{"id":24146,"date":"2026-03-13T10:32:11","date_gmt":"2026-03-13T09:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23900-01\/"},"modified":"2026-03-13T10:32:12","modified_gmt":"2026-03-13T09:32:12","slug":"23900-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23900-01\/","title":{"rendered":"Naturschutz und Regionalentwicklung in S\u00fcdosteuropa am Beispiel Rum\u00e4nien und Bulgarien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass des Vorhabens war der Beitritt der s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Staaten Rum\u00e4nien und Bulgarien zur Europ\u00e4ischen Union. Das Vorhaben zielte auf die Vorbereitung und Umsetzung von zehn konkreten Naturschutzprojekten in diesen beiden Staaten ab.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenJe f\u00fcnf Nachwuchsf\u00fchrungskr\u00e4fte aus dem rum\u00e4nischen und bulgarischen Naturschutzsektor wurden als Trainees in deutschen Gro\u00dfschutzgebieten und anderen Naturschutzeinrichtungen in einem Zeitraum von zwei mal zwei Monaten durch Mitwirkung in der jeweiligen Institution und durch f\u00fcnf begleitende Seminare und Workshops in theoretischer wie praktischer Sicht auf die Erarbeitung und Umsetzung von Naturschutzprojekten in ihren Heimatl\u00e4ndern vorbereitet. Bei einem sechsten Workshop im M\u00e4rz 2007 wurde ein Zwischenfazit erster bereits getroffener Projektumsetzungsschritte gezogen.<br \/>\nGleichzeitig sollte das Vorhaben dem Aufbau eines grenz\u00fcbergreifenden Netzwerkes rum\u00e4nischer, bulgarischer und deutscher Naturschutz-Nachwuchskr\u00e4fte dienen, welches langfristig eine bessere Durchsetzungskraft der Naturschutzinteressen bei der EU-Integration verspricht. Instrumente zum Aufbau dieses dauerhaft angelegten Netzwerkes sind eine neu einzurichtende Internetplattform sowie weitere Ma\u00dfnahmen zur Intensivierung und Erweiterung bestehender bilateraler Kontakte<br \/>\nDie Ergebnisse einer intensiven projektbegleitenden Evaluation liefern Aussagen dar\u00fcber, inwieweit der hier umzusetzende methodische Ansatz f\u00fcr eine dauerhaft erfolgreiche St\u00e4rkung des Naturschutzes in Rum\u00e4nien und Bulgarien geeignet ist.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Zielgruppe der young professionals (Alter 25 bis 40 Jahre) in rum\u00e4nischen und bulgarischen Umwelt- und Naturschutzverwaltungen und Nichtregierungsorganisationen f\u00fchlte sich offensichtlich durch das Programm angesprochen, so dass sich &#8211; trotz relativ kurzfristiger Bekanntmachung des neuen Programms &#8211; weitaus mehr Personen bewarben als aufgenommen werden konnten. Die Zusammenarbeit mit den Botschaften und den Projektpartnern vor Ort (Europarc und Euronatur) hat hier zur schnellen Informationsverbreitung und Werbung wesentlich beigetragen. Die Tatsache, dass innerhalb der in Rum\u00e4nien und Bulgarien angesprochenen staatlichen Organisationen und Verwaltungen zur internen Weitergabe der Informationen \u00fcber das Traineeprogramm und die Bewerbungsm\u00f6glichkeiten von Mitarbeitern vielfach top-down-Ans\u00e4tze gew\u00e4hlt wurden, entspricht einerseits den \u00fcblichen Verfahrensweisen in den Institutionen, ist jedoch andererseits ein Moment, \u00fcber das im weiteren Verlauf des Projektes nachzudenken sein wird. Im Sinne partizipativer Ans\u00e4tze f\u00fcr Zugangsm\u00f6glichkeiten zu Qualifizierungsma\u00dfnahmen scheint hier noch ein Verbesserungspotential f\u00fcr die Projektfortsetzung vorhanden zu sein.<br \/>\nDie bundesweite Ansprache von Naturschutzorganisationen und Gro\u00dfschutzgebietsverwaltungen hinsichtlich der Bereitschaft, einen Trainee aufzunehmen und zu betreuen, hat zu einer insgesamt positiven Resonanz gef\u00fchrt, so dass mehr Traineepl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung standen, als in dieser ersten Phase ben\u00f6tigt wurden. Zu ber\u00fccksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass neben der Bereitschaft, einen Trainee aufzunehmen, auch die tats\u00e4chlichen, vor allem sprachlichen M\u00f6glichkeiten der Einrichtungen und Mitarbeiter vor Ort f\u00fcr den Gesamterfolg von Bedeutung sind. Hier zeigten die Evaluationsergebnisse, dass teilweise Sprachh\u00fcrden zwischen Trainee und Betreuern recht hoch waren, da nicht alle Mitarbeiter der Gastinstitutionen \u00fcber ausreichende Englischkenntnisse verf\u00fcgten, wenn die Trainees kein oder nur wenig Deutsch sprachen.