{"id":24134,"date":"2023-07-13T15:25:02","date_gmt":"2023-07-13T13:25:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23875-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:02","slug":"23875-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23875-01\/","title":{"rendered":"Ersatz von allergenen Nickelbeschichtungen durch ein hochwertiges Verzinkungsverfahren"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der M\u00f6belindustrie werden vernickelte Beschl\u00e4ge, Griffe und Scharniere aufgrund ihres hochwertigen, edelstahl\u00e4hnlichen Aussehens sehr gesch\u00e4tzt. Da Nickel jedoch ein Allergen ist, das die sog. Nickelallergie in Form von roter Hautf\u00e4rbung, Jucken, Bl\u00e4schenbildung und N\u00e4ssen ausl\u00f6st, soll die Vernickelung durch eine vertr\u00e4glichere Oberfl\u00e4chenbeschichtung ersetzt werden. Aus Qualit\u00e4ts- und Marketinggr\u00fcnden muss dabei ein \u00e4hnlich hochwertiges Aussehen erzielt werden.<br \/>\nDas umweltrelevante Entwicklungsziel besteht im Ersatz von allergenen Nickelbeschichtungen, die insbesondere in der M\u00f6belindustrie zu \u00fcber 90% auf Metallteilen angewandet werden, durch eine Beschichtung auf Zinkbasis mit \u00e4hnlich hochwertigem Aussehen (Nickel-Look), was bisher durch keine Verzinkung gelingt. Die wirtschaftliche Zielsetzung ist eine deutliche Preisreduzierung der Beschichtung von ann\u00e4hernd 50% gegen\u00fcber dem Vernickeln. Als technisches Ziel soll das Beschichtungssystem eine Oberfl\u00e4chenkorrosion bis zu 500 Stunden bei Salzspr\u00fchtests gem\u00e4\u00df DIN 50021 in der Salznebelkammer verhindern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer L\u00f6sungsansatz besteht darin, die Optik der Zinkoberfl\u00e4che mittels einer geeigneten, noch zu entwickelnden Passivierung (chrom(VI)-frei) soweit zu ver\u00e4ndern, dass sie von Nickel nicht zu unterscheiden ist. Konkret soll ein Beschichtungssystem entwickelt werden, das aus einer Zinkschicht mit geeigneter Struktur und einer sehr dicken Passivschicht besteht. Diese muss deutlich dicker sein, als die heute be-kannt erzeugbaren Schichten, um sp\u00e4ter noch geeignete, dem Nickel optisch sehr \u00e4hnliche Farbpigmente aufnehmen zu k\u00f6nnen. Die dann in Erscheinung tretenden nat\u00fcrlichen Spektralfarben m\u00fcssen durch die Ver\u00e4nderung der Lichtbrechung mittels eines Topcoats unterdr\u00fcckt werden.<br \/>\nDas Vorhaben soll aus einer Laborphase und einer Umsetzungsphase bestehen. In der Laborphase sollen v\u00f6llig neue Rezepturen f\u00fcr Zinkelektrolyte und f\u00fcr Passivierungen entwickelt und an kleinen Pr\u00fcfk\u00f6rpern getestet werden. In der Umsetzungsphase soll in der Herstellung von Nullserien durch Optimierung des Verfahrens eine hohe Prozesssicherheit erreicht werden, so dass die neue Beschichtung auf Zinkbasis auch im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab mit hohen St\u00fcckzahlen reproduzierbar und mit hoher Qualit\u00e4t durchf\u00fchrbar ist.<br \/>\nEine Erstbemusterung der neu entwickelten Oberfl\u00e4che soll durch einen Pilotkunden vorgenommen werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das wichtigste Vorhabensergebnis besteht darin, dass eine Beschichtung auf Zinkbasis mit \u00e4hnlich hochwertigem Aussehen wie Nickel (Nickel-Look) erreicht wurde. Sehr wichtig ist auch das Fehlen jeglicher irisierender Effekte, w\u00e4hrend verzinkte Teile sonst einen gr\u00fcn-bl\u00e4ulichen Schimmer zeigen. Damit k\u00f6nnen Allergien, die durch vernickelte M\u00f6belbeschl\u00e4ge ausgel\u00f6st werden, in Zukunft vermieden werden. Die Beschichtung besteht aus einer speziellen Verzinkung mit gleichm\u00e4\u00dfig kristallinem Schichtaufbau, einer Chrom(VI)-freien Hei\u00dfdickschichtpassivierung und einer transparenten Versiegelung.