{"id":23998,"date":"2023-07-13T15:24:39","date_gmt":"2023-07-13T13:24:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23417-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:41","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:41","slug":"23417-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23417-01\/","title":{"rendered":"Sanierung eines barocken Hochparterre-Gartens unter Einsatz innovativer Methoden und unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Artenvielfalt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist es, eine biotopische Situation zu schaffen, durch die Besuchern die Arten- und Pflanzenvielfalt an Trockenmauern in H\u00f6henlagen eindrucksvoll veranschaulicht werden kann.<br \/>\nRund um die H\u00f6henburg Schloss Hohenlimburg ist die Anlage eines historischen Barockgartens erkennbar. Durch Bruch der einstmals 4 bis 6 Meter hohen Trockenmauern ist das Gel\u00e4nde abgerutscht. Das Gel\u00e4nde ist verwildert. Dabei sind Monokulturen entstanden, die die oft einzigartige Artenvielfalt, wie sie in H\u00f6henlagen und bei historischen Trockenmauern typischerweise anzutreffen ist, verdr\u00e4ngt haben.<br \/>\nDurch die F\u00f6rderung der DBU und der NRW-Stiftung kann gezeigt werden, wie Umweltschutz und Denkmalschutz Hand in Hand gehen und das eine das andere bef\u00f6rdert. Die Gartensanierung erfolgt als Parkanlage mit Rundwegen und Informationstafeln<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenSanierung der einsturzgef\u00e4hrdeten Unteren Mauern auf einer L\u00e4nge von rund 90 Metern unter Einsatz von Gabionen. Das sind Drahtk\u00f6rbe, die mit Steinbruch in unterschiedlicher K\u00f6rnung bef\u00fcllt werden. Als F\u00fcllmaterial werden Steine aus einem Hohenlimburger Steinbruch gew\u00e4hlt.<br \/>\nDurch die Verankerung mit dem Mauerhintergrund und durch Schaffung einer geeigneten Hintermauerdr\u00e4nage entstehen Trockenmauern, die sich harmonisch in die Landschaft einf\u00fcgen und in denen zahlreiche Hohl- und Freir\u00e4ume ideale Lebensnischen f\u00fcr unterschiedliche Tiere und Pflanzen bieten.<br \/>\nWeitgehend intakte Mauerpartien bleiben dabei unber\u00fchrt. Dadurch entsteht eine behutsame Eingriffsintensit\u00e4t, die vorhandene Kulturen erh\u00e4lt und dennoch die Stabilit\u00e4t der gesamten Unteren Gartenmauern wiederherstellt. Zur Auswahl der Mauerpartien ist die Einholung eines statischen Gutachtens erforderlich.<br \/>\nDie Sanierung erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbeh\u00f6rde und dem Westf\u00e4lischen Amt f\u00fcr Denkmalpflege.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die G\u00e4rten von Schloss Hohenlimburg und hier insbesondere der einstige barocke H\u00f6hengarten stellen historische Kulturlandschaftsteile von besonderer Eigenart und Seltenheit dar.<br \/>\nDa sich auf den ehemaligen Gartenfl\u00e4chen durch Aufforstungen in den 50er Jahren sowie durch die jahrzehntelange Aufgabe einer g\u00e4rtnerischen Nutzung ein Wald entwickeln konnte, wurden die Fl\u00e4chen als Landschaftsschutzgebiet, zahlreiche Einzelb\u00e4ume als Naturdenkm\u00e4ler eingetragen. Gleichzeitig stehen die historischen Mauern, Treppen, Gartenreste unter Denkmalschutz.<br \/>\nUm diesem &#8211; f\u00fcr viele historische G\u00e4rten &#8211; charakteristischen Zusammenhang von Denkmalschutz und Naturschutz Rechnung zu tragen, wurden bei den Ma\u00dfnahmen zur Teilrekonstruktion der historischen G\u00e4rten nicht nur gartenhistorische Aspekte ber\u00fccksichtigt. Auch die Sicherung vorhandener und die Entwicklung neuer Lebensr\u00e4ume bildeten in dem Konzept zur Gartensanierung einen Schwerpunkt.<br \/>\nDurch die Umwandlung von Wald (hier vor allem L\u00e4rchenforst) in offene und damit st\u00e4rker belichtete Wiesen- und Parkbereiche wurden die Fl\u00e4chenanteile f\u00fcr Saumbereiche deutlich erh\u00f6ht, die mit ihren unterschiedlichen Standortbedingungen (Boden, Besonnung, Vergesellschaftung mit Baum- und Straucharten) auch eine deutlich h\u00f6here Artenvielfalt entwickeln k\u00f6nnen, als dies im Bestand vor der Bauma\u00dfnahme der Fall war (im Bestand vorherrschende, relativ artenarme Waldgesellschaften).