{"id":24015,"date":"2025-06-25T10:32:23","date_gmt":"2025-06-25T08:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23472-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:23","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:23","slug":"23472-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23472-01\/","title":{"rendered":"Analyse des Energieverbrauchs und exemplarische Best-practice-L\u00f6sungen f\u00fcr relevante Verbrauchssektoren in Krankenh\u00e4usern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Anforderungen an die Energieversorgung in Krankenh\u00e4usern \u00e4ndern sich in Folge von Um- und Ausbauma\u00dfnahmen stetig. Weiterhin ist ein hoher Anteil alter sanierungsbed\u00fcrftiger Anlagen in Betrieb. Bei einem Energieverbrauch deutscher Krankenh\u00e4user (2001) von ca. 4,6 Mio MWh\/a an elektrischer Energie sowie ca. 15,36 Mio. MWh\/a an thermischer Energie besteht in vielen Krankenh\u00e4usern ein gro\u00dfes Energieeinsparpotenzial. Bisherige Versuche, den Energieverbrauch mit geringem Aufwand anhand eines Kennzahlenvergleiches beurteilen zu k\u00f6nnen, blieben aufgrund der komplexen Versorgungsstruktur der Krankenh\u00e4user ohne Erfolg, da die individuellen Eigenschaften der Einrichtungen unber\u00fccksichtigt blieben. Ziel des Projektes ist es, mit Hilfe von Lastgangmessungen den Zusammenhang zwischen dem Energieverbrauch und den individuellen Eigenschaften eines Krankenhauses aufzuzeigen und einen aussagekr\u00e4ftigen Krankenhausvergleich zu entwickeln, der auf Krankenh\u00e4user unterschiedlicher Versorgungsstrukturen und Nutzungsbedingungen angewendet werden kann. Au\u00dferdem werden allgemeine Best-Practice-L\u00f6sungen erarbeitet und das lohnenswerte Einsparpotenzial in den 20 teilnehmenden Krankenh\u00e4usern aufgezeigt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn 20 Krankenh\u00e4usern mit 300-600 Betten wird eine Bestandsaufnahme durchgef\u00fchrt. Anschlie\u00dfend wird f\u00fcr eine repr\u00e4sentative Woche der Energieverbrauch in folgenden energierelevanten Sektoren gemessen: Heizung, Warmwasser, K\u00fchlung, L\u00fcftungsanlage, L\u00fcftungsanlage OP, Aufz\u00fcge, zentrale Energiewandlungsanlage. Gleichzeitig werden relevante Einflussgr\u00f6\u00dfen bestimmt (Benutzungsdauer, Gr\u00f6\u00dfe, Leistung, Fl\u00e4chen etc.). In Zusammenarbeit mit einem Expertenkreis werden f\u00fcr die Beispielkrankenh\u00e4user allgemeine Best-practice-L\u00f6sungen erarbeitet. Anhand der Differenz zwischen dem individuellen Energieverbrauch und der realen Best-practice-L\u00f6sung wird in Verbindung mit den individuellen Eigenschaften der Krankenh\u00e4user ein Vergleich durchgef\u00fchrt und das Einsparpotenzial ermittelt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Untersuchungen haben gezeigt, dass in vielen Bereichen der Austausch alter, ineffizienter Anlagen zu einer deutlichen Einsparung f\u00fchrt und wirtschaftlich sinnvoll ist. Doch auch neue Anlagen garantieren keinen optimalen Energieverbrauch, da eine ineffiziente Betriebsweise ebenfalls zu erh\u00f6hten Energieverbr\u00e4uchen f\u00fchrt. Einsparungen durch optimierte Betriebsparameter k\u00f6nnen jedoch nur erschlossen werden, wenn die entsprechenden Kenngr\u00f6\u00dfen im zeitlichen Verlauf bekannt sind und mit den Anlagenkenndaten in Beziehung gesetzt werden. Mit Hilfe von Lastgangmessungen k\u00f6nnen ineffiziente Betriebsweisen aufgezeigt werden, so dass mit geringem Aufwand beispielsweise durch Einstellung der Regelung Einsparungen erzielt werden k\u00f6nnen. Weiterhin konnten mit Hilfe der Messergebnisse Versorgungsengp\u00e4sse und nicht einwandfrei funktionierende Versorgungsanlagen und Installationen aufgezeigt werden. Weiterhin hat das Projekt gezeigt, dass die Datenlage in den Krankenh\u00e4usern f\u00fcr eine Einsch\u00e4tzung und f\u00fcr den Vergleich mit anderen Krankenh\u00e4usern nicht ausreichend ist. Nur wenn zum einen die Kenndaten der Energieversorgungsanlagen, wie die installierte Leistung und zum anderen die Bezugsgr\u00f6\u00dfen der versorgten Bereiche bekannt sind, kann ein Vergleich durchgef\u00fchrt werden. Da der Energieverbrauch sehr stark von der Raumnutzung abh\u00e4ngig ist, k\u00f6nnten anhand der nach Nutzungsart unterteilten Fl\u00e4chen Referenzverbrauchswerte ermittelt werden, die es erm\u00f6glichten, eine