{"id":24037,"date":"2023-07-13T15:24:45","date_gmt":"2023-07-13T13:24:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23555-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:46","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:46","slug":"23555-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23555-01\/","title":{"rendered":"Integration vergleichender Nachhaltigkeitskennwerte von Baumaterialen nach Bauteilschichten in einen Baustoffatlas der DETAIL Altlantenserie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Kaum eine Publikation bereitet das Thema Nachhaltigkeit von Baumaterialien in einer f\u00fcr Architekten und Ingenieure angemessene Art auf. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll daher ein Planungsinstrument erarbeitet werden, das zum einen alle notwendigen Materialkennwerte in komprimierter Art und Weise zur Verf\u00fcgung stellt, auf der anderen Seite aber \u00fcber die notwendige Flexibilit\u00e4t verf\u00fcgt, um schnell Alternativen zu \u00fcberpr\u00fcfen und somit Planungs- und Entwurfsprozesse des Architekten zu unter-st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Vorgehensweise zur Bestimmung von Nachhaltigkeitskennwerten ist in DIN ISO 14042 (LCA- impact assessment) beschrieben. Zus\u00e4tzlich sollen die Dauerhaftigkeit der Baumaterialien sowie deren Recyc-lingf\u00e4higkeit qualifiziert bzw. quantifiziert werden. Somit soll dem Benutzer dieses Buches ein umfassender Datensatz \u00fcber den Lebenszyklus des Baumaterials zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<br \/>\nDie Bereitstellung der Daten f\u00fcr Architekten und Ingenieure erfolgt auf drei Ebenen. Zun\u00e4chst werden Baumaterialien in ihren spezifischen Eigenschaften beschrieben. Darauf aufbauend erfolgt der Vergleich technisch und \u00f6konomisch gleichwertig erscheinender Materialien in Anwendungszusammenh\u00e4ngen, z. B. D\u00e4mmstoffe, Dichtungsbahnen oder Beschichtungsstoffe. Planende verwenden diese Materialien h\u00e4ufig, ohne Planungsentscheidungen auf Ihre Nachhaltigkeit hin \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen. Im dritten Schritt werden zu Bauelementen aggregierte Materialien verglichen, die in Zusammenhang mit architektoni-schen Gestaltungsentscheidungen stehen, wie z. B. Fassadenmaterialien, Dachdeckungen oder Fu\u00dfbodenbel\u00e4ge.<br \/>\nUm die Arbeit von Architekten und Ingenieuren zu erleichtern, wird in der Aufbereitung der Daten auf eine gestaffelt organisierte Besch\u00e4ftigungstiefe Wert gelegt. Dies bedeutet, zum einen den schnellen \u00dcberblick \u00fcber die Gesamtmaterie geben zu k\u00f6nnen, zum anderen bei einer konkretisierten Materialauswahl vertiefende Analyseparameter bereitzustellen.<br \/>\nDie Errechnung der Kennwerte f\u00fcr die Baustoffe und Bauteilschichten erfolgt mit zwei anerkannten LCA-Softwaretools. Diese beiden Programme verfolgen dabei jeweils unterschiedliche Strategien zur Generierung der Nachhaltigkeitsdaten. Im Rahmen des Vorhabens wird ein Abgleich zwischen den Ergebnissen und damit eine Aussage dar\u00fcber m\u00f6glich werden, welche Genauigkeiten und welche Potenziale zurzeit in der LCA- Bilanzierung liegen und an welcher Stelle noch weiterer Forschungsbedarf besteht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit dem Projekt entstehen praktisch und wissenschaftlich verwertbare Ergebnisse in den Bereichen Bauwesen, Bauingenieurwesen, Architektur und Umweltplanung. Nachhaltigkeitserw\u00e4gungen und entsprechende Kennwerte werden mit dem Mittel des Materialatlas zum ersten Mal einem gr\u00f6\u00dferen Fachpublikum in einem unmittelbaren Verwertungszusammenhang nahe gebracht, n\u00e4mlich im Prozess der vergleichenden, produktneutralen Bewertung von Baustoffen und der damit unmittelbar verkn\u00fcpften Auswahlentscheidung. Dies geschah zum einen in Buchform, zum anderen \u00fcber ein damit verkn\u00fcpftes Symposium.