<br \/>\nW\u00e4hrend zum Beispiel auf dem ehemaligen Barockparterre vor Beginn der Waldumwandlung durch die Dichte des L\u00e4rchenbestandes und die daraus resultierende starke Beschattung des Waldbodens keine nennenswerte Krautschicht vorhanden war, k\u00f6nnen sich nach der Sanierung besonnte Wiesenfl\u00e4chen mit breiten Staudens\u00e4umen an der Basis der historischen Oberen Trockenmauern herausbilden. Gleiches gilt f\u00fcr die Neubepflanzung von Obstgeh\u00f6lzen auf den Fl\u00e4chen des ehemaligen Dienerschaftsgartens mit einem breiten umlaufenden Wildstaudensaum oder f\u00fcr die Wiederansiedlung von Wein und Maulbeerb\u00e4umen auf den sonnenexponierten so genannten Weinterrassen mit Trockenrasengesellschaften auf den mageren Fl\u00e4chen.<br \/>\nVor allem die Lebensbedingungen f\u00fcr die Arten der Mauerfugengesellschaften gestalten sich durch die neu errichtete Gabionenwand vielf\u00e4ltiger, weil durch die Rodung des Waldes nunmehr neben beschatteten Mauerzonen auch gut belichtete Partien entstehen, die andere Arten beg\u00fcnstigen. Da im vorherigen Zustand gro\u00dfe Teile der Mauern eingest\u00fcrzt, teilweise abgetragen oder durch Waldboden \u00fcberdeckt wa-ren, wurde mit der Instandsetzung der gesamten Mauerfl\u00e4chen der Lebensraum in den Mauerfugen massiv ausgeweitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die sanierten Schlossg\u00e4rten werden im Rahmen der Gesamtpr\u00e4sentation der historischen Burg- und Schlossanlage f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich. Gemeinsam mit b\u00fcrgerschaftlichem Engagement, das sich in drei Vereinen manifestiert, hat das F\u00fcrstenhaus Bentheim &#8211; Tecklenburg als Eigent\u00fcmer von Schloss Hohenlimburg eine gemeinn\u00fctzige Gesellschaft gegr\u00fcndet, die den Betrieb, die Pflege und Wartung der Anlage sicherstellt. Die sanierten Schlossg\u00e4rten mit ihrer Arten- und Pflanzenvielfalt bilden eine besondere Attraktion der weithin sichtbaren, einzigen H\u00f6henburg Westfalens.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Schon im Planungs- und Bearbeitungszeitraum bis Herbst 2006 kann in den intakten Mauerpartien der Unteren Gabionenmauern eine deutliche Ver\u00e4nderung der Artenzusammensetzung verzeichnen werden.<br \/>\nDurch die starke Beschattung des darunter liegenden Waldes war die Mauervegetation auf den Unteren Gartenmauern vor Beginn der Bauma\u00dfnahme gering und der Bestand stark durch Efeu (Hedera helix) dominiert. Im Sommer 2006 hat sich die Artenvielfalt deutlich erh\u00f6ht und die Mauern werden fl\u00e4chig be-siedelt von den charakteristischen Arten der Mauerfugengesellschaften.<br \/>\nDie Entwicklung kann in den Folgejahren intensiv beobachtet und kartiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist es, eine biotopische Situation zu schaffen, durch die Besuchern die Arten- und Pflanzenvielfalt an Trockenmauern in H\u00f6henlagen eindrucksvoll veranschaulicht werden kann. Rund um die H\u00f6henburg Schloss Hohenlimburg ist die Anlage eines historischen Barockgartens erkennbar. Durch Bruch der einstmals 4 bis 6 Meter hohen Trockenmauern ist das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2425,50,65],"class_list":["post-23998","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-kulturgueter","tag-naturschutz","tag-nordrhein-westfalen"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"23417\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-23417.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"120.000,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Freundeskreis Schloss-Spiele Hohenlimburg e. V.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Am Berge 3","dbu_projektdatenbank_plz_str":"58119","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Hagen","dbu_projektdatenbank_p_von":"2006-01-02 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2006-09-02 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"8 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Nordrhein-Westfalen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"139","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23998","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23998\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37001,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23998\/revisions\/37001"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}