Energieverbrauchsstruktur zu ermitteln. Aufgrund der fehlenden Daten ist f\u00fcr die meisten Krankenh\u00e4usern eine solche Fl\u00e4chenzuordnung nicht m\u00f6glich. Ein weiterer Grund sind die fehlenden personellen Ressourcen, so dass, wenn Daten vorhanden sind, keine Zuordnung durchgef\u00fchrt werden kann. Weiterhin m\u00fcssen grundlegende Daten \u00fcber die zu versorgenden Geb\u00e4ude wie Geb\u00e4udealter, Wand-, Fenster-, Dach- und Fundamentfl\u00e4chen ermittelt werden, um eine Absch\u00e4tzung des W\u00e4rme- und K\u00e4ltebedarfes durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Bisher fast vollst\u00e4ndig unbekannt sind die Verbrauchswerte der elektrisch angetriebenen Ger\u00e4te und Anlagen, die sich u.a. auf den W\u00e4rme- und den K\u00e4ltebedarf auswirken. Derzeit kann allenfalls eine grobe Absch\u00e4tzung anhand von Literaturwerken durchgef\u00fchrt werden. Hierzu liegen erste Kenndaten aus der Literatur vor, jedoch besteht noch Bedarf an der Validierung und Bewertung der \u00dcbertragbarkeit. Weiterf\u00fchrende Untersuchungen sollten zum Ziel haben, die Datensituation in den Krankenh\u00e4usern zu verbessern und eine energetische Auswertung von Raumfl\u00e4chen und Raumnutzung zur Abbildung der Energieverbrauchsstruktur zu automatisieren. Die Untersuchungen m\u00fcssen auf bisher nicht betrachtete Verbrauchssektoren (Dampf, Licht, medizinische Ger\u00e4te und Anwendungen) ausgeweitet werden, um den gesamten Energieverbrauch von Krankenh\u00e4usern abbilden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden auf mehreren Tagungen (u.a. BUND-Neztwerktreffen Energiesparendes Krankenhaus, Krankenhaus-Umwelttage NRW, Klinikkongress) und auf eigenen Veranstaltungen zum Thema (Hospital Engineering, UMSICHT zur Sache Energieeffiziente Krankenh\u00e4user) \u00f6ffentlich pr\u00e4sentiert und diskutiert. Zum Projektabschluss veranstaltet Fraunhofer UMSICHT am 3. September 2009 einen weiteren Workshop (UMSICHT zur Sache Energieeffizienz in Krankenh\u00e4usern III) auf dem sowohl die Projektergebnisse noch einmal zusammenfassend ver\u00f6ffentlicht und Best-Practice-L\u00f6sungen vorgestellt wurden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auf der Basis der Lastgangmessungen und dem Kennzahlenvergleich k\u00f6nnen zum einen Einsparpotenziale aufgezeigt und zum anderen allgemeine Kennwerte zur Bewertung und zur Absch\u00e4tzung von Energieverbr\u00e4uchen in Krankenh\u00e4usern ermittelt werden. Mit Hilfe eines Boxplot-Vergleichs f\u00fcr die untersuchten Verbrauchssektoren kann gezeigt werden, welche Einflussgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr einen erh\u00f6hten Energieverbrauch verantwortlich sind. Die zur Bewertung erforderliche Datenbasis sowohl zum Anlagenbetrieb als auch zum Anlagen- und Geb\u00e4udebestand liegen vielen Krankenh\u00e4usern nicht in nutzbarer Form vor. Die Verwendung von Kennwerten erm\u00f6glicht es, Referenzverbrauchswerte zu berechnen und Ursachen f\u00fcr einen erh\u00f6hten Energieverbrauch zu erkennen. Anhand von Geb\u00e4ude- und Fl\u00e4chendaten kann mit Hilfe pauschaler W\u00e4rmedurchgangskoeffizienten der W\u00e4rmebedarf ermittelt werden. Die Absch\u00e4tzung der inneren W\u00e4rmegewinne durch elektrische Ger\u00e4te und Anlagen kann mit derzeitiger Datenbasis nur grob abgesch\u00e4tzt werden. Weiterhin muss die Datenbasis der Krankenh\u00e4user bez\u00fcglich der Energieversorgungsanlagen weiter verbessert werden, um kontinuierlich die Effizienz und Sicherheit der Energieversorgung bewerten zu k\u00f6nnen. Hierzu geh\u00f6ren neben den Bestandsdaten auch Lastg\u00e4nge, die eine Beurteilung der Energienutzung im zeitlichen Verlauf erm\u00f6glichen und eventuelle Fehlfunktionen aufzeigen. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die Datenmenge auf das Wesentliche begrenzt wird, um eine Analyse mit vertretbarem Aufwand zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Anforderungen an die Energieversorgung in Krankenh\u00e4usern \u00e4ndern sich in Folge von Um- und Ausbauma\u00dfnahmen stetig. Weiterhin ist ein hoher Anteil alter sanierungsbed\u00fcrftiger Anlagen in Betrieb. Bei einem Energieverbrauch deutscher Krankenh\u00e4user (2001) von ca. 4,6 Mio MWh\/a an elektrischer Energie sowie ca. 15,36 Mio. 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