<\/p>\n<p>Mit der neuen Beschichtung wird ein Korrosionsschutz von 500 Stunden auf Rotrost erreicht. Damit wurden die Vorhabensziele des Ersatzes von allergenen Nickelbeschichtungen durch ein kosteng\u00fcnstiges Verfahren mit hohem Korrosionsschutz vollst\u00e4ndig erreicht. <\/p>\n<p>Aus technologischer Sicht wurden die f\u00fcr eine Oberfl\u00e4che von Beschl\u00e4gen ma\u00dfgeblichen Eigenschaften Temperaturbest\u00e4ndigkeit, Griffbest\u00e4ndigkeit (ausreichend f\u00fcr Beschl\u00e4ge, nicht aber f\u00fcr T\u00fcrklinken aufgrund des sauren Milieus durch Handschwei\u00df), Reibfestigkeit, UV-Best\u00e4ndigkeit und Farbresistenz allesamt erreicht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Derzeit l\u00e4uft eine Bemusterungsphase der neuen Oberfl\u00e4che bei mehreren potenziellen Kunden und Anwendern aus den Bereichen Beschl\u00e4ge, Griffe, Scharniere und Verbindungsteile f\u00fcr M\u00f6bel sowie Beschl\u00e4ge (ohne Klinken) f\u00fcr Fenster und T\u00fcren.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chste Schritte wird das neue Verfahren mit reproduzierbarer Farbgebung gro\u00dftechnisch umgesetzt und direkt den Kunden des Metallveredelungswerkes Sulz angeboten. (Direktakquisition). Unter diesen Kunden befinden sich auch Marktf\u00fchrer f\u00fcr M\u00f6belbeschl\u00e4ge und Verbindungselemente. Zur weiteren Vermarktung werden ab Herbst 2007 die Internetseite des Metallveredelungswerks erg\u00e4nzt und Fachartikel bzw. Anzeigen in einschl\u00e4gigen Zeitschriften geschaltet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Vorhabensziele wurden vollst\u00e4ndig erreicht. Die neue hochwertige Verzinkung verbraucht gegen\u00fcber dem Vernickeln weniger Energie, ist kosteng\u00fcnstiger hinsichtlich der Rohstoffbeschaffung und besitzt den wesentlichen Vorteil, dass sie keine Allergien ausgel\u00f6st. Die Reduzierung der Quellen f\u00fcr die Zinkallergie ist auch von volkswirtschaftlichem Nutzen, wenn zun\u00e4chst M\u00f6belbeschl\u00e4ge, -griffe und -scharniere und sp\u00e4ter auch andere Werkst\u00fccke, wie z. B. Schrauben oder Elektroarmaturen, nicht mehr vernickelt zu werden brauchen. Wenn weniger Menschen an Nickelallergie erkranken, wird das einen Beitrag zur Reduzierung der Kosten im Gesundheitswesen leisten.<\/p>\n<p>Im Vorhaben wurde f\u00fcr die neue Beschichtung ann\u00e4hernd Prozesssicherheit erreicht. Diese ist f\u00fcr die Serienfertigung insbesondere bei Trommelware noch zu verbessern. Die F\u00e4rbung muss unter Produktionsbedingungen vollst\u00e4ndig reproduzierbar sein. Denn sp\u00e4tere Chargen m\u00fcssen genau den gleichen Farbton treffen, wie fr\u00fchere Chargen, denkt man z. B. an den teilweisen Ersatz oder Austausch von M\u00f6belbeschl\u00e4gen.<\/p>\n<p>Das neue Verfahren kann als eine strategische Oberfl\u00e4che betrachtet werden, die nicht nur von unseren Kunden stark nachgefragt werden wird, sondern die auch von den Anbietern von M\u00f6belbeschl\u00e4gen und  verbindern als gesundheitsfreundlich und umweltschonend vermarktet werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der M\u00f6belindustrie werden vernickelte Beschl\u00e4ge, Griffe und Scharniere aufgrund ihres hochwertigen, edelstahl\u00e4hnlichen Aussehens sehr gesch\u00e4tzt. Da Nickel jedoch ein Allergen ist, das die sog. Nickelallergie in Form von roter Hautf\u00e4rbung, Jucken, Bl\u00e4schenbildung und N\u00e4ssen ausl\u00f6st, soll die Vernickelung durch eine vertr\u00e4glichere Oberfl\u00e4chenbeschichtung ersetzt werden. 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