspekte der Nutzung und die Gew\u00e4hrleistung der Pflege nicht gekl\u00e4rt sind, sind umfangreichere Sanierungsma\u00dfnahmen kaum sinnvoll. Es sollte deshalb ab 2007 der Focus auf die Nutzungsperspektiven f\u00fcr Gartenanlagen und v. a. f\u00fcr die Baulichkeiten gerichtet werden. Es ist f\u00fcr Ausstattung und Er-schlie\u00dfung der Anlage ein erheblicher Unterschied, ob dort ein Hotelbetrieb mit Wellnessbereich, ein Sanatorium f\u00fcr \u00e4ltere Menschen oder ein Tagungszentrum entsteht. Man k\u00f6nnte bef\u00fcrworten, einzelne be-sonders gut dokumentierte Baulichkeiten wie die historischen Mauern, Brunnen und Treppenanlagen zu restaurieren, auch um deren weiteren Verfall aufzuhalten. Dies sollte vorrangig in der zentralen barocken Partie geschehen. Wichtig f\u00fcr die Entwicklung der Anlage w\u00e4re die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie, die sich mit den Nutzungsm\u00f6glichkeiten der baulichen Anlagen, den damit verbundenen Kosten sowie den wirtschaftlichen Perspektiven f\u00fcr die Gesamtanlage auseinandersetzt. Szenarien f\u00fcr die Nutzung sind im Sanierungskonzept bereits skizziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Sommerresidenz von Baron Samuel von Brukenthal (1721-1803) ist der einzige in dieser Art erhaltene Barockpark Rum\u00e4niens, kulturhistorisch f\u00fcr ganz S\u00fcdosteuropa bedeutend. Neben der Parkanlage war die Anlage auch ein am Nutzen orientiertes landwirtschaftliches Gut. Durch unterlassene oder unsachgem\u00e4\u00dfe Pflege ist der Park heute verwildert. 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