<br \/>\nDie angebotenen Seminare wurden von den Trainees mit gro\u00dfem Interesse aufgenommen und hinsichtlich ihrer Inhalte ganz \u00fcberwiegend sehr positiv bewertet. Die Integration von Seminareinheiten zur Projektplanung als regelm\u00e4\u00dfig wiederkehrendes Element hat sich bew\u00e4hrt und ist ein wichtiges Instrument zur Unterst\u00fctzung der Trainees bei ihren eigenen Projektplanungen.<br \/>\nDie M\u00f6glichkeit, im Rahmen des Gesamtvorhabens eigene Projekte zur Umsetzung in Rum\u00e4nien oder Bulgarien zu planen und daf\u00fcr Mittel einzuwerben, wurde von den Trainees mit gro\u00dfem Engagement aufgenommen und genutzt und d\u00fcrfte eine der wesentlichen Motivationen f\u00fcr die Teilnahme am Traineeprogramm sein. Im Hinblick auf eine Weiterentwicklung des Programms ist jedoch unbedingt zu beachten, dass zuk\u00fcnftig l\u00e4ngere Laufzeiten f\u00fcr die Teilnehmerprojekte einzuplanen sind, um Projektumset-zungen auf hohem, international vergleichbarem Niveau sicherzustellen. In diesem Zusammenhang erscheint auch erw\u00e4hnenswert, dass zu Beginn der Projektplanungsphase von zwei Trainees die Planung eines grenz\u00fcberschreitenden bulgarisch-rum\u00e4nischen Projektes angedacht worden war. Diese Idee musste dann jedoch im weiteren Verlauf fallen gelassen werden, da eine Realisierbarkeit nur bei langfristigerer Planung gegeben schien. Ein sehr positiver Aspekt ist die Tatsache, dass einer der Trainees mit seiner Gastinstitution \u00fcber das eigene Projekt hinaus bereits ein zweites Twinningvorhaben f\u00fcr eine l\u00e4ngerfristige Kooperation ins Auge gefasst hat.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde kontinuierlich in der Presse und in den Verlautbarungen der Projektpartner bekannt gemacht. Hierzu geh\u00f6ren u. a. Berichte vom Auftakt des Projekts im Juli 2006 in der regionalen Presse (B\u00f6hme-Zeitung, Heidekurier) und kontinuierliche Beitr\u00e4ge \u00fcber den Projektverlauf in den Europarc-Newslettern 8 (M\u00e4rz 2006), 9 (September 2006) und 11 (April 2007) sowie in den Europarc Bulletins 157 (Juni 2006) und 158 (Dezember 2006). Ein Beitrag in den Mitteilungen aus der NNA, Heft 1\/2007, stellt das Gesamtprojekt und insbesondere die Traineeprojekte vor. Eine gemeinsame Pressemitteilung der DBU und der Projektpartner im Dezember 2006 berichtete von der Preisvergabe an die Trainees. Schlie\u00dflich wurde das Projekt auch auf der Woche der Umwelt im Juni 2007 pr\u00e4sentiert. Von den deut-schen Einsatzstellen der Trainees geschaltete Presseberichte sowie rum\u00e4nische und bulgarische Pressemitteilungen \u00fcber die Umsetzung der Teilnehmerprojekte sorgten f\u00fcr eine weitere Verbreitung des Projektansatzes.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die erzielten Ergebnisse bieten aus Sicht der Projektpartner eine sehr gute Basis f\u00fcr eine l\u00e4ngerfristige Fortsetzung des Programms. Erfahrungen bez\u00fcglich einiger operativer Aspekte (Informationsverbreitung in Rum\u00e4nien und Bulgarien, Laufzeiten von Teilnehmerprojekten, Sprachkompetenzen von Beteiligten) werden zuk\u00fcnftig zu ber\u00fccksichtigen sein. Insoweit hat die Durchf\u00fchrung des Vorhabens als knapp einj\u00e4hriges Pilotprojekt wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen erbracht. Es ist zu erwarten, dass die Fortsetzung des Traineeprogramms einen nennenswerten, aktiven Beitrag sowohl zur F\u00f6rderung eines zukunftsorientierten Umwelt- und Naturschutzes in Verbindung mit moderner Regionalentwicklung in Rum\u00e4nien und Bulgarien leistet, als auch zur Integration dieser L\u00e4nder in die Europ\u00e4ische Union beitr\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass des Vorhabens war der Beitritt der s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Staaten Rum\u00e4nien und Bulgarien zur Europ\u00e4ischen Union. Das Vorhaben zielte auf die Vorbereitung und Umsetzung von zehn konkreten Naturschutzprojekten in diesen beiden Staaten ab. 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