{"id":24101,"date":"2024-12-13T10:32:08","date_gmt":"2024-12-13T09:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23781-01\/"},"modified":"2024-12-13T10:32:08","modified_gmt":"2024-12-13T09:32:08","slug":"23781-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23781-01\/","title":{"rendered":"Telemetrische Erfassung von Standort- und Verhaltensdaten extensiv gehaltener Viehherden und deren Analyse zur Absch\u00e4tzung des Potenzials f\u00fcr ein nachhaltiges Landschaftsmanagement"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bedingt durch die Probleme der Weidewirtschaft in extensiven Regionen fallen im Zuge des agrarstrukturellen Anpassungsprozesses immer mehr Gebiete aus der Nutzung. Um diese zum Erhalt der Kulturland-schaft offen zu halten, werden extensiv gehaltene Viehherden als geeignet angesehen. Jedoch werden diese Viehherden in der Regel nicht mehr behirtet, der Auftrieb erfolgt zu fr\u00fch und in zu hohen Besatzzahlen. Dies f\u00fchrt zu Problemen wie \u00dcberbeweidung und damit einhergehenden Trittbelastungen, partiel-ler \u00dcberd\u00fcngung und Verbiss. Durch den Einsatz moderner Technologien aus dem Precision Livestock Farming soll gezeigt werden, dass durch die Analyse von Standort- und Verhaltensdaten von Rindern und Ziegen auf Standweide und Rindern auf Almweide, Potenziale f\u00fcr ein intelligentes und nachhaltiges Weide- und Landschaftsmanagement abgeleitet werden k\u00f6nnen. Diese sollen auch eine Hilfestellung f\u00fcr die Almwirtschaft hinsichtlich Dokumentation und Herdenmanagement darstellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie im Rahmen des Forschungsvorhabens durchgef\u00fchrten Untersuchungen wurden in der Weideperiode 2006 auf einer Versuchsstation der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) durchgef\u00fchrt. Dazu wurden GPS-Halsb\u00e4nder mit integrierten Beschleunigungssensoren zur Verhaltenserfassung zweier Hersteller an Ziegen auf Standweide getestet. Aufgrund der Fehler eines Halsbandtyps und des Zeitdruckes durch die bereits beginnende Vegetationsperiode wurde die Entscheidung f\u00fcr die Halsb\u00e4nder des anderen Herstellers getroffen. Zun\u00e4chst wurden statische GPS-Test durchgef\u00fchrt, um Aussagen \u00fcber die Positionsgenauigkeiten des Empf\u00e4ngers zu erhalten. Folgeversuche an Ziegen und Rindern zeigten, dass insbesondere hinsichtlich der Aussagekraft der Verhaltensdaten durch den direkten Vergleich mit Direktbeobachtungsdaten eine weitere Modifikation der GPS-Halsb\u00e4nder bzw. ihrer Software erforderlich war. Durch diese konnte die Datengenauigkeit und damit ihre Aussagekraft nochmals verbessert werden.<br \/>\nIn einem weiteren Versuch 2007 wurden w\u00e4hrend der Vegetationsperiode Aktivit\u00e4ts- und Verhaltensdaten von Rindern auf einer Alm im Nationalpark Kalkalpen unter \u0082frei-Weide-Bedingungen erhoben. Um die Verhaltensaussage noch zu verbessern, wurden im Almweideversuch zus\u00e4tzlich 4 ALT-Pedometer eingesetzt, mit deren Hilfe die Aktivit\u00e4t als Schrittzahl, die Liegezeit in Bauch- und Seitenlage sowie die Kn\u00f6cheltemperatur erfasst wurde.