<br \/>\nDa mit dem Materialatlas zugleich ein Grundlagenwerk der Baustoffkunde auch Studierenden zur Verf\u00fcgung gestellt wird, ist eine hohe Wirksamkeit f\u00fcr die Ausbildung von Architekten und Bauingenieuren zu erwarten. Hier soll die Nachhaltigkeitsbewertung von Baustoffen ein neues Denken \u00fcber den Einsatz von Baumaterialien in Gang setzen.<br \/>\n\u00dcber den vergleichenden Einsatz verschiedener Datens\u00e4tze und Softwaretools soll dar\u00fcber hinaus eine fachliche Diskussion in Gang gesetzt werden. Diese soll zu einer kritischen Bewertung der unterschiedlichen und konkurrierenden Bilanzierungsverfahren beitragen mit dem Ziel, mittelfristig Zugriff zu objektivierten und harmonisierten Nachhaltigkeitsdaten zu erhalten. Diese ist mittlerweile auch von der deutschen Bundesregierung angedacht, so dass das Projekt in allen seinen Punkten als Erfolg gewertet wer-den kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mit einer Erstauflage von 11.000 Exemplaren (6.000 St\u00fcck Paperback, 5.000 St\u00fcck Hardcover) wird bereits zum Erscheinen des Baustoffatlas eine gro\u00dfe \u00d6ffentlichkeit erreicht, der auch durch den hohen Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz dieser Buchserie sichergestellt sein d\u00fcrfte. Erste Verkaufszahlen belegen dies.<br \/>\nWeiterhin plant der Verlag kurzfristig Ver\u00f6ffentlichungen in weiteren Sprachen, zun\u00e4chst in Englisch, Spanisch und Italienisch. Mittelfristig sind Lizenzver\u00f6ffentlichungen in weiteren Sprachen (z. B. Chinesisch) vorgesehen.<br \/>\nZu der Ver\u00f6ffentlichung des Buches hat die Technische Universit\u00e4t Darmstadt sowie die Edition Detail ein halbt\u00e4giges Symposium mit namhaften Rednern durchgef\u00fchrt. Es wurde von mehr als 200 Personen besucht. Die Unterst\u00fctzung der Veranstaltung durch die Architektenkammer Hessen, die es erm\u00f6glicht hat, Fortbildungspunkte f\u00fcr Architekten zu vergeben, hat dabei zu einem hohen Anteil von praktizierenden Architekten gef\u00fchrt. Leider war es im Rahmen der Veranstaltung, aufgrund der hohen Inputs f\u00fcr die Besucher sowie die geringe zur Verf\u00fcgung stehende Zeit, nicht in ausreichendem Ma\u00dfe m\u00f6glich eine Diskussion anzuregen. Dies m\u00f6chte das Fachgebiet nun durch Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften nachholen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Integration der allgemeinen Nachhaltigkeitsbetrachtungen und konkreter Nachhaltigkeitskennwerte in eine Gesamtbetrachtung von Baustoffen und Bauteilen ist neuartig. Sie soll dazu dienen, die Akzeptanz dieser Betrachtungsebene und das Bewusstsein um ihre Notwendigkeit zu sch\u00e4rfen. Indem die Nachhaltigkeitskennwerte eingebettet sind in eine allgemeine, anwendungsorientierte Betrachtung der Baustoffe, vermittelt die gleichwertige Darstellung architektonischer, technischer, bauphysikalischer und \u00f6kologischer Aspekte und Kennwerte, wie wesentlich die Betrachtung der Nachhaltigkeitskriterien das Planen und Bauen in Zukunft beeinflussen wird. Die Anf\u00e4nge des Diskurses hat das Fachgebiet mit Freude auf-genommen und soweit es ging selbst begleitet.<br \/>\nDie seitens des Fachgebiets Entwerfen und Energieeffizientes Bauen  in das Projekt gesetzten Erwartungen sind in vollem Umfang erf\u00fcllt und teilweise \u00fcbertroffen worden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Kaum eine Publikation bereitet das Thema Nachhaltigkeit von Baumaterialien in einer f\u00fcr Architekten und Ingenieure angemessene Art auf. 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