{"id":24009,"date":"2023-07-13T15:24:42","date_gmt":"2023-07-13T13:24:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23460-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:43","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:43","slug":"23460-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23460-01\/","title":{"rendered":"Mensch und Wildnis &#8211; traditionelle Unterk\u00fcnfte aus internationalen Partner-Gro\u00dfschutzgebieten als Lernorte einer Bildung f\u00fcr Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Schutzgebietskonzept von Nationalparken ist eine weltweite Idee, die sich den Erhalt des urspr\u00fcnglichen Naturerbes auch f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen zum Ziel gesetzt hat. Dieses weltumspannende Konzept er\u00f6ffnet eine globale Perspektive f\u00fcr gemeinsames Lernen nachhaltiger Schutz- und Nutzungskonzepte und bietet ideale Ansatzpunkte f\u00fcr die Umsetzung der Ziele der UN Dekade Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung 2005 -2014. Im nationalen Aktionsplan Deutschlands f\u00fcr die Dekade ist die internationale Zusammenarbeit als eines der vier Hauptziele festgeschrieben. Die internationale Zusammenarbeit innerhalb dieses Projektes erfolgte sowohl auf regionaler deutsch-tschechischer Ebene, als auch mit Schutzgebieten anderer Erdteile. Das Internationale Wildniscamp schafft auf mehreren Ebenen Kooperationen mit diesen Schutzgebieten. Elemente aus Umweltbildung und globalem Lernen werden an einem Ort zusammen gef\u00fchrt.<br \/>\nZiele sind gleicherma\u00dfen die Vermittlung von Schl\u00fcsselkompetenzen, die Reflexion des eigenen Natur- und Wildnis-Verst\u00e4ndnisses durch die Teilnehmenden sowie des eigenen Lebensstils bis hin zur \u00c4nderung des Konsumverhaltens.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf dem Gel\u00e4nde des Wildniscamps am Falkenstein wurden acht verschiedene Unterk\u00fcnfte (H\u00fctten und Zelte) indigener und anderer traditioneller Bewohner von Nationalparken verschiedener Erdteile errichtet, in denen Gruppen jeden Alters, vor allem jedoch Jugendgruppen \u00fcbernachten k\u00f6nnen (je 6-8 Personen pro H\u00fctte) und welche Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr die Bildungsarbeit mit den Gruppen bieten. Die H\u00fctten bzw. Zelte sind von der Architektur und Inneneinrichtung her im Stil der jeweiligen Ursprungsl\u00e4nder gebaut und mit Hilfe von Fachleuten aus den Schutzgebieten errichtet worden. Es sind Partnerschaften von Gruppen aus der Region Bayerischer Wald\/\u008aumava mit den Schutzgebieten anderer Erdteile entstanden. Dar\u00fcber hinaus wurden innerhalb des Projektes ein regionales deutsch-tschechisches Jugendforum ins Leben gerufen, grenz\u00fcberschreitende mehrt\u00e4gige Wildniswanderungen konzipiert und erprobt sowie weitere gemeinsame Ma\u00dfnahmen der beiden Nationalparkverwaltungen Bayerischer Wald und \u008aumava durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der internationale Ausbau des Wildniscamps am Falkenstein mit H\u00fctten und Zelten aus Nationalparken aller Welt, die begleitende konzeptionell p\u00e4dagogische Arbeit sowie die Erstellung der Bildungsmaterialien waren eindeutig der Schwerpunkt innerhalb des gesamten Projektes Mensch und Wildnis. Mit Unterst\u00fctzung der Partner aus Asien, Afrika und Lateinamerika, die gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcber die GTZ (Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Technische Zusammenarbeit) und den DED (Deutscher Entwicklungsdienst) vermittelt wurden, sind auf dem Gel\u00e4nde des Wildniscamps am Falkenstein insgesamt acht traditionelle Unterk\u00fcnfte von Bewohnern anderer Schutzgebiete entstanden (Venezuela, Chile, Brasilien, Benin, Vietnam, Mongolei, Russland, Bayern \/ B\u00f6hmen). Die typisch ausgestatteten H\u00fctten bzw. Zelte bilden nun den Ausgangspunkt einer intensiven Bildungsarbeit und liefern eine Vielzahl von Anregungen. Es werden Wochenprogramme f\u00fcr Schulklassen zu den Themen Biodiversit\u00e4t und globaler Klimawandel angeboten. Diese Themen werden von den Gruppen aus der Sicht des Landes, in dessen H\u00fctte sie leben, bearbeitet und in der Gesamtgruppe zusammengetragen. Ein Wechsel an Methoden erm\u00f6glicht ein erlebnisorientiertes Lernen mit hoher Eigenmotivation. Die Evaluation von Aufenthalten erster Gruppen, macht deutlich, dass das Konzept seine grundlegende Zielsetzung, durch die H\u00fctten ein Anregungspotenzial zu schaffen, erreicht und dass die Kinder und Jugendlichen diese Anregungen gerne annehmen. Gleichzeitig lieferte die Evaluation Hinweise, wo die Konzepte noch zu verfeinern sind. Zur Vorbereitung finden die Gruppen auf der Internetseite www.wildniscamp.de umfangreiche Informationen zu den L\u00e4nderh\u00fctten. Die Internetseite wurde hierzu umfassend \u00fcberarbeitet.<br \/>\nEin weiterer sehr wichtiger Teil des Projektes Mensch und Wildnis war es, eine funktionierende Jugendbeteiligung in der Nationalparkregion auf den Weg zu bringen. Mehrere vorbereitende Veranstaltungen m\u00fcndeten schlie\u00dflich in der Gr\u00fcndung eines deutsch-tschechischen Jugendforums, in dem junge Menschen aus beiden L\u00e4ndern gemeinsam nach M\u00f6glichkeiten suchen, gestaltend bei der Entwicklung ihrer Heimatregion mitzuwirken.<br \/>\nNunmehr ist es auch m\u00f6glich, die beiden Nationalparke Bayerischer Wald und \u008aumava auf mehrt\u00e4gigen Wildniswanderungen intensiv kennen zu lernen. Was bislang lediglich auf bayerischer Seite angeboten wurde, konnte durch die Entwicklung eines grenz\u00fcberschreitenden Konzeptes durch unseren Kooperationspartner WaldZeit e.V. erweitert werden und wurde 2007 bereits mehrmals erfolgreich erprobt.<br \/>\nWeitere Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit rundeten das Projekt Mensch und Wildnis ab: gemeinsame Camps der Juniorranger, Tschechisch-Sprachkurse f\u00fcr Mitar-beiter der Nationalparkverwaltung, grenz\u00fcberschreitende F\u00fchrungskonzepte und die Fortbildung von Waldf\u00fchrern.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Besondere Veranstaltungen innerhalb des Projektes, wie die Auszeichnung als Dekade Projekt, die Vorstellung des Internationalen Wildniscamps auf der Woche der Umwelt im Schloss Bellevue bei Bundespr\u00e4sident Horst K\u00f6hler, sowie die Er\u00f6ffnungsveranstaltung f\u00fcr das Internationale Wildniscamp wurden als herausragende Ereignisse f\u00fcr eine intensive Pressearbeit genutzt. Dar\u00fcber hinaus wurde das Projekt auf Fachtagungen vorgestellt, mit Bildungsakteuren diskutiert und inhaltlich weiter entwickelt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Alle Module des Projektes finden ausnahmslos \u00fcber den Projektzeitraum hinaus eine Fortsetzung. So sehen die L\u00e4nderh\u00fctten im Wildniscamp am Falkenstein ihrer ersten kompletten Nutzungssaison entgegen. Das Jugendforum arbeitet mit gro\u00dfem Elan, bereitet Treffen vor, gr\u00fcndet Arbeitsgruppen und hat Sprecher gew\u00e4hlt, die die Jugendlichen bei der n\u00e4chsten Nationalpark-Beiratssitzung vertreten werden. Es wurden viele Grundsteine gelegt wurden, die die Bildungsarbeit in den beiden Nationalparken \u008aumava und Bayerischer Wald noch \u00fcber viele Jahre pr\u00e4gen und befl\u00fcgeln werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Schutzgebietskonzept von Nationalparken ist eine weltweite Idee, die sich den Erhalt des urspr\u00fcnglichen Naturerbes auch f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen zum Ziel gesetzt hat. 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