{"id":24124,"date":"2023-07-13T15:24:58","date_gmt":"2023-07-13T13:24:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23856-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:25:00","modified_gmt":"2023-07-13T13:25:00","slug":"23856-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23856-01\/","title":{"rendered":"Pilotprojekt zur \u00f6kologischen Mauersanierung am Beispiel der Zitadelle Mainz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Zitadelle Mainz ist als Kulturdenkmal nach \u00a7 3 DSchPflG sowie nach \u00a7 23 LNatSchG als Gesch\u00fctzter Landschaftsbestandteil durch Rechtsverordnung der Stadt Mainz ausgewiesen. F\u00fcr aufw\u00e4ndige Restaurierungen und notwendige Pflegema\u00dfnahmen fehlten in der Vergangenheit das Geld und das erforderli-che Problembewusstsein. Inzwischen besteht im Hinblick auf die Bauwerkserhaltung und -unterhaltung an etlichen Bauteilen akuter Handlungsbedarf, insbesondere an den Zitadellenmauern und der Contrescarpe. Baum- und Strauchwurzeln dringen zunehmend in das Mauerwerk ein, f\u00fchren zu gravierenden Sch\u00e4den und gef\u00e4hrden die Standsicherheit der Mauern.<br \/>\nDie vorhandenen Rahmenbedingungen verlangen, dass sowohl eine bauliche Sanierung der Zitadellenmauern und der Contrescarpe als auch landschaftspflegerische Ma\u00dfnahmen an den Gr\u00fcn- und Freifl\u00e4-chen mit einem hohen Ma\u00df an denkmal- und naturschutzfachlichen Kenntnissen ausgef\u00fchrt werden. Die Zitadelle soll in ihrem Umfeld als ein Ergebnis der kulturellen und der nat\u00fcrlichen Einfl\u00fcsse an einem Ort erlebbar werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Steuerung des Pilotprojekts wurde eine kleine Lenkungsgruppe eingerichtet, die die Vorarbeiten leistete f\u00fcr die gro\u00dfe Runde aller am Projekt beteiligten Kooperationspartner. Aus der Darlegung der fachlich gepr\u00e4gten Zielvorstellung der Projektpartner folgte die Aufnahme der bestehenden denkmalpflegerischen und \u00f6kologischen Problem- und Konfliktpunkte. Eine vorl\u00e4ufige Analyse des Problem- bzw. Konfliktgehalts schloss sich an.<br \/>\nF\u00fcr die weiterf\u00fchrende Diskussion wurden gemeinsame Grundlagen geschaffen durch einheitliche Dokumentationsstandards, eine einheitliche Begrifflichkeit und einheitliche Erfassungsgrundlagen f\u00fcr Denkmalpflege, Naturschutz und Bauforschung. Bereits vorhandene Erhebungen, Untersuchungen und Dokumentationen wurden allen Beteiligten zur Vermeidung kostentr\u00e4chtiger Doppelarbeit zur Verf\u00fcgung gestellt. Von den Mauern wurde vor Beginn des Austriebs ein fotogrammetrisches Aufma\u00df erstellt, um lagegenaue Aussagen f\u00fcr Kartierung, Sanierungsarbeiten und das Monitoring zu erm\u00f6glichen. Kartiert wurden einerseits Baumaterialien und Verwitterungssch\u00e4den, andererseits Flederm\u00e4use, V\u00f6gel, Stechimmen, Gef\u00e4\u00dfpflanzen, Moose und Flechten. Die Bauforschung nahm eine baugeschichtliche Untersuchung vor, f\u00fcr die sie schriftliche und bildliche Quellen zur Zitadelle zusammenstellte und die Mauersub-stanz baugeschichtlich begutachtete.<br \/>\nEin Zeitplan und ein Kostenplan wurden aufgestellt und w\u00e4hrend des Projekts st\u00e4ndig fortgeschrieben.<br \/>\nAuf dieser Basis wurden in einem festgelegten Abschnitt quer von der Contrescarpe durch den Graben  \u00fcber die Festungsmauer bis zum Wall auf der Mauer (Transsekt) die Sanierungsarbeiten ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Abschluss des Pilotprojektes wurden die wichtigsten Aspekte der Sanierung in einem Leitfaden \u00f6kologische Mauersanierung f\u00fcr die Zitadelle Mainz zusammengetragen und durch einen exemplari-schen Zeitplan erg\u00e4nzt. Der Leitfaden wird durch einen exemplarischen Zeitplan, der auf 5 Jahre ausgelegt ist, erg\u00e4nzt.