{"id":24052,"date":"2024-11-27T10:36:58","date_gmt":"2024-11-27T09:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23614-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:37:01","modified_gmt":"2024-11-27T09:37:01","slug":"23614-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23614-01\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische Denkmale begreifen &#8211; Lehrpfade f\u00fcr nachhaltige Sanierungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Fachwerklehrpfad &#8211; ein epochenorientierter Rundgang durch die Weltkulturerbestadt Quedlinburg sensibilisiert die B\u00fcrger und Besucher der Stadt gegen\u00fcber der kulturellen Denkmalsubstanz der Fachwerkbauten. Im Mittelpunkt steht die Betrachtung der umweltvertr\u00e4glichen historischen Bauweisen und Baukonstruktionen bis hin zu \u00f6kologischen Sanierungen unserer Tage, die die Nachhaltigkeit des \u00f6kologischen Bauens unserer Zeit thematisieren. Zielgruppen des Fachwerklehrpfades sind interessierte B\u00fcr-ger und Besucher der Stadt Quedlinburg, Fachleute und Fachwerkspezialisten. Ziele des Projektes sind: die St\u00e4rkung der st\u00e4dtischen Infrastruktur, Bewusstseinsschaffung gegen\u00fcber nachhaltiger Bauweisen \/ Erhaltung des kulturellen Erbes, Einbeziehung Jugendlicher &#8211; Kinder \/ Sensibilisierung der j\u00fcngeren Ge-neration f\u00fcr das kulturelle Erbe, St\u00e4rkung des wirtschaftlichen Wohlstandes.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Arbeitsschritte begannen zun\u00e4chst mit der Erfassung der konstruktiven Merkmale, die von au\u00dfen an jedem Fachwerkgeb\u00e4ude sichtbar sind. Eine Beschreibung der Fassade bzw. die konstruktiven Merkmale der H\u00e4user in Bezug auf die entsprechende Epoche bildet die Einleitung des Textes. Da nicht nur die \u00e4u\u00dfere Beschreibung ma\u00dfgeblich ist, mussten Informationen gesammelt werden, die eine Beschreibung des Innenraumes, der Konstruktion, der Umbauten, der Nutzung und der farbigen Fassungen dokumentieren. Neben der Auswertung von Literatur wurden bau- und nutzungsgeschichtliche Informationen im Bauarchiv und Stadtarchiv der Stadt Quedlinburg ausgewertet. Die \u00e4ltesten Fotografien sind im Brandenburgischen Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege archiviert sowie im Theopold-Nachlass, der uns vom Germanischen Nationalmuseum in N\u00fcrnberg digitalisiert zur Verf\u00fcgung gestellt wurde. Ein weiterer Bestand ist der Nachlass des Fotografen Heinz Kittel aus den 1940er bis 1960er Jahren. Gro\u00dfe Unterst\u00fctzung erhielten wir durch die Quedlinburger Bev\u00f6lkerung, die uns mit dem Einblick in ihr Privatarchiv und interessanten Details aus der Geschichte ihrer H\u00e4user weiterhalfen. Erkenntnisse zu j\u00fcngeren Umbauten und Sa-nierungsma\u00dfnahmen lieferten die Modernisierungsvoruntersuchungen (BauBeCon Sanierungstr\u00e4ger GmbH) ebenso wie restauratorische Gutachten (Zusendung von den Restauratoren).Die erarbeiteten Objektbeschreibungen wurden f\u00fcr die Brosch\u00fcren, die Plakate und den Internetauftritt entsprechend aufbereitet und ver\u00f6ffentlicht. Im DFWZ QLB erl\u00e4utert eine thematische Ausstellung anhand von 22 Plakaten, einem beweglichen Fachwerkmodell sowie eines geborgenen Original-Gefachfeldes mit der Risszeichnung eines Zimmermanns die Ergebnisse des Projektes Fachwerklehrpfad<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es sind 32 Objekte im Fachwerklehrpfad und 9 Objekte im Kinderfachwerklehrpfad f\u00fcr den Rundgang durch Quedlinburg bearbeitet worden. Die H\u00e4user, an denen beispielhaft die Entwicklung des Fachwerkbaus, die besonderen stilistischen Merkmale und die innere Raumaufteilung bzw. Nutzung erl\u00e4utert werden, sind in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbeh\u00f6rde ausgesucht worden.<\/p>\n<p>Bei der Bearbeitung des Projektes wurde sehr umfangreichen Archivmaterials und der Auswertung der Restauratorischen Gutachten gesichtet. Archivrecherchen wurden im Stadtarchiv, im Bauarchiv und dem Landesdenkmalamt durchgef\u00fchrt, um ein umfassendes Bild \u00fcber die Bausubstanz und nat\u00fcrlich auch \u00fcber die Baugeschichte zu bekommen. Weiterhin wurde ein Bestand von 10.000 Bildnegativen im Schloss Quedlinburg sowie ca. 3000 alte Postkarten von einem privaten Sammler gesichtet und durchgearbeitet, um historische Aufnahmen aus den 40er, 50er und 60er Jahren der H\u00e4user den Beschreibungen hinzuzuf\u00fcgen. Ein weiterer Bildbestand wurde vom Germanischen Nationalmuseum in