{"id":24133,"date":"2023-09-30T10:32:02","date_gmt":"2023-09-30T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23839-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:07","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:07","slug":"23839-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23839-01\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg zu neuen Ufern: Naturschutz an der Unteren Donau in den beiden EU-Beitrittsl\u00e4ndern Rum\u00e4nien und Bulgarien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In den letzten vier Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sind an der Unteren Donau durch die Umwandlung und Nutzbarmachung von Fl\u00e4chen f\u00fcr Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft gro\u00dffl\u00e4chig Auenlebensr\u00e4ume verloren gegangen. Allein auf rum\u00e4nischer Seite der Donau sind etwa 75 Prozent der Aue heute vom Strom getrennt. Dieses Projekt sollte einen konkreten Beitrag zur Sicherung und Wiedervernetzung dieser Lebensr\u00e4ume leisten. Exemplarisch an einem besonders wertvollen Abschnitt der Donau im Grenzbereich zwischen Rum\u00e4nien und Bulgarien auf einer L\u00e4nge von 45 Flusskilometern westlich Giurgiu bzw. Russe, wurde angestrebt (a) den Schutz der verbliebenen wertvollen Auenlebensr\u00e4ume, (b) die Renaturierung von zerst\u00f6rten Auenfl\u00e4chen, (c) die \u00f6kologische Vernetzung dieser Gebiete und (d) eine nachhaltige Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen zum Wohl der lokalen Bev\u00f6lkerung zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Arbeitsschritte beinhalten: a) Die wichtigen Zufl\u00fcsse Lom und Jantra in ihrem M\u00fcndungsbereich der Donau unter Naturschutz stellen und die Grundlagen f\u00fcr ein effektives Management schaffen (Bulgarien); b) Die Grundlagen zum Management der geplanten Schutzgebiete Cama-Dinu-P?s?rica erarbeiten (Rum\u00e4nien); c) Relevante Institutionen bzgl. Naturschutz und Renaturierung auf rum\u00e4nischer und bulgarischer Seite der Unteren Donau in die Lage versetzen weitere Projekte erfolgreich umzusetzen. Das Projekt wurde vom WWF Deutschland mit dem WWF Donau-Karpaten-Programm und mit einer Vielzahl staatlicher und regionaler NGO-Partner umgesetzt. Methodisch wurden folgende Vorgehensweisen f\u00fcr die Schutzgebiete verfolgt: Erhebung der Naturausstattung, Vorbereitung der formellen Ausweisung, Erstellung von Management-Pl\u00e4nen und Teilpl\u00e4nen f\u00fcr einzelne Arten und schlie\u00dflich die Umsetzung. F\u00fcr die Renaturierungen wurden zuerst die Machbarkeit untersucht und dann die Umsetzung eingeleitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Eines der Hauptziele, Einrichtung und Sicherung der drei gro\u00dfen Schutzgebiete Cama-Dinu-P?s?rica in den Donauauen auf der rum\u00e4nischen Seite und der beiden unteren Flusst\u00e4ler des Yantra und Lom Flusses auf bulgarischer Seite als gro\u00dffl\u00e4chige Natura2000-Gebiete wurde erreicht. Die Grundlagen der zugeh\u00f6rigen Managementpl\u00e4ne sind durch gezielte Detailstudien verbessert worden, f\u00fcr eine endg\u00fcltige umfassende Zusammenstellung sind jedoch noch Erg\u00e4nzungen notwendig. Insbesondere f\u00fcr den Naturpark Rusenski Lom sind die fachlichen und institutionellen Kapazit\u00e4ten aber deutlich gest\u00e4rkt worden. Zwei erfolgreich umgesetzte Renaturierungsvorhaben in ehemaligen Fischteichen des Lomtales und die begonnene Errichtung des Besucherzentrums in Ivanovo k\u00f6nnen als wegweisende Erfolge f\u00fcr die nachhaltige Etablierung einer handlungsf\u00e4higen Naturparkverwaltung betrachtet werden. Dieser Naturpark hat eine gewisse Vorzeigerolle in Bulgarien.<br \/>\nDas Natura2000-Gebiet Cama-Dinu-P?s?rica ist in der zugeh\u00f6rigen Umweltverwaltung nicht nur regional etabliert. Auch wenn die geplanten Renaturierungsvorhaben (Fischteiche Slobozia und durchg\u00e4ngige Garla Pasarea) nicht umgesetzt werden konnten, so sind doch das gesamte Schutzgebiet und seine langfristigen Entwicklungspotenziale von der Verwaltung und \u00d6ffentlichkeit angenommen worden. Die Wertigkeit und Empfindlichkeit der damit verkn\u00fcpften Donauinseln werden langfristig bei der geplanten Entwicklung der Donauwasserstra\u00dfe eine wichtige Rolle spielen.