<br \/>\nEin weiteres wichtiges Ergebnis der Arbeit am Projekt ist das Monitoring-Konzept. Hierbei geht es um die systematische Erfassung, Beobachtung und \u00dcberwachung der Vorg\u00e4nge und Prozesse mittels definierter Bebachtungssysteme zu dem Zweck, steuernd einzugreifen, wenn Abl\u00e4ufe oder Prozesse nicht den gew\u00fcnschten Verlauf nehmen.<br \/>\nUm den mit der Sanierung erreichten Zustand dauerhaft zu erhalten wurde zudem ein Konzept f\u00fcr die Dauerpflege erarbeitet. In diesem sind die jeweils erforderlichen Arbeitsschritte festgelegt, es sind die Verantwortlichkeiten genannt und es sind die erforderlichen finanziellen Aufwendungen f\u00fcr die Arbeiten ermittelt und dargestellt.<br \/>\nAus einer Gegen\u00fcberstellung des Pflege- und Entwicklungsplanes des Umweltamtes und dem Denkmalpflege und -entwicklungsplan des Denkmalamtes wurde ein Konfliktplan entwickelt, der aufzeigt, in wel-chen Bereichen noch unterschiedliche Vorstellungen bestehen. Dieser Konfliktplan soll die Diskussionsgrundlage f\u00fcr rechtzeitig anzustrebende Konsense bilden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Schon vor Beginn des Pilotprojektes fanden Veranstaltungen und Aktionen statt, um auf die Zitadelle und die anstehenden Aufgaben aufmerksam zu machen. J\u00e4hrlich einmal findet das von der Initiative Zitadelle Mainz organisierte Zitadellenfest statt. Bauschilder informieren \u00fcber das Projekt und die beteiligten Einrichtungen. In den Medien wird aus unterschiedlichen Anl\u00e4ssen immer wieder \u00fcber die Zitadelle berichtet, so dass auch dadurch das Bewusstsein der Bev\u00f6lkerung <\u00fcber die Zitadelle und ihren Wert f\u00fcr die Allgemeinheit wach gehalten wird. \nIm Herbst 2007 wurde in einem Workshop das Pilotprojekt pr\u00e4sentiert. Anwesend waren neben externen Sachverst\u00e4ndigen und Vertretern des DBU auch Vertreter der im Stadtrat vertretenen Fraktionen sowie Vertreter einzelner der Sache nahe stehender Institutionen. Die Stadt gab aus diesem Anlass eine umfassende Presseinformation heraus. Diese Veranstaltung fand in der Presse in einer ausf\u00fchrlichen Berichterstattung Echo.\nParallel zum Abschlussbericht wurde eine Webseite erstellt, die auf der Internetseite der Stadt eingestellt wird.\n\n\nFazit\n\nDie von den Kooperationspartnern vereinbarten Sanierungsabschnitte wurden w\u00e4hrend der Projektlaufzeit erfolgreich saniert. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sind im Leitfaden zur \u00f6kologischen Mauersanierung dokumentiert. Im Zusammenwirken der beteiligten Beh\u00f6ren wie in der gemeinsamen Diskussion der Kooperationspartner wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt, sowohl was den Umgang miteinander als auch was die zu beachtenden Verfahren betrifft. Der daf\u00fcr aufgebrachte Einsatz an Zeit hat sich gelohnt, wenn die Erfahrungen f\u00fcr eine Fortsetzung des Projektes von den Kooperationspartnern zur Grundlage der weiteren Mitarbeit gemacht werden. Grundsatzdiskussionen k\u00f6nnen dann verk\u00fcrzt und Verfahren beschleunigt werden.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Zitadelle Mainz ist als Kulturdenkmal nach \u00a7 3 DSchPflG sowie nach \u00a7 23 LNatSchG als Gesch\u00fctzter Landschaftsbestandteil durch Rechtsverordnung der Stadt Mainz ausgewiesen. F\u00fcr aufw\u00e4ndige Restaurierungen und notwendige Pflegema\u00dfnahmen fehlten in der Vergangenheit das Geld und das erforderli-che Problembewusstsein. 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