{"id":24103,"date":"2023-07-13T15:24:55","date_gmt":"2023-07-13T13:24:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23791-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:56","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:56","slug":"23791-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23791-01\/","title":{"rendered":"\u00dcbertragbarkeit des Schweizer greenhydro Konzeptes als Standard einer umweltgerechten Wasserkraftnutzung auf Deutschland &#8211; Machbarkeitsstudie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Seit der Liberalisierung des Strommarktes entscheiden sich immer mehr Kunden umweltfreundlich produzierten Strom zu beziehen. Auf dem Markt sind einige gr\u00fcne Stromprodukte erh\u00e4ltlich, viele davon basieren auch auf Strom aus Wasserkraft. Die Wasserkraft ist zwar eine erneuerbare und weitgehend emissionsfreie Energiequelle, aber ihre Nutzung kann gleichwohl negative \u00f6kologische Folgen im Bereich der Gew\u00e4ssersysteme haben. Gerade f\u00fcr die Vermarktung von gr\u00fcnem Strom ist es aber wichtig, dass eine m\u00f6glichst hohe Umweltqualit\u00e4t auf allen Ebenen sichergestellt und &#8211; etwa im Rahmen freiwilliger \u00d6kolabels &#8211; auch nachgewiesen werden kann. Bislang fehlt in Deutschland ein Verfahren, dass einen hohen und dazu noch m\u00f6glichst einheitlichen \u00f6kologischen Standard bei der Wasserkraft sicherstellt. In der beantragten Studie soll untersucht werden, ob und wie das in der Schweiz eingef\u00fchrte greenhydro Verfahren zur Zertifizierung von Strom aus Wasserkraft auch in Deutschland anwendbar ist. Dabei sind die speziellen Anforderungen bzgl. der \u00f6kologischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Situation in Deutschland zu ber\u00fccksichtigen und das Verfahren gegebenenfalls entsprechend anzupassen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs wird zuerst \u00fcberpr\u00fcft wie das schweizerische Verfahrenskonzept auf deutsche Gew\u00e4sser- und Kraftwerkstypen \u00fcbertragen werden kann (Arbeitspaket (AP) 1). Au\u00dferdem wird der rechtliche Rahmen n\u00e4her beleuchtet und die bestehenden Gesetzestexte detailliert analysiert (AP 2). Dies bietet die Grundlage um die f\u00fcr die Umfeldanalyse relevanten politischen Parameter festzulegen (AP 3). Im n\u00e4chsten Arbeits-schritt (AP 4) werden der Zertifizierungsprozess und die Qualit\u00e4tssicherung definiert. An einigen Pilotanlagen in Baden-W\u00fcrttemberg kann nun die Machbarkeit einer \u00dcbertragung beispielhaft \u00fcberpr\u00fcft werden (AP 5). Weiterhin wird die M\u00f6glichkeit der Generalisierung der gewonnenen Erkenntnisse f\u00fcr ganz Deutschland analysiert (AP 6). F\u00fcr die Akzeptanz des Verfahrens ist es wichtig, dass betroffene Interessensgruppen in den Prozess einbezogen sind. Dies soll durch die Einsetzung einer Begleitgruppe, die die Ergebnisse kommentiert gew\u00e4hrleistet sein. Au\u00dferdem wird ein Workshop zur Diskussion der Ergebnisse durchgef\u00fchrt (AP 7), die abschlie\u00dfend in geeigneter Weise ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung des rechtlichen Rahmens einer greenhydro-Zertifizierung in Deutschland hat sich gezeigt, dass insbesondere aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine Reihe von Besonderheiten zu ber\u00fccksichtigen ist. So d\u00fcrfte v. a. f\u00fcr kleine Wasserkraftanlagen der Anreiz, eine Zertifizie-rung zu durchlaufen, gering sein, weil man schon mit geringeren Verbesserungsma\u00dfnahmen in den Ge-nuss einer erh\u00f6hten Verg\u00fctung des 2004 novellierten EEG kommen kann, w\u00e4hrend eine Zertifizierung nach greenhydro die Erf\u00fcllung aller \u00f6kologischen Grundanforderungen erfordert.<br \/>\nDie Analyse der Positionen verschiedener Verb\u00e4nde im Umfeld einer potenziellen greenhydro-Zertifizierung hat deutlich gemacht, dass es sowohl auf Seiten der Umwelt- als auch bei den Wirtschaftsverb\u00e4nden \u00e4hnlich gelagerte Interessen gibt, die zur Unterst\u00fctzung mobilisiert werden k\u00f6nnten. Es ist umgekehrt nicht zu erwarten, dass sich einzelne Verb\u00e4nde explizit gegen den greenhydro-Standard stellen werden. Gleichzeitig wurde aber auch klar, dass die nachtr\u00e4gliche Integration in bestehende \u00d6kolabels vor verschiedenen Herausforderungen steht. Einerseits ist zu ber\u00fccksichtigen, dass gesetzlich verankerte Zahlungen aus dem EEG durch das \u00d6kolabeling allenfalls erg\u00e4nzt, nicht aber substituiert werden.