<br \/>\nDie zahlreichen Aktivit\u00e4ten im Rahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit haben zwar mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen, sind jedoch f\u00fcr die Akzeptanz unter den regionalen Rahmenbedingungen unverzichtbar. Vor allem der durch dieses Projekt initiierte grenz\u00fcberschreitende Austausch zwischen den verschiedenen Schutzgebietsverwaltungen war Neuland und erweist sich zunehmend als tragf\u00e4hig. Die erfolgreiche eigenst\u00e4ndige Einwerbung von EU-F\u00f6rdermitteln aus CBC-Fonds der EU belegt den Erfolg dieses Ansatzes.<br \/>\nDer finanzielle Rahmen des Projekts erwies sich als ausreichend. Der zeitliche Rahmen war jedoch anfangs zu ehrgeizig und bedingte die zweimalige Beantragung einer Projektlaufzeitverl\u00e4ngerung, teilweise den diversen administrativen und legislativen Ver\u00e4nderungen infolge des zwischenzeitlichen EU-Beitritts der beiden Staaten geschuldet. Aber nur durch ein langfristiges Engagement in der Region ist die Akzeptanz der Naturschutzanliegen abzusichern. Die regionalen Akteure und Verwaltungen sind immer noch elementar auf derartige externe Unterst\u00fctzung angewiesen, denn die entsprechenden h\u00f6heren \u00f6ffentlichen Institutionen geben noch wenig R\u00fcckhalt. Die zielorientierte vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen international aufgestelltem NGO-Netzwerk (WWF und andere) und lokalen Akteuren erwies sich als tragf\u00e4hig und ist wohl immer noch unverzichtbar.<br \/>\nAls besonders hilfreich erwiesen sich in der letzten Verl\u00e4ngerungsphase in 2011 die Durchf\u00fchrung ver-schiedener Machbarkeitsstudien f\u00fcr weitere Renaturierungspl\u00e4ne und Managementfragen. Gerade diese unabh\u00e4ngige fr\u00fchzeitige Vorbereitung von komplexen Vorhaben ist die entscheidende Grundlage f\u00fcr selbst\u00e4ndige erfolgreiche Projektantr\u00e4ge an \u00f6ffentliche (EU-) F\u00f6rdermittelgeber.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Vorbereitung der Schutzgebietsausweisungen wurde sowohl in Rum\u00e4nien als auch Bulgarien mit intensiver \u00d6ffentlichkeitsarbeit begleitet, auf lokaler und regionaler Ebene. Ein j\u00e4hrlich veranstaltetes Storchenfest, Malb\u00fccher f\u00fcr Kinder, ein internetbasiertes Naturpuzzle als auch zahlreiche Informationsveran-staltungen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung waren Grundlage f\u00fcr eine breite und nachhaltige Zustimmung und Beteiligung. Regionale Fernsehsender und Radiosender waren ebenso aktiv eingeschaltet. Veranstaltungen wurden gezielt auf bessere grenz\u00fcberschreitende Verst\u00e4ndigung ausgerichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat ma\u00dfgeblich und nachhaltig zu einer Verbesserung der grenz\u00fcberschreitenden Verst\u00e4ndigung und Zusammenarbeit beigetragen. Dies war und ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, auch wenn die beiden Staaten der Region seit 2007 zu den EU-Mitgliedsstaaten z\u00e4hlen. Die Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien und die Nutzung von EU-F\u00f6rdermitteln wurden im methodischen wie auch institutionellen Rahmen wesentlich bef\u00f6rdert. Die drei behandelten gro\u00dfen Natura 2000-Gebiete Cama-Dinu-P?s?rica, Unteres Lom- und Yantra-Flusstal sind gesichert, die Naturparkverwaltung Rusenski Lom wesentlich gest\u00e4rkt. Durch die abschlie\u00dfenden zus\u00e4tzlichen Machbarkeitsstudien wurde der Grundstein f\u00fcr selbsttragende Folgeprojekte gelegt. Zeitlich verz\u00f6gernd erwiesen sich die vielen legislativen und administrativen Neuregelungen, wenn auch teilweise mit positiven Wirkungen (EU-Recht).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In den letzten vier Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sind an der Unteren Donau durch die Umwandlung und Nutzbarmachung von Fl\u00e4chen f\u00fcr Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft gro\u00dffl\u00e4chig Auenlebensr\u00e4ume verloren gegangen. Allein auf rum\u00e4nischer Seite der Donau sind etwa 75 Prozent der Aue heute vom Strom getrennt. 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