<br \/>\nIn diesem 2007 durchgef\u00fchrten Versuch wurden mehrere Rinder einer Gro\u00dfherde (54 St\u00fcck) mit GPS und ALT-Pedometern besendert und Direktbeobachtungen auf 650 ha Weiderechtsfl\u00e4che durchgef\u00fchrt. Zudem wurden Wetterdaten und Schutzfl\u00e4chen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Trotz einiger Schwierigkeiten in der Versuchsdurchf\u00fchrung aufgrund von Witterung, Windwurf und unvorhergesehenen Ereignissen wie Ausbruch der Rinderherde, konnte eine Vielzahl von hochaufgel\u00f6sten Positions- und Aktivit\u00e4tsdaten erfasst werden.<br \/>\nDurch die Analyse der erfassten standortsbezogenen Basisdaten in einer GIS-Software wurden Erkennt-nisse \u00fcber das Raumnutzungsverhalten der Nutztiere gewonnen. Daraus wurden die Potenziale f\u00fcr ein nachhaltiges Weide- und Landschaftsmanagement abgeleitet.<br \/>\nWider Erwarten verhielten sich die Tiere sehr gleichf\u00f6rmig in ihrem r\u00e4umlich-zeitlichen Verhalten. Es konnten jedoch deutlich Zusammenh\u00e4nge zwischen exogenen Einflussfaktoren wie z. B. Witterung, Vegetation (Zusammensetzung und Aufwuchs), sowie Windwurf herausgearbeitet werden. Eine besondere Rolle kam dem Leittier einer jeden Kleinherde zu, da von ihrem Verhalten aus auf das der anderen Herdenmitglieder geschlossen werden kann. Die Versuche zeigten, dass insbesondere Rinder, die bereits gealpt wurden, ruhiger auf die Einflussfaktoren reagierten und ihr Verhalten sehr gut einzusch\u00e4tzen war.<br \/>\nDie Ergebnisse lassen sich vom Versuchsgebiet auf andere Regionen des Alpenraumes \u00fcbertragen, in denen die von der Alpenkonvention von 1991 gesteckten Ziele zum nachhaltigen Erhalt der Kulturlandschaft verfolgt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde im Rahmen des CIGR World Kongresses 09\/2006 in Bonn als Vortrag pr\u00e4sentiert und im Tagungsband publiziert. Des Weiteren wurde das Versuchsvorhaben als Poster zur EuroTier2006 am Messestand des Lehrstuhls f\u00fcr Landtechnik ausgestellt. Erste Ergebnisse wurden in der Landtechnik 02\/2007 (Landtechnik-Net) und auf der ECPLF- Tagung 2007 in Skiathos, Griechenland vorgestellt. 2007 wurde auf der Agritechnica 2007 in Hannover ein Modell und Poster auf dem Stand der DBU pr\u00e4sentiert. Eine Publikation zur Datenverarbeitung ist in der Landtechnik 01\/2008 zu finden. Ein weiteres Proposal f\u00fcr das ASABE Meeting auf Rhode Island, USA im Juni 2008 ist bereits angenommen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit Hilfe geeigneter Ortungstechnik und Aktivit\u00e4tssensorik kann und wird es in Zukunft m\u00f6glich sein, nicht mehr behirtete Weiden (v. a. Almen) mit Hilfe von Beweidung (Rinder, Schafe, Ziegen) offen zu halten. Durch die Chancen einer online Datenverarbeitung kann den Landwirten ein Managementinstrument an die Hand gegeben werden, das ihnen erlaubt, als Fr\u00fchwarnsystem Ver\u00e4nderungen auf den oftmals schwierig zu passierenden Almweidefl\u00e4chen zu registrieren und lenkend einzugreifen. Dies bedeutet konkret, dass Verbiss und Trittsch\u00e4den vermieden und auf Folgen von Umweltkatastrophen besser reagiert werden kann.<br \/>\nAuf diese Weise kann Precision Landscape Management, d. h. intelligentes Landschaftsmanagement auf Basis von einzeltierbezogenen Daten, einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bedingt durch die Probleme der Weidewirtschaft in extensiven Regionen fallen im Zuge des agrarstrukturellen Anpassungsprozesses immer mehr Gebiete aus der Nutzung. Um diese zum Erhalt der Kulturland-schaft offen zu halten, werden extensiv gehaltene Viehherden als geeignet angesehen. 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