N\u00fcrnberg und dem Brandenburgischen Messbildarchiv zur Verf\u00fcgung gestellt. Selbstverst\u00e4ndlich wurden alle Bilddokumente im Landesdenkmalamt Halle ausgewertet und bei Bedarf in die Beschreibung einbezogen. Auch wurden Anfragen im Messbildarchiv Dresden, der Fotothek Marburg und dem Fotoarchiv in Dresden durchgef\u00fchrt. Zus\u00e4tzlich fanden Gespr\u00e4che mit den einzelnen Architekturb\u00fcros bzw. dem Bauherrn statt, um ein m\u00f6glichst umfassendes Bild der umgesetzten Sanierung, insbesondere \u00fcber den Einsatz \u00f6kologischer Baumaterialien zu erhalten. Zum Teil war es schwierig, Zutritt zu leer stehenden und bewohnten Objekten (bei zwei Objekten ist dies nicht gelungen) zu erhalten. So entstanden Wartezeiten von bis zu vier Wochen, bis die Besichtigung und Bearbeitung eines Hauses erfolgen konnte. Somit konnten die Objekte leider nicht so stringent bearbeitet werden, wie geplant. Es wurde eine kostenneutrale Projektverl\u00e4ngerung bewilligt.<br \/>\nSehr umfangreich und zeitaufwendig war das Einholen der Freigaben zur Ver\u00f6ffentlichung (Innenraumaufnahmen der H\u00e4user, Privataufnahmen, Textfassungen). Freigaben wurden nicht nur vom Stadtarchiv und Bauarchiv Quedlinburg, dem st\u00e4dtischen Museum, dem Landesdenkmalamt Halle, sondern auch von 10 Privatsammlern und 34 Hausbesitzern eingeholt bzw. angefragt. Die von uns erarbeiteten Textfassungen haben wir mehreren Sachverst\u00e4ndigen mit der Bitte um Anmerkungen, Hinweise bzw. Korrek-turen vorgelegt. Mit einem dieser Sachverst\u00e4ndigen erforderte die Diskussion bez\u00fcglich der Notwendigkeit der Zusammenfassung zur Stadtgeschichte, der Zusammenfassung zu den Epochen und zum Anhang eines Glossars einen gro\u00dfen Zeitraum, die jedoch als Textbausteine von den anderen Sachverst\u00e4ndigen als unabdingbar eingestuft wurden. Ebenso bedingte die Abstimmung der fachlichen Begriffe einen gro\u00dfen Arbeitsaufwand, da auch hier teilweise zu einem zu benennenden Gegenstand drei unterschiedliche Definitionen vorlagen. Wie bereits Ihnen mitgeteilt kann die Druckfreigabe erst erfolgen, wenn die Freigabe von allen Eigent\u00fcmern, Privatsammlern und Institutionen vorliegen. Dies haben wir bereits zum gr\u00f6\u00dften Teil geschafft.<br \/>\nIm Ergebnis kann festgestellt werden, dass sich aufgrund der zahlreichen Gespr\u00e4che mit der Stadt Quedlinburg, den einbezogenen Fachleuten, den Nutzern bzw. Besitzern der Objekte sowie vielen weiteren Interessierten nicht nur eine hohe Erwartungshaltung aufgebaut hat, sondern dass sich alle auf die Herausgabe der Brosch\u00fcren freuen, da es eine Ver\u00f6ffentlichung in dieser Art noch nicht gab.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Internetauftritt wird in den n\u00e4chsten Tagen freigeschaltet, so dass auch weltweit Einblick in einen Teil der Weltkulturerbestadt genommen werden kann. Anhand von mehreren Pr\u00e4sentationen f\u00fcr das Kultusministerium, Vertretern des Bundes, der DSD, verschiedener anderer Stiftungen sowie des Altherrenvereins Staufia des katholischen Studentenvereins Staufia &#8211; Stra\u00dfburg zu Frankfurt am Main konnte eine gro\u00dfe Begeisterung insbesondere f\u00fcr das von uns hergestellte, auf- und abbaubare Fachwerkmodell verzeichnet werden. Die sich in unserem Hause befindliche thematische Ausstellung, in welcher die Ergebnisse des Projektes Fachwerklehrpfad (wie oben beschrieben) erl\u00e4utert werden sowie die Herausgabe der Brosch\u00fcren sorgen f\u00fcr eine umfangreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Anhand des Projektverlaufes kann man erkennen, dass das \u00f6ffentliche Interesse an der Herausgabe einer solchen Brosch\u00fcre sehr hoch ist. Allerdings war es im Rahmen der Bearbeitung notwendig, sich auf ausgew\u00e4hlte Objekte zu konzentrieren, da zum Einen die Nachfrage nach weiteren Objekten, zum Anderen aber auch der Informationsfluss zu den bearbeiteten und zu anderen Objekten sehr hoch war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Fachwerklehrpfad &#8211; ein epochenorientierter Rundgang durch die Weltkulturerbestadt Quedlinburg sensibilisiert die B\u00fcrger und Besucher der Stadt gegen\u00fcber der kulturellen Denkmalsubstanz der Fachwerkbauten. Im Mittelpunkt steht die Betrachtung der umweltvertr\u00e4glichen historischen Bauweisen und Baukonstruktionen bis hin zu \u00f6kologischen Sanierungen unserer Tage, die die Nachhaltigkeit des \u00f6kologischen Bauens unserer Zeit thematisieren. 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