{"id":24130,"date":"2025-07-11T10:32:09","date_gmt":"2025-07-11T08:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23868-01\/"},"modified":"2025-07-11T10:32:10","modified_gmt":"2025-07-11T08:32:10","slug":"23868-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23868-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte energetische Sanierung des Kulturgutes Schlo\u00dfensemble Wartin mit hohem regenerativen Versorgungsanteil"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt dieses Projekts sind Ma\u00dfnahmen, die unter Ber\u00fccksichtigung aller denkmalpflegerischen Notwendigkeiten den Energiebedarf z. B. durch effektive D\u00e4mmung auf ein Minimum reduzieren. Ferner blieb auszuloten, wie der verbleibende Energiebedarf m\u00f6glichst regenerativ gedeckt werden kann. Das Projekt soll beispielhaft gerade f\u00fcr die ostdeutschen L\u00e4nder sein, in denen viele Kulturg\u00fcter, besonders alte Schl\u00f6sser und Herrenh\u00e4user im strukturschwachen l\u00e4ndlichen Gebiet darauf angewiesen sind, die Energiekosten m\u00f6glichst gering zu halten, um Nutzer und damit Erhalter zu finden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Schlo\u00dfensemble besteht aus einer Vielzahl von Geb\u00e4uden. Die Beheizung und die Warmwasserbereitung des Schlosses erfolgten bislang \u00fcber einen zentralen Propangas-Heizkessel. Eine v\u00f6llig zentrale L\u00f6sung f\u00fcr Schloss\/Nebengeb\u00e4ude und Haus Bohlmann ist auf Grund der langen Leitungswege und der damit verbunden Verluste, sowie den enormen Investitionskosten f\u00fcr isolierte erdverlegte Rohrleitungssysteme unwirtschaftlich und wurde deshalb verworfen. Insofern musste f\u00fcr das Haus Bohlmann eine L\u00f6sung gefunden werden, mit der  das Geb\u00e4ude st\u00e4ndig sparsam beheizt werden kann, auch wenn es vor\u00fcbergehend nicht benutzt wird. Bisher musste im Winter das Wasser aus Frostschutzgr\u00fcnden abgelassen werden. Alle Untersuchungen und Diskussionen f\u00fchrten letztendlich dazu, dass f\u00fcr eine optimale sparsame kontinuierliche W\u00e4rmeversorgung dieser alten Geb\u00e4ude, der Schwerpunkt nicht so sehr auf die W\u00e4rmeerzeuger gerichtet sein muss, sondern auf die energetische Optimierung der Geb\u00e4ude selbst. Da diese in der Regel in Kollision mit den denkmalpflegerischen Erfordernissen ger\u00e4t, war zentraler Punkt des Modellprojekts Wege zu finden, die die energetische Optimierung der H\u00e4user denkmalpflegerisch optisch nicht oder nur in geringf\u00fcgigem Ma\u00dfe sichtbar werden lie\u00dfen. Dies klingt zwar einfach, beinhaltete aber im Detail eine immense Anstrengung aller Beteiligten. Im Mittelpunkt dieser Bem\u00fchungen stand die zusammen mit dem Passivhaus Institut entwickelte L\u00f6sung einer Cellulosed\u00e4mmung. Diese L\u00f6sung kam auch den Intentionen des Gesamtprojekts entgegen, da es sich um eine \u00f6kologisch nachhaltige L\u00f6sung handelte. Dieser Ansatz wurde dann weitergef\u00fchrt bis zum Anstrich der W\u00e4nde, der mit Lehm- und Kalkfarben erfolgte. Die Methode bei beiden H\u00e4usern bestand energetisch gesehen darin, dass die Au\u00dfenh\u00fcllen und der Boden in optimaler effizienter Weise isoliert wurden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als besonders fruchtbar und vielleicht auch ungew\u00f6hnlich war der intensive Austausch \u00fcber F\u00fcr und Wider der verschiedenen m\u00f6glichen L\u00f6sungen. Dieser war mit Beginn der eigentlichen Bauphase nicht beendet, sondern durch die sich im Verlaufe der Arbeiten ergebenden Erkenntnisse, die auf der Komplexi-t\u00e4t der alten Geb\u00e4udestruktur beruhten, und auch auf den damit verbundenen Herausforderungen im gegebenen Finanzrahmen die optimalen L\u00f6sungen zu finden, fand eine andauernde Anpassung  der L\u00f6sungen an die sich aus dem Baufortschritt ergebenden Erkenntnisse statt. Hier ist besonders dem Passivhaus Institut zu danken, das sich in hervorragender Weise kooperativ und hilfreich zeigte. Das Passivhaus Institut begleitet die Ergebnisse im Rahmen eines gesonderten Forschungsprojekt, so dass festgestellt werden kann, ob die gefundenen L\u00f6sungen insbesondere auch in Bezug auf die Innend\u00e4mmung im Zusammenwirken mit den Energiequellen zu guten Ergebnissen f\u00fchren. Die ersten praktischen Erfahrungen mit der Nutzung des Geb\u00e4udes in der Herbst- und Winterzeit sind au\u00dferordentlich positiv. Das fr\u00fcher selbst bei Heizung unangenehme kaltfeuchte Raumklima, mit all den entsprechenden Folgen, ist durch ein wohliges Raumklima in den gesamten Geb\u00e4uden, einschlie\u00dflich der problematischen Bereiche (Eingangshalle\/Bibliothek) abgel\u00f6st worden. Der gesamte m\u00fchsame Diskussionsproze\u00df war auch deshalb so ertragreich f\u00fcr ein Modellprojekt, da die beteiligten Firmen aus der Region in der Regel nicht ihren Schwerpunkt im energetisch optimierenden Baubereich in Verbindung mit denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4uden haben. Durch die behutsame und effektive Einbindung aller Beteiligten in den Diskussionsproze\u00df gelang es, diese Firmen dazu zu bringen, dass sie das Projekt in der Tat als Herausforderung betrachteten und bereit waren, sich aktiv an Probleml\u00f6sungen zu beteiligen und bereit waren auch dazu zu lernen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Fa. Lausch aus Angerm\u00fcnde, die das Los Rohbau zu betreuen hatte. Da sie vorwiegend im Denkmalbereich t\u00e4tig ist, ist zu erwarten, dass sie die bei dem hie-sigen Projekt gewonnenen Erkenntnisse zur energetischen Optimierung denkmalgesch\u00fctzter Geb\u00e4ude sehr gut in weitere Projekte einbringen kann und wird. Dies gilt auch f\u00fcr die anderen beteiligten Firmen und Planungsb\u00fcros.