<br \/>\nAndererseits bedarf es aber auch einer Anpassung im \u00d6kostrommarkt im Hinblick auf bestehende Produkte oder Stromliefervertr\u00e4ge. In der Folge ist insbesondere auf Seiten etablierter \u00d6kostromanbieter und Kraftwerksbetreiber mit Widerstand zu rechnen. Dies h\u00e4ngt nicht zuletzt damit zusammen, dass die mit einer Zertifizierung verbundenen Kosten am Markt auch wieder erl\u00f6st werden k\u00f6nnen m\u00fcssen. F\u00fcr Kraftwerksbetreiber geht es u. a. um Investitionen, die typischerweise \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume abge-schrieben werden. In einem jungen Markt wie dem \u00d6kostrommarkt sind die Unsicherheiten und damit auch das Risiko einer solchen Investition gr\u00f6\u00dfer. Dabei kommt hinzu, dass es unklar ist, wie die Kunden auf die neuen Produkte reagieren werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine eigens f\u00fcr das Projekt eingerichtete Begleitgruppe setzte sich aus Vertretern von Verb\u00e4nden, Ministerien und \u00c4mtern zusammen. Beteiligt waren Vertreter\/-innen von Bundesamt f\u00fcr Naturschutz, Bundes-ministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Umweltbundesamt, WWF Deutschland, Naturschutzbund Deutschland e. V., Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, NaturEnergie AG, NaturPur Energie AG, Energievision e. V., Gr\u00fcner Strom Label e. V. und dem Verband der Elektrizit\u00e4tswirtschaft e. V.<br \/>\nseit 09\/05\tInformation \u00fcber das Projekt auf www.cirus.ch<br \/>\n01\/06\t\tGemeinsame Presseerkl\u00e4rung DBU und EnBW:<br \/>\n\t\tNeuer Umweltstandard f\u00fcr mehr \u00d6kostrom aus Wasserkraft: Schonende Energiegewinnung soll bewertbar werden &#8211; DBU f\u00f6rdert Machbarkeitsstudie<br \/>\n04\/06\t\tReferat am DUH-Workshop Lebendige Fl\u00fcsse und kleine Wasserkraft, B\u00fcro am Fluss, Plochingen; Das greenhydro-Verfahren zur Zertifizierung von Strom aus Wasserkraft (Dr. Matthias Schneider)<br \/>\n06\/06\t\tWorkshop Zertifizierung \u00f6kologischer Wasserkraft, DBU-Zentrum, Osnabr\u00fcck<br \/>\n07\/06\t\tBeitr. in DUH-Brosch\u00fcre Lebendige Fl\u00fcsse &#038; Kleine Wasserkraft &#8211; Konflikt ohne L\u00f6sung?<br \/>\n\t\tDas greenhydro-Verfahren zur Zertifizierung von \u00d6kostrom aus Wasserkraft (Annette Ruef)<br \/>\n10\/06\t\tVersand des Endberichts greenhydro Deutschland (PDF) an Projekt-Begleitgruppe, Workshop-Teilnehmende und weitere Interessierte, Download des Berichts auf www.cirus.ch<br \/>\n11\/06\t\tPresseerkl\u00e4rung zum Abschluss des Projekts<br \/>\nAnfang 07\tArtikel in Fachzeitschrift Wasserwirtschaft<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der in der Schweiz entwickelte und erprobte greenhydro-Standard eignet sich grunds\u00e4tzlich als Grundlage f\u00fcr eine \u00f6kologische Bewertung und Zertifizierung von Wasserkraftanlagen in Deutschland. Dies betrifft insbesondere die \u00f6kologischen Grundanforderungen, welche f\u00fcr die gew\u00e4sser\u00f6kologisch relevanten Management- und Umweltbereiche formuliert wurden. Hier werden f\u00fcr den deutschen Kontext kleinere Anpassungen bei Begrifflichkeiten sowie eine \u00c4nderung bei der Reihenfolge der Managementbereiche vorgeschlagen. Dar\u00fcber hinaus hat sich gezeigt, dass verschiedene Verbesserungen m\u00f6glich sind, etwa durch eine Erg\u00e4nzung einzelner Grundanforderungen, durch die Aufnahme zus\u00e4tzlicher Kriterien oder die Reduktion von Doppelungen, die zwischen verschiedenen Bereichen auftraten. Die meisten \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge sind genereller Natur, d. h. unabh\u00e4ngig von der \u00dcbertragung des Standards nach Deutschland, und sollten daher auch beim Schweizer Verfahren Eingang finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Seit der Liberalisierung des Strommarktes entscheiden sich immer mehr Kunden umweltfreundlich produzierten Strom zu beziehen. Auf dem Markt sind einige gr\u00fcne Stromprodukte erh\u00e4ltlich, viele davon basieren auch auf Strom aus Wasserkraft. 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