{"id":24083,"date":"2024-11-27T10:32:46","date_gmt":"2024-11-27T09:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07091-02\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:50","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:50","slug":"07091-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07091-02\/","title":{"rendered":"Aufbau der Neuen Artenschutzschule in Metelen (Nordrhein-Westfalen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit dem Projekt Aufbau der Neuen Artenschutzschule Metelen soll ein auf Dauer regelm\u00e4\u00dfiges, bundesweit angebotenes Fortbildungsprogramm mit der thematischen Ausrichtung auf artenschutzrechtliche und -fachliche Fragestellungen installiert werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Fortf\u00fchrungsverpflichtung der ehemaligen Bundesweiten Artenschutzschule des Ende 2004 aufgel\u00f6sten Biologischen Instituts Metelen (BIM) gegen\u00fcber dem Projekttr\u00e4ger Bundesstiftung Umwelt (DBU) \u00fcbernommen. Diese Tatsache sowie die unmittelbare r\u00e4umliche N\u00e4he zur nordrhein-westf\u00e4lischen Auffangstation f\u00fcr beschlagnahmte, gesch\u00fctzte Tierarten und die nach wie vor bestehende Marktl\u00fccke im bundesweiten Umweltbildungsangebot waren dabei Anl\u00e4sse, den inhaltlichen Schwerpunkt der Fortbildungsveranstaltungen auf den Vollzug zum nationalen und internationalen Artenschutz zu legen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVorbereitungsrecherchen (Internet, Gespr\u00e4che) zum Umweltbildungsangebot und zum Erfahrungshintergrund des Artenschutzvollzugs im Bundesgebiet dienten der Identifizierung von Zielgruppen f\u00fcr Fortbildungen in Metelen. Auf Basis dieser Vorbereitungsrecherchen sowie sp\u00e4ter durch Anregungen von Teilnehmern und Referenten lie\u00dfen sich Ideen und Skizzen f\u00fcr m\u00f6gliche Themen und Kursabl\u00e4ufe herausfiltern. Mit der Anfrage bei geeigneten Vortragenden wurden die einzelnen Kurse inhaltlich und termindetailliert konturiert. Einladungen wurden brieflich anhand einer Adressdatenliste (1000 Adressaten im Bundesgebiet) sowie kurz vor den Veranstaltungen als Erinnerungsmails an einen weniger umfangreichen E-Mail Verteiler versendet. Die \u00fcberwiegend eint\u00e4gigen, gelegentlich zweit\u00e4gigen Kurse wurden im Veranstaltungstrakt des Artenschutzzentrums Metelen durchgef\u00fchrt. W\u00e4hrend und nach einer Veranstaltung erhielten die Kursteilnehmer pers\u00f6nlich zu nutzende Unterlagen. Bei der Themen- und Referentensuche sowie bei der Hintergrundorganisation und Moderation der Kurse wurde der Projektnehmer von einer beauftragten, im Themenfeld Internationaler Artenschutz erfahrenen B\u00fcrofirma unterst\u00fctzt. Zur Optimierung der Schulungen und zur Findung weiterer Zielgruppen und Fortbildungsbedarfe wurden die Angaben in den Bewertungsb\u00f6gen der Teilnehmer sowie die Eindr\u00fccke von Moderatorenseite herangezogen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>An den 18 Fortbildungsveranstaltungen in der 2-j\u00e4hrigen anschubfinanzierten Projektf\u00f6rderphase Neue Artenschutzschule Metelen vom 01. November 2005 bis 31. Oktober 2007 nahmen insgesamt 419 Teilnehmer teil. 10 Kurse fielen auf das Jahr 2006, 10 weitere auf das Jahr 2007, wovon 8 noch im F\u00f6rderzeitraum lagen. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl der 18 Schulungen lag in beiden Jahren der Durchf\u00fchrung, n\u00e4mlich 2006 und 2007, bei 23 Personen. Dabei kam der weit \u00fcberwiegende Teil der Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen. W\u00e4hrend an den 10 Veranstaltungen im 1. Veranstaltungsjahr 2006 17 % der Teilnehmer aus unmittelbar an Nordrhein-Westfalen angrenzenden Bundesl\u00e4ndern wie Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz stammten, konnte bereits bei den 8 Kursen im 2. Veranstaltungsjahr 2007 eine Steigerung in der Herkunft der Teilnehmer au\u00dferhalb von Nordrhein-Westfalen auf 37 % sowie eine breitere Streuung festgestellt werden. Einzelne, teilweise regelm\u00e4\u00dfige Teilnehmer kamen aus fast allen Bundesl\u00e4ndern angereist. Die r\u00e4umliche Randlage im Bundesgebiet, fehlende geeignete \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten im fu\u00dfl\u00e4ufigen Umfeld und die au\u00dferordentlich schlechte \u00d6PNV-Anbindung des Tagungsortes Metelen erforderten von den Interessierten einen hohen zeitlichen und organisatorischen Aufwand f\u00fcr An- und Abreise. Dass dennoch etliche Teilnehmer von weiter her kamen, liegt sicherlich auch an den dank der Projektf\u00f6rderung g\u00fcnstigen, in der Regel von den Arbeitgebern, meist Artenschutzbeh\u00f6rden, als Dienstreisekosten zu tragenden Kursgeb\u00fchren.<br \/>\nNach den vorbereitenden Recherchen hatten sich zwei Hauptzielgruppen f\u00fcr Artenschutzveranstaltungen in Metelen herauskristallisiert: 1. Vertreter von Beh\u00f6rden des Artenschutzvollzugs auf L\u00e4nderebene insbesondere zur Kontrolle von Besitz und Vermarktung von Exemplaren gesch\u00fctzter Tier- und Pflanzenarten und 2. Vertreter von Auffangstationen. Diese beiden Zielgruppen sind durch die angebotenen Veranstaltungen erreicht worden: 67 % aller Teilnehmer in 2006 bzw. 62% in 2007 waren Vertreter von Vollzugsbeh\u00f6rden im Artenschutz und ca. ein Viertel bzw. 28 % kamen von Auffangstationen. Hinzu kamen weitere Teilnehmer wie beispielsweise Mitglieder von Fachorganisationen. Je passgenauer die Seminarthemen auf diese beiden Zielgruppen ausgerichtet waren, desto h\u00f6her waren auch deren Teilnahmeanteile.<br \/>\nEs hat erste Versuche zur Ausrichtung von Veranstaltungen auf speziellere Zielgruppen z.B. Zoofachhandlungen oder Richter und Staatanw\u00e4lte gegeben. Die Teilnahme dieser Teilnehmerkreise war noch nicht befriedigend und bedarf noch passgenauerer Vorbereitung. Eine weitere Zielgruppe n\u00e4mlich 3. freiberufliche und beh\u00f6rdliche Artenschutzgutachter in Eingriffsplanungen soll k\u00fcnftig mit ber\u00fccksichtigt werden, da diese wegen der j\u00fcngsten ma\u00dfgeblichen \u00c4nderungen im Artenschutzrecht (\u00a7 42 BNatSchG) voraussichtlich gro\u00dfen Bedarf haben wird.<br \/>\nBei den Fortbildungen reichte das Angebot von Vortragsveranstaltungen mit Fallbeispielen zum Artenschutzrecht \u00fcber Kurse mit Bestimmungs\u00fcbungen zur Artenkenntnis bis hin zu Schulungen mit praxisorientierten Hinweisen zur artgerechten Haltung gesch\u00fctzter Tiere. Befragungen der Teilnehmer ergaben, dass sie mit den Fortbildungen durchweg zufrieden waren. Auch der berufliche Nutzen der vermittelten Inhalte wurde \u00fcberwiegend als hoch bis mittel eingestuft.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In den L\u00d6BF-Mitteilungen 4\/2006 wurden in einem Artikel Ziele, Arbeitsweise und erste Bilanz der Artenschutzschulungen in Metelen vorgestellt. Zweimal gab es in der Lokalpresse Berichte \u00fcber Einzelkurse.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Da die organisatorische und fachliche Gestaltung der Veranstaltungen Anklang gefunden haben, kann das Projekt Aufbau der Neuen Artenschutzschule Metelen als gelungen betrachtet werden. Mit dem Besucheraufkommen, den gezielten Anfragen nach Schulungsunterlagen und den Anregungen Interessierter hat sich im Projekt die vermutete Nachfrage an Fortbildungen im Themenbereich Internationaler Artenschutz insbesondere zum Schutz handelsrelevanter Arten best\u00e4tigt. Das Zusammenkommen der Teilnehmer aus unterschiedlichen Einrichtungen und Organisationen bzw. Bundesl\u00e4ndern f\u00fchrte zum Aufbau eines ersten Kontakt-Netzwerkes, in dem ein z. T. l\u00e4nder\u00fcbergreifender Erfahrungsaustausch auf kurzen Wegen erfolgen kann. Dies erleichterte bereits in Einzelf\u00e4llen die Kooperation von Akteuren in strafrechtlich relevanten Verfahren des Artenschutzes. Aufgrund neuer Kontakte zu (potentiell) geeigneten Dauervermittlungsstellen f\u00fcr eingezogene Tiere zog zudem die auf dem selben Grundst\u00fcck der Artenschutzschule gelegene Auffangstation des Projektnehmers unmittelbar Nutzen aus den dort stattfindenden Veranstaltungen. Nach der projektgef\u00f6rderten Aufbauphase soll das Veranstaltungsangebot im LANUV-Artenschutzzentrum Metelen konsolidiert werden: auf der Basis der gemachten Erfahrungen k\u00f6nnen bei den Kursen organisatorische Verbesserungen und fachliche Vertiefungen erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit dem Projekt Aufbau der Neuen Artenschutzschule Metelen soll ein auf Dauer regelm\u00e4\u00dfiges, bundesweit angebotenes Fortbildungsprogramm mit der thematischen Ausrichtung auf artenschutzrechtliche und -fachliche Fragestellungen installiert werden. 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