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde am 15. August 2008 von der brandenburgischen Ministerin f\u00fcr Kultur und Wissenschaft Frau Prof. Wanka in Anwesenheit zahlreicher G\u00e4ste eingeweiht. In Ihrer Rede betonte die Ministerin die Hilfe der Bundesstiftung und den beispielhaften Charakter der Ma\u00dfnahme f\u00fcr das Land Brandenburg, das mit einer gro\u00dfen Zahl von denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4uden gesegnet sei, f\u00fcr die aber eine auch im Winter finanzierbare Nutzung anzustreben sei. Auch der Landrat der Uckermark Clemens Schmitz betonte diesen Aspekt und dankte der Bundesstiftung ausdr\u00fccklich. Insofern wurde der Beitrag der Stiftung in angemessener Weise gew\u00fcrdigt.<br \/>\nIn Gespr\u00e4chen mit Dr. Digel wurde angedacht, eine Konferenz\/ einen Workshop \u00fcber die Erfahrungen energetischer Optimierung in denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4uden an Hand des Beispiels Wartin abzuhalten. Dazu sollten insbesondere auch Baufirmen der Region, Eigent\u00fcmer, Nutzer denkmalgesch\u00fctzter Geb\u00e4ude, Vertreter der Denkmalpflege etc. eingeladen werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nach allgemeiner Auffassung nicht nur der Einweihungsg\u00e4ste ist es gelungen, den unverwechselbaren Charakter der Geb\u00e4ude mit den Erfordernissen energetischer Optimierung  zu verbinden. Ob die gefun-denen L\u00f6sungen sich auf Dauer bew\u00e4hren, werden die Ergebnisse des begleitenden Forschungsprojektes des Passivhauses Instituts erweisen. Erste Erfahrungen zeigen aber, dass die gefunden L\u00f6sungen funktionieren und deshalb zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt das Projekt als Erfolg im Sinne des F\u00f6rde-rungszweckes der Stiftung betrachtet werden kann. Insbesondere erscheint auch der Wunsch nach Breitenwirkung der hier geleisteten energetischen Bem\u00fchungen in alten Geb\u00e4uden sowohl bei Firmen als auch in der \u00d6ffentlichkeit zu erf\u00fcllen. Dies wurde nicht zuletzt durch die zahlreichen G\u00e4ste, die bei der Einweihung anwesend waren und diesbez\u00fcglich informiert wurden, deutlich. Besonders hervorzuheben ist die au\u00dferordentlich kooperative Mitwirkung nicht nur der Mehrzahl der beteiligten Gewerke, sondern auch der beteiligten Institutionen und Beh\u00f6rden, die letztendlich, wenn auch oft nach langen Diskussionsprozessen, zu Kompromissen und \u00c4nderungen, die aufgrund der Erkenntnisse in der Durchf\u00fchrungsphase notwendig waren, bereit waren. Hervorzuheben ist hier die Arbeit der Mitarbeiter des Passivhaus Instituts. Insbesondere soll auch allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und hier besonders Herrn Dr. Digel gedankt werden, der sich wenn immer es notwendig war mit gutem Rat eingeschaltet hat und mit gro\u00dfem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Schwierigkeiten und Verz\u00f6gerungen, die w\u00e4hrend der Durchf\u00fchrungsphase auftraten, dem inzwischen schon allseits gelobten Vorhaben zum Erfolg verholfen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Schwerpunkt dieses Projekts sind Ma\u00dfnahmen, die unter Ber\u00fccksichtigung aller denkmalpflegerischen Notwendigkeiten den Energiebedarf z. B. durch effektive D\u00e4mmung auf ein Minimum reduzieren. Ferner blieb auszuloten, wie der verbleibende Energiebedarf m\u00f6glichst regenerativ gedeckt werden kann. Das Projekt soll beispielhaft gerade f\u00fcr die ostdeutschen L\u00e4nder sein, in denen viele Kulturg\u00fcter, besonders [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[59,47,51,52,53],"class_list":["post-24130","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-brandenburg","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"23868\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-23868.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"125.000,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Europ\u00e4ische Akademie e. V.\nSchlo\u00df Wartin","dbu_projektdatenbank_strasse":"Schlo\u00df Wartin","dbu_projektdatenbank_plz_str":"16306","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Wartin","dbu_projektdatenbank_p_von":"2005-08-08 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2008-05-08 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 9 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"(03 33 31) 78-0","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Brandenburg","dbu_projektdatenbank_foerderber":"117","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-23868.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37133,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24130\/revisions\/37133"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}