{"id":24054,"date":"2023-07-13T15:24:45","date_gmt":"2023-07-13T13:24:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23612-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:48","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:48","slug":"23612-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23612-01\/","title":{"rendered":"Energie\u00f6kologische Optimierung eines Altbauwohn-Projektes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude Salzkoth 1 in 06449 Aschersleben wurde 1910 als Kinderheim erbaut, sp\u00e4ter als Krankenhaus genutzt und dient seit 2003 als Wohnheim f\u00fcr ehemalige Obdachlose. Tr\u00e4ger der Einrichtung ist der gemeinn\u00fctzige Verein Bedacht. Das Geb\u00e4ude mit ca. 700 m\u00b2 beheizbarer Wohnfl\u00e4che ist in einem allge-mein guten Zustand, aber in einem energetisch schlechten. Der W\u00e4rmeschutz entspricht etwa dem Standard zum Zeitpunkt der Errichtung (unged\u00e4mmte W\u00e4nde, \u00fcberwiegend einfachverglaste Kastenfenster). Die Versorgung erfolgt mit einem \u00d6lkessel. Der Verbrauch bel\u00e4uft sich auf gesch\u00e4tzte 350 MWh\/a (ca. 500 kWh\/m\u00b2a Endenergie, d. h. ein 50-Liter-Haus).<br \/>\nZiel des F\u00f6rdervorhabens war es, durch eine systematische Analyse der Geb\u00e4udeh\u00fclle, der technischen Anlagen und der Geb\u00e4udenutzung potentielle Energiesparma\u00dfnahmen zu identifizieren, zu bewerten, eine umsetzungsorientierte Strategie f\u00fcr die energie\u00f6kologische Sanierung des Geb\u00e4udes zu entwickeln. Dies alles sollte unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des Zwecks der Einrichtung und der finanziellen Limitationen geschehen, wie sie gerade f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Vereine typisch sind.<br \/>\nErste konkrete Ma\u00dfnahmen in diese Richtung wurden umgesetzt. Im Einzelnen waren dies der Einbau einer Holzkesselanlage (Holzvergaserkessel) mit einem kleinen \u00d6lkessel f\u00fcr die Spitzenlast sowie die D\u00e4mmung der obersten Geschossdecke und D\u00e4mmung des Treppenhauses. Die Verbrauchsentwicklung wurde dokumentiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tKurzgutachten zum Geb\u00e4ude und zur Anlage<br \/>\n2.\tR\u00fcckbau der \u00fcberdimensionierten \u00d6lheizung<br \/>\n3.\tEinbau einer Holzvergaserheizung und \u00d6l-Spitzenlastkessel<br \/>\n4.\tDurchf\u00fchrung erster D\u00e4mmma\u00dfnahmen im Dachbereich<br \/>\n5.\tHerstellung eines geschlossenen Treppenhauses unter W\u00e4rme- und Brandschutzgesichtspunkten<br \/>\n6.\tErstellung eines ausf\u00fchrlichen Energiegutachtens mit Finanzierungsplanung<br \/>\n7.\tParallel: Betriebsoptimierung des Holz\/\u00d6lkesselbetriebes, Verbrauchs\u00fcberwachung<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der alte \u00d6lkessel (230 kW) wurde entfernt und ein Holzvergaserkessel mit 50 kW Leistung, zur Abdeckung des Bedarfs bei extrem niedrigen Au\u00dfentemperaturen zus\u00e4tzlich ein \u00d6lkessel (70 kW), installiert. Fast gleichzeitig wurde die oberste Geschossdecke mit 200 mm starker Mineralwolle ged\u00e4mmt und auch aus Gr\u00fcnden des W\u00e4rme- und Brandschutzes das Treppenhaus und Kellergeschoss von der beheizten Wohnfl\u00e4che abgetrennt. Die Trennw\u00e4nde sind ebenfalls w\u00e4rmeged\u00e4mmt.<\/p>\n<p>Eine Energieeinsparung l\u00e4sst sich nicht genau beziffern, weile keine konkreten Werte vom Zustand vorher bekannt sind. Nach den Ma\u00dfnahmen bel\u00e4uft sich der Verbrauch auf etwa 320 MWh\/a &#8211; jedoch zu 75 % aus Holz. Eine Einsparung ist zu verzeichnen, jedoch nicht im gew\u00fcnschten Ma\u00dfe. Die Kostensteigerung des \u00d6ls konnte aufgefangen werden, auch der CO2-Aussto\u00df reduziert werden, jedoch sind die Ein-sparpotentiale noch nicht ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n<p>Die hydraulische und regelungstechnische Anbindung der beiden Kessel an das vorhandene Netz sowie die Warmwasserbereitung ist noch nicht optimal. W\u00e4hrend des gesamten Projektverlaufes wurde mit der ausf\u00fchrenden Firma und dem Planer der Anlage sowie der Regionalvertretung des Kesselherstellers um Verbesserungen gerungen. Einzelne Ma\u00dfnahmen sind mittlerweile umgesetzt, z. B. der Einbau von Abgasklappen sowie eine ver\u00e4nderte R\u00fccklauftemperaturregelung f\u00fcr den Holzkessel. Jedoch besteht bis zum Projektende das Problem, dass die Verbrennung insgesamt sehr unsauer l\u00e4uft (keine Lambda-Sonde), sich in den Pufferspeichern keine ausreichende Temperaturschichtung einstellt (zu gro\u00dfe Ladepumpen, falsches Ladekonzept), das gesamte Heizungswasser immer \u00fcber den \u00d6lkessel gef\u00fchrt wird (Temperaturverlust, wenn der Kessel aus ist), sich aus der Summe dieser Einzelpunkte kein ausreichend hei\u00dfes Trinkwarmwasser bereiten l\u00e4sst und eine sehr intensive Kesselwartung ergibt. An der Optimierung der Anlage wird auch nach Projektende gearbeitet. Mittlerweile sind das Werk des Kesselherstellers sowie ein zweiter Planer eingeschaltet.<\/p>\n<p>Das parallel erstellte Energiekonzept bewertet vor allem die Einsparm\u00f6glichkeiten noch zu t\u00e4tigender D\u00e4mmma\u00dfnahmen an der Geb\u00e4udeh\u00fclle. Die Endenergie l\u00e4sst sich langfristig dritteln (ca. 100 MWh\/a). Die dazu notwendigen Ma\u00dfnahmen (D\u00e4mmung der W\u00e4nde von au\u00dfen mit 20 cm D\u00e4mmstoff, Kellerd\u00e4mmung, neue Fenster u. \u00e4.) kosten unter Ber\u00fccksichtigung von Eigenleistungen der Bewohner etwa 136 Tausend Euro. Bei Inanspruchnahme eines Bankkredites sind dies etwas unter 1000 \u0080\/Monat \u00fcber 30 Jahre. Dem gegen\u00fcber stehen heutige Energiekostenersparnisse von etwa 570 \u0080\/Monat. Langfristig bei steigenden Energiepreisen jedoch 1250 \u0080\/Monat. Der Verein versucht die Vorschl\u00e4ge des Energie-konzeptes langfristig umzusetzen, sobald die Eigentumsfrage f\u00fcr das Haus gekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Sanierung des Hauses ist im Umkreis mit gro\u00dfem Interesse verfolgt worden. Einerseits hat das Wohnprojekt zahlreiche Freunde; zum anderen wurde hier der erste Holzvergaserkessel in Aschersleben aufgestellt. Anl\u00e4sslich von Veranstaltungen, die in diesem Haus stattfanden, konnte die neue Heizungs-anlage der lokalen \u00d6ffentlichkeit vorgef\u00fchrt und ihre Vorteile verdeutlicht werden.<\/p>\n<p>Die Fensterl\u00e4den werten neben ihrer isolierenden Funktion das Haus auch optisch auf, was die Bev\u00f6lkerung, die sich dem Haus durch seine Geschichte verbunden f\u00fchlt, sehr anerkennt.   In den Presseberichten \u00fcber das Wohnprojekt nahm die F\u00f6rderung durch die Bundesstiftung Umwelt und die Umsetzung der Sanierungsma\u00dfnahmen breiten Raum ein.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die bisher umgesetzten Ma\u00dfnahmen zur energie\u00f6kologischen Optimierung des Wohnhauses f\u00fcr ehe-mals wohnungslose Menschen haben bei verringertem Verbrauch von Ressourcen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t bewirkt. Der Verein f\u00fchlt sich ermutigt, noch weitere Schritte in diese Richtung zu gehen. Durch die positiven Erfahrungen im Haus konnten seine Bewohner daf\u00fcr begeistert werden, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und interessierte Au\u00dfenstehende f\u00fcr das Thema sensi-bilisiert werden. <\/p>\n<p>Der optimierte Holz-\/\u00d6lkesselbetrieb konnte jedoch noch nicht erreicht werden und bleibt \u00fcber das Projektende hinaus eine zu l\u00f6sende Aufgabe zusammen mit geeigneten Planern und Handwerkern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Geb\u00e4ude Salzkoth 1 in 06449 Aschersleben wurde 1910 als Kinderheim erbaut, sp\u00e4ter als Krankenhaus genutzt und dient seit 2003 als Wohnheim f\u00fcr ehemalige Obdachlose. Tr\u00e4ger der Einrichtung ist der gemeinn\u00fctzige